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15.03.2010 - Lars Dettmann - ökologische Schäden durch den Kormoran
Sehr geehrter Herr Conz,

was macht Sie so sicher, dass gegenwärtig keine Kormorane mehr an den Äschengewässern sind? Die Laichzeit der Äschen startet und unsere Kormorankolonien sind derzeit noch verwaist, da der größte Teil der Gewässer noch mit Eis bedeckt ist. Vielleicht schauen Sie sich einfach mal an den Äschengewässern in Hessen um ...

Aber ganz unabhängig davon zeigt die verlinkte Arbeit sehr deutlich, wie wenig Schutz selbst in ansonsten noch recht naturbelassenen Gewässern das Einbringen von Totholz tatsächlich bringt. Es ist ein Märchen, dass sich allein durch Renaturierung der Fraßdruck der Kormorane auf die Fischfauna in Salmonidengewässern ernsthaft verringern läßt. Wir hatten jetzt den zweiten Winter in Folge, in dem den Kormoranen keine anderen Nahrungsalternativen mehr zur Verfügung standen. Deshalb müssen die Vögel in die Oberläufe der Flüsse/Bäche ausweichen, um nicht zu verhungern. Vergleicht man die Erhaltungszustände der Fischfauna dort mit dem des Kormorans, wird der Widerspruch deutlich. Den bedingungslosen Schutz des Kormorans bringen wir mit den Anforderungen der FFH-Richtlinie hinsichtlich der Fischfauna in unseren Gewässern nicht unter einen Hut.

Man kann versuchen, davon mit eher eigenwilligen Zählmethoden bei der Bestandserfassung von Schlafplätzen/Brutkolonien und Interpretationen der so gewonnen Ergebnisse abzulenken. Auch angesichts der wissenschaftlichen Nachweise des durch Kormorane angerichteten ökologischen Schadens macht man sich damit aber unglaubwürdig.

Sich den Realitäten zu verweigern, treibt den Naturschutz in Konflikte, in denen er nur verlieren kann. Es wäre deshalb höchste Zeit, ehrlich miteinander umzugehen und nach Lösungen für die bisher standhaft abgestrittenen, aber wissenschaftlich längst belegten Schäden an der Fischfauna zu suchen, die der Kormoran verursacht.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg/Berlin e.V.
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15.03.2010 - Oliver Conz - Kormorandiskussion - zu Herrn Dettmann
Lieber Herr Dettmann,

vielen Dank für den Hinweis. Ich hatte als Abonnent der Vogelwarte die Arbeit gelesen, trotzdem Danke.

Was die Äsche vornehmlich zur Laichzeit treibt ("stehen über Kiesbänken"), kann ich in dem Zusammenhang hier tatsächlich getrost ignorieren, denn zur Laichzeit sind die Kormorane nicht mehr an den Äschengewässern.

Viele Grüße

Oliver Conz
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15.03.2010 - Lars Dettmann - ökologische Schäden durch den Kormoran
Sehr geehrter Herr Conz,

Zitat: "... Die Äsche kommt in einem Gewässer ohne Querbauwerke und mit einem natürlichen Totholzanteil im Flußbett sicherlich bestens mit dem Kormoran aus. Besatzmaßnahmen in ungeeigneten Gewässern mögen zu herben Aderlassen auch durch den Kormoran führen. Aber da liegt das Problem schon beim Besatz, dem keine ökologische Gewässeraufwertung voranging. ..."

werfen Sie bitte einen Blick in die letzte Ausgabe der "Vogelwarte" und lesen Sie aufmerksam die dort veröffentlichte Arbeit zur Wirkung von Totholzeintrag auf den Bachforellenbestand eines auch ansonsten recht naturnahen Gewässers.

Im Gegensatz zur Bachforelle sucht die Äsche insbesondere während der Laichzeit keine Unterstände auf, sondern steht in großen Gruppen über den Kiesbänken zum Laichen. Dort sind sie auch wegen des fehlenden Fluchtreflexes ein zu leichte Beute für den Kormoran. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die die entsprechenden Auswirkungen auf Äschenbestände belegen. Sie können diese Arbeiten weiterhin irgnorieren, brauchen sich dann allerdings nicht zu wundern, wenn man Sie und die von Ihnen vertretene HGON nicht mehr als ernstzunehmende Partner in Sachen (Fisch-)Artenschutz ansieht.

Für die User, die keinen Zugriff auf "Die Vogelwarte" haben, hier ein Link zu besagtem Artikel.

http://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1300084_l1/lazbwffs_BaerKonrad_Vogelwarte_Totholz_2010.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer
Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin e.V.
Dorfstraße 1
14513 Teltow-Ruhlsdorf

Tel 03328/319150
Fax 03328/319155

www.lfvb.org
info@lfvb.org
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15.03.2010 - Oliver Conz - Kormorandiskussion
Liebe Freundinnen und Freunde,

ich habe mich lange nicht mehr zur vertieften Kormorandiskussion zu Wort gemeldet. Da in der langsam ermattenden Diskussion der Eindruck entstanden ist, hier würden auf der einen Seite irgendwie unverbesserliche Naturschützer die Realität ignorieren und auf der anderen Seite unversöhnliche Fischer auf ihrer Position beharren, möchte ich zumindest noch einmal unsere Position klarstellen:

Ich unterscheide zwischen einem wirtschaftlichen Schaden, der in der Teichwirtschaft entsteht und einem - behaupteten - ökologischen Schaden, für den Angler bei der Äsche den Kormoran verantwortlich machen.
Ich bin dagegen, den wirtschaftlichen Schaden durch Tötung der Kormorane zu verhindern. Der Schaden muss in erster Linie durch Gestaltung der Anlagen verhindert oder durch finanzielle Kompensation ausgeglichen werden, ähnlich einer Agrarumweltmaßnahme in der Landwirtschaft.
Ich bestreite, da wiederhole ich mich, dass es eine ökologische Begründung für die Tötung von Vögeln (oder für deren Bejagung gibt) gibt. Die Äsche kommt in einem Gewässer ohne Querbauwerke und mit einem natürlichen Totholzanteil im Flußbett sicherlich bestens mit dem Kormoran aus. Besatzmaßnahmen in ungeeigneten Gewässern mögen zu herben Aderlassen auch durch den Kormoran führen. Aber da liegt das Problem schon beim Besatz, dem keine ökologische Gewässeraufwertung voranging.
Diese Auseinandersetzung ist nicht nur eine Auseinandersetzung um den Kormoran. Es geht letztlich um die Frage, ob man sich bei der Entscheidung über die Tötung von Tieren von einem ökologischen Verständnis des vorvergangenen Jahrhunderts leiten lassen darf, das bereits zur Wiedereinführung der Rabenvogelbejagung geführt hat und zu Ende gedacht bedeutet, dass wir irgendwann Kohlmeisen schießen, um Schmetterlinge zu schützen.
Aus letzterem Grund sind wir gerade als Verband mit wissenschaftlichem Fundament - vielleicht sogar mehr als ein reiner Naturschutzverband - gefordert, in dieser Auseinandersetzung bedingungslos auf der Seite des Kormorans zu stehen.

Viele Grüße

Oliver Conz
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15.03.2010 - Marcus Beike - Kormorandiskussion
Hallo Herr Roth,

die Diskussion führt ins Nirgendwo, wohin sonst?
Bitte nicht erschrecken, aber hier stimme ich Ihnen tatsächlich zu, wie auch bei einem Teil Ihrer restlichen Ausführungen:)
Das Ringen wird nie ein Ende haben, denn es hat schon vor Jahrhunderten angefangen.

Aber keine Sorge: Ich habe nicht mehr vor, mich zu diesem Thema zu äußern. Warum ich dies zuvor immer wieder getan habe, habe ich bereits in meinem letzten Beitrag erörtert. Das Interesse an einer Diskussion hatte ich bereits lange zuvor verloren.

Viele Grüße,
Marcus Beike

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14.03.2010 - Matthias Roth - Kormoran zum x-ten
Guten Abend,

wohin, @ Herren Beike und Schlegel, soll die Diskussion führen, frage ich mich gerade. Herr Beike sagt, hier wird gar nicht diskutiert. Herr Schlegel scheint sehr gut informiert zu sein, was aber anscheinend außer Herrn Beike niemanden im Forum (mehr) interessiert.

Klar ist: Ein Naturschutzverband kann und wird sich nicht für eine Bekämpfung des Kormorans einsetzen. Das wäre widersinnig. Klar ist aber auch: Der Kormoran macht Teichwirtschaft und Fischfauna mehr Probleme, als viele Ornis wahrhaben (zugeben?) möchten, und ich wage die Prognose, dass auch in 20 Jahren noch genauso erbittert über dieses Thema gestritten wird, einfach deshalb, weil es keine eindeutige Lösung zu geben scheint, die für die jeweiligen Aktivisten annehmbar wäre.

Ein klassisches Dilemma also, das durch Diskussion tatsächlich nicht zu lösen wäre. Und durch Aufklärung auch nicht: Der Kormoran ist einer der am besten untersuchten Vogelarten überhaupt. Man weiß "fast alles" über ihn, muss aber jetzt feststellen, dass dies a) auch nicht weiterhilft und b) man sich geirrt haben könnte.

Die Lösung sollte also nur von außen, außerhalb von Naturschutz und Teichwirtschaft, kommen. Wer hat sie?

