25.07.2010 - Sommerliche Arbeiten im Forst

Auch in diesem Jahr war wieder festzustellen, dass und scheinbar besonders in den öffentlichen Wäldern Hessens während der gesamten Brutzeit (und Setzzeit des Wildes) also von April über die so besonders sensiblen Monate Mai und Juni hinweg bis in diese Tage hinein mit Harvestern und schweren Rückzügen Holzeinschlag und Durchforstungen betrieben wurden. Dabei kommt es auf empfindlichen Böden (z.B. anmoorige Böden auf dem Hohen Meißner) zu schweren Bodenverwundungen mit oft metertiefen Geleisen oder in Hanglagen zum Durchwühlen der Maschinen bis auf das anstehende Gestein. Besonders Stangenhölzer mit ihren typischen Brutvögeln wie Sperber, Waldohreule, Tannenhäher und Ringeltaube - um nur einige zu nennen - sind mitten in der Brutzeit großflächig betroffen. Aber auch die Ränder von Althölzern, die vom Sturm aufgerissen sind (Baumfalkenbrutplatz!) werden alljährig - wegen der Borkenkäferfichten - von den Großmaschinen heimgesucht. In den Unterwuchs (Naturverjüngung) werden brutale Rückegassen gefahren, die Bäume an den Rückgassen durch die Maschinen im Wurzelanlauf- und unteren Stammbereich oft schwer verletzt. Im Rahmen der naturnahen Waldwirtschaft scheint die Frequenz der forstlichen Eingriffe deutlich zugenommen zu haben. Während die Kahlschlagwirtschaft für einen Waldbestand beim Erntehieb ein ökologisches Ende mit Schrecken bedeutete, scheint die naturnahe Waldbewirtschaftung mit Großmaschinen für den Wald ein Schrecken ohne Ende zu sein.
Und die Naturschutzverbände - machtlos.
Dr. Jörg Brauneis


21.07.2010 - Kormorandiskussion

Hallo zusammen,

hier zur allseitigen Kenntnisnahme ein neuer Beschluss der Politik zum Thema Kormoran, diesmal aus BaWü:

http://www.uvm.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/71259/

Viele Grüße,
Marcus


14.07.2010 - Neue Internetseite des HGON-Arbeitskreises OF

Hallo zusammen,

der Internetauftritt des Arbeitskreises Offenbach wurde "relaunched" und präsentiert ornithologische und naturschutzbezogene Informationen aus dem Beobachtungsgebiet (z.B. aktuelle Meldungen, ausführliche Porträts der NSG uvm.) in neuem Gewand.
Wir würden uns freuen, möglichst viele Interessierte aus ganz Hessen und darüberhinaus als Gäste begrüssen zu dürfen:

www.hgon-offenbach.de

Viele Grüße,
Marcus Beike


02.07.2010 - "Schwalbenverjäger"

Hallo.

Habe vorige Woche diese Möglichkeit zur Abwehr von Mehlschwalben gesehen, die ich nicht vorenthalten möchte....

Gruß
Peter Erlemann


29.06.2010 - Waldohreulen und Artenschutz

Hallo Tim,

danke für die Erläuterung in Sachen Artenschutz. Mir war bewusst, dass die Waldohreule im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützt ist. Gut zu wissen, dass das Bundesnaturschutzgesetzt beim Artenschutz nun unmittelbar gilt, umittelbar vom Status des Landesnaturschutzgesetzes. Möglicherweise könnte man auch die VSRL heran ziehen, in der ein guter Erhaltungszustand aller Arten eingefort wird. Denn für Hessen ist es der wichtigste bekannte Winter-Schlafplatz dieser (Zug)vogelart, auch wenn sie in Hessen nur auf der Vorwarnliste steht und daher keine VSGs für die Art ausgewiesen wurden. Ich habe die Vorschläge und Anregungen aus dem Forum gesammelt und heute an die zuständige UNB weiter geleitet.

Viele Grüße,

Dominic


29.06.2010 - Waldohreulen / HENatG

Hallo zusammen,

die Behauptung, es gebe derzeit kein hess. Naturschutzgesetz ist so nicht richtig. Aber das, was wir noch haben ist nicht mehr zu 1005 anwendbar, da seit 1.2.10 eine neue Fassung des BNatSchG gültig und das Landesrecht nicht daran angepasst ist. Es gibt jedoch einen "Einführungserlass" vom Ministerium mit Datum vom 10.2.10, welche §§ nun noch wie angewendet werden können.
Der Artenschutz ist darüber hinaus nun reines Bundesrecht, welches unmittelbar gilt. Da braucht man gar kein Landesgesetz mehr heranzuziehen!

Viele Grüße
Tim


28.06.2010 - Neues von den Waldohreulen

Hallo Tim und Herr Roth,

vielen Dank für die Hinweise, die wir gerne aufgreifen werden! Auch ist bereits die Presse informiert.

Ich habe zur Information einen Beitrag aus den Amöneburger Stadtnachrichten, dem Mitteilungsblatt der Stadt Amöneburg, herauskopiert. Darin werden die Waldohreulen auf dem Friedhof als "nicht standorttypisch" bezeichnet. Außerdem wird behauptet, dass es derzeit kein in Hessen kein Naturschutzgesetz gebe. Hier der Beitrag:

"Grabsteinprüfung auf dem Friedhof in Amöneburg wird vorgezogen - Baumfällungen stehen bevor

In der letzten Ausgabe der Amöneburger Stadtnachrichten berichteten wir über die Sturmschäden im Stadtgebiet von der Nacht vom 10. auf den 11. Juni. Zur Untermalung verwendeten wir auch ein Bild des Amöneburger Friedhofs, auf dem zwei riesige Lebensbäume auf das neu angelegte Grabfeld mit frisch aufgestellten Grabsteinen gestürzt waren. Nach den Räumungsarbeiten konnte grundsätzlich Entwarnung gegeben werden. Außer einigen Holzkreuzen sind nach äußerem Anschein die Grabsteine nicht beschädigt. Einige Grabnutzungsberechtigte machen sich nun aber Sorgen, ob Sie aber nach wie vor standsicher sind. Deshalb hat die Friedhofsverwaltung bei der Stadtverwaltung entschieden, die diesjährige Grabsteinprüfung für den Amöneburger Friedhof terminlich vorzuziehen.

Diese wird mit einem entsprechenden Gerät geprüft, wodurch ausgeschlossen wird, dass die Steine durch die Prüfung lose gerüttelt werden.

In der letzten Woche fand auf dem Friedhof Amöneburg zudem ein Ortstermin mit der Unteren Naturschutzbehörde statt wegen der Fällung zweier weiterer Lebensbäume, die nach Auskunft des beauftragten Baumpflegers nicht mehr ausreichend standsicher sind. Diese werden wohl in Kürze entfernt werden. Die Friedhofsverwaltung strebt zudem die Beseitigung aller Lebensbäume in diesem Bereich an, weil damit zu rechnen ist, dass immer wieder Bäume umstürzen und auf die Gräber fallen. Beim Sturmereignis in der letzten Woche war deutlich geworden wie leicht diese Flachwurzler bei aufgeweichtem Boden und Sturm einfach komplett mit Wurzelteller umfallen können. Da sie direkt auf einer Trockenmauer stehen kann sich das Wurzelwerk in den unteren Bereich nicht ausbreiten.

Der Fällung entgegen steht der Aufenthalt einer Waldohreulenkolonie, die das Gehölz zeitweise als Ausweichquartier besiedelt. Zwar sind weder die Lebensbäume noch die Eulen dort standorttypisch, dennoch besteht die Untere Naturschutzbehörde auf ein artenschutzrechtliches Gutachten, und ein diesbezügliches Genehmigungsverfahren. Derzeit gibt es in Hessen nicht einmal ein Naturschutzgesetz! Der Magistrat wird demnächst darüber beraten, ob er diese Angelegenheit angehen will. Nach seinen Äußerungen beim Ortstermin könnte der Magistrat dabei mit der Unterstützung durch den Amöneburger Ortsvorsteher Herbert Fischer rechnen."

Quelle: www.amoeneburg.de



27.06.2010 - Amöneburg - Waldohreulen-Schlafplatz

Guten Abend in die Runde,

der Vorschlag von Herrn Dr. Mattern scheint mir sehr sinnvoll zu sein. Gleichwertiger Ersatz muss her. Vor dem Winterhalbjahr. Das kostet richtig Geld, aber von Rechts wegen ist ein Ausgleich vor Ort wohl problemlos machbar und sinnvoll. Insofern sollte das auch ohne Widerstände umsetzbar sein.
Man könnte statt der Scheinzypressen ja vielleicht auf Kiefern oder Fichten ausweichen.

Ich selbst habe nichts gegen Zypressen oder überhaupt Koniferen in Vorgärten, kann mich aber gut erinnern, dass der Naturschutz Jahrzehnte lang gegen eben diese als standortfremd gewettert hat, als seien sie der Untergang des Abendlandes. Vor diesem Hintergrund vielleicht etwas problematisch, sich jetzt ausgerechnet für den Erhalt von Chamaecyparis einzusetzen ... Aber für die Eulen sollte man das tun.
Das mit der Mail an den Bürgermeister ist eine gute Idee.
Gruß
M. Roth


27.06.2010 - Waldohreulenschlafplatz

Hallo Dominic,

die UNB könnte in dieser Sache wenigstens eine "CEF"-Maßnahme anordnen, d. h. dass die entfallenden Bäume an gleicher Stelle ersetzt werden müssen um die "ökologische Funktion" der "Ruhestätte" im Sinne des BNatSchG zu erhalten. Und zwar nicht kleine Bäumchen, sondern stärkeres Pflanzgut, was in der Lage sein kann, die Funktion als Schlafplatz für die Waldohreulen zu erfüllen.

Gruß,
Tim


27.06.2010 - Waldohreulen-Schlafplatz in Gefahr

Hallo zusammen,

auf dem Friedhof in Amöneburg befindet sich größte bekannte Schlafplatz von Waldohreulen in Hessen (max. 47 Tiere im Februar 2006). Die Vögel ruhen dort im Winterhalbjahr tagsüber versteckt in einer Reihe von Scheinzypressen. Bei dem schweren Sturm in der Nacht vom 10. zum 11. Juni sind leider zwei der Schlafbäume umgefallen, ein weiterer steht schief.

Dieses Ereignis wollte die Stadt Amöneburg nun zum Anlass nehmen, die bei einigen Personen schon lange unbeliebten Bäume (Pflanzenteile und Eulengewölle fallen auf die Gräber) gleich allesamt zu fällen. Bei einem Ortstermin mit der UNB wurde dies zum Glück untersagt. Dennoch hat sich die Stadt ein Gutachten eines Baumsachverständigen besorgt, nach dem zwei(!) der noch stehenden Bäume eine Verkehrsgefährdung darstellen sollen. Auf Grund dieses Gutachtens hat die UNB nun keine Handhabe mehr, das Fällen der beiden Bäume zu verhindern. Darüber hinaus hat die Stadt angekündigt, nach einer „Salamietaktik“ auch die übrigen Bäume nach und nach weg fällen zu wollen.

Dieses Vorgehen der Stadt Amöneburg, das sich an einigen Beschwerden aus der Bevölkerung orientiert, ist meinem Erachten nach völlig inakzeptabel. Zahlreiche Menschen kommen extra auf die Amöneburg, um den abendlichen Ausflug der Waldohreulen zu beobachten. Ich habe hierzu bereits zweimal eine Führung angeboten. Auch Kinder der Grundschule Mardorf (Stadtteil von Amöneburg) konnten hier erstmals hautnah Waldohreulen erleben. Darüber hinaus handelt es sich um einen der am längsten bestehenden Schlafplätze dieser Art in Hessen (mind. seit dem Winter 1991/92).

Wenn Sie gegen das unbedachte Fällen der Bäume auf dem Amöneburger Friedhof protestieren möchten, wenden Sie sich bitte an den Bürgermeister der Stadt Amöneburg:

Der Magistrat der Stadt Amöneburg
z.H. Herrn Michael Richter-Plettenberg
Schulgasse 2
35287 Amöneburg
m.richter-plettenberg[at]t-online.de

[at] bitte durch @ ersetzen!


Mit freundlichen Grüßen,

Dominic Cimiotti


25.06.2010 - zu Hr. Brauneis, Durchforstung in Brutzeit

(habe die Diskussion mal aus dem Birdnet ins Forum verlagert)

Es ist mitunter recht erstaunlich, dass für die Bewirtschaftung der Wälder im Bundesnaturschutzgesetz kaum Einschränkungen zu bestehen scheinen. Auch aus dem Artenschutz ist die Landbewirtschaftung in Wald, Feld und Wasser in gewisser Hinsicht ausgenommen.
Laut § 5 Abs. 3 BNatSchG sind Naturnahe Wälder aufzubauen und ohne Kahlschläge nachhaltig zu bewirtschaften. Sofern die Bewirtschaftung diesen Anforderungen entspricht, gelten die Verbote des § 44 (besonderer Artenschutz nicht) – aber nur solange keine Arten des Anhangs IV FFH-RL, europäische Vogelarten oder streng geschützte Arten in ihrem sog. Erhaltungszustand beeinträchtigt werden. Könnte man jetzt also nachweisen, dass der Erhaltungszustand der Turteltaube (in Hessen unzureichend mit Tendenz zu schlecht nach Angaben der Vogelschutzwarte) aufgrund der Durchforstung während der Brutzeit schlechter wird, hätte man etwas dagegen in der Hand. Denn wenn der Erhaltungszustand nicht durch Artenschutzprogramme, vertragliche Regelungen u. a. (§ 44 Abs. 5) im bestehenden Niveau gehalten werden kann, dann kann die zuständige Behörde Bewirtschaftungseinschränkungen machen.
Ähnliches gilt im Übrigen für die Landwirtschaft: Sofern die sog. gute fachliche Praxis, Düngeverordnung usw. eingehalten werden – greift hier die gleiche Regelung des § 44 (5) BNatSchG. Da beispielsweise das Hamsterschutzprogramm im Rhein-Main-Gebiet wegen zunehmenden Flächendrucks immer weniger Interessenten findet, könnten die Landwirtschaftsbehörden den Landwirten laut Gesetz m. E. dort einfach aufdrücken, hamstergerecht zu wirtschaften – und das ohne finanzielle Entschädigungen wie es sie momentan für die vertraglichen Regelungen gibt.
Die Verbände könnten und sollten zumindest die Behörden auffordern, die Sachverhalte zumindest zu prüfen, wenn offensichtlich ist, dass in Deutschland streng geschützte oder nach EU-Recht geschützte Arten in ihrem Erhaltungszustand durch Bewirtschaftungsmaßnahmen beeinträchtigt werden können.

Das schlimme ist ja, dass manche Behörden sich im Gesetzesdschungel oftmals selbst kaum zurecht finden.

Viele Grüße
Tim Mattern


14.06.2010 - Alpensegler

Hallo zusammen,

nach Rücksprache mit einem Federspezialisten (Martin Becker) ist klar, dass es sich bei der vermeintlichen Feder eines Alpenseglers um keine Feder handelt, die von einem Segler stammt.

Gruß Karl-Heinz Heyne


07.06.2010 - Schwalben und Kormorane

Hallo zusammen,

zu der Sache vom Bodensee fällt mir nun wirklich nichts mehr ein. Wenn der Kormoran nicht mehr herhalten kann für das eigene Unvermögen, die Zusammenhänge zu verstehen (oder sollte man es schlicht "eigene Blödheit" nennen?), sprudeln plötzlich neue absurde, ignorante Ideen, um es in der eigenen Tasche klingeln zu lassen. Wie tief kann der Mensch eigentlich noch sinken?

Sehr tief, was man anhand der Schwalbenproblematik in Borken sehen kann. Vielleicht ist das Problem ja gar nicht, dass Kunden durch den Schwalbenkot belästigt werden könnten (siehe Foto mit dem Vordach). Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass regelmäßiges Auswechseln von Kotbrettern dem Besitzer des Gebäudes und somit auch den Steuern in die Stadtkasse abführenden Geschäften einfach nur zu arbeits- und kostenintensiv ist. Da wäre eine einmalige Aktion mit Entfernen der Nester und Anlegen eines "Stacheldrahts" sicher komfortabler. Das wäre dann ein Vorgang, wie er auf der Welt tagtäglich zuhauf vorkommt.
Liebe Frau Wiegand, ich wünsche Ihnen viel Erfolg im Kampf gegen diesen Wahnsinn!

Viele Grüße,
Marcus Beike


06.06.2010 - Wieder mal Kormoran

Hallo.

Was Homo sapiens doch für Ideen hat: Nachdem die Fischbestände im Bodensee aufgrund der verbesserten Wasserqualität in den letzten 10 Jahren um 36% abgenommen haben, die Erträge der Berufsfischer hingegen trotz Kormoranen gestiegen sind, wurde nun überlegt, die Fischbestände durch Düngung des Sees mit Phosphor künstlich zu erhöhen, um mehr Fischer als naturverträglich im Geschäft zu halten!

Weiteres Interessantes zum Thema findet sich hier:
http://www.see-online.info/2010/06/05/fischer-und-kormorane-„jagen“-unterschiedliche-fischarten/

Viele Grüße
Peter Erlemann


06.06.2010 - Schwalbenabwehr

Zu der bereits bestehenden Überdachung am Engelhardtschen Hof
möchte ich hier mal ein Bild zeigen. Das Dach ist auch am rechten und
linken Bereich des Gebäudes vorhanden, der Kot kann so garnicht
auf den Fussweg gelangen. Es geht hier definitiv nur um den Überflug
der Vögel, wenn sie die Nester anfliegen und das tun sie, wie schon
beschrieben auch weiterhin, bauen sogar unter dem Stacheldraht (Foto folgt
in Kürze).

schwalbige Grüße
Andrea Wiegand



06.06.2010 - Schwalbennestvernichtung in Borken

Hallo zusammen,

den Kommentar, den ich gerade in die HNA gesetzt habe, kopiere ich mal
hier hinein. Er wird von der Redaktion erstmal gegengelesen, dieser ist
original und ungelesen von der HNA Redaktion, somit ungekürzt:

Zu bestreiten, dass hier Nester entfernt wurden ist mehr als dreist. Der ehemal. Vogelschutzbeauftragte der Stadt Borken, jetzt nur noch Vogelschutzbea. der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen, hat ebenso 1Zeugen für die Vorfälle, wie ich. Unsere Informanten haben klar geäußert, dass die Nester erst kürzlich entfernt wurden, eine Hebebühne im Einsatz war und das Stachelband angebracht wurde. Was muss sich jetzt noch beweisen lassen?! Ein Teil der Nester wurde nach meinem Inf. schon im Winter entfernt, aber auch das ist strafbar und somit ist es unerheblich wann die Arbeiten ausgef. wurden.Diese Untat ist nicht nur ein Frevel an der Natur, obendrein hat sie sich als völlig unwirksam gezeigt. Die Schwalben bauen wieder, mitten im Stacheldraht. Die erste Brut ist verloren. Auf der gesamten Front des Engel.Hofes existiert bereits ein Dach, das den Kot über den Nestern abhält. Schwalben sind Vögel, diese fliegen, ja verdammt! Dürfen sie das in unserer Zeit nicht mehr??

Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand
Mauerseglerhilfe Schwalm-Eder-Kreis
0160 98320086





30.05.2010 - Kormoran

Hallo Herr Roth,

gern geschehen, es macht mir Freunde mich auch mal mit Leuten mit anderer Sicht auszutauschen.
Zum Thema >Was tun?< sehen Sie mich ratloser als noch vor einer Stunde bevor ich den Bericht aus MV gelesen habe. Die Vergrämungsabschüsse hatte ich immer für den letzten Notnagel gehalten der Bericht sagt aber nun was anderes.
Das Auskühlenlassen der Gelege hatte ich noch als schonenste Methode angesehen, am Bodensee wurden ja 20% Reduzierung festgestellt (oder Komplettauslöschung wenn ich andere Quellen lese...), in Brandenburg hatte man nach dortigen Angaben 40% erreicht.

Zu ihren Szenarien:
1) mit dem Kormoran leben lernen und auf die Selbstregelung der beschädigten Natur vertrauen, auch wenn dies lange dauern und zu Lasten einzelner Fischarten gehen mag,

Der letzte Halbsatz sollte dann aber auch bitte öffentlich erklärt werden!!!

2) ein europaweites Bestandsmanagement mit (weitgehend noch zu erprobenden) minimal invasiven Methoden.

Bin ich für etwa 1,8 – Bestandsmanagement soll ja auch nicht die Ausrottung zum Ziel haben, sondern eine Stabilisierung auf niedrigeren Niveau - mit dem es dann zu leben gilt.
Fischer, Teichwirte und Angler würden bestimmt eher „die Füße stillhalten“ wenn man erkennen würde das etwas Sinnvolles passiert. Die Vögel erst viele Junge ausbrüten lassen und dann zuschießen halte ich nicht für sinnvoll, auch wenn es der „Teichfasan“ auf die Speisekarte schafft. Wenn erklärt würde dieser Bestand ist Maximum, beim Überschreiten wird gegen gesteuert. Dann hätten die Leute die vom Fisch leben eine Aussicht und müssten sich nicht jährlich eine neue Kapazitätsgrenze erklären lassen. Der Unterschied warum Rehe + Hirsche geschossen werden sollen um den Wald zu schützen aber Kormorane heilig sind erschließt sich mir nicht. Da könnte man ebenso Mausefallen verbieten da mit Biber, Haselmaus, Siebenschläfer viele Nagetiere auf der roten Liste stehen.

Meine Kritik an der CH – Sendung kommt noch, Kurzfassung: War eher für CH & Mittelmeerraum, sowas kommt heraus wenn die Mannschaft eines Umweltmagazins versucht sich in die Fischerei hinein zu versetzen, hätten ruhig mal mit gemäßigten Fischereivertretern reden können und nicht mit jeweiligen Extremen und doch mal eine der vielen Beispiele für die Äsche an kleineren Flüssen.

T o m S c h l e g e l


30.05.2010 - Komplexität

Hallo Herr Roth und liebes Forum,

das habe ich gerne getan und sehe die Dinge natürlich nach wie vor anders:)
Die Problematik selbst ist tatsächlich so einfach und unkompliziert. Sie erscheint dem Menschen (als Kollektiv) nur deshalb so schwierig, weil er entgegen manch eitlem Gedankengut bei Weitem nicht so komplex und progressiv denken und vor allem handeln kann wie es notwendig wäre, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Wie sonst wäre es zu erklären, dass sich in unserer Gesellschaft bis heute mittelalterliches Gedankengut gehalten hat? "Googeln" Sie mal "Schwarze Vögel" und sie werden sehen, welche Eigenheiten man diesen und vielen anderen Lebewesen aufgrund einer dunklen Farbe immer noch andichtet. Und wie oft kommt das Wort "schwarz" in einem Titel einer Arbeit über den Kormoran vor, während beispielsweise beim Eisvogel an dieser Stelle stets etwas vom "Fliegenden Edelstein" gefaselt wird?
Oder wie kann es sein, dass sich Millionen von Menschen von einem Fernseh-Hampelmann an der Nase herumführen lassen und auf öffentlichen Plätzen feiern, weil ein geltungssüchtiges 19jähriges Mädchen einen Gesangswettbewerb gewonnen hat, während im Golf von Mexico das weltweite (!) Ökosystem mehr und mehr einem nicht wieder gutzumachenden Schaden entgegensteuert? Und gleichzeitig wird noch bei einem oder mehreren Gläschen Bier über den Fuß von Michael Ballack diskutiert. Versuchen Sie, denen mal mit Rilke zu kommen...
Oder warum um alles in der Welt werden unnatürlich hohe Äschenbestände erzeugt? Hat sich denn noch nicht rumgesprochen, dass dies einen unnatürlich hohen Bestand der Fressfeinde dieses Fisches, also auch des Kormorans zur Folge hat?

Nein, der Mensch ist bei weitem nicht so komplex, wie er es sich gerne einredet. Er mag (vermutlich) das komplexeste Lebewesen auf der Erde sein, aber das hat rein gar nichts zu bedeuten. Denn er ist offensichtlich nicht in der Lage, sein Handeln den eigenen beschränkten Fähigkeiten anzupassen. Ob das jemals besser wird, wage ich zu bezweifeln. Der Mensch scheint derart schlicht gestrickt zu sein, dass er sich gerne schlauer und komplexer macht, als er tatsächlich ist.

Aber immerhin ist auch mein Vorschlag, es ab jetzt besser machen!
Diesen einfachen Satz sollte auch die Menschheit verstehen können, oder?

Viele Grüße,
Marcus Beike


29.05.2010 - Kormoran

Guten Abend,

danke in die Runde für die Infos zu der TV-Sendung. So habe ich als TV-Autist auch etwas davon.

@ Herr Erlemann trifft den Nagel auf den Kopf: Wir wollen ja vielleicht sogar eine gute Lösung für alle Beteiligten, aber es gibt keine. Unsere "Untaten " der Vergangenheit lassen sich nicht umkehren oder ungeschehen machen (es sei denn, die Menschheit änderte stekum ihre Art zu leben drastisch - was nicht passieren wird). Leider. Insofern ist das "Kormoran-Problem" vielleicht auch eher ein soziologischen denn ein biologisches. Wir müssen halt damit leben, ohne uns deshalb die Köpfe einzuschlagen.

Welche Botschaft hat der Vogel des Jahres für uns?, heißt es bei den Präsentationen gerne. Die des Kormorans könnte ganz Rilke sein: DU (Mensch, d, V.) musst dein Leben ändern.

Insofern ist die Geschichte des Kormorans entgegen der Stellungnahme aus der Sendung, die Herr Beike dankenswerter Weise gepostet hat, natürlich komplizierter und vertrackter, als wir es gerne hätten. Etwas anderes zu behaupten schlösse die Notwendigkeit eines "Rilke-Impulses" grundsätzlich aus - was bequem, aber zynisch wäre. Das "Problem" ist komplex, weil es von einem komplexen Lebewesen (uns) in die Welt gesetzt wurde, über Jahrhunderte hinweg. Die Widersprüche müssen wir halt aushalten und versuchen, es ab jetzt besser zu machen. Wobei ich da auch nur sehr zögerlich Hoffnung habe (s. Mehlschwalben).

Grüße
Matthias Roth


29.05.2010 - Kormoran-Dokumentation

Hallo zusammen,

unter nachfolgendem Link kann man sich nach kurzer Werbesendung (knapp 30 Sekunden) die Dokumentation anschauen:
http://videoportal.sf.tv/video?id=0bc4048b-efdb-4579-87ca-63f2869d91aa&referrer=http%3A%2F%2Fwww.sf.tv%2Fsendungen%2Fnetznatur%2Feinzel.php%3Fdocid%3Dvideos

Freundliche Grüße,

Maik Sommerhage


28.05.2010 - Kormoransendung

Hallo.

Nach den hier im Forum ausführlich und unterschiedlich vorgetragenen Meinungen zum "Problemvogel" hatte ich "automatisch" eine Dokumentation aus Deutschland erwartet. Aber es ging um die Situation in der Schweiz und Norditalien. Nichtsdestotrotz - dort ist es dasselbe wie bei uns!
Es wird ordentlich geschossen, Bruten werden verhindert, Nestbäume gefällt, Politiker schlagen sich stimmenheischend auf die Seite der Kormoranfeinde etc.

Bemerkenswert waren die Maßnahmen von Fischern, im Oberrhein unnatürlich hohe Äschenbestände zu "erzeugen", die unter normalen Bedingungen wohl gar nicht zustande kämen - und die bösen Kormorane schnappen alles weg.

Noch etwas ist mir aufgefallen: es gibt durchaus Fischer, die mit dem Kormoran auskommen. Der Fischereiverband fordert hingegen pauschal Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe für unbelegte Fangverluste.

Wie das länderübergreifende "Problem" Kormoran in für alle Seiten zufriedenstellender Art und Weise gelöst werden soll, ist nicht erkennbar.

Frau Adolph hat in ihrem Beitrag bereits darauf hingewisen, was Homo sapiens mit seinem Handeln bewirkt hat - eine Umkehr dessen muss jedoch als unmöglich betrachtet werden.

Viele Grüße
Peter Erlemann


28.05.2010 - Kormoransendung

Hallo zusammen,

leider konnte ich den Beitrag nicht sehen, trotzdem vielen Dank an Frau Adolph für den Link, denn der letzte Absatz fasst die Situation höchst treffend zusammen, auch was die Behauptungen angeht, das "Kormoranproblem" sei komplexer als es viele gerne hätten:

"Die Geschichte des Kormorans scheint kompliziert und ist letztlich doch einfach. Sie zeigt, welche weitreichenden Konsequenzen menschliche Eingriffe in die Natur haben, die man so nie voraus gesehen hat. Einseitige, kurzfristige Lösungen befriedigen zwar manche Gemüter, beseitigen die Grundprobleme jedoch kaum. Vor dem Hintergrund gegensätzlicher Interessen wie Vogelschutz oder fischereiliche Nutzung wird um Eingriffe und Maßnahmen gestritten, anstatt der Natur eine Chance zu geben, mit der Zeit ihre eigene Balance zu finden."

Viele Grüße,
Marcus Beike


28.05.2010 - Doku auf 3sat - Viel Geschrei um schwarze Vögel

Hallo zusammen,

unter nachstehendem LINK ist zwar nicht die Dokumentation vom 26.05.10 auf 3SAT "Viel Geschrei um schwarze Vögel" als Online-Film zu sehen, aber es gibt einige Informationen dazu.

http://www.3sat.de/page/?source=/sfdrs/143917/index.html

Ich habe den Film angeschaut, er war sehr informativ, sachlich und ohne Einseitigkeit. Er regte zum Nachdenken und Handeln an. Fazit: das "Problem" Kormoran hat der Mensch gemacht, der rücksichtslos sich die Natur zu eigen gemacht hat (z. B. enormer Algenwachstum durch zu starkes Düngen in der Landwirtschaft, Flußverbauungen, Abnahme der Unterstände für Fische, Klimaerwärmung .... etc.) Wir müssen der Natur endlich wieder eine Chance geben, sich zu erholen, bevor es zu spät ist.

Viele Grüße
Karin Adolph


26.05.2010 - Kormoran

@ Tom Schlegel

Hallo Herr Schlegel, danke für Ihre Antwort. Ich verstehe Ihr Anliegen durchaus und teile vermutlich weitgehend Ihre Sicht der Dinge.

Was mich allerdings interessieren würde, ist, welche Ideen Sie denn hätten, um die Kormoran-Problematik "weiterzudrehen" in Richtung einer Lösung. Abschuss ist keine Lösung, Überspannung ist keine, Ausrotten auch nicht, also: Was tun? - Mir fallen bei bestem Willen nur zwei Szenarien ein: 1) mit dem Kormoran leben lernen und auf die Selbstregelung der beschädigten Natur vertrauen, auch wenn dies lange dauern und zu Lasten einzelner Fischarten gehen mag, und 2) ein europaweites Bestandsmanagement mit (weitgehend noch zu erprobenden) minimal invasiven Methoden. Was auch noch dauern wird und bis dahin, falls es überhaupt dazu kommen sollte, müsste dann auch mit dem Kormoran gelebt werden.

Insofern wäre es aus Fischerei-Sicht vielleicht hilfreich, die Anwesenheit des Schwarzen endlich und einfach zu akzeptieren und sich wieder mit Dingen zu befassen, die Freude machen, man muss ihn ja nicht freudig begrüßen, aber er ist nun mal da und wird wohl auch bleiben.

@ Herr Erlemann,

danke für die Tipps, kann leider nicht TVen, da kein TV. Der Bericht des DDA lässt micht etwas ratlos zurück, zeigt er doch auch keinerlei neue Idee, wie in Zukunft mit dem Kormoran umgegangen werden soll. Man muss forschen, wird gefordert. - Meine Güte, es wird seit über 50 Jahren wie wild Kormoranforschung betrieben. Wenn man bis jetzt nichts Belastbares rausfinden konnte, hat man von Orni/Biologenseite vielleicht die falschen Fragen gestellt?,

grüßt herzlich
Matthias Roth


26.05.2010 - Kormoran-Sendung auf 3 Sat

Hallo.

Habe gerade durch Zufall gelesen, dass ab 20:15 Uhr auf 3 Sat eine Sendung zum Thema Kormoran läuft: Viel Geschrei um schwarze Vögel.

Gruß
Peter Erlemann


24.05.2010 - Kormoran

Hallo.

Muss gestehen, dass ich einige Zeit nicht im Forum reingeschaut habe. Es wurde ja lange über den schwarzen fischessenden Gesellen geschrieben, passend dazu:

Kormoranbericht Mecklenburg-Vorpommern 2009

auf der Webseite des DDA: dda-web.de

Ich erspare mir einen Kommentar.

Viele Grüße
Peter Erlemann


24.05.2010 - wiedermal der Jahresvogel

Hallo Herr Roth,

das Spannen kenne ich zu allererst als die Bezeichnung für die Katze die vorm Mauseloch sitzt und vor Konzentration nichts anderes mehr wahrnimmt. Da sich die „Ornis“ in meiner Bekanntschaft auch so titulieren hielt ich das für Usus.

> … ich rätsele, worum es Ihnen letztlich geht... <
Nun zuerst wollte eigentlich hier nichts schreiben, als ich dann aber wieder mal über diese Seite stolperte war ich dann doch neugierig was den Unwissen ist und was nichtwissenwollen oder was direktes Lügen wie gelegentlich beim NABU. (Ich weiß hier ist Planet HGON aber wenn die ihre Pressemitteilungen zusammen verfassen bekommen die halt die Kritik auch mit ab).

Da ich es für sinnvoll halte miteinander zu reden habe ich versucht einige Sachverhalte einmal aus Sicht der Angler darzustellen. Ihr „Wer verstanden haben möchte, hat sicher verstanden...“ halte ich für zu pessimistisch.
Beim Ehemaligentreffen habe ich letztens mit einer Kommilitonin gesprochen der im Rahmen einer Weiterbildung (Umweltschutz, Landespflege …) original die NABU-Lehrbuchthesen beigebracht wurden. Die wollte mir erklären das wir Angler doch froh sein müssten das uns die Kormorane die Weißfische und Kaulbarsche abnehmen (das mag an einzelnen Gewässern funktionieren, an den Fließgewässern hier unten
haben wir kaum Weißfische aber ein massives Artenschutzproblem durch den Kormoran) bis hin zu „die Bestände passen sich an, ein Räuber entnimmt nicht mehr... “. Den Unterschied zwischen Brutvögeln und Wintergästen wurde jedoch nicht angesprochen, jedoch die zeitlich versetzten Schwankungen von Räuber- und Beutepopulationen. Den Rückschluss via Lotka-Volterra-Regeln der Kormoran könnte eine Art nicht auslöschen hielt sie dann aber selbst schon für abenteuerlich.
Halten Sie es für „Basiskämpfe“ wenn ich hier einige Fehlinformationen kritisiere? An der Basis sehe ich die wenigsten Probleme. Was glauben Sie was ich im Gespräch mit dem „kleinen Vogelfreund“ am Woog höre wenn ich über die Kormorane bzw. die zugehörige Kampagne rede, über die Sanierung des Darmbachs oder das Keulen von Mamor- und Silberkarpfen wenn diese beim Abfischen eines Gewässers auftauchen?

Und ich möchte auch keine Fronten aufbauen, aber wenn Falschinformationen verbreitet werden wie z.B. Klimawandel als Ursache für den Rückgang der Äschenbestände, kein Einfluss der Kormorans auf Fischbestände, das Überspannen der Teiche oder eben das Auslaufen der Kormoranverordnung in NRW bin ich geneigt mich mal zu Wort zu melden. Insbesondere letzteres hat sich bei einigen Vogelfreunden als „urban legend“ breit gemacht . Wenn diese sich gegenseitig ihre Welt erklären ist dies ärgerlich, wenn dann jedoch auch die Öffentlichkeit getäuscht wird hat dies nochmals eine neue Qualität. Das Zitat „ Dass für die Salzböde die Abschusszahl von 15 auf 25 Kormorane erhöht wurde, während zeitgleich Nordrhein-Westfalen die Einstellung der Jagd auf den Kormoran verfügt habe“ tauchte in mindestens 4 hessischen Zeitungen auf – meinten Sie dies mit Fronten aufbauen?. Der Artikel stammt übrigens vom gleichen Verfasser der hier letzten für seine Besorgnis gelobt wurde aber 4 von 4 Fischarten der roten Liste nicht kannte.


Interessant ist das von Ihnen genannte Beispiel USA , hier sonst immer als Beispiel für das Zusammenleben mit Bär und Wolf genannt, die schießen 100.000 Kormorane.
Das die Kormoran-Frage auf EU-Ebene „neu vermessen“ wird ist nur ein schwacher Trost, die haben den Schwarzen Peter längst wieder an die Länder zurückgegeben. Wichtig wäre in der Tat ein gemeinsames Handeln - aber wird dies mit einer teuren Kampagne befördert die die vorhandenen Probleme einfach abstreitet?
Das Verschwinden von Vogelarten oder Fischarten schreiben sie, wenn ich z.B. Herrn Conz lese klingt das aber anders „weil die Sportfischer-Lobby im Kormoran einen unliebsamen und lästigen Konkurrenten sieht“.

Zu „Wenn ich mir allerdings meinen "Heimatfluss" ansehe, den Rhein, dann sehe ich, dass dort bis auf den Stör nahezu alle ehemals heimischen Fischarten wieder eingewandert sind. Das war vor 40 Jahren nicht einmal vorstellbar und ist ganz klar auch ein Verdienst des Naturschutz in Deutschland!“ stimme ich Ihnen zu, möchte aber ergänzen dass die Angler auch anerkannte Naturschutzverbände sind. Und einfach so eingewandert sind die Arten doch auch nicht - Angler waren es doch die mit Lachs- und Meerforellenprojekten Druck aufgebaut haben um für die Durchgängigkeit der Flüsse zu sorgen und damit auch anderen nicht so populären Arten die Lebensbedingungen verbesserten.
http://www.wanderfische.de/AFGN/AFGN.html
http://www.wuemme-meerforelle.de/

Stimmt das sind nur kleine Gruppen, und das Beispiel der Wiederkehr des Kormorans zeigt wie echte Naturschutzarbeit aussieht. Bis vor einigen Wochen hätte ich ich noch geschrieben die Ornis hätten staunend zugeschaut wie sich die Vögel ausbreiten – hier habe ich aber gelernt das vor Jahrzehnten mal einer Nisthilfen errichtet hat.


Tom



20.05.2010 - Zur Frage der Verwandtschaft der Wasseramsel

Hallo!

Ich will mal versuchen die Frage etwas weiter beantworten.
Die Verwandtschaftsverhältnisse richten sich immer nach der Systematik, die man verwendet. Weiterhin kommt es darauf an, welchem Artkonzept man folgen will.
Die Artenliste und Systematik von Barthel und Helbig, die von Tim Mattern anführt wird, kennt man eigentlich nur im deutschsprachigen Raum. Die dort getätigte Aufspaltung der Schafstelze geht nicht konform mit vielen gängigen weltweiten Systematiken.
Die weltweit gängigste Systematik ist die von Clement (http://www.birds.cornell.edu/clementschecklist), der die Schafstelze als eine Art mit vielen Unterarten ansieht. (Persönliche Anmerkung zu Umbenennung der Schafstelzenunterarten: Wieso muß man Artnamen, die seit über 100 Jahren im Schrifttum gebräuchlich sind, verändern?`)
Nun zur Wasseramsel:
Clement ordnet die Familie der Wasseramseln in die Nähe der Familie der Zaunkönige.
Die Systematik von Sibley und Ahlquist, die einen Verwandtschaftstest mittels DNS-Hybridisierungen durchgeführten, wird in einigen Fällen nicht gefolgt, da meines Wissens es häufiger Unstimmigkeiten mit anderen systematischen bzw. neueren Methoden auftraten. Ich bin hier aber nicht mehr auf dem neuesten Stand!

Grüße
Roland





14.05.2010 - Zur Frage der Verwandtschaft der Wasseramsel

Hallo,
nur ein kleiner Hinweis, weil ich's auch nicht besser weiß: Eventuell gibt die vor 5 (?) Jahren neu erschienene systematische Artenliste von Bartel et. al Aufschluß über die Verwandtschaftsverhältnisse. Denn die neue Namensgebung und Systematik beruht auf genetischen Untersuchungen, weswegen z. B. auch die Schafstelzen stärker aufgesplittet wurden.

Grüße,
Tim Mattern


07.05.2010 - Frage zur Wasseramsel

In vielen Büchern sind Seidenschwänze und Zaunkönig als die nächsten Verwandten der Wasseramsel aufgeführt. Unter Wikipedia habe ich jetzt gelesen, dass aufgrund gentechnischer Untersuchungen doch Drosseln als nächste Verwandte wahrscheinlich sind. Da ich zwar häufger aber kritischer Wikipedia-Nutzer bin, würde ich mir gerne diese Aussage bestätigen lassen. Vielen Dank für die Rückmeldungen !

Viele Grüße
Michael Kammer


04.05.2010 - @ Tom Schlegel - aktuelle Fragen des Naturschutz

Guten Abend, Herr Schlegel,

Ihre Beiträge sind, wie meist, interessant und stellenweise auch amüsant ("Vogelspanner", das ist hübsch gesagt, obwohl ich mich dazu auch zähle(n muss).

Indes, ich rätsele, worum es Ihnen letztlich geht. Die Kormoran-Frage wird ja aktuell auf EU-Ebene (und da gehört sie, wie das Beispiel USA zeigt, auch hin und nicht in die Entscheidungsgewalt regionaler Behörden oder Gremien) neu vermessen, und die ersten Ergebnisse sollten Sie persönlich wie auch die Fischwirtschaft doch eher als Bestätigung verstehen (?).

Warum dann immer noch Basiskämpfe und Fronten aufbauen? Wer verstanden haben möchte, hat sicher verstanden, dass die Kormoran-Thematik komplexer und schwieriger ist, als viele Vogelschützer wahrhaben (wollen).

Auf der anderen Seite sah und sieht man als "Vogelspanner" - und manchmal vielleicht auch -spinner - trotz aller Eigenbemühungen ständig Arten verschwinden und z. T. auch wieder auftauchen. Damit will ich sagen, dass das, was aktuell mit einigen Fischarten geschieht, im Vogelschutz seit Jahrzehnten Alltag ist - ohne dass davon die Welt untergegangen wäre.

Jeder Artenverlust ist aber erst einmal schmerzlich. Wenn ich mir allerdings meinen "Heimatfluss" ansehe, den Rhein, dann sehe ich, dass dort bis auf den Stör nahezu alle ehemals heimischen Fischarten wieder eingewandert sind. Das war vor 40 Jahren nicht einmal vorstellbar und ist ganz klar auch ein Verdienst des Naturschutz in Deutschland!

Insofern wäre jetzt beim Artenschutz an Gewässern vielleicht endlich der Zeitpunkt für gemeinsame Aktivitäten derjenigen gekommen, die dazu willens oder in der Lage sind?!

Herzliche Grüße
M. Roth


02.05.2010 - aktuelle Fragen des Naturschutzes

Hallo Vogelfreunde,

bezüglich des „Diskutieren über aktuelle Fragen des Naturschutzes“

Frasdorf/Wildenwart - "Die vielen Millionen Euro Steuergelder, die in den vergangenen Jahren in die Renaturierung der Fließgewässer investiert worden sind, werden zur Farce, wenn sich durch den Kormoran in den heimischen Gewässern keine Fische und damit kein Leben mehr findet." Das betonte jetzt Fischereioberrat Dr. Ulrich Wunner von der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern.
"Für uns stellt sich mittlerweile die Frage, ob wir aus fachlicher Sicht überhaupt noch Forderungen bezüglich des Baues von Fischwanderhilfen wie an der Prien das Beilhackwehr oder sonstiger Lebensraumverbesserungen stellen können und dürfen, wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg bringen."

In Sorge um den Fischbestand der mittleren Prien bei Frasdorf - im Februar fielen über mehrere Tage 40 bis 50 Kormorane ein - bat Dr. Fritz-Joachim Hornschuch, der Fischereiberechtigte vor Ort, die zentrale oberbayerische Fischereidienststelle um eine aktuelle Bestandsaufnahme. Dazu wurde die Prien bei Wildenwart auf einem 300 Meter langen Abschnitt mit einem Elektrofischfanggerät überprüft. Die Prien weist dort sehr naturnahe Gegebenheiten auf, eine hohe Strukturvielfalt mit tiefen Rinnen und flachen Furten, unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten und vielen Totholzelementen. "Insgesamt ist das ein sehr hochwertiger Lebensraum für die drei hier hauptsächlich vorkommenden Arten Äsche, Bachforelle und Koppe", erklärte Wunner.

Die Fangergebnisse waren allerdings erschreckend: Auf der 300 Meter langen Strecke fingen die Experten nur noch fünf Bachforellen mit einem Gesamtgewicht von rund einem Kilo. Der im Herbst 2009 noch vorhandene Äschenbestand war vollkommen vernichtet. Aus fischereifachlicher Sicht ist dieser Befund mit einem totalen Fischsterben gleichzusetzen. Das normale Fanggewicht dieser untersuchten Strecke läge bei mindestens 100 Kilogramm, so Wunner.

Die Fachbehörde überprüfte zum Vergleich die Prien im Ortsbereich von Prien, da die schwarzen Vögel aus Scheu vor dem Menschen dort nicht auftauchen. "Dies sind für uns Referenzstrecken, in denen man noch intakte Fischbestände vorfindet", so Wunner, "auch wenn die Gewässerstrukturen dort deutlich schlechter sind als außerhalb." Tatsächlich ließen sich bei der Befischung in der Ortsmitte 56 Bachforellen aller Größen und einem Fanggewicht von 15 Kilogramm nachweisen, obwohl die Befischungsstrecke dort nur 75 Meter betrug.

Den Rest des Artikels gibt’s hier:
http://www.ovb-online.de/land/wie-totales-fischsterben-699158.html

Dabei erinnerte ich mich beim Giessener NABU (im 02/2009er SPECHT) etwas dazu gelesen zu haben:

„Als weiteres plakatives Beispiel kann angeführt werden, daß schwerwiegende Aussagen, wie z.B. daß die Einbußen in der Fischfauna in naturnahen Abschnitten noch wesentlich stärker gewesen seien als in naturfernen Abschnitten, aufgrund statistisch fragwürdiger Trendlinien postuliert wurden. Tatsache ist, daß keine einzige aufgrund dieser Trendlinien getroffenen Aussagen einer wissenschaftlichen Überprüfung standhält. In einigen Graphiken dreht sich bei Versetzen eines einzigen Punktes der gesamte Trend um.“

Eigentlich hatte ich beim NABU nur etwas über die aktuellen hessischen Winterbestände und Schlafplatzzahlen gesucht und dazu folgendes gefunden:

„Die deutschen Kormoranbestände bewegen sich bereits seit 1994 auf einem konstanten Niveau von rund 15.000-16.000 Brutpaaren.“


Tom



02.05.2010 - Überspannungen

Hallo Vogelfreunde,
da hier die „Überspannung von Vogelnestern“ diskutiert wurde ein entsprechender Beitrag über ein Gewässer:
Rund 15 Mitglieder des 1. Münchner Angler Clubs, der die Fischereirechte für das Gewässer bei Oberau besitzt, hatten erst im Dezember 2009 in mühevoller Arbeit feste Schnüre jeweils im Abstand von fünf Metern auf beiden Uferseiten über den Lauterbach gespannt, um die Fische dort vor Kormoranen zu schützen. „Diese Maßnahme erschien uns als letzte Rettung, da im vergangenen Winter eine große Zahl von Kormoranen den Fischbestand um 60 Prozent dezimiert hat“, erläutert der Vorsitzende Richard Kick.
Offenbar passte das einigen vermeintlichen Tierschützern nicht. Nur kurze Zeit später haben Unbekannte „die Seile zerschnitten sowie am Ufer stehende Weidepfähle herausgerissen und in den Bach geworfen“, berichtet Reinhard Dollrieß von der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen.
Diese Leute, die mit Autos aus München angereist sein sollen, hätten „Tierquäler“ und „Vögelmörder“ geschrien.

http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/lauterbach-unbekannte-zerstoeren-kormoran-abwehr-611830.html

Ist evtl. auch eine Info für die Leute die in der Petition gefordert hatten den Abschuss zu verbieten und die Überspannung forderten, aber auch für die die sich am Gewässer als Vogelspanner immer so herzlich begrüßt fühlen sowie für jene die kleine Bäche als Jagtgewässer für Kormorane ungeeignet halten.

Tom



28.04.2010 - Ornitho.de

Lieber Jörg Brauneis,

vielen Dank für die Frage. Genaueres zu Ornitho.de weiß sicher Stefan Stübing, unser Avifaunareferent, der Mitglied im DDA-Präsidium ist, allerdings gerade mit der Familie für ein paar Tage außer Landes ist.

Meine persönliche Meinung zu der von Ihnen aufgeworfenen Frage ist: Ich bin mir sehr sicher, dass der Erfolg des HGON-Birdnet auch damit zusammenhängt, dass man sich nicht registrieren muss, um mitzumachen und dass die Beobachtungen unstandardisiert eingegeben werden können. Das animiert viele Menschen, mitzumachen.

Das Melden bei Ornitho.de bedarf der Registrierung, weil darüber wohl ein wenig Qualitätskontrolle etc. läuft und ist standardisiert. Der Vorteil von Ornitho.de ist, dass man wegen der Standardisierung die Daten viel besser auswerten kann.

Dieser Unterschied zwischen unserem "niedrigschwelligen" Angebot und dem etwas anspruchsvolleren Ornitho.de ist es, der eine Übernahme der Daten nicht ganz einfach machen wird, weil Ornitho.de die Beobachtung ja einem registrierten Nutzer zuordnen muss und auch die Beobachtungen in einer auswertbaren Form braucht. Ich kann mir vorstellen, dass sich da eine elektronische Lösung für finden lässt. Bevor wir über eine (nicht ganz geringe) Investition in diese Richtung nachdenken, würde ich aber erst einmal den Start von Ornitho.de und seine Entwicklung abwarten.

Herzliche Grüße
Ihr Oliver Conz


28.04.2010 - Anfrage wegen "ornitho.de"

Sehr geehrter Herr Conz,
in einer Beilage zu "Die Vogelwelt" (Heft 4, 2009) hat der Dachverband Deutscher Avifaunisten angkündigt, ein Internetformum für avifaunistische Gelegenheitsbeobachtungen in ganz Deutschland zu schaffen unter dem Namen "ornitho.de". Da wohl auch beabsichtigt ist, die landesweiten Fachverbände zu integrieren, würde es mich interessieren, ob geplant ist, die HGON Birdnet - Meldungen auch in "ornithio.de" zu integrieren.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Brauneis


22.04.2010 - Elstern

Hallo Herr Kühn,

ich kann gut verstehen, dass Sie mit den Jungvögeln leiden, bei denen eine Sterblichkeit von 80% allerdings normal ist, auch durch andere Faktoren bedingt.
Deshalb würde ich nichts gegen die Elstern unternehmen, denn sie erzeugen durch ihr "räuberisches" Verhalten Selektionsdruck und zwingen die "Opfer", sicherere Nester zu bauen oder z.B. mehrfach zu brüten. Das Verhalten der Elstern hat deshalb keinen größeren Einfluß auf die Populationsgröße der anderen Arten wie z.B. Hagelschauer oder Krankheiten (im Gegensatz zu manch menschlichem Verhalten).
So ähnlich funktioniert es auch mit den Meeresschildkröten, die zu Tausenden schlüpfen, damit am Ende noch ein paar übrigbleiben, die die Population stabil halten.
All das setzt natürlich voraus, dass der Lebensraum qualitativ bestehen bleibt und keine (zer)störenden Einflüsse hinzukommen.

Viele Grüße,
Marcus Beike


21.04.2010 - Beitrag von Peter Kühn, Elstern/Nesträuber

Hallo Herr Kühn,

selbstverständlich müssen Sie nichts tun, sie können natürlich
helfend eingreifen, wenn Sie es für nötig empfinden. Das habe ich
auch schon mit Erfolg praktiziert. In einer Goldtalerulme befand sich
ein Nest mit Bluthänflingen, die Elstern direkt im benachbarten Garten
nur 10m entfernt davon, waren mir definitiv ein "Dorn im Auge".
Man kann in angemessenem Abstand das Nest mit einem verzinkten
Maschendraht umspannen, besonders gut geht das bei Kleinvögeln.

Die Elstern werden allerdings wachsam bleiben und auf den ersten
Ausflug der Jungvögel warten. Wenn man rechtzeitig genug beginnt
sie an eine Futterstelle zu gewöhnen hilft auch das.

Viel Freude mit den Gefiederten
Andrea Wiegand
Wabern


21.04.2010 - @ Lars Dettmann / Teichwirtschaft

Guten Abend, Herr Dettmann,

danke für Ihren Beitrag. Mir sind die von Ihnen angesprochenen Basics, denke ich, doch auch ganz gut bekannt und ich versuche als langjähriger Orni auch, da in Richtung Naturschutz zu vermitteln, was, wie fast alles im Leben, aber nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

Mit dem Vegetarismus ist es vermutlich ähnlich, deshalb hatte ich in meinen Beitrag extra ein "vielleicht!" stehen, als ich auf diese eventuelle Lösung hinwies. Ob kollektiver Vegetarismus eine Lösung für irgendetwas sein könnte, ließe sich halt nur durch Praxistest rausfinden. Dass es mit dem menschlichen Fleisch- und Fischkonsum allerdings so nicht weitergehen kann und darf wie bisher, davon bin ich fest überzeugt. Die Erde ist ein menschengemachtes Schlachthaus. Wer dabei mit im Boot sein will, soll das tun, aber bitte nicht über diejenigen lachen, die versuchen, es besser zu machen, weil sie diese sinnlose Metzelei nicht mehr ertragen können oder wollen.

Zudem: Weniger Fleisch bedeutet SOFORT mehr mögliche Fläche für ECHTE WILDNIS in Europa, da man 5-7 mal weniger landwirtschaftliche Nutzfläche für Vegetarier braucht als für Fleischesser. Und genau diese Fläche würde zumindest theoretisch bei einem Umstieg auf Vegetarismus frei. Und darauf würde ich persönlich es schon gerne mal ankommen lassen. Besser ließe sich der menschliche Druck auf 100 % der Landesfläche kaum entschärfen, denke ich.

Ich gucke auch gerne dem Eisvogel am Fischteich zu, noch viel lieber sähe ich ihn allerdings in einer Wieder-Naturlandschaft, in der wir Menschen nur noch Besucher /Gast und nicht mehr Aus-Nutzer wären. Und dies ist ohne massiven Verzicht auf Fleisch und landwirtschaftliche Fläche nicht zu erreichen (s.o), mit deutlich mehr Vegetarismus aber vielleicht. Ich finde, einen Versuch wäre es wert.

Grüße
M. Roth


21.04.2010 - Elstern räumen die ersten Nester aus

Hallo zusammen,
leider halten sich seit einigen Tagen zwei Elstern in und um unseren Garten auf, die ich nun bereits zweimal mit Jungvögeln im Schnabel sehen konnte. Nun habe ich Angst, dass sie sich häuslich einrichten und weitere Nester plündern.

Muss ich das einfach lernen zu akzeptieren, sollte ich etwas unternehmen? Wenn ja was?

Mit tut das Herz weh...

Viele Grüße
Peter Kühn


20.04.2010 - Mein Beitrag Kormoran und der Mensch

Hallo Herr Müller,
hallo Herr Roth,

danke für Ihre Beiträge und auch für den Hinweis, dass es tatsächlich den Beruf des Teichwirtes/Fischwirtes gibt. Ich war sehr aufgewühlt mit meinen Gefühlen aufgrund des gesamten Themas hier im Forum, dass ich etwas unüberlegt geschrieben habe. Ich hoffe, ich werde jetzt nicht von dieser Beufsgruppe "geangelt" ;-)

Übrigens: ich bin Vegetarierin seit einigen Jahren, das bezieht sich auch auf den Fisch. Ich esse aber Produkte wie Ei, Milch, Käse ... und dies überwiegend aus ökologischer Haltung. Es ist also möglich, dass auch Natur-/Tierschützer und Ornis (in meinem Fall Hobby-Orni) zu so etwas in der Lage sind. Aber Sie haben schon recht, Herr Roth, es ist sehr schwer, davon zu überzeugen, wenigstens den Fleischkonsum zu reduzieren. Doch ich gebe nicht auf.

In diesem Sinne ...
viele Grüße
Karin Adolph




20.04.2010 - Kormoran und Teichwirtschaften

Sehr geehrte Frau Adolph, sehr geehrter Herr Roth,

viele Mißverständnisse bezüglich des Konfliktes zwischen Fischerei und Kormoran berhuhen auf fehlenden oder falschen Inforamtionen von Dritten.

Es gibt vor allem in Bayern eine Vielzahl von Teichen, die im Nebenerwerb betrieben werden. Daraus den Schluss zu ziehen, dass sei Hobby, geht schwer daneben. Diese Teiche sind in der Regel ein Standbein von landwirtschaftlichen Familienbetrieben. Der Ertrag der Teiche, so er sich denn heute noch realisieren lässt, ist Teil des Einkommens der Familie. Entsprechend fallen die Reaktionen aus, wenn statt eines Ertrages nur noch Verluste auflaufen, weil sich Kormorane munter am Fischbestand bedienen.

Die These von Herrn Roth, eine kollektive Umstellung der Bevölkerung auf eine vegetarische Lebensweise sei der Schlüssel zu erfolgreichem Artenschutz, geht ebenfalls an den Realitäten vorbei. Teichwirtschaften sind hinsichtlich der Artenvielfalt keine Störgrößen, sondern eine der letzten Bastionen für viele Tier- und Pflanzenarten, die einst in ausgedehnten Auen heimisch waren. Selbst bei der EU-Kommission ist inzwischen der Groschen gefallen. Französische Teichwirte haben den Damen und Herren in der Generaldirektion Umwelt offensichtlich klarmachen können, dass Kormoranschäden zur Aufgabe von Teichflächen und die wiederum zum Verlust von Artenvielfalt führt.

Entsprechend positioniert sich die EU-Kommission in Sachen Kormoran inzwischen sehr pragmatisch. Sie unterstützt die nationalen Managmentbemühungen von Dänemark und Frankreich. Das systematische Einölen von Kormorangelegen in Dänemark bzw. der Abschuss einer jährlich neu festgelegten Anzahl von überwinternden Kormoranen in Frankreich (mehr als 50% der in ganz Europa geschossenen Kormorane) wird von der EU-Kommission als "innovativ" bezeichnet.

Der aktuelle Erhaltungszustand der Kormoranpopulation in Europa wird trotz der inzwischen greifenden Regulierungsmaßnahmen als ausgezeichnet beschrieben.

Mehr Informationen zum tatsächlichen Stand der Dinge findet man hier:

http://circa.europa.eu/Public/irc/env/wild_birds/library?l=/cormorants/guidance_document&vm=detailed&sb=Title

Aber Vorsicht! Die absolut realistischen Standpunkte der EU-Kommission bezüglich des Kormoranproblems, der Möglichkeiten zur Schadensminimierung und der Notwendigkeit einer Bestandsregulierung unterscheiden sich ganz dramatisch von dem, was NABU, LBV, HGON oder ähnliche Organisationen den eigenen Mitgliedern und der Öffentlichkeit gern einreden möchten.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer
Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin

www.lfvb.org
info@lfvb.org




20.04.2010 - Beitrag von Karin Adolph: Mensch und der Kormoran

Hallo Frau Adolph,

ich kann Ihnen in vielen Dingen zustimmen...

Aber zu Ihrer Information: Die Teichwirtschaft/ Fischwirt ist ein Haupterwerbsberuf einhergehend mit einer dreijährigen Berufsausbildung mit Abschluss zum geprüften Fischwirt!
Einfach mal im World Wide Web informieren.

Herzlichen Gruß
Jo Müller





20.04.2010 - Mensch + Kormoran

Guten Abend Frau Adolph,

Sie haben ja recht mit dem meisten, was Sie schreiben. Ist auch nicht wirklich polemisch gewesen, keine Bange. Und selbst wenn?, so lange wir uns dabei über uns selbst Gedanken machen, statt auf des Lesens unkundige Tierarten abzuschweifen ... So what?!

Es gibt allerdings durchaus Teichwirte, die davon leben wollen/müssen. Das ist ein Problem. Lösbar wäre es, vielleicht!, nur dