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09.09.2010 - Kurt Möbus - Beitrag von Tim Mattern
'Vermutl. Adlerbussard (Buteo rufinus) / Oberquembach 20.08.2010 ' - Fotograf: Kurt MöbusHallo Herr Mattern,

zweifellos haben Sie damit grundsätzlich Recht! Bloß: wie haben "die" es fertig gebracht, gleichzeitig an den verschiedensten Orten in Deutschland ganze Horden von Gänsegeiern (11 über Oberursel, ist gleich um die Ecke), Silber-, Seiden-, Nacht- und Purpurreihern Gleitaaren, Kleinen Feldlerchen, Balkan-Steinschmätzern, Kurzzehenlerchen, Mini-Brachvögeln, Steppenbussarden, Hybrid-Milanen, Zwergadlern, Wüstenfalken, Eleonorenfalken, merkwürdig aussehenden Tauben, Massen von woher auch immer kommenden Mehlschwalben und was sonst noch alles derzeit rumfleucht, freizulassen und dabei auch noch jeweils dazu zu bewegen, ortstreu zu bleiben? Wenn Sie mir das einleuchtend erklären, sind wir vollkommen d'accord!

Das angehängte Foto war eines der ersten, das ich von dem "großen Bussard" machen konnte. Ich habe es am 25.08. schon mal an Herrn Peter H. Barthel geschickt, der das im Zweifelsfalle sicher bezeugen würde..

Gruß

Kurt Möbus
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08.09.2010 - Dr. Tim Mattern - Nur mal so ein Gedankenanstoß
...bei all den Seltenheiten, die es zweifellos tatsächlich gibt (und die auch im Binnenland rumspringen; nur ist Helgoland eben überschaubarer und man hat seltene Vögel dort eben eher im "Suchraster"): Es gibt fast keine Vogelart die nicht auch in Privathand gehalten wird - und auch mal entfliegt. Siehe Adlerbussard und Napoleonweber. Man werfe nur mal einen Blick in den Kleinanzeigenmarkt, z. B. bei vogelforen.de
Zwingend (geschlossen) beringt sein müssen davon nur geschützte Arten und Papageien und Sittiche (Psittacose-Verordnung), damit die Herkunft aus einer Nachzucht eher nachweisbar ist. Aber es mag auch den einen oder anderen unberingten geben oder man erkennt eben bei schwimmenden Wasservögeln nicht die Markierung.

Grüße,
Tim Mattern
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08.09.2010 - Kurt Möbus - @ Thorsten Seibel: Who the hell is ....
.... "K. Möbius"?

"Hgon" schreibt man übrigens "HGON"! Das andere werden wohl bloße Tippfehler sein, die mir ja auch dauernd passieren .... ;-)
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08.09.2010 - Kurt Möbus - Balkan-Steinschmätzer
Ja, lieber Herr Erlemann: das IST wohl ein echter Balkan-Steinschmätzer, ein adultes Männchen der weißkehligen Phase, das so ziemlich jeder Anfänger noch sicher bestimmen kann.

Sehr schön sind die hochbeinige Gestalt, die langen "Hosen" und die kurze Flügelprojektion zu erkennen, genau wie bei meinem wahrscheinlich doch ebenso "echten" Jungvogel der hellkehligen Phase! Danke für die schöne Bestätigung! :-)

Sie gehören ja zum Glück auch zu den Kurzflügellerchen-Findern! :-)

Gruß

Kurt Möbus

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08.09.2010 - Thorsten Seibel - Peter Erlemann - Balkan-Steinschmätzer
Hallo Herr Erlemann,

ich hoffe das schöne Belegfoto ist nicht bearbeitet/oder digital verfälscht , sonst kann es Probleme mit K. Möbius geben.
Schade das es so weit kommen musste.
Hgon- Birdnet und Faunanet war mal eine echt tolle Website!
Ganz Deutschland kann jetzt lesen, was zur Zeit hier passiert.
Ich finde es blamabel!

Viele Grüße
Thorsten Seibel
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08.09.2010 - Peter Erlemann - Balkan-Steinschmätzer
'Männlicher Balkan-Steinschmätzer, 19.5.2009, Bulgarien' - Fotograf: Peter ErlemannHallo.

Ohne weiteren Kommentar: hier ein echter Oenanthe melanoleuca.

Gruß
Peter Erlemann
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08.09.2010 - Kurt Möbus - "Königsbussard" revidiert
Liebe Vogelfreunde,

den vermeintlichen "Königsbussard" muss ich wohl revidieren, denn inzwischen wurde mir mitgeteilt, dass Buteo regalis durchaus "rauhe" Füße hat. Auf die Art kam ich wegen der großen Ähnlichkeit des Vogels mit diesem hier: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1572123/display/22132846 Auch habe ich an anderer Stelle Fotos vom KöBu gesehen, die ganz deutlich nackte Füße zeigten.

Es liegt die Vermutung nahe, dass der Irrtum woanders lag und meine Bilder doch das zeigen, was ich selbstverständlich von Anfang vermutet hatte, meinen "Lieblingsvogel" inzwischen hier: den Adlerbussard (Buteo rufinus).

Ich werde mir einfach den Vogel in der Greifvogelstation auf dem Großen Feldberg mal anschauen!

Kurt Möbus
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08.09.2010 - Kurt Möbus - Zu Herrn Dr. Brauneis "Steppenvögel"
Lieber Herr Brauneis,

zunächst: Ihre grundsätzlich positive Einschätzung des HGON-Birdnets unterstreiche ich! Es ist mittlerweile das einzige Forum, in dem ich noch ornithologische Mitteilungen poste.

Zu dem Punkt "Seltenheiten" ergibt sich die Frage, was wann wo "selten" ist. In ihrer Brut- bzw. Überwinterungsheimat sind Balkan-Steinschmätzer, Kleine Feldlerche und Co. mit Sicherheit nicht selten, sondern sogar sehr häufig. "Selten" sind sie normalerweise bei uns. Aber wenn diese Arten z.B. durch Katastrophenereignisse (neben den Überschwemmungen ja auch die Waldbrände) zur massenflucht gezwungen werden, sind sie natürluich dort, wo sie hinwandern, plötzlich gar nicht mehr so extrem selten.

Und es bleibt mir die Gegenfage: warum sind ausgerechnet "Seltenheiten" auf Helgoland so häufig?

Wie viele Silberreiher waren vor ca. 1980 in Hessen beobachtet worden? Ungefähr sechs oder sieben! Er ware eine extreme Seltenheit - und heute? Was ist mit dem auffallenden Anstieg der Nachweise von Nacht- und Seidenreihern? Kommen die alle aus der schönen Extremadura oder der Camargue in unsere langweilige Gegend?

Wie viele Speppenmöwen (sic!) hatten sich vor 1990 wohl nach Hessen "verirrt"? Heute ist diese Art Teil dunserer hessischen Brutvogelfauna!

Aus welcher "Source-Population" wird die Zwergohreule nach Hessen gefunden haben?

Woher kommen die vielen Bienenfresser? Alle aus Spanien und Frankreich, wo doch im Osten das viel größere Potenzial lebt!

Wieso saß ausgerechnet ein Isabellwürger an der Krombachtalsperre?

Wieso gehört zu den wenigen von mir bei der DSK eingereichten und anerkannten Meldungen ausgerechnet ein Würgfalke, und wieso habe ich nur ein Jahr später schon wieder einen beobachtet?

Wo ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der stolze schöne Rotmilan mit dem etwas weniger attraktiven Schwarzmilan verpaart, wohl am größten?

Die auffallenden "Seltenheiten" sind keine mehr, da haben sich alle schnell dran gewöhnt. Die unauffälligen sind halt nur etwas schwieriger zu entdecken.

Wieso hatte die erste "kleine" Feldlerche (2007) "Schrotmauser"? Werden bei uns wieder Feldlerchen geschossen? Und dann erwischt es unter Millionen ausgerechnet diese eine im verhalten, Aussehen und Stimme so abweichende?

Herzlichen Gruß

Kurt Möbus
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08.09.2010 - Manfred Gunia - Raritätenmeldungen
Hallo Herr Dr. Brauneis -

grundsätzlich stimme ich ihnen zu, dass Beschimpfungen im Birdnet nichts zu suchen haben. Auch sind Verhaltensweisen aus der Schmollecke ("...dann sage ich eben hier garnix mehr...") der Sache nicht eben zuträglich - warum nicht mehr: weil ich's selber nicht gesehen (übersehen) habe? (Hallo Herr Koschkar, bitte weitermachen...)
Natürlich ist die Häufung der Möbus'schen Meldungen schon auffallend, obschon eventuell der Zugzeit geschuldet. Und solange diese Berichte die anderen Beobachter nicht als Deppen da stehen lassen ist das m.E. auch gut so - als Hinweis nämlich auf die Denkstruktur "expect the unexpected".

Das Birdnet ist von seiner Grundsätzlichkeit her schon dem über die 'Allerweltsvögel' hinausgehenden verpflichtet ( http://www.hgon-birdnet.de/birdnet/hints.aspx ) - originär sollte sogar nur diesbezüglich Herausragendes gemeldet werden!?
Welche Aussenwirkung dies jedoch auf ornithologische Novizen und 'Gelegenheitsgucker' haben wird, kann man sich leicht ausmalen - und der Schatzmeister der HGON ebenso leicht ausrechnen. Ich behaupte mal: die elitären Zeiten der HGON sind schon längst vorbei (s. DOG-Diskussion), der Verband ist im 'Hier&Jetzt' angekommen und wird auch m.E. gut geleitet - woraus sich auch eine 'gesunde' Mitgliederstruktur entwickelt.
Da kann man in den heutigen informativen Internetzeiten auch keine Querelen im Birdnet gebrauchen: ein Klick, und ich bin weg...

Somit sind auch die (vorwiegenden) Meldungen von allseits bekannten Arten, gewürzt mit aussergewöhnlichen Beobachtungen gewiss nach dem Geschmack der meisten Forenten (und -erpeln...). Diese Mischung macht auch den Erfolg des Birdnet aus - den von Ihnen genannten 'grossen Wurf' also. (Gibt es eigentlich Zugriffsstatistiken?)
Die Idee der Moderation finde ich auch sehr gut, nur muss dieser Moderator neben seinen ornithologischen und sozialen Fähigkeiten auch ein gerüttelt Maß Idealismus mitbringen, vulgo: er muss entlohnt werden. Ob das seitens der Gesellschaft leistbar ist?
Vielleicht könnte man jedoch noch rechtzeitig zum neuen Netz-Auftritt der HGON überlegen (und technisch umsetzen), ob noch ein Meldebecken für die absoluten Seltenheiten eingerichtet werden könnte (rare-bird-net). Dort könnten dann die Diskussionen über Graubürzelweihen u.ä. geführt werden: die 'wahren Experten' wären dann unter sich oder auch unter Interessierten und das 'Tagesgeschäft' des Birdnet könnte reibungslos weiter geführt werden.
Denn diese Struktur der Birdnet macht schliesslich dessen Charme aus und wirkt anziehend auf bisher eher rudimentär vogelkundlich Interessierte - welche aber womöglich nach ihrem erleichterten Einstieg in die Thematik einstmals das Rückgrat des Verbandes darstellen mögen.
Das Forum könnte dann eher 'artunspezifischen' Themen, wie geeignete Beobachtungsorte, optische Ausstattung, Beobachtertreffen etc. dienen.

Nur 'Supi-Seltenes' und die Nörgeleien destowegen sind da in Bezugnahme auf Mitgliederzahlen eher kontraproduktiv. Als vogelkundlicher Verband 'für Alle' muss eben auch für einen gescheiten Netzauftritt gesorgt werden: neben der bisher guten Präsentation im www können zeitgemäße Anpassungen des Birdnet eigentlich nur zum Wohle der HGON sein - so sicher auch die Motivation zum neuen Internetgewand des Verbandes. Ich bin gespannt.

moderate Grüße
Manfred Gunia
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08.09.2010 - Dr. Jörg Brauneis - Steppenvogeldiskussion
Zur Steppenvogeldiskussion möchte ich mich hier inhaltlich gar nicht äußern, da ich das nicht wirklich beurteilen kann. Allerdings kommt mir die Häufung von extremen Seltenheiten doch ungewöhnlich vor. Ich halte es hier mit einem Motto, das jeder Medizinstudent in den ersten Semestern eingetrichtert bekommt: "Was häufig ist, kommt häufig vor; was selten ist, kommt selten vor!" Dies führt natürlich dazu, das Seltenheiten - nicht nur in der Medizin - tendenziell eher übersehen werden.
Was das Birdnet nicht verdient hat, sind aber öffentliche Beschimpfungen von Meldungen, die eingestellt werden. Das Birdnet ist etwas ganz besonders und nach meinem Gefühl ist der HGON hier ein großer Wurf gelungen!
Bei solche strittigen Meldungen wie den Steppenvögeln sollte eine Moderatorin oder ein Moderator aber gelegentlich eingreifen und diese Beobachtungen - sine ira et studio - kritisch bewerten und kommentieren, um besonders unerfahrenen Beobachtern damit zu helfen. Wie wäre es also mit einer Moderatorin/einem Moderator?

Grüße aus Eschwege

Jörg Brauneis
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07.09.2010 - Kurt Möbus - Königsbussard "majestätisch"
'Königsbussard (Buteo regalis) / Oberquembach 27.08.2010' - Fotograf: Kurt MöbusUnd zum Abschluss noch dieses Foto. So saß der Königsbussrad längere Zeit da, und vielleicht hat ihm diese "majestätische" Haltung seinen Namen eingebracht.
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07.09.2010 - Kurt Möbus - Königsbussard
'Königsbussard (Buteo regalis) / Oberquembach 27.08.2010' - Fotograf: Kurt MöbusSo, und hier noch ein recht schönes Foto vom Königsbussard (Buteo regalis) bei Oberquembach (27.08.2010). Man sieht hier gut, dass der frühere Name "Königsraufußbussrd" nicht zutreffend ist, weil er eben keine "rauchen" Füße hat. Sehr wohl erinnert aber die Gesamterscheinung an einen Raufußbussard, ebenso wie an einen Adlerbussrad.
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07.09.2010 - Matthias Roth - Steppenvögel - @ Kurt Möbus
Hallo Herr Möbus,

lese Ihre Berichte durchaus mit Interesse. Und die Idee mit Pakistan halte ich für keineswegs so absurd, wie Sie manchen Kollegen vorkommen mag. Man müsste halt an anderer Stelle auch noch fündig werden. Aber beim Vogelgucken ist es wie beim Pilze sammeln: Man kann nur das finden, was man "im Suchraster" hat. (Auch wenn ich den (vermutlich jungen) Flussuferläufer von Frau Adolph nicht für einen Drosseluferläufer halte, gerade wegen der, wie ich finde, gezeichneten Schirmfedern und der Beinfarbe.)

Die Ihrige Frage wegen Helgoland habe ich selbst schon Ornis gestellt, die auf Helgoland praktiziert haben. Sie hatten keinerlei Ahnung oder Plan, warum man Mittelmeer-Steinschmätzer o. ä. regelmäßig ausgerechnet auf einer nordischen Hochseeinsel weit ab von Zugrouten etc. findet. Ich persönlich melde diverse Eigenbeobachtungen auch schon lange nicht mehr, die Phalanx der im-Buch-steht-aber-was-anderes-Theoretiker nervt mich dafür zu sehr. Dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade.

In diesem Sinne: Halten Sie sich tapfer und: Viel Glück und Freude weiterhin, auch wenn sich die eine oder andere Ihrer Beobachtungen vielleicht als "Ente" herausstellen sollte. Ich bin gespannt.

Grüße aus Nordhessen
M. Roth
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07.09.2010 - Kurt Möbus - Balkan-Steinschmätzer III
'Balkan-Steinschmätzer (Oenanthe melanoleuca) / Oberquembach 26.08.2010' - Fotograf: Kurt MöbusHier ist die kurze Schwanzprojektion ist hier besonders gut sichtbar!
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07.09.2010 - Kurt Möbus - Balkan-Steinschmätzer II
'Balkan-Steinschmätzer (Oenanthe melanoleuca) / Oberquembach 26.08.2010' - Fotograf: Kurt MöbusDiese Art wurde früher als die östliche Rasse des Mittelmeer-Steinschmätzers (O. hispanica) angesehen. Der fotografierte Vogel gehört zur weißkehligen Variante, vermutlich ein juv. ♂.
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07.09.2010 - Kurt Möbus - Balkan-Steinschmätzer
'Balkan-Steinschmätzer (Oenanthe melanoleuca) / Oberquembach 26.08.' - Fotograf: Kurt MöbusSo, wenn die Diskussion nun in dieses "ruhigere" Gewässer bzw. die "Kampfarena" - je nach Aus- und Fortgang - verschoben wurde, möchte ich noch ein weiteres Highlight vom 26.08.2010 / Oberquembach vorstellen: einen Balkan-Steinschmätzer (Oenanthe melanoleuca). Diagnostische Merkmale sind Hochbeinigkeit mit langem und sehr hell befiedertem Unterschenkel ("der Gestiefelte Steinschmätzer"), helles Schwanzende, ristfarbene Brustbinde und sehr kurze Handschwingenprojektion. Gesamterscheinung mit intensiver Rostrottönung erinnert etwas an einen zierlichen und schlanken "leucorrhoa". Da der Vogel noch nicht von einer Nordseeüberquerung total erschöpft war, ließ er mich leider nicht so nah ran wie die müden Krieger auf Helgoland.

Gegenargumente werden gern entgegen genommen ....
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07.09.2010 - Kurt Möbus - Steppenvogel-Diskussion
Hallo,

wenn es gestattet ist, mäöchte ich die Diskussion mit folgender Frage eröffnen: wo waren eigentlich all die vielen "Seltenheiten" aus südlichen und südöstlichen Gefilden, die regelmäßig auf Helgoland - der äußersten "Vorhut" unseres Landes - beobachtet werden, bevor sie schließlich erschöpft und deshalb fast handzahm dort "strandeten" .... ?

Schöne Grüße

Kurt Möbus
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07.09.2010 - Kurt Möbus - Steppenvögel und Beitrag von Herrn Dr. Brauneis
Lieber Herr Dr. Brauneis (darf ich den "Dr." im Folgenden weglassen, ohne, dass damit dann automatisch Ihr Vater gemeint ist? :-) ),

heben Sie erst einmal vielen Dank für Ihren engagierten und fachkundigen Beitrag, den ich sehr zu schätzen weiß!

Was nun den "Wanderfalken" betrifft, hat Ihr werter und von mir hoch geschätzter und für seine außerordentlichen Leistungen, insbesondere beim Wanderfalkenschutz (mit dem übrigensa uch bei mir mal alles angefangen hat!) bewunderter Herr Vater ja keines wegs "Unrecht", denn auch die Experten sind sich ja uneins, ob sie "pelegrinoides" nun als Unetrart zu "Falco peregrinus" oder als eigene Art "F. pelegrinoides" stellen sollen. Nur: ein "Brookei" wabnderfalke ist das bestimmt nicht denn den zeigt uns gerde ganz aktuell Herr Ulrich Rösch in der HGON-Bildergalerie: http://www.hgon.de/gal_roesch.htm (direkter Link zum Bild leider hier nicht machbar, aber ich meine den Vogel, der auch das Profilbuild der Galerie ziert!).

Die Verlegung der "Steppenvogel"-Diskussion hier ins Forum begrüße ich sehr, und vielleicht wird mir ja auch Raum gegeben, hier eine kleine Galerie mit Belegfotos dazu einzustellen, so dass bessere Vergleiche möglich sind.

Mit den besten Grüßen

Kurt Möbus

P.S.: Dass Sie Herrn Bauer so ehrenvoll erwähnen, schätze ich sehr! Ich bewundere diesen großen Mann nach wie vor und schätze mich glücklich, ausgerechnet den "Greifvogel"-Band des Handbuchs (Glutz, Bauer et al.) aus seinem persönlichen Besitz in meinem Regal stehen zuu haben!
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28.08.2010 - Dr. Jörg Brauneis - Anwort an Herrn Möbus - Rätselvogel
Lieber Herr Möbus,

um das Birdnet mit dieser Diskussion nicht zu sehr zu belasten, habe ich meine Antwort auf Ihre Replik zur Identifikation des Rätselvogels durch meinen Vater als einen diesjährigen Wanderfalken hier eingestellt.
Als ich meinem Vater Ihre Argumente wie quergebänderte Unterschwanzregion, feine, rostbraune Längsstrichelung auf Brust und Bauch usw. noch einmal vorgetragen habe, antwortete er mir etwas ungehalten – so wie dies Väter gegenüber ihren Söhnen manchmal tun - , die sei nun einmal ein diesjähriger Wanderfalke, er habe in seinem Leben tausende Wanderfalken und andere Falken gesehen! Man möge sich doch die ganze Gestalt des Vogels ansehen, das könne gar keine andere Art sein, da komme es doch nun wirklich nicht auf ein paar rostbraune Längsstriche an!
Die Diskussion ist damit – zumindest für meinen Vater beendet.
Für mich als einen durch meine akademische Ausbildung auch erkenntnistheoretisch etwas „angebrüteten“ Menschen ist das natürlich nicht ganz so einfach. Klingt aus der Abschlussdiagnose meines Vaters nicht doch ein bisschen die Überheblichkeit des akademischen Laien, des Autodidakten durch?
Hilfe in dieser Situation habe ich – wie so oft - bei GATTER gefunden. Als ich kürzlich meine eigenen Fähigkeiten im Erkennen ziehender Kleinvögel verbessern wollte, fiel mir eine ältere Arbeit von GATTER in die Hände. In Limicola 16 (2002): 193-233 äußert er sich unter dem Titel „Kennzeichen am Tage ziehender Singvögel“ auch zu dem Problem, wie es möglich ist, dass geübte Beobachter ziehende Singvögel im Sinne der Artdiagnose auch auf so große Entfernungen richtig ansprechen können, die ein Erkennen der genauen Bestimmungsmerkmale unmöglich machen. GATTER stellt fest, es funktioniert durch hinreichende Übung im Erkennen der typischen Gestalt.
Er verweist auf eine grundlegende Arbeit des unübertroffenen KONRAD LORENZ.
Dieser hat in seiner Abhandlung „Gestaltwahrnehmung als Quelle wissenschaftlicher Erkenntnis“ sich dieses Problems in allen Naturwissenschaften angenommen.
(LORENZ,K.: Über Tierisches und menschliches Verhalten. Aus dem Werdegang der Verhaltenslehre. Gesammelte Abhandlungen. Band II. Piper Verlag München 1965)
Nach LORENZ ist – vereinfacht gesagt - die Gestaltwahrnehmung eine kontinuierliche Kette verschiedener Mechanismen, die es uns ermöglicht ein genaues Bild von Dingen oder belebten Wesen zu erlangen, und sie dann immer korrekt wiederzuerkennen. Dieser Prozess ist dabei niemals ganz abgeschlossen, sondern wird durch jede Wiederholung präzisiert. Mit anderen Worten, auf diesem Wege erwerben wir Erfahrungswissen im Erkennen von typischen Gestaltsstrukturen, und zwar um so exakter, umso häufiger wir es die bestimmte Gestalt gesehen haben.
Dieses Phänomen ist im Umgang mit der Natur seit langem bekannt:
- So habe ich im Reinhardswald alte Rotwildheger getroffen, die ein lebendes Stück Rotwild beinahe aufs Jahr hin sicher und auf den ersten Blick ansprechen konnten, ohne dass sie anhand von Einzelmerkmalen wirklich genau sagen konnten, wie sie zu ihrem Urteil gekommen sind. (Nun wie es auf der Jagd nun mal so ist, haben diese Fähigkeiten einer gelegentlich späteren Überprüfung am erlegten Stück standgehalten.)
- Genauso verblüffen ältere Ärzte ihre jüngeren Kollegen oft mit sicheren und richtigen Blickdiagnosen, ohne dass sie zuvor den umfänglichen Katalog der Symptome und möglichen Untersuchungsbefunde abgearbeitet hätten.
- Und auch in der Feldornithologie kommt es doch oft ganz entscheidend auf den oft richtigen, „ersten Eindruck“ an, den – wie GATTER schreibt – die britischen Birder „Jizz“ nennen. LORENZ warnt übrigens in der oben zitierten Arbeit davor, dass sich durch ein selbst beobachtendes und rational gesteuertes Betrachten von Einzelheiten Fehler in diese gleichsam intuitive, aber oft korrekte Gestaltwahrnehmung einschleichen können.

Lange Rede, kurzer Sinn. Der Meister hat gesagt, es ist ein Wanderfalke, und dabei bleibt es, rostbraune Längsstrichelung hin oder her! Um aber doch noch ein Hintertürchen zu öffnen und unseren Rassenfanatikern einen Brocken hinzuwerfen: vielleicht ist es ein nach Nordosten verflogener brookei – Wanderfalke.

Herzliche Grüße aus Eschwege

Jörg Brauneis

p.s.: Vielen Dank an Herrn Roland für den Hinweis mit dem Vorschreiben in Word. Allerdings fürchte ich, manchem in der HGON wäre es lieber gewesen, Sie hätten mir diesen Hinweis nicht gegeben.
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26.08.2010 - Matthias Korn - Gründung der Avifaunistischen Arbeitsgem. Hessen
Hallo Herr Brauneis,

habe letztens ein Gespräch mit Herrn Prof. Berck gehabt, einem der Gründungsmitglieder der HGON und dessen Vorläufer.

Die Gründungsveranstaltung war am 7.12.1964 in Senckenberg.

Viele Grüße

Matthias Korn, AG Ornithologie
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01.08.2010 - Dr. Jörg Brauneis - Avifaunistik und Ornithologie
Als ich die auch auf der Homepage der HGON veröffentlichte Einladung zur 143. Jahresversammlung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) gelesen habe, sind mir einige Gedanken durch den Kopf gegangen.
Es ist schon anrührend und für diese altehrwürdige Gesellschaft beinahe etwas peinlich, wie sich die DO-G in den letzten Jahren um avifaunistische Themen und die Avifaunisten bemüht. In den vorangegangenen Jahrzehnten hat die DO-G oft genug mit akademischer Überheblichkeit die Beitrittsanträge von nicht akademischen Avifaunisten abgelehnt und 1969 sogar mit salbungsvollen Worten die gesamte Avifaunistik ausgegrenzt, was schließlich 1970 zur Gründung des Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) führte.
Diese Abweisung der Avifaunistik war in meinen Augen ein epochaler Fehler der DO-G, und außerdem kommt es mir auch etwas dumm vor, wenn eine wissenschaftliche Gesellschaft ausgerechnet auch noch das populärste Teilgebiet der von ihr vertretenen Wissenschaft ablehnt.
Bei den Avifaunisten aber ging nach Gründung des DDA so richtig die Post ab! Sie hatten und haben alles, was die DO-G so bitter zu entbehren scheint. Die große Mehrzahl der an der Vogelkunde interessierten Menschen - besonders die jungen Menschen -, denen es zwar oft an akademischer Vorbildung magelte, in denen aber bis heute die Flamme der Leidenschaft für die Vogelkunde brennt und sie antreibt. Und sie hatten und haben die Themen der Zukunft, für die sie sich in der Öffentlichkeit und bei den Politikern oft genug Gehör und Geld verschafften.
Dem allem scheint die DO-G nun etwas hinterher zu laufen. Wobei es wohl auch so sein wird, dass in Zeiten leerer Kassen die öffentlich alimentierten Institute der akademischen Ornithologie nicht als letzte ins Visier der Sparkommissare geraten.
Es übrigens ein Verdienst von Willy Bauer, dass auch er bei der Gründung der HGON 1972 darauf gedrungen hat, dass schon dem Namen nach eine Gesellschaft mit wissenschaftlichem Anspruch für die gesamte Ornithologie in Hessen entsteht. Die HGON hat damit ihre Vorgängerin, die Avifaunistische Arbeitsgemeinschaft Hessen, nicht nur abgelöst, sondern die Ziele deutlich erweitert.
Zum Abschluss noch eine Erinnerung und eine Frage:
Willy Bauer, der ein häufiger und sehr gerne gesehener Gast in meinem Elternhaus in der Brückenstraße in Eschwege war, hat uns einmal erzählt, dass die Gründungsversammlung oder zumindest eine der ersten Jahresversammlungen der Avifaunistischen Arbeitsgemeinschaft Hessen in der meinem Elternhaus gegenüberliegenden Gaststätte "Reichsadler" stattgefunden habe. Sehr geehrter Herr Vorsitzender Conz, ist in den Archiven der HGON noch zu klären, wo genau die Avifaunistische Arbeitgemeinschaft Hessen 1964 gegründet wurde?
Vielen Dank
Jörg Brauneis
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01.08.2010 - Oliver Conz - Sommerliche Arbeiten im Wald
Lieber Herr Brauneis,
lieber Herr Müller,

wie Sie wissen, ist mir die Auseinandersetzung mit HessenForst (ein Landesbetrieb und keine "AG") über den Naturschutz im Wald ein besonderes Anliegen. Deswegen muss ich mich zu einigen von Ihnen angeschnittenen Punkten zu Wort melden:

Ohne Frage haben sommerlich Eingriffe zugenommen. Das ist aber in erster Linie keine Folge der naturnahen Waldwirtschaft, sondern eine Folge der Veränderungen am Holzmarkt. Auch der Kahlschlag war kein Ende mit Schrecken, denn auf ihn folgten zahlreiche Pflegeeingriffe und -hiebe und am Ende ein Alterklassenbestand, der nur für wenige Arten von Vorteil war.

Die Naturschutzverbände sind nicht machtlos. Sie sind so machtvoll wie es Ihnen gelingt, eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich versammeln zu können. Da sah es schon besser aus, keine Frage, aber wir können - wenn sich alle auf allen Ebenen anstrengen - immernoch eine Menge erreichen. Sie Herr Brauneis wissen sicher, wie intensiv sich ihr Vater mit mir und anderen dafür einsetzt, dass bei HessenForst der Naturschutz auch in der Spitze des Hauses den Stellenwert erfährt, den er in öffentlichen Bekundungen schon einnimmt. Das ist zugegebenermaßen zäh, aber wir haben heute für den Staatswald erstmals klare Regeln für Eingriffe im belaubten Zustand. Wenn Sie etwas anderes feststellen, ist das ein Anzeichen für einen Verstoß gegen die Betriebsregeln und Sie sind als Naturschutzverbandsmitglied als erster gehalten, mit genauen Daten zu ihren Beobachtungen bei HessenForst vorstellig zu werden, damit das abgestellt wird. Die Landesbetriebsleitung hat uns dazu immer ermuntert und wir sollten sie beim Wort nehmen. Und morgen werden die Verbandsspitzen mit der Ministerin über weitergehende Schritte zum Waldnaturschutz beraten, die hoffentlich noch in diesem Monat verabschiedet werden.

Schwierig wird es bei anderen Waldbesitzarten. Im kommunalen Wald sind Sie als Naturschutzverbandsmitglied vor Ort gefragt. In meiner Heimatstadt haben wir in mühevollen, zeitraubenden, aber am Ende lohnenden Verhandlungen eine Menge erreicht (FSC-Zertifizierung, nennenswerte Flächenstillegungen, regelmäßige gemeinsame Begehung und Austausch zu den Bewirtschaftungszielen). Das ist uns nicht in den Schoß gefallen, sondern war das Ergebnis harter Arbeit. Aber machtlos habe ich mich zu keinem Zeitpunkt gefühlt und ich ermuntere Sie ausdrücklich, diese Arbeit auf sich zu nehmen. Je mehr Menschen das tun statt sich resigniert vom Sofa aus zu beschweren desto größer sind unsere Chancen auf Veränderung.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Rest vom Wochenende,

Ihr Oliver Conz

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29.07.2010 - Jochen Müller - Dr. Jörg Brauneis- Sommerliche Arbeiten im Forst
Hallo zusammen,
hallo Herr Dr. Jörg Brauneis,

ich kann das nur bestätigen, was Sie geschrieben haben.
Angeblich hat sich ja die Hessenforst AG den Naturschutz auf ihre
Fahnen geschrieben... doch mittlerweile habe ich den Eindruck gewonnen,
dass diese Fahnen, gerade hier bei uns im nordhessischen Bergland, mächtig auf Halbmast wehen, b.z.w. in den Kellern mancher Revierförstereien regelrecht verstauben!

Gruß,

Jochen Müller
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25.07.2010 - Dr. Jörg Brauneis - Sommerliche Arbeiten im Forst
Auch in diesem Jahr war wieder festzustellen, dass und scheinbar besonders in den öffentlichen Wäldern Hessens während der gesamten Brutzeit (und Setzzeit des Wildes) also von April über die so besonders sensiblen Monate Mai und Juni hinweg bis in diese Tage hinein mit Harvestern und schweren Rückzügen Holzeinschlag und Durchforstungen betrieben wurden. Dabei kommt es auf empfindlichen Böden (z.B. anmoorige Böden auf dem Hohen Meißner) zu schweren Bodenverwundungen mit oft metertiefen Geleisen oder in Hanglagen zum Durchwühlen der Maschinen bis auf das anstehende Gestein. Besonders Stangenhölzer mit ihren typischen Brutvögeln wie Sperber, Waldohreule, Tannenhäher und Ringeltaube - um nur einige zu nennen - sind mitten in der Brutzeit großflächig betroffen. Aber auch die Ränder von Althölzern, die vom Sturm aufgerissen sind (Baumfalkenbrutplatz!) werden alljährig - wegen der Borkenkäferfichten - von den Großmaschinen heimgesucht. In den Unterwuchs (Naturverjüngung) werden brutale Rückegassen gefahren, die Bäume an den Rückgassen durch die Maschinen im Wurzelanlauf- und unteren Stammbereich oft schwer verletzt. Im Rahmen der naturnahen Waldwirtschaft scheint die Frequenz der forstlichen Eingriffe deutlich zugenommen zu haben. Während die Kahlschlagwirtschaft für einen Waldbestand beim Erntehieb ein ökologisches Ende mit Schrecken bedeutete, scheint die naturnahe Waldbewirtschaftung mit Großmaschinen für den Wald ein Schrecken ohne Ende zu sein.
Und die Naturschutzverbände - machtlos.
Dr. Jörg Brauneis
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21.07.2010 - Marcus Beike - Kormorandiskussion
Hallo zusammen,

hier zur allseitigen Kenntnisnahme ein neuer Beschluss der Politik zum Thema Kormoran, diesmal aus BaWü:

http://www.uvm.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/71259/

Viele Grüße,
Marcus
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14.07.2010 - Marcus Beike - Neue Internetseite des HGON-Arbeitskreises OF
Hallo zusammen,

der Internetauftritt des Arbeitskreises Offenbach wurde "relaunched" und präsentiert ornithologische und naturschutzbezogene Informationen aus dem Beobachtungsgebiet (z.B. aktuelle Meldungen, ausführliche Porträts der NSG uvm.) in neuem Gewand.
Wir würden uns freuen, möglichst viele Interessierte aus ganz Hessen und darüberhinaus als Gäste begrüssen zu dürfen:

www.hgon-offenbach.de

Viele Grüße,
Marcus Beike
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02.07.2010 - Peter Erlemann - "Schwalbenverjäger"
'Kunstkrähe soll Schwalbenansiedlung verhindern' - Fotograf: Peter ErlemannHallo.

Habe vorige Woche diese Möglichkeit zur Abwehr von Mehlschwalben gesehen, die ich nicht vorenthalten möchte....

Gruß
Peter Erlemann
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29.06.2010 - Dominic Cimiotti - Waldohreulen und Artenschutz
Hallo Tim,

danke für die Erläuterung in Sachen Artenschutz. Mir war bewusst, dass die Waldohreule im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützt ist. Gut zu wissen, dass das Bundesnaturschutzgesetzt beim Artenschutz nun unmittelbar gilt, umittelbar vom Status des Landesnaturschutzgesetzes. Möglicherweise könnte man auch die VSRL heran ziehen, in der ein guter Erhaltungszustand aller Arten eingefort wird. Denn für Hessen ist es der wichtigste bekannte Winter-Schlafplatz dieser (Zug)vogelart, auch wenn sie in Hessen nur auf der Vorwarnliste steht und daher keine VSGs für die Art ausgewiesen wurden. Ich habe die Vorschläge und Anregungen aus dem Forum gesammelt und heute an die zuständige UNB weiter geleitet.

Viele Grüße,

Dominic
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29.06.2010 - Dr. Tim Mattern - Waldohreulen / HENatG
Hallo zusammen,

die Behauptung, es gebe derzeit kein hess. Naturschutzgesetz ist so nicht richtig. Aber das, was wir noch haben ist nicht mehr zu 1005 anwendbar, da seit 1.2.10 eine neue Fassung des BNatSchG gültig und das Landesrecht nicht daran angepasst ist. Es gibt jedoch einen "Einführungserlass" vom Ministerium mit Datum vom 10.2.10, welche §§ nun noch wie angewendet werden können.
Der Artenschutz ist darüber hinaus nun reines Bundesrecht, welches unmittelbar gilt. Da braucht man gar kein Landesgesetz mehr heranzuziehen!

Viele Grüße
Tim
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28.06.2010 - Dominic Cimiotti - Neues von den Waldohreulen
Hallo Tim und Herr Roth,

vielen Dank für die Hinweise, die wir gerne aufgreifen werden! Auch ist bereits die Presse informiert.

Ich habe zur Information einen Beitrag aus den Amöneburger Stadtnachrichten, dem Mitteilungsblatt der Stadt Amöneburg, herauskopiert. Darin werden die Waldohreulen auf dem Friedhof als "nicht standorttypisch" bezeichnet. Außerdem wird behauptet, dass es derzeit kein in Hessen kein Naturschutzgesetz gebe. Hier der Beitrag:

"Grabsteinprüfung auf dem Friedhof in Amöneburg wird vorgezogen - Baumfällungen stehen bevor

In der letzten Ausgabe der Amöneburger Stadtnachrichten berichteten wir über die Sturmschäden im Stadtgebiet von der Nacht vom 10. auf den 11. Juni. Zur Untermalung verwendeten wir auch ein Bild des Amöneburger Friedhofs, auf dem zwei riesige Lebensbäume auf das neu angelegte Grabfeld mit frisch aufgestellten Grabsteinen gestürzt waren. Nach den Räumungsarbeiten konnte grundsätzlich Entwarnung gegeben werden. Außer einigen Holzkreuzen sind nach äußerem Anschein die Grabsteine nicht beschädigt. Einige Grabnutzungsberechtigte machen sich nun aber Sorgen, ob Sie aber nach wie vor standsicher sind. Deshalb hat die Friedhofsverwaltung bei der Stadtverwaltung entschieden, die diesjährige Grabsteinprüfung für den Amöneburger Friedhof terminlich vorzuziehen.

Diese wird mit einem entsprechenden Gerät geprüft, wodurch ausgeschlossen wird, dass die Steine durch die Prüfung lose gerüttelt werden.

In der letzten Woche fand auf dem Friedhof Amöneburg zudem ein Ortstermin mit der Unteren Naturschutzbehörde statt wegen der Fällung zweier weiterer Lebensbäume, die nach Auskunft des beauftragten Baumpflegers nicht mehr ausreichend standsicher sind. Diese werden wohl in Kürze entfernt werden. Die Friedhofsverwaltung strebt zudem die Beseitigung aller Lebensbäume in diesem Bereich an, weil damit zu rechnen ist, dass immer wieder Bäume umstürzen und auf die Gräber fallen. Beim Sturmereignis in der letzten Woche war deutlich geworden wie leicht diese Flachwurzler bei aufgeweichtem Boden und Sturm einfach komplett mit Wurzelteller umfallen können. Da sie direkt auf einer Trockenmauer stehen kann sich das Wurzelwerk in den unteren Bereich nicht ausbreiten.

Der Fällung entgegen steht der Aufenthalt einer Waldohreulenkolonie, die das Gehölz zeitweise als Ausweichquartier besiedelt. Zwar sind weder die Lebensbäume noch die Eulen dort standorttypisch, dennoch besteht die Untere Naturschutzbehörde auf ein artenschutzrechtliches Gutachten, und ein diesbezügliches Genehmigungsverfahren. Derzeit gibt es in Hessen nicht einmal ein Naturschutzgesetz! Der Magistrat wird demnächst darüber beraten, ob er diese Angelegenheit angehen will. Nach seinen Äußerungen beim Ortstermin könnte der Magistrat dabei mit der Unterstützung durch den Amöneburger Ortsvorsteher Herbert Fischer rechnen."

Quelle: www.amoeneburg.de
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27.06.2010 - Matthias Roth - Amöneburg - Waldohreulen-Schlafplatz
Guten Abend in die Runde,

der Vorschlag von Herrn Dr. Mattern scheint mir sehr sinnvoll zu sein. Gleichwertiger Ersatz muss her. Vor dem Winterhalbjahr. Das kostet richtig Geld, aber von Rechts wegen ist ein Ausgleich vor Ort wohl problemlos machbar und sinnvoll. Insofern sollte das auch ohne Widerstände umsetzbar sein.
Man könnte statt der Scheinzypressen ja vielleicht auf Kiefern oder Fichten ausweichen.

Ich selbst habe nichts gegen Zypressen oder überhaupt Koniferen in Vorgärten, kann mich aber gut erinnern, dass der Naturschutz Jahrzehnte lang gegen eben diese als standortfremd gewettert hat, als seien sie der Untergang des Abendlandes. Vor diesem Hintergrund vielleicht etwas problematisch, sich jetzt ausgerechnet für den Erhalt von Chamaecyparis einzusetzen ... Aber für die Eulen sollte man das tun.
Das mit der Mail an den Bürgermeister ist eine gute Idee.
Gruß
M. Roth
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27.06.2010 - Dr. Tim Mattern - Waldohreulenschlafplatz
Hallo Dominic,

die UNB könnte in dieser Sache wenigstens eine "CEF"-Maßnahme anordnen, d. h. dass die entfallenden Bäume an gleicher Stelle ersetzt werden müssen um die "ökologische Funktion" der "Ruhestätte" im Sinne des BNatSchG zu erhalten. Und zwar nicht kleine Bäumchen, sondern stärkeres Pflanzgut, was in der Lage sein kann, die Funktion als Schlafplatz für die Waldohreulen zu erfüllen.

Gruß,
Tim
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27.06.2010 - Dominic Cimiotti - Waldohreulen-Schlafplatz in Gefahr
Hallo zusammen,

auf dem Friedhof in Amöneburg befindet sich größte bekannte Schlafplatz von Waldohreulen in Hessen (max. 47 Tiere im Februar 2006). Die Vögel ruhen dort im Winterhalbjahr tagsüber versteckt in einer Reihe von Scheinzypressen. Bei dem schweren Sturm in der Nacht vom 10. zum 11. Juni sind leider zwei der Schlafbäume umgefallen, ein weiterer steht schief.

Dieses Ereignis wollte die Stadt Amöneburg nun zum Anlass nehmen, die bei einigen Personen schon lange unbeliebten Bäume (Pflanzenteile und Eulengewölle fallen auf die Gräber) gleich allesamt zu fällen. Bei einem Ortstermin mit der UNB wurde dies zum Glück untersagt. Dennoch hat sich die Stadt ein Gutachten eines Baumsachverständigen besorgt, nach dem zwei(!) der noch stehenden Bäume eine Verkehrsgefährdung darstellen sollen. Auf Grund dieses Gutachtens hat die UNB nun keine Handhabe mehr, das Fällen der beiden Bäume zu verhindern. Darüber hinaus hat die Stadt angekündigt, nach einer „Salamietaktik“ auch die übrigen Bäume nach und nach weg fällen zu wollen.

Dieses Vorgehen der Stadt Amöneburg, das sich an einigen Beschwerden aus der Bevölkerung orientiert, ist meinem Erachten nach völlig inakzeptabel. Zahlreiche Menschen kommen extra auf die Amöneburg, um den abendlichen Ausflug der Waldohreulen zu beobachten. Ich habe hierzu bereits zweimal eine Führung angeboten. Auch Kinder der Grundschule Mardorf (Stadtteil von Amöneburg) konnten hier erstmals hautnah Waldohreulen erleben. Darüber hinaus handelt es sich um einen der am längsten bestehenden Schlafplätze dieser Art in Hessen (mind. seit dem Winter 1991/92).

Wenn Sie gegen das unbedachte Fällen der Bäume auf dem Amöneburger Friedhof protestieren möchten, wenden Sie sich bitte an den Bürgermeister der Stadt Amöneburg:

Der Magistrat der Stadt Amöneburg
z.H. Herrn Michael Richter-Plettenberg
Schulgasse 2
35287 Amöneburg
m.richter-plettenberg[at]t-online.de

[at] bitte durch @ ersetzen!


Mit freundlichen Grüßen,

Dominic Cimiotti
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25.06.2010 - Dr. Tim Mattern - zu Hr. Brauneis, Durchforstung in Brutzeit
(habe die Diskussion mal aus dem Birdnet ins Forum verlagert)

Es ist mitunter recht erstaunlich, dass für die Bewirtschaftung der Wälder im Bundesnaturschutzgesetz kaum Einschränkungen zu bestehen scheinen. Auch aus dem Artenschutz ist die Landbewirtschaftung in Wald, Feld und Wasser in gewisser Hinsicht ausgenommen.
Laut § 5 Abs. 3 BNatSchG sind Naturnahe Wälder aufzubauen und ohne Kahlschläge nachhaltig zu bewirtschaften. Sofern die Bewirtschaftung diesen Anforderungen entspricht, gelten die Verbote des § 44 (besonderer Artenschutz nicht) – aber nur solange keine Arten des Anhangs IV FFH-RL, europäische Vogelarten oder streng geschützte Arten in ihrem sog. Erhaltungszustand beeinträchtigt werden. Könnte man jetzt also nachweisen, dass der Erhaltungszustand der Turteltaube (in Hessen unzureichend mit Tendenz zu schlecht nach Angaben der Vogelschutzwarte) aufgrund der Durchforstung während der Brutzeit schlechter wird, hätte man etwas dagegen in der Hand. Denn wenn der Erhaltungszustand nicht durch Artenschutzprogramme, vertragliche Regelungen u. a. (§ 44 Abs. 5) im bestehenden Niveau gehalten werden kann, dann kann die zuständige Behörde Bewirtschaftungseinschränkungen machen.
Ähnliches gilt im Übrigen für die Landwirtschaft: Sofern die sog. gute fachliche Praxis, Düngeverordnung usw. eingehalten werden – greift hier die gleiche Regelung des § 44 (5) BNatSchG. Da beispielsweise das Hamsterschutzprogramm im Rhein-Main-Gebiet wegen zunehmenden Flächendrucks immer weniger Interessenten findet, könnten die Landwirtschaftsbehörden den Landwirten laut Gesetz m. E. dort einfach aufdrücken, hamstergerecht zu wirtschaften – und das ohne finanzielle Entschädigungen wie es sie momentan für die vertraglichen Regelungen gibt.
Die Verbände könnten und sollten zumindest die Behörden auffordern, die Sachverhalte zumindest zu prüfen, wenn offensichtlich ist, dass in Deutschland streng geschützte oder nach EU-Recht geschützte Arten in ihrem Erhaltungszustand durch Bewirtschaftungsmaßnahmen beeinträchtigt werden können.

Das schlimme ist ja, dass manche Behörden sich im Gesetzesdschungel oftmals selbst kaum zurecht finden.

Viele Grüße
Tim Mattern
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14.06.2010 - Karl-Heinz Heyne - Alpensegler
Hallo zusammen,

nach Rücksprache mit einem Federspezialisten (Martin Becker) ist klar, dass es sich bei der vermeintlichen Feder eines Alpenseglers um keine Feder handelt, die von einem Segler stammt.

Gruß Karl-Heinz Heyne
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07.06.2010 - Marcus Beike - Schwalben und Kormorane
Hallo zusammen,

zu der Sache vom Bodensee fällt mir nun wirklich nichts mehr ein. Wenn der Kormoran nicht mehr herhalten kann für das eigene Unvermögen, die Zusammenhänge zu verstehen (oder sollte man es schlicht "eigene Blödheit" nennen?), sprudeln plötzlich neue absurde, ignorante Ideen, um es in der eigenen Tasche klingeln zu lassen. Wie tief kann der Mensch eigentlich noch sinken?

Sehr tief, was man anhand der Schwalbenproblematik in Borken sehen kann. Vielleicht ist das Problem ja gar nicht, dass Kunden durch den Schwalbenkot belästigt werden könnten (siehe Foto mit dem Vordach). Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass regelmäßiges Auswechseln von Kotbrettern dem Besitzer des Gebäudes und somit auch den Steuern in die Stadtkasse abführenden Geschäften einfach nur zu arbeits- und kostenintensiv ist. Da wäre eine einmalige Aktion mit Entfernen der Nester und Anlegen eines "Stacheldrahts" sicher komfortabler. Das wäre dann ein Vorgang, wie er auf der Welt tagtäglich zuhauf vorkommt.
Liebe Frau Wiegand, ich wünsche Ihnen viel Erfolg im Kampf gegen diesen Wahnsinn!

Viele Grüße,
Marcus Beike
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06.06.2010 - Peter Erlemann - Wieder mal Kormoran
Hallo.

Was Homo sapiens doch für Ideen hat: Nachdem die Fischbestände im Bodensee aufgrund der verbesserten Wasserqualität in den letzten 10 Jahren um 36% abgenommen haben, die Erträge der Berufsfischer hingegen trotz Kormoranen gestiegen sind, wurde nun überlegt, die Fischbestände durch Düngung des Sees mit Phosphor künstlich zu erhöhen, um mehr Fischer als naturverträglich im Geschäft zu halten!

Weiteres Interessantes zum Thema findet sich hier:
http://www.see-online.info/2010/06/05/fischer-und-kormorane-„jagen“-unterschiedliche-fischarten/

Viele Grüße
Peter Erlemann
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06.06.2010 - Andrea Wiegand - Schwalbenabwehr
'Engelhardtscher Hof in Borken Hessen  Schwalbenkolonie' - Fotograf: Andrea WiegandZu der bereits bestehenden Überdachung am Engelhardtschen Hof
möchte ich hier mal ein Bild zeigen. Das Dach ist auch am rechten und
linken Bereich des Gebäudes vorhanden, der Kot kann so garnicht
auf den Fussweg gelangen. Es geht hier definitiv nur um den Überflug
der Vögel, wenn sie die Nester anfliegen und das tun sie, wie schon
beschrieben auch weiterhin, bauen sogar unter dem Stacheldraht (Foto folgt
in Kürze).

schwalbige Grüße
Andrea Wiegand
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06.06.2010 - Andrea Wiegand - Schwalbennestvernichtung in Borken
Hallo zusammen,

den Kommentar, den ich gerade in die HNA gesetzt habe, kopiere ich mal
hier hinein. Er wird von der Redaktion erstmal gegengelesen, dieser ist
original und ungelesen von der HNA Redaktion, somit ungekürzt:

Zu bestreiten, dass hier Nester entfernt wurden ist mehr als dreist. Der ehemal. Vogelschutzbeauftragte der Stadt Borken, jetzt nur noch Vogelschutzbea. der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen, hat ebenso 1Zeugen für die Vorfälle, wie ich. Unsere Informanten haben klar geäußert, dass die Nester erst kürzlich entfernt wurden, eine Hebebühne im Einsatz war und das Stachelband angebracht wurde. Was muss sich jetzt noch beweisen lassen?! Ein Teil der Nester wurde nach meinem Inf. schon im Winter entfernt, aber auch das ist strafbar und somit ist es unerheblich wann die Arbeiten ausgef. wurden.Diese Untat ist nicht nur ein Frevel an der Natur, obendrein hat sie sich als völlig unwirksam gezeigt. Die Schwalben bauen wieder, mitten im Stacheldraht. Die erste Brut ist verloren. Auf der gesamten Front des Engel.Hofes existiert bereits ein Dach, das den Kot über den Nestern abhält. Schwalben sind Vögel, diese fliegen, ja verdammt! Dürfen sie das in unserer Zeit nicht mehr??

Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand
Mauerseglerhilfe Schwalm-Eder-Kreis
0160 98320086


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30.05.2010 - T o m S c h e g e l - Kormoran
Hallo Herr Roth,

gern geschehen, es macht mir Freunde mich auch mal mit Leuten mit anderer Sicht auszutauschen.
Zum Thema >Was tun?< sehen Sie mich ratloser als noch vor einer Stunde bevor ich den Bericht aus MV gelesen habe. Die Vergrämungsabschüsse hatte ich immer für den letzten Notnagel gehalten der Bericht sagt aber nun was anderes.
Das Auskühlenlassen der Gelege hatte ich noch als schonenste Methode angesehen, am Bodensee wurden ja 20% Reduzierung festgestellt (oder Komplettauslöschung wenn ich andere Quellen lese...), in Brandenburg hatte man nach dortigen Angaben 40% erreicht.

Zu ihren Szenarien:
1) mit dem Kormoran leben lernen und auf die Selbstregelung der beschädigten Natur vertrauen, auch wenn dies lange dauern und zu Lasten einzelner Fischarten gehen mag,

Der letzte Halbsatz sollte dann aber auch bitte öffentlich erklärt werden!!!

2) ein europaweites Bestandsmanagement mit (weitgehend noch zu erprobenden) minimal invasiven Methoden.

Bin ich für etwa 1,8 – Bestandsmanagement soll ja auch nicht die Ausrottung zum Ziel haben, sondern eine Stabilisierung auf niedrigeren Niveau - mit dem es dann zu leben gilt.
Fischer, Teichwirte und Angler würden bestimmt eher „die Füße stillhalten“ wenn man erkennen würde das etwas Sinnvolles passiert. Die Vögel erst viele Junge ausbrüten lassen und dann zuschießen halte ich nicht für sinnvoll, auch wenn es der „Teichfasan“ auf die Speisekarte schafft. Wenn erklärt würde dieser Bestand ist Maximum, beim Überschreiten wird gegen gesteuert. Dann hätten die Leute die vom Fisch leben eine Aussicht und müssten sich nicht jährlich eine neue Kapazitätsgrenze erklären lassen. Der Unterschied warum Rehe + Hirsche geschossen werden sollen um den Wald zu schützen aber Kormorane heilig sind erschließt sich mir nicht. Da könnte man ebenso Mausefallen verbieten da mit Biber, Haselmaus, Siebenschläfer viele Nagetiere auf der roten Liste stehen.

Meine Kritik an der CH – Sendung kommt noch, Kurzfassung: War eher für CH & Mittelmeerraum, sowas kommt heraus wenn die Mannschaft eines Umweltmagazins versucht sich in die Fischerei hinein zu versetzen, hätten ruhig mal mit gemäßigten Fischereivertretern reden können und nicht mit jeweiligen Extremen und doch mal eine der vielen Beispiele für die Äsche an kleineren Flüssen.

T o m S c h l e g e l
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