Ich persönlich wage (immer noch!) die Prognose, dass es auf eine Bestandsregulation des Kormorans per "Geburtenkontrolle" hinauslaufen wird, wie auch immer diese dann praktisch aussehen mag, möge auch mancher Orni mich dafür auf ewig hassen. Welche bessere Idee hätte er denn auf Lager!? - Nichtstun? Das, obwohl es mir persönlich auch am liebsten wäre, wird nicht funktionieren, darauf wette ich.

Grüße
M. Roth

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14.03.2010 - Tom S c h l e g e l - Kormoran und Sprache
Hallo Her Beike,

mir ist bewusst hier im Forum eines VOGEL- und Naturschutzbundes zu sein, die „Pflege der Ausdrucksform in der Diskussion“ als Vereinsziel war mir glatt entgangen.
Dazu auch von mir ein Beispiel zur Analyse:
>>>Bei den Fischern erwuchs aus dem Bewußtsein einer beruflichen Randgruppe heraus das Bedürfnis, einen Machtkampf zu gewinnen, um sich selbst das Gefühl zu verschaffen, wichtiger zu sein, als man ist. Ein Feind mußte her, da kam der verhaßte Kormoran, …, als Eindringling in die Ruderbootidylle der Fischerin vom Bodensee gerade recht.
Es geht den Fischern also gar nicht um die Verhinderung oder Begleichung von Schäden durch Kormorane, sondern, wie soeben festgestellt, um das Gewinnen eines Machtkampfes. <<<

So genug gestichelt, zurück zum Thema Kormoran. Wenn Sie mit „unsinnige Behauptungen“
den Artikel in der GA meinten sind wir einer Meinung.

Den Begriff “plüdern“ habe ich gewählt da er für das Ausrauben von Nestern doch auch unter Vogelfreunden gebräuchlich ist. Scheint mir ein passender Vergleich zu sein wenn Kormorane Goldfische aus kleinen Folienteichen fressen (oder hätte ich hier essen schreiben sollen?)



T o m S c h l e g e l
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13.03.2010 - Marcus Beike - Kormorane
Hallo Herr Schlegel,

das Jagen in einem 1,5 m breiten Bach habe ich nicht bezweifelt. Ebenso wenig bezweifle ich, dass sie Spuren im Schnee einem Kormoran zugeordnet haben. Eine groteske Vorstellung bleibt es trotzdem und obendrein eine ausgesprochene Seltenheit.

Das Problem an dieser Diskussion ist:
Sie ist gar keine und wird zudem in einem Forum geführt, das von einem Natur- und Vogelschutzbund betrieben wird. Liest nun ein "interessierter Laie" manch unsinnige Behauptungen über den Kormoran, die nicht erwidert bzw berichtigt werden, könnte er diese für bare Münze nehmen. Würde diese Gefahr nicht bestehen, würde wohl keiner mehr auf manchen hier geposteten Unfug reagieren. Einige Beispiele aus dem WWW:

Der Kormoran wird gerne zu etwas gemacht, was er gar nicht ist.
So wird ihm zuweilen der Status als Lebewesen abgesprochen und die Bezeichung "Fressmaschine" gegeben. (einfach mal "fressmaschine kormoran" googeln)

Dann wieder wird er vermenschlicht und des "Plünderns" bezichtigt. Aber der Kormoran "plündert" nicht. Er fängt Fische und frisst diese, um zu überleben. Wenn ein Lebewesen die Gewässer der Welt plündert, dann ist es der Mensch, denn dieser fängt die Fische meist nur, weil sie ihm schmecken. Siehe auch die Definition von "Plünderung" bei Wikipedia.

Deshalb kann ich "interessierten Laien" nur raten, sich selbst fundiert zu informieren. Am besten fängt man - ganz grundsätzlich - damit an, zu überlegen, welchen gesellschaftlichen Status der Kormoran mit einem anderen Aussehen hätte. Wenn er nicht schwarz wäre und ein "reptilienartiges" Äusseres hätte, sondern bunt und schillernd wäre wie der Eisvogel und außerdem die Eleganz eines Kranichs, die Schmuckfedern eines Paradiesvogels und den Niedlichkeitsfaktor des Sommergoldhähnchens besäße.
Dann würden aufkeimende Forderungen nach Abschüssen sofort in wütenden Protesten der Bevölkerung untergehen.
So nähert man sich vielleicht am ehesten dem wahren Kern des Problems.

Viele Grüße,
Marcus Beike
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13.03.2010 - Tom S c h l e g e l - Salzböde
Hallo Herr Beike,

das Jagen der Kormorane in einen 1,5m breiten Bach habe ich selbst schon beobachtet. Auch das Aufsteigen von der Wiese konnte ich beobachten. Anhand der Spuren im frischen Schnee war gut zu verfolgen wie ein Vogel vom Bach aufs Ufer gestiegen ist, gut 10m über die Wiese, einen ca. 2m hohen Hang hinauf um dann von dort abzufliegen. Den Abflug konnte ich beobachten, die Abdrücke der Schwingen im Schnee markierten die Stelle.
Auch den umgekehrten Fall Spuren über die Wiese in den Bach konnte ich mehrfach sehen. Hätte ich gewusst was für eine Sensation das war hätte ich auch nach dem Beginn der Spuren gesucht – und 'nen Notar mitgenommen damit Sie mir glauben...
Der Bach hatte eine Tiefe von ca. 30cm evtl. war das den Vögeln zu flach zum Landen?
Auch beim beschriebenen Bach ist in 3km ein Fluss (Saale) als komfortables Jagdgewässer vorhanden, trotzdem sind die Vögel da und plündern gleichzeitig auch noch kleine Gartenteiche (Ja!, ich habe gefragt: Kormorane keine Graureiher).


Zurück zum Artikel: Dort wurde von einen Ortskundigen Naturschutzbund-Kreisvorsitzenden Dr. Achim Zedler erklärt das die Salzböde vom Kormoran frequentiert wird. Bezüglich der Vogelwelt glaube ich den NABU erst einmal , bezüglich Fischen und Heckrindern nicht .
Beim googeln habe ich dazu auch Bilder des Gewässers und der Kormorane u. das PDF gefunden:

http://www.myheimat.de/gladenbach/natur/das-hochwasser-an-der-salzboede-ist-weg-und-es-gibt-wieder-normale-zustaende-m964842,349530.html

http://www.myheimat.de/gladenbach/natur/das-hochwasser-an-der-salzboede-ist-weg-und-es-gibt-wieder-normale-zustaende-d349530.html

http://www.myheimat.de/gladenbach/salzboede-in-mornshausens-mit-eisschichten-am-ufer-d67368.html

http://www.myheimat.de/gladenbach/natur/das-hochwasser-im-salzboedetal-bei-gladenbach-war-nicht-ganz-so-schlimm-wie-erwartet-m956598,330361.html


Da die Hessen also keinen zweiten Amazonas versteckt haben habe ich meine Abschätzung für einen 2m – Bach aufgestellt.
Und zwar für den Fischbestand und kurzen Zeitraum. Nicht für die Kormorane denn diese sind nicht an ein Gewässer gebunden sondern können fliegen. (Das mit dem Fliegen ist wieder eine Annahme meinerseits – evtl. wissen Sie das besser...)
Wie war die „wissenschaftliche“ Beurteilung des Dr. Zedler gleich – er ist mit den Auto mal vorbeigefahren.

Auch wenn ich mit vielen Annahmen gerechnet habe (keine Graureiher, Silberreiher …) den Fischbestand um +/- 50% falsch eingeschätzt habe bleibt erkennbar das schon wenige Kormorane drastischen Einfluss auf den Fischbestand haben. Zum Praxistest dazu im benachbarten Thüringen:

Umweltministeriums Thüringen: Die Bestandssituation der Äsche (Thymallus thymallus) in Thüringen:
„In Gewässerabschnitten, die sehr gute Äschenbestände aufwiesen, reichte bereits eine
kurze Präsenz des Kormorans in einem Winter aus, diese Fischart bis auf Einzelexemplare
zu reduzieren oder auch vollständig auszulöschen“


Tom S c h l e g e l
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13.03.2010 - Tom S c h l e g e l - Zwei Foren
Hallo Frau Adolph,

Entschuldigen Sie Bitte dass ich Ihre Postings aus zwei Foren durcheinander geworfen habe, so was kommt leider mal vor wenn ich mich nach einen langen Tag noch an den Rechner setze, mehr dazu später im Text. Sie haben die Sache dankenswerterweise ja schon aufgeklärt.

Ich hatte nach ihrem Beitrag zur Salzböde „Wo andernorts noch über Vergrämung und Störung debattiert wird, erhöht der Landkreis die Abschußquote des Kormorans im Salzbödetal.“ den Artikel in der GA gelesen und war erstaunt: Ein Gewässer mit so guten Bestand an mindestens drei geschützten Arten der roten Liste trotz Kormoraneinfluß?
Was hat der NABU-Kreisvorsitzende Dr. Zedler denn für Überlegungen angestellt um seine Aussage zu treffen - außer mit dem Auto mal dort entlang zu fahren? Was sind seine Argumente?
Nase (stark gefährdet), Barbe (gefährdet) und Äsche (gefährdet) sind in Hessen und anderen Bundesländern doch Arten der roten Liste, Dr. Zedler schreibt aber: „Die Bestände von Bachforelle und Nase seien »überhaupt nicht gefährdet«, die von Barbe und Äsche »in einem guten Erhaltungszustand«. Letzteres treffe auf den Kormoran hingegen, den Vogel des Jahres, überhaupt nicht zu.“

Sein Zitat zu den Untersuchungen des NABU „Nach vielen Untersuchungen mit Nahrungsanalysen werden Edelfischarten gerade nicht besonders geschädigt…« beziehen sich auf Bodensee / Plöner See, zeigen dass er nicht weiß von was er redet. In einen kalten Bach kommen eben kaum Weißfische vor sondern die genannten Arten der rote Liste.

Da Sie zu Protesten aufrufen haben Sie Dr. Zedler vom NABU ja auch geglaubt. Meine Kritik am Mangel an Fakten bezog sich nur zum Teil auf Sie. Welche weitergehenden Informationen hatten Sie denn zu Situation an der Salzböde?

Zu seiner Bemerkung die Fische sind in der Salzböde »in einem guten Erhaltungszustand« habe ich Ihnen die Überschlagsrechnung aufgemacht die Ihnen zeigen soll das eine Schädigung des Bestands durchaus realistisch ist. Untersuchungen zum Fischbestand nach Kormoranbesuch waren hier im Forum schon zu lesen Helme (Sachsen-Anhalt) noch 4 Äschen, Sinn (Hessen) noch 11Äschen und Thüringen „streckenweise nicht mehr nachweisbar“.

Bevor ich hier im Forum schrieb habe ich mich per google etwas zu Salzböde + Kormoran informiert, der 6. Treffer war das andere Forum. Da sich die Postings sehr ähnelten und aufeinander bezogen war für mich die Sache klar und es kam zu meiner „Zusammenfassung“. Sorry noch mal dafür.

Die Sportfischer haben eine größere Lobby als die Tier- und Naturschützer. Lesen Sie mal bei der ARGE Sinn nach, den Link habe ich ja schon gestern gepostet, wie „einfach“ es für die ist.
Wir haben eine Grüne Partei, einen BUND, 17 NABU-Landesverbände, das Komitee gegen den Vogelmord, LBV’s und von denen sitzt keiner in den Amtsstuben?


Ihr Wunsch Vogelschützer und Angler irgendwie auf einen Nenner zu bekommen kann ich verstehen.
Meine Hoffnungen gehen in die Richtung etwas Verständnis für die Sicht der Angler und Fischer zu erwecken.


Viele Grüße TOM
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12.03.2010 - Tom S c h l e g e l - Kormorane an der Sinn
Hallo Frau Adolph,

hier erst einmal der Link zur Seite der Sinn - Angler.

http://www.arge-sinntal.de

.. dann Unterpunkt Kormorane
da die Seite Frames verwendet hier noch der Direktlink zum Briefwechsel mit den Behörden:

http://www.arge-sinntal.de/kormorane/kormorane.html

Zur Sache mit Forum später mehr, keine Angst war keine Schnüffelei.

T o m S c h l e g e l
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12.03.2010 - Karin Adolph - Arbeitsgemeinschaft Sinn
Hallo Herr Schlegel,

Sie schrieben mir u. a. auch noch dies am 10. März:

>> lesen Sie sich doch mal die Webseite der Arbeitsgemeinschaft Sinn durch wie dort der Bestand dezimiert wird und kein weiterer Vergrämungsabschuß genehmigt wird. <<


Ich habe im Internet recherchiert und fand etwas über diese Arbeitsgemeinschaft Sinn unter folgendem LINK:

http://www.fischereiverband-unterfranken.de/aktuelles_frame.htm

Ziemlich weit unten mit dem Titel "Artenschutz contra Vogelschutz" steht einiges über das Äschenprojekt und auch über die Dezimierung des Bestandes, aber ich finde leider nichts darüber, dass kein weiterer Vergrämungsabschuss genehmigt wird. Vielleicht können Sie mir ja den direkten Link zur Webseite der Arbeitsgemeinschaft bekannt geben. Vielen Dank.

Es grüßt Sie
Karin Adolph
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12.03.2010 - Karin Adolph - Salzböde - Beitrag von Herrn Schlegel vom 10. März
Hallo Herr Schlegel,

ich zitiere aus Ihrem Beitrag vom 10. März, der an mich gerichtet ist:

>> Ich konnte in ihren Beiträgen jetzt außer „Ach menno“ keine „detaillierten Fakten und nachweisbare Argumente lesen. <<

>> Sie schrieben: „Die Argumentation der Sportfischer schreit ja zum Himmel. Es ist unglaublich, was diese Leute für eine Lobby haben. Die brauchen nur einen "pieps" zu sagen und schon reagieren die Behörden zu deren Vorteil.“ <<



Diese beiden Zitate tragen zur Verwirrung der Leser des HGON-Forums bei, denn niemand wird solch eine Äußerung in einem meiner Beiträge HIER finden. Sagen Sie doch gleich, dass Sie über meinen Namen im Internet "mein" besagtes Forum herausgefunden haben, um dort als "Gast" zu lesen. Warum verschweigen Sie das denn hier? Interessieren würde mich noch, wie Sie mich "identifizieren" konnten, denn ich schreibe dort, wie die meisten, unter einem Pseudonym ( "estrella50" ), was ja wohl nicht verwerflich ist.

Im "meinem" Forum der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg ( http://www.storchenhof-loburg.info/forum/ ) muss keiner "detaillierte Fakten und nachweisbare Argumente" bringen, denn es ist kein "Wissenschaftsforum". Wir sind dort mehrheitlich Fördermitglieder des Storchenhofes und haben im Forum unsere eigenen Themen, überwiegend geht es um Störche, aber auch um andere Tiere, z. B. Kormorane. Und wir schreiben auch oft, wie uns der "Schnabel" gewachsen ist, denn es geht recht familiär bei uns zu.

Meine Aussage im Loburg-Forum (Zitat oben), dass die Argumentation der Sportfischer zum Himmel schreit …… und dass sie nur einen "pieps" zu sagen brauchen und schon reagieren die Behörden zu deren Vorteil …. habe ich nicht nur so dahin geschrieben, es ist so. Die Sportfischer haben eine größere Lobby als die Tier- und Naturschützer. Und warum? Weil jede Menge Bedienstete der Behörden auch Sportfischer sind. Ich betone SPORTfischer … ich rede jetzt nicht von Fischern/ Teichwirten. Und wenn ich als Tier- und Naturschützer etwas möchte, kann ich lange warten bzw. muss unendlich viel schreiben und telefonieren, das habe ich am eigenen Leibe erlebt, auch, als ich noch Mitglied in einer Vogelschutzvereinigung war.

So, und nun können Sie über mich "herfallen" oder auch nicht. Ich bin keine Expertin, das weiß auch jeder fachkundige Ornithologe hier. Ich informiere mich intensiv, lerne täglich dazu und setze mich mit Haut und Haar für Tiere ein. Meine Informationen sind nicht einseitig, ich versuche stets, objektiv an die Sache heranzugehen. Doch dazu benötige ich viel Zeit, die ich nicht immer habe.

Mein Wunsch jedenfalls ist, dass Vogelschützer und Angler irgendwie auf einen Nenner kommen, um das "Problem" Kormoran gütlich lösen zu können. Ständige verbale Angriffe untereinander bringen gar nichts. Und es gibt mit Sicherheit Fachleute auf beiden Seiten, die nach intensiven Recherchen und Exkursionen zu den Problemgebieten in absehbarer Zeit eine Lösung finden. Es muss nur der Wille da sein, ohne ihn wird es nicht gelingen.

Es grüßt Sie
Karin Adolph

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12.03.2010 - Karin Adolph - Salzböde und Kormorane
Hallo Herr Beike,

da ich erst heute wieder an meinem Rechner sitze, komme ich jetzt erst dazu, Ihnen zu antworten. Ich persönlich kenne das Gebiet der Salzböde auch nicht. Da müsste ich meinen Forumsfreund fragen, ob er dort kundig ist. Zu der gesamten Sachlage kann ich nichts sagen, ich habe lediglich die Information weiter geben wollen, damit sie bekannt wird. Doch scheinbar habe ich damit erneut in das Wespennest … bzw. eher das "Kormorannest" gestochen und die Diskussionen beginnen aufs Neue.

Liebe Grüße
Karin Adolph
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11.03.2010 - Marcus Beike - Salzböde und Kormorane
Hallo Herr Schlegel,

wozu die Aufregung? Das Hinterfragen öffentlicher Beschlüsse muss wohl noch erlaubt sein, egal worum es geht.
Meine Frage war doch ganz harmlos: Bevor ich blind diesen Beschluss aburteile, lasse ich mir von einem Ortskundigen doch lieber erstmal die Gegebenheiten erläutern anstatt auf Google Maps zu vertrauen, denn die wichtigsten Faktoren lassen sich dort nicht herausfinden.

Der Kormoran kann natürlich in einem 1,5 Meter breiten Bach landen, aber hierfür braucht's jede Menge Voraussetzungen:

Der Bach muss auf ausreichender Länge gerade verlaufend bzw. begradigt und tief genug sein und es darf in der Verlängerung dieses Verlaufs kein hoher Baum stehen, denn der Kormoran braucht jede Menge freie Anflug- bzw. Startstrecke.
Dass er quasi als "Option" nebenan auf einer Wiese landet, um dann in den Bach "einzusteigen", ist eine absurde Vorstellung, wenn man schon mal gesehen hat, wie sich ein Kormoran auf seinen Füssen bewegt. Zumal es in der Umgebung sicherlich genügend Gewässer gibt, die als Jagdgewässer viel komfortabler sind.
Ein Bach, der diese Voraussetzungen erfüllt, ist aber schon ohne den Kormoran eine Bedrohung für die von Ihnen genannten Fischarten, da sind wir uns sicherlich einig...
Renaturierung zum Schutz der Fische? Gerne, nur zu...#

So wie im Falle der Salzböde, zumindest was den Inhalt der von Ihnen verlinkten PDF-Datei angeht. Die hier abgebildeten Abschnitte des Baches sind übrigens nicht ansatzweise als Jagdgewässer für den Kormoran geeignet.

Sollten Sie indes mit Ihren Rechnungen recht haben, so gibt es den Kormoran ohnehin nicht, denn es leben immer noch Fische in der Salzböde und den restlichen Gewässern dieser Welt.
Im Ernst: Solche mathematischen Experimente führen zu nichts, wie sich auch in diesem Forum schon oft genug gezeigt hat, denn sie blenden viele andere - variable - Faktoren aus, die mit Zahlen gar nicht zu beschreiben sind.

Viele Grüße,
Marcus Beike
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10.03.2010 - Tom S c h l e g e l - Kormorane an kleinen Bächen
Hallo Herr Beike,
Sie fragten
ob dieser Bach überhaupt die Voraussetzungen hat, dem Kormoran als Jagdgewässer zu dienen (Tiefe, Breite, genug Start- und Landefläche...).
Ich habe die Kormorane schon in Bachabschnitten mit 1,5m Breite landen + starten sehen, auch per Landgang über die Wiese sind solche Gewässer zugänglich.
Im Artikel lese ich dazu:
»Die Salzböde wird überhaupt nicht stark vom Kormoran frequentiert. Wenn man den Bach entlang fährt, sieht man in der Regel nur wenige Vögel, was dieser Bach durchaus verkraften kann«, so Zedler.
Meine Überlegungen „was der Bach verkraften kann“ habe ich schon im Beitrag für Frau Adolph geschrieben, was Naturschutzbund-Kreisvorsitzende Dr. Zedler denn für Überlegungen angestellt um seine Aussage zu treffen?
mit welcher Berechtigung die verantwortlichen Behörden hier eine Abschusserlaubnis erteilen?
Ich lese:
Die Bestände von Bachforelle und Nase seien »überhaupt nicht gefährdet«, die von Barbe und Äsche »in einem guten Erhaltungszustand«.Letzteres treffe auf den Kormoran hingegen, den Vogel des Jahres, überhaupt nicht zu.
… und staune - denn Nase (stark gefährdet), Barbe (gefährdet) und Äsche (gefährdet) sind in Hessen und anderen Bundesländern doch Arten der roten Liste?
Wie unwissenschaftlich die Angler oftmals argumentieren« erklärt der Herr Zedler: …
»Nach vielen Untersuchungen mit Nahrungsanalysen werden Edelfischarten gerade nicht besonders geschädigt.« … Vielmehr fresse der Kormoran als Opportunist das, was er bekomme, …
Welche Untersuchung zitiert der gute Man denn hier das vom Bodensee oder vom Plöner See? Könnte bitte mal jemand dem NABU erklären das es auch andere Gewässer als große Binnenseen gibt!
Herr Beike was glauben Sie den – wissenschaftlich betrachtet- was die Kormorane in einen Äschen - /Forellengewässer so fressen?
Und was glauben Sie was die Angler über die Erkenntnisse des NABU denken wenn sie solchen Unfug lesen?
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10.03.2010 - Tom S c h l e g e l - Salzböde
Hallo Frau Adolph
Ich konnte in ihren Beiträgen jetzt außer „Ach menno“ keine „detaillierten Fakten und nachweisbare Argumente lesen.
Lassen Sie mich mal die Fakten aus etwas anderer Sicht darstellen:
Die Salzböde ist ein ca. 27,6 km langer rechter Zufluss der Lahn im Landkreis Marburg-Biedenkopf …
Anhand google maps und der Dokomentation:
http://www.gewerbepark-salzboedetal.de/Eingriff_Ausgleich/Renaturierung%20Salzb%F6de.pdf
schätze ich die Gewässerbreite auf gemittelte 2m macht insgesamt ca. 5,4ha Gewässerfläche.
Für die kalten und nahrungsarmen Bäche / Flüssen der Forellen- und Äschenregion wird meist ein Fischbestand von 40 bis 150kg pro ha angenommen. Für die Salzböde sind das dann (mit 100kg gerechnet) 540kg Fischbestand unter Einrechnung der Kleinfische.
(Bitte vergessen Sie den UNFUG der auf der Internetseite des Komitees Vogelmord über den Fischbestand geschrieben wird, die liegen um den Faktor 10 bis 100 daneben.)
Pro Jahr rechnet man mit einem Ertrag oder Zuwachs von 15 bis 20% den man entnehmen kann ohne den Bestand zu gefährden. Wenn dies der Mensch tut wäre es Überfischung, wie nennen Sie es beim Kormaran?
Diese 20% Ertrag sind bei den angenommen Daten 108 kg Fische dies reicht bei 500g Futterbedarf und 15 Kormoranen etwa 14Tage, bei 25 Kormoranen für 9Tage. Wie viele Kormorane wirklich am Wasser jagten wird im Artikel leider nicht angegeben. Das alle geschossen wurden ist jedoch nicht anzunehmen, meine Schätzung also niedrig angesetzt.
Wenn man den Gesamtbestand betrachtet reicht dieser bei 500g Futterbedarf und 15 Kormoranen etwa 72Tage, bei 25 Kormoranen für 43Tage - dann ist der Bach leer. .
So können in einen Winter Bestände bedrohter Fischarten dezimiert werden, im Artikel sind ja 3 Arten genannt. Ob die verbleibenden, meist kleinen Einzelfische es bis zur Laichreife schaffen oder schon im nächsten Winter geholt werden?
Sie schrieben: „Die Argumentation der Sportfischer schreit ja zum Himmel. Es ist unglaublich, was diese Leute für eine Lobby haben. Die brauchen nur einen "pieps" zu sagen und schon reagieren die Behörden zu deren Vorteil.“ - lesen Sie sich doch mal die Webseite der Arbeitsgemeinschaft Sinn durch wie dort der Bestand dezimiert wird und kein weiterer Vergrämungsabschuß genehmigt wird.

Tom S c h l e g e l
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10.03.2010 - Marcus Beike - Kormorane im Salzbödetal
Hallo liebe Frau Adolph,

da ich mich im Gebiet der Salzböde nicht auskenne, würde mich mal interessieren, ob dieser Bach überhaupt die Voraussetzungen hat, dem Kormoran als Jagdgewässer zu dienen (Tiefe, Breite, genug Start- und Landefläche...).
Falls nicht würde mich dann wiederum interessieren, mit welcher Berechtigung die verantwortlichen Behörden hier eine Abschusserlaubnis erteilen, wenn laut Presseartikel noch nicht einmal Fischwirtschaft betrieben wird.

Viele gespannte Grüße,
Marcus Beike
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10.03.2010 - Karin Adolph - Kormoran im Salzbödetal hat schlechte Karten
Hallo zusammen,

ich möchte eine negative Nachricht bekannt geben:

Hessen/Landkreis Giessen

Kurzen Prozess macht der Landkreis Giessen
mit dem Jahresvogel:

Wo andernorts noch über Vergrämung und Störung debattiert wird, erhöht der Landkreis die Abschußquote des Kormorans im Salzbödetal.Die Salzböde ist ein kleiner Bach, der in die Lahn fließt.

http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Lollar/Kormoran-im-Salzboedetal-hat-schlechte-Karetn-_arid,166828_regid,1_puid,1_pageid,42.html

Diese unschöne Information habe ich aus einem meiner Foren entnommen. Ein (Storchen)-Freund, den ich gut kenne, hat dies dort gepostet.

Ich habe ihm gesagt, dass ich es im HGON-Forum bekannt gebe. Er liest hier ab und zu und teilt Beobachtungen im Birdnet mit.

Traurige Grüße
Karin Adolph




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10.03.2010 - Karin Adolph - Hecken
Hallo Frau Wiegand,
hallo Herr Roth,

danke schön für Ihren "Beistand". Ich weiß, dass mein Einsatz vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Aber ich gebe nicht auf. Gestern habe ich unendlich viele Aufnahmen gemacht von einem Teilbereich der Gründau. Diese werde ich auf eine CD brennen und zuerst einmal bei unserem seit erst knapp zwei Jahren amtierenden neuen Bürgermeister vorsprechen. Er ist sehr umgänglich und recht aktiv im positiven Sinne. Erst wenn dabei nichts herauskommt, werde ich die Idee von Ihnen, Herr Roth, aufgreifen und die entsprechenden Tageszeitungen kontaktieren. Zudem gibt es einige Bürger aus meinem Ort, die ebenso entsetzt sind über diese "Wüste" rund um die Gründau. Beim Fotografieren wurde ich sogar von einem Spaziergänger angesprochen darauf, er fand es sehr gut, dass ich das entsprechend bildlich festhalte.

Ich habe keine zu großen Erwartungen, dass so etwas in der Zukunft nicht mehr passiert, aber ich gebe auch die Hoffnung nicht auf. Es gibt eine afrikanische Weisheit: "Hoffnung ist der Anker der Welt"

In diesem Sinne grüßt Sie
Karin Adolph
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09.03.2010 - Andrea Wiegand - Vogelfreundlicher Garten
Hallo Frau Adolph,

hierzu einmal ein Link, vielleicht kennen Sie die
Seiten noch nicht.

http://www.wildvogelhilfe.org/garten/garten.html

Vogelfreundliche Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand
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09.03.2010 - Andrea Wiegand - Hecken
Hallo Frau Adolph,

bezüglich des Heckenschnitts in den Gemeinden habe ich in den letzten Jahren
leider die gleichen negativen Erfahrungen machen müssen. Aus Kostengründen wird
hier alle ca. 3 Jahre ein Kahlschnitt gemacht, bei allen Gehölzen. Für
einige Gehölze ist einer solcher Schnitt wohl angebracht, danach richtet sich aber
niemand mehr, aus Kostengründen wird alles bis ca. 15cm auf den Bodengrund zurückgeschnitten. Auch die Ansprechpartner vor Ort sind nicht mehr so qualifiziert, wir
hatten vor einigen Jahren einen ausgebildeten Natur- und Landschaftspfleger für diese Angelegenheiten, das ist Vergangenheit. Heute darf er allenfalls noch ab und an als freier Mitarbeiter tätig werden, wenn´s garnicht mehr zu vermeiden ist.

Gerne gesehen in der Gemeinde und bei den Anwohnern sind gemischte Hecken, die zu jeder Jahreszeit einige blühende Sträucher zeigen. Dafür gibt es viele Vogelnährgehölze die mit anderen Ziergehölzen zusammen eine bunte Hecke bilden können. Da muss man wenn man die Möglichkeit dazu hat versuchen ein Vorbild zu sein, sicher mit kleinem Erfolg, aber immer noch besser als keiner.

Wichtig dabei ist natürlich auch zu vermitteln, dass diese Hecken zur rechten Jahreszeit geschnitten werden, sonst nützen die Vogelschutzgehölze höchstens dem Sichtschutz. Auch das ist nicht einfach zu vermitteln, der "Ordnungssinn" ist allgegenwärtig. Auch hier heißt es Vorbild zu sein und aufzuklären.

Frühlingsgrüße aus Wabern
Andrea Wiegand



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08.03.2010 - Matthias Roth - Hecken - Beitrag von Frau Adolph
Hallo Frau Adolph,

möchte Ihnen für Ihre Haltung und Ihr Engagement ganz herzlich ein dickes persönliches Lob "schicken", was leider die Hecken in Gründau nicht retten kann, aber vielleicht ihr Engagement verlängern hilft (?).

Mit Landwirten und Hecken "kenne ich mich etwas besser aus" als mit Teichwirten und Kormoranen, und ich kann Ihren Ärger sehr gut nachvollziehen. Was bleibt, ist oft nur Hilflosigkeit. Denn ändern lässt sich fast nichts.

Was hier in Nordhessen in solchen Fällen aber meist gut klappt, ist ein Artikel mit Fotos in der örtlichen Tageszeitung. Zumindest in Wolfhagen gibt es dankenswerter Weise in der betreffenden Redaktion sehr offene Ohren für derlei Anliegen. Das hilft auch erst mal nicht konkret, hält aber das Thema im Gespräch, verdeutlicht, dass es "Gegenöffentlichkeit" gibt und wirkt (hoffentlich) positiv in die Zukunft. Versuchen Sie`s doch einfach mal.

Ohne zivilen Ungehorsam geht (fast) nichts mehr bei den aktuellen Verhältnissen. Das sehe ich ähnlich wie (anscheinend auch) Ihr Bekannter. Insofern "Viel Glück und Erfolg!".

Ihre Gegend kenne ich etwas, da ich dort früher mal beruflich Biotopkartierungen gemacht habe; schön da. Möge es mindestens so schön bleiben, wie es (noch) ist!

Herzliche Grüße
M. Roth
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08.03.2010 - Marcus Beike - Kormoranpetition
Hallo Frau Adolph,

die "NRW-Sache" und Ihre Anregung hatte ich mitbekommen, aber leider vergessen zu antworten.
Sie wird auf jeden Fall in das Anschreiben mit einfliessen wie auch die Tatsache, dass besonders nach dem strengen Winter darauf geachtet werden muss, inwiefern dieser sich auf den Bestand ausgewirkt hat bzw. immer noch auswirkt.
Wiegesagt werde ich die Petition möglichst in dieser Woche abschicken. Sobald (bzw. falls!) eine Reaktion kommt werde ich sie entweder sinngemäß oder im Wortlaut (falls genehmigt) hier einstellen.

Viele Grüße,
Marcus Beike
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08.03.2010 - Karin Adolph - Diskussion: Hecken - ehrenamtlicher Naturschutz
Hallo Frau Wiegand,
hallo die Herren Roth und Brauneis,

ich habe die Diskussion über Hecken und Naturschutz hier sehr interessiert mitverfolgt, aber bisher nichts dazu geschrieben, da ich nicht so versiert bin wie Sie alle. Ich wollte aber dennoch mitteilen, dass in meiner Gesamtgemeinde Gründau unser gleichnamiges
Flüsschen "Gründau" umsäumt ist von unendlich vielen Hecken, Gehölzen, Weiden und Erlen. Das Wasser darf seinen Lauf nehmen in Kurven und Windungen, eigentlich ist es ein idyllischer Anblick. Jedoch der Schein trügt, und zwar immer kurz vor dem Frühling. Denn im Februar wird diesen Hecken und Gehölzen, ja sogar den kleinen Bäumen der Garaus gemacht. Es sieht danach aus wie auf einem Schlachtfeld.

Dieses Jahr ist meines Erachtens der Gipfel erreicht worden: in meinem Ort Niedergründau wurde in einigen Bereichen das Ufer der Gründau derart verwüstet, weil ganze Hecken und kleine Bäumchen mitsamt der Wurzeln herausgerissen worden sind. Vom hiesigen Vogelschutzverein wurden Bilder gemacht und dies unserer Gemeinde gemeldet. Bis heute gab es keinerlei Resonanz.

Auch hier wurden keine Fachkräfte eingesetzt, sondern es wurden Helfer auf 1-Euro-Basis heran gezogen, was ja an sich nichts Verwerfliches ist (ich bin selbst von Hartz IV betroffen im "zarten" Alter von 59 Jahren und würde solche Arbeiten sofort machen, aber dann nicht auf diese Art und Weise, da würde ich mich weigern, auch wenn mir dadurch 30 % der Grundsicherung gestrichen würde!) Leider muss an allen Ecken und Kanten gespart werden, die Gemeinden haben weniger Geld zur Verfügung, so auch weniger für den Naturschutz.

Ich bin zwar ehrenamtlich aktiv, allerdings nicht mehr im Naturschutz, sondern in der Betreuung von alten Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Dem Natur- und Tierschutz habe ich mich dennoch verschrieben, auch ohne Ehrenamt, und setze mich ein, wo es nur geht. Eine Zeitlang war ich in unserem Vogelschutzverein Mitglied, doch da habe ich mich zurückgezogen aus privaten und diversen anderen Gründen. Ich möchte mich vereinsmäßig nicht mehr binden, aber dennoch unterstützend mitarbeiten, sei es nun bei HGON, NABU etc. Und genau das mache ich im Moment. Wo ich kann, werde ich aktiv, so, wie es meine Kräfte erlauben. Aus diesem Grunde gehe ich auf eigene Faust los und mache ebenfalls Fotos von dem verwüsteten Ufer der Gründau und kontaktiere erneut unsere Gemeinde, notfalls die UNB. Wir haben den Eisvogel und die Wasseramsel hier, sie brauchen intakte Uferböschungen. Doch ohne Wurzelwerk von Hecken, Gehölzen und Bäumen ist das nicht mehr gegeben. Mit diesen Fakten werde ich aufwarten.

Leider hat hier ein großer Landwirt mit Milchkühen das Sagen, ihm gehören fast alle Wiesen und Felder rund um die Gründau, so auch die Auenwiesen. Da wird gedüngt auf Teufel komm raus … und auch überragende Hecken unbarmherzig mit dem Trecker zerstört, Flächen mit Brennnesseln abgemäht, die am Rande der Gehölze wachsen. Dagegen werde ich wohl nichts unternehmen können, der Mann ist zu groß und zu stark als Vorsitzender des Hessischen Bauernverbandes. Und dieses Jahr kommt er dann noch "groß" heraus: er baut eine Biogasanlage, was ja auch irgendwie vernünftig ist, dies kommt unserer Umwelt zugute, aber nur dann, wenn Streuobstwiesen dadurch nicht vernichtet werden. Das ist leider in geringem Umfang geschehen, und ohne Genehmigung der UNB ist so etwas eigentlich nicht möglich.

Ja, da kann einem das Blut schon kochen, doch muss man als Natur- und Umweltschützer immer klaren Kopf bewahren und sachlich bleiben. Ich hoffe, ich schaffe das, notfalls hole ich mir Hilfe. Es gibt ja genügend kompetente Leute hier im Forum …. und ich kenne auch noch einen außerordentlich guten und qualifizierten Mann, der nicht viel redet, sondern handelt, nach Möglichkeit im Rahmen der Gesetzgebung.

Offene Grüße

Karin Adolph
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08.03.2010 - Karin Adolph - Kormoran-Petition
Hallo Herr Beike,

vielen Dank für die Information über den Stand der Kormoran-Petition. Habe nicht erwartet, dass mehr als 500 Unterschriften bis heute zusammen kommen. Sehr gut!

Am 24. Februar hat Herr Erlemann im Forum mitgeteilt, dass ab April d. J. in NRW kein Kormoran mehr geschossen werden darf – so die Entscheidung des dortigen Umweltministeriums. Dazu habe ich hier am 26. Februar meine Idee kundgetan, dass vielleicht das RP Unterfranken von dieser Entscheidung unterstützend zu unserer Petition informiert werden sollte. Haben Sie diese Idee aufgegriffen oder finden Sie das nicht so gut?

Übrigens: ich möchte an dieser Stelle ein DANKE SCHÖN an Sie aussprechen für Ihre Mühe in Sachen Kormoran-Petition!

Viele Grüße
Karin Adolph
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07.03.2010 - Matthias Roth - halbamtlicher Naturschutz - Herr Dr. Brauneis
Hallo Herr Dr. Brauneis,

nein, nein!, da haben sie mich falsch verstanden (oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt).

Was den amtlichen Naturschutz angeht, sind wir, denke ich, einer Meinung. Kein Stück mehr davon, bitte.

Was ich mir vorstelle, ist Naturschutz abseits von Behörden und Verbänden. Im vernetzten Zeitalter muss man flexibel heute mit diesem und morgen mit jenem Allianzen eingehen, um Erfolg zu haben. Das kann, aus einleuchtenden Gründen, der Verbandsnaturschutz, so wichtig er ist und auch bleiben wird, nicht leisten.

Wie das organisatorisch aussehen könnte, ob es dazu überhaupt eine "Organisation" braucht, ob das nicht "einfach so ginge" ...: ?. Ich denke an die 1980er, als sich, je nach Zweck, Zehntausende zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort versammelten, ohne dass ein Verband, eine Partei, ein Organisationskommitee dahinter stand. Kommt alle!, hieß es , und dann kamen sie. Schaun mer mal.

Was mir, zumindest akademisch, etwas Sorge bereitet, ist, dass der Verbandsnaturschutz nicht mehr in der Fläche präsent ist, es auch nicht mehr sein kann. Der Bürger weiß oft gar nicht mehr, an wen er sich mit einem Anliegen wenden könnte. Neulich fragte mich der Geschäftsführer eines hessischen Naturparkes, wer denn die für das Gebiet zuständigen NABU und HGON-Kreisvorsitzenden seien. Mich, der ich weder im NABU noch in der HGON bin! - Das sind Dinge, die dürften nicht sein, die Verbände müssten von sich aus ein Interesse daran haben, jederzeit mit dem aktuellen Personaltableau bei solchen Institutionen präsent zu sein. Und wenn es aus Zeitgründen persönlich nicht geht, dann per "mail-update".

In Nordhessen zum Beispiel, mit seinen vielfältigen Naturschönheiten, gibt es bis heute keine Präsenzadresse, kein Naturschutzzentrum der großen Verbände, wo wenigstens ein AB liefe, der auch mal abgehört wird (von lebenden Mitarbeitern ganz zu schweigen). Alles geht am Feierabend über Ehrenamt. - Das halte ich für nicht zielführend. Ohne bezahlte Stellen bei den Verbänden wird es eng, denke ich. Von der immer höheren Arbeitsbelastung der Ehrenamtlichen ganz abgesehen.

Hoffe, jetzt ist es klarer.

Grüße
M. Roth
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07.03.2010 - Dr. Jörg Brauneis - Amtlicher oder ehrenamtlicher Naturschutz?
Sehr geehrter Herr Roth,
Ihrer Stellungnahme entnehme ich, dass Sie sich von einer verstärkten, amtlichen Institutionalisierung des Naturschutzes Verbesserungen erhoffen. In dieser Frage bin ich ganz anderer Ansicht. Was ist in den letzten Jahrzehnten nicht alles an amtlichen und halbamtlichen Naturschutzinstitutionen (Stiftungen usw.) geschaffen worden. Und das Bewußtsein um die Bedeutung des Naturschutzes in der Bevölkerung ist dennoch immer weiter zurückgegangen. Wenn wir etwa die Unteren Naturschutzbehörden bei den Landkreisen ansehen, so werden dies doch häufig von der Kommunalpolitik entmündigt und gehemmt, wenn nicht ein persönlich engagierter Behördenleiter/-mitarbeiter hier eigenständig Akzente setzt. Die Naturschutzverwaltungen haben doch oft genug damit zu tun, sich selbst zu erhalten. Nach meiner Meinung muss der ehrenamtliche Naturschutz auf klare Distanz zum amtlichen Naturschutz gehen im Sinne einer kritischen Partnerschaft. Vor allem aber muss der ehrenamtliche Naturschutz hier die Meinungsführerschaft übernehmen, gleichsam Trendsetter sein, so wie es in den goldenen Zeiten der HGON war.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Brauneis
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07.03.2010 - Marcus Beike - Kormoranpetition
Hallo zusammen,

ich habe soeben die Datensätze der Unterschriften unter der Kormoranpetition heruntergeladen und werde Sie in dieser Woche, sofern zeitlich machbar, in ein ansehnliches Format bringen, um sie nach Würzburg zu schicken.
Es haben sich bis dato 516 Personen eingetragen.

Viele Grüße,
Marcus Beike
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06.03.2010 - Andrea Wiegand - Hecken
Hallo zusammen,

da sehe ich genauso wie Dr. Brauneis, Lobbyarbeit, Aufklärung ist hier gefragt.

Der Ansatz sollte so früh wie möglich beginnen:
Schauen wir uns doch einmal an wie unsere Kinder aufwachsen?! Wer lehrt ihnen Rücksichtnahme im Umgang mit Mensch,Tier und Natur? Da sind Eltern, Kindergarten,
Schule in der Pflicht. Die Eltern haben keine Zeit, der Kindergarten ist personell unterbesetzt, die Schule durch Reformen gebeutelt und an den Lehrplan gebunden,
der unsere Anliegen kaum berücksichtigt. Was können wir da denn erwarten?


Ich habe auich eine Tochter die sich derzeit nicht für den Naturschutz interessiert, aber mit ihm aufgewachsen ist. Ich bin zuversichtlich, dass sie sorgsam damit umgehen wird in der Zukunft, anders habe ich das uch nicht gelernt.

Ja, wird sind zuwenig, aber immer noch besser als garnicht und wer weiss...?

Viele Grüße aus dem
verschneiten Wabern
Andrea Wiegand



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06.03.2010 - Hans - Jürgen Wissemann - Was sind schon 500 oder 600 Jahre?
So wurde irgend wann in dem letzten 3 Monaten auf einer Feldholzinsel wo kein Weg noch Steg ist, aber drumherum um so mehr moderne Landwirtschaft betrieben wird, eine mehrere hundert Jahre alte Eiche gefällt. Durchschnitt ca. 1,80 m. Vor 6 Jahren zeigte sich hier und da am Baum abgestorbene Äste, dann jedes Jahr mehr, voriges Jahr mehr abgestorbene als gesunde Äste. Ein schöner Festgenagelter Jägerhochsitz wurde auch so vor ca. 6 Jahren dort angenagelt, es war schließlich ein riesiger einzelner Baum dort mit Büschen drumherum,, da konnte man weit ins Feld sehen. Es wurden wie ich jetzt erst hörte auf den Baum immer mal Schießübungen mit Kupfergeschossen von dem Jäger betrieben. Jetzt liegt er um und das Holz kann wohl nur noch als Brennholz verwendet werden. Besitzer ist die ev. Kirchgemeinde Borken - Nassenerfurth. Schriftliche Genehmigung liegt nicht vor aber die UNB im Kreis war als Gutachter dort, allerdings ohne uns ehrenamtliche. Als Naturdenkmal wurde er, warum auch immer? nicht gelistet. Ca. 500 m weiter, steht die nächste Eiche so stark wie die oben beschriebene aber gelistet als Naturdenkmal, steht aber auf Kommunen Grund. Was macht man nun als staatl. Vogelschutzbeauftragter? Bisher habe 6 Nassenerfurther Einwohner bei mir angerufen warum gegen diesen Frevel niemand etwas unternehmen will? Hat von Euch jemand einen Rat für mich? Ich nehme ihn dankend an, Hans-Jürgem Wissemann
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06.03.2010 - Matthias Roth - Hecken - Herr Brauneis
Herr Brauneis,

danke für Ihre Worte. Besser kann man es glaube ich nicht sagen. Der ehremamtliche Naturschutz hat sich weitgehend in Nischen zurückgezogen. Ich befürchte, dass das nicht wirklich gewollt oder gewünscht ist, sondern eher Folge einer seit über 20 Jahren bestehenden Strukturkrise in den Verbänden. Überalterung, Männergesellschaft usw., hatten wir hier im Forum schon. Und nur mit Ehrenamt ist heute nichts mehr zu reißen. Gute Arbeit kostet. Zeit. Geld. Ressourcen ...

Ich kenne einige sehr am Naturschutz interessierte, hoch qualifizierte Menschen, die sich seit vielen Jahren lebenstechnisch mit Kurzfrist-Jobs ohne Aussicht auf Rente in Überlebensniveau, ständiger Jobsuche und Hilfstätigkeiten abseits ihrer eigentlichen Profession durchschlagen (müssen). Da bleibt nicht viel Zeit und Energie für Ehrenamt. Und wenn dann die meist gut bestallten Vereinsvorsitzenden "noch mehr Einsatz für umsonst" fordern, hat man irgendwann den Kaffee auf.

Der Fehler liegt in der Vergangenheit: Es wurde immer nur auf Ehrenamt gesetzt, und jungen engagierten Naturschützern wurden keinerlei Lebensperspektiven im Naturschutz angeboten. Für die "alte Garde" kein Problem, waren und sind sie doch verbreitet verbeamtet oder sonstwo in guter Stellung (gewesen). Da kann man auch mal "intensiv ehrenamten".

Dieser strukturelle Fehler, der schon vor 20 Jahren -samt brauchbaren Lösungsansätzen -thematisiert wurde (in Rheinland-Pfalz löste sich die GNOR wegen dieser Frage beinahe auf, die Folgen sind bis heute zu spüren), rächt sich heute.

Erneuerbare Energien: Es geht ja nicht nur um Offenland. Hier in Wolfhagen soll jetzt, sie wissen darum, vermute ich, ein interessantes Waldgebiet, vom Forst als "bedeutungslos" bezeichnet, Standort von fünf Riesenmühlen (180 m) werden. Es gibt eine BI dagegen, es gibt eine Stellungnahme der Staatlichen Vogelschutzwarte dagegen, es gibt keinerlei offizielle Stellungnahmen von NABU oder HGON dazu (manche Mitglieder outen sich als dafür, andere als dagegen).

So kann man, tut mir leid, dass sagen zu müssen und obwohl ich die betreffenden Menschen persönlich sehr schätze, heute keinen Blumentopf mehr gewinnen. Da fehlt Professionalität, da fehlt Struktur, da fehlen Zielvorgaben.

Wieder nichts Erfreuliches aus meiner Feder? - Vielleicht hat sich die bislang praktizierte Form des ehrenamtlichen Naturschutz einfach "überlebt" und man muss neue Wege gehen. Und da wäre sogar ich eventuell wieder mit an Bord.

In diesem Sinne Grüße

M. Roth
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06.03.2010 - Dr. Jörg Brauneis - Hecken und anderes
Zunächst möchte ich mich für die Resonanz bedanken, die meine Mitteilung zum Zustand der Hecken hier ausgelöst hat. Leider aber zeigt dies, dass die Verhältnisse in vielen Teilen Hessens ähnlich zu sein scheinen. Sicher besteht auch die Gefahr, dass vorhandene Hecken überaltern und vergreisen, dennoch erscheint mir die Gefahr einer Zerstörung durch falsche Pflege oder direkte Beseitigung größer. Ich denke aber schon, dass die Natuschutzverbände hier mehr Lobbyarbeit betreiben müssen, bei der EU, im Bund und im Land. Die Verbände müssen - immer wieder - auf die zuständigen Verordnungsgeber zugehen, aber auch auf die kommunalen Verbände und Kampagnen starten z.B. in den Tageszeitungen. Nur steter Tropfen höhlt den Stein! In den nächsten Jahren wird der Druck auf die landwirtschaftliche Fläche noch stark zunehmen, auch und gerade aus Umweltschutzgründen. Dabei ist es bedauerlich, dass die Verbände die Probleme die der Biozönose der Agrarlandschaft durch die erneuerbaren Energieformen drohen, nicht klar benennen. Dies fängt an beim Flächenverbrauch für Solar- und Windkraftanlagen in der freien Landschaft. Von der direkten Gefährdung der Vogelwelt durch die Anlagen ganz zu schweigen. Dies wird doch aus weltanschaulichen Gründen häufig von den Naturschutzverbänden klein geredet - geradezu tabuisiert. Auch der Flächenverbauch für Maiswüsten an Biogasanlagen ist ein GAU für die betroffenen Gemarkungen. Hier entstehen auf riesigen Flächen lebensfeindliche Monokulturen, die nur durch massiven Pestizideinsatz oder Gentechnik überhaupt wirtschaftlich betrieben werden können. Gleichzeitig treten diese Flächen in massive Konkurrenz zur landwirschaftliche Nahrungsmittelproduktion, was den Nutzungsdruck auf wertvolle Biotope erhöht.
Mein Eindruck ist, dass der ehrenamtlich Naturschutz hier seine Pflicht versäumt und nicht rechtzeitig auf die Gefahren für Vogelwelt, Natur und Landschft hinweist. Offenbar ist man hier wie gelähmt, weil man die erneuerbaren Energien grundsätzlich für gut hält.
Andererseits ist aber der Schutz der Hecken, Feldgehölze, Auwaldstreifen bei allen Naturschutzverbänden so unumstritten, dass er sich für eine konzertierte Aktion geradezu anbietet.

Herzliche Grüße

Jörg Brauneis
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06.03.2010 - Matthias Roth - Hecken - Frau Wiegand
Hallo Frau Wiegand,

Aufklärung ist natürlich wichtig, doch wer soll sie noch leisten? Hier in "meiner" Gegend gibt es bei Gesellschaften, die subventionierte Grünpflege auf öffentlichen Flächen betreiben, den Begriff "Entgeltvariante". Das ist keine exotische Art von Geldvermehrer, sondern schlicht ein ... Mitarbeiter, den man für seine Arbeitsleistung tatsächlich noch entlohnen muss. Die anderen Mitarbeiter sind Alg-2, Arbeit statt Sozialhilfe, 1-Euro-Jobber usw., die die Tätigkeit deshalb ausführen, weil sie "müssen".

Vor über 20 Jahren gab es mal eine echte Heckenoffensive im Naturschutz, nicht nur dank H. Benjes. Anpflanzungen, Patenschaften usw. Danach schlief das meiste davon wieder ein. Wer soll es auch betreuen? In der Gemarkung des Dorfes, in dem ich lebe, gibt es fast keine einzige Hecke mehr, kein Feldgehölz, nichts. Das alles zum Nutzen eines (des inzwischen einzigen) Landwirtes im Dorf, dessen Hausname seit Jahrzehnten "Rothschild" lautet. Man könnte die Gemarkungsgrenze zur Nachbargemeinde vom Flugzeug aus deutlich erkennen, denn dort fangen sofort wieder Hecken und Feldgehölze an. Ich sprach den Hauptamtsleiter der dortigen Verwaltung einmal darauf an; er meinte trocken: "Das kann nur Zufall sein". - Auf gut Deutsch: Auch dort kein offizielles Engagement für Hecken (mehr). Von Landwirten schon gar nicht, da kann man aufklären, bis man sich den Mund fusselig geredet hat. Hecken bedeuten Ertragseinbußen, mehr braucht ein Landwirt, - der es heute auch nicht leicht hat, finanziell über die Runden zu kommen -, nicht zu wissen. Es gibt Ausnahmen, aber (zu) wenige. Und die gesetzlichen Vorschriften sind gut gemeint, aber weitgehend wirkungslos. Den Metzeler vor Ort interessieren sie nicht die Bohne. "Wir haben doch genug Bäume und Grün", sagt der Dörfler, und meint den Wald (Forst). Es bleibt ein kaum zu beendendes Elend.

Verschneite Grüße

M. Roth
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05.03.2010 - Andrea Wiegand - Hecken
Guten Abend,

die Infos von Dr. Brauneis sind zwar frustrierend, Herr Roth ich würde trotzdem besser nicht auf Gott bzw. die Evolution vertrauen, diesbezüglich nicht.

Hier hilft auf jeden Fall Aufklärung, sie muss nur von der richtigen Seite kommen damit sie auch angenommen wird. Viele Landwirte sind da sicher ansprechbar und auch einsichtig, die Naturverbundenheit ist vorhanden, Ausnahmen wird es immer geben. Mir fehlt hier das Hintergrundwissen, warum wird nicht von den Landwirtschaftlichen Verbänden diesbezüglich aufgeklärt? Das könnte man sicher ändern mit Hilfe der Naturschutzorganisationen. Die Vogelschutzbeauftragten, soweit vorhanden, sind da sicher überbeansprucht.

Auch der einfache Grundstücksbesitzer sollte hier mehr aufgeklärt werden, der Heckenschnitt während der Brutzeit hat mir persönlich in früheren Jahren schon des öfteren ganze Vogelnester beschert. Der "deutsche Ordnungssinn" gehört einfach nicht in den Garten, das muss man als Grundstücksbesitzer vorleben, ob es den ordnungsliebenden Mitmenschen nun gefällt oder nicht. Es gibt dazu ja auch klare Bestimmungen in welcher Zeit Gehölze und Hecken geschnitten werden dürfen, hier heißt es halt auch wachsam zu sein und auch einmal dem Nachbarn "auf die Füße" zu treten, falls nötig.

Die Entwicklung bei den privaten Grundstücksbesitzern geht leider in die entgegengesetzte Richtung, ein pflegeleichter Garten ist gefragt, möglichst komplett gepflastert. Umso wichtiger ist es natürlich den Naturschutz in Feld und Flur richtig umzusetzen. Da wird es nicht ohne klare Bestimmungen gehen, deren Einhaltung notfalls mit Geldbußen erzwungen werden müssen. Was sonst tut dem Menschen richtig weh....

Viele Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand
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05.03.2010 - Matthias Roth - Äschen und Hecken
Guten Abend!

@ Tom Schlegel:
Danke für die ausführlichen Infos zur Äsche. Interessant, was man schon alles herausgefunden hat. Hoffe nur, dieser schönen Fisch hat in Deutschland eine Zukunft.

Stichwort Hecken:
Der Umgang mit Hecken und Feldgehölzen ist ja nicht erst seit gestern eine Art Super-Gau. Seit mindestens 20 Jahren werden, aufgrund Unfähigkeit und leeren Kassen, vor allem von kommunaler Seite aus garantiert fachfremde und an der Thematik Hecken-/Baumpflege nicht einmal rudimentär interessierte Mitarbeiter, die oft nicht einmal des Deutschen mächtig sind, in die Landschaft geschickt, die dann alles falsch machen, was man nur falsch machen kann, und damit trotzdem ihren Lebensunterhalt verdienen (müssen).

Die neuen Schlegelmäher und was es da noch alles gibt an technischen Finessen, haben nur ein Ziel: In möglichst kurzer Zeit möglichst viele laufende Meter Hecke im Sinne des Wortes zu massakrieren und zu schreddern. Inzwischen machen da leider auch Straßenbau und Landwirtschaft bestens mit.

Die einzige Lösung, die ich derzeit sehe (und die eigentlich gar keine ist): Lieber keine Hecken mehr, als solche Trümmer, an denen sich Unfähige Jahr für Jahr austoben dürfen, deren Bewohner Jahr für Jahr gemetzelt und gequält werden und das Ganze auch noch als entgeltwerte Leistung anerkannt wird. Gäbe es nix mehr zum "Schneiden", wäre - vielleicht! - ein Neuanfang möglich. Und es würden keine Heckentiere mehr von einem Teil der Menschheit sinnlos gequält, zumindest bei uns nicht. Deshalb: Dem Wirtschaftskreislauf entzogene Rückzugsräume für eine hoffentliche Wiederbesiedlung der Fläche schaffen und - auf Gott / die Evolution vertrauen (?).

Ohne umfangreiche Privatflächen in Naturschutzhand geht auch bei Hecken langfristig nichts mehr.
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05.03.2010 - Dr. Jörg Brauneis - Noch einmal: Heckenzerstörung
Sehr ggehrter Herr Conz,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Natürlich haben Sie recht, dass die Landwirte aus Rücksicht auf die Hecken/Waldrandbäume usw. auf die Flächenprämie verzichten sollten. Aber nun sind nicht alle Menschen bereit, auf einen Teil ihres Einkommens aus Naturschutzgründen zu verzichten. Außerdem wurden die Flächen - zum Teil - auch vorher schon bewirtschaftet (etwa unter meterweit über die Ackerfläche geschobenen Traufästen von Waldrandbäumen). Dies sieht aber von oben so aus, als sei die Fläche unbewirtschaftet. Andererseits sind die Landwirte nicht mehr bereit, das Hereinwachsen von Heckenrändern - etwa in Wildäcker (für das Rebhuhn angelegt) zu dulden, da ihnen diese Flächen dann herausgerechnet werden. Nur an die Rücksichtnahme zu appellieren, ist sicher einfach blauäugig. Vernünftig wäre es gewesen, die Flächenprämie für einen Betrieb festzulegen, auch wenn Hecken, Bäume dann einwachsen. Heckenpflege ist ein ganz besonders Kapitel. Aber auch hier überwiegen die schlechten Beispiele deutlich. Handlungsbedarf besteht nach meiner Meinung sowohl bezüglich der Landwirtschaft, als auch bezüglich der Kommunen und auch der Straßenmeistereien, die sich nur zu gerne hinter der Verkehrssicherungspflicht verstecken.
Herzliche Grüße
Jörg Brauneis
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05.03.2010 - Marcus Beike - "Einheimische" Arten
Hallo lieber Herr Schlegel,

leider sind meine "kleinen schwarzen Federfreunde" damit nicht gerettet.
Vielleicht haben Sie es übersehen oder einfach nur das veraltete Gesetz gelesen, aber in der Neufassung des Gesetzes (gültig ab 01.03.2010) findet sich nämlich auch die Definition für eine "invasive Art":

"...eine Art, deren Vorkommen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets für die dort natürlich vorkommenden Ökosysteme, Biotope oder Arten ein erhebliches Gefährdungspotenzial darstellt"

Und laut Plenarprotokoll 17/11 des Deutschen Bundestages vom 16.12.2009 ist die Bundesrepublik "als Vertragspartei der CBD
(dt. "Übereinkommen über die biologische Vielfalt") aufgerufen, die Einbringung solcher Arten zu verhindern, diese Arten zu kontrollieren oder zu beseitigen."
Ausserdem "sind Arten zu beobachten, bei denen Anhaltspunkte dafür bestehen, dass es sich um invasive Arten handelt....
Soweit diese Tiere natürlich vorkommende Ökosysteme, Lebensräume oder Arten beeinträchtigen, besteht ein vernünftiger Grund, diese der Natur zu entnehmen."

Es mag Zufall sein, dass ausgerechnet jetzt die Frage nach der Herkunft des Kormorans gestellt wird, das möchte ich nicht abschliessend beurteilen, aber die Auseinandersetzung mit Behauptungen wie denen von Christer Olburs muss unvermindert weitergehen, um Versuchen entgegenzuwirken, die öffentliche Meinung in eine Richtung zu lenken, die lediglich auf seinen Vermutungen wie dem "Kormoranschiff" beruht.

Viele Grüße,
Marcus Beike
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05.03.2010 - Oliver Conz - Heckenzerstörung
Lieber Herr Dr. Brauneis,

natürlich haben wir Naturschutzverbände den Versuch unternommen, die Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik zu begrenzen. Ein Ergebnis ist, dass Lebensraumstrukturen, wie zum Beispiel Hecken und Lesesteinhaufen, im Rahmen der sogenannten Cross-Compliance bei der von Ihnen zutreffend beschriebenen Flächenberechnung angemessen berücksichtigt werden müssen. Dafür müssen die Länder Vorkehrungen treffen. Darüber hinaus heißt es in der Verordnung wörtlich: "Mit Blick auf besondere Umweltbelange ist eine gewisse Flexibilität innerhalb der Grenzen vorzusehen, die bei der Festsetzung der Erträge der betreffenden Regionen berücksichtigt wurden." Deswegen würde ich dem Landwirt bzw. seinem Ratgeber in der Landwirtschaftsverwaltung zunächst widersprechen. Ich finde es - nebenbei bemerkt -allerdings auch ein bisschen spitzfindig von dem zitierten Landwirt (wenn ich Sie richtig verstanden habe), für Fläche, die er nie bewirtschaftet hat, weil sie Hecke war, nun Prämien erhalten zu wollen.

Ein anderes Problem ist die Frage des Umgangs mit Hecken in der Landschaft. Sie sind Teil der Kulturlandschaft und bedürfen der Pflege wie Streuobstwiesen auch. Sonst werden sie zum Beispiel für Neuntöter unbrauchbar (für Neuntöter müsste jeweils ein Teil der Hecke regelmäßig auf den Stock gesetzt werden). Das macht niemand mehr, weil das unrentabel ist. Stattdessen werden miserable maschinelle Methoden zum Kürzen des Überwuchses verwendet, wobei die gröbsten Auswüchse nach meiner Wahrnehmung bei der Straßenunterhaltung und im kommunalen Bereich passieren.

Viele Grüße

Oliver Conz
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05.03.2010 - Dr. Jörg Brauneis - Heckenzerstörung im Feld
Auch in diesem Spätwinter werden die Feldhecken und Feldgehölze in unserer Region von zahlreichen Landwirten wieder radikal beschnitten. Dabei werden auch Einzelbäume in den Hecken (Eichen, Eschen) massiv beschädigt. Viele Landwirte haben sich große Heckenschneidmaschinen zugelegt. Dies ist in diesem Ausmaß eine relativ neue Entwicklung. Ein mir bekannter Landwirt hat mir auf Nachfragen erklärt, dass wegen neuer EU - Vorgaben die Subventionen jetzt auf die landwirtschaftliche Nutzfläche bezogen sind. Dabei werden dann von den Behörden via Satellitenbild alle Flächen abgezogen, die mit Hecken bestanden sind oder auch nur von Baumästen überwachsen werden, denn jetzt muss die vom Satellit sichtbare, landwirtschaftliche Nutzfläche möglichst groß sein.
Mich wundert immer, dass die Naturschutzverbände solche Entwicklungen, die ja - wenn das richtig ist - auf der Hand liegen, nicht vorbeugend beeinflussen! Vielleicht können die Naturschutzverbände ja bei der EU und die HGON in Hessen die Initiative ergreifen. Am Wochenende kann die HGON vielleicht ja am Rande auch mal dieses Thema erörtern.

Dr. Jörg Brauneis
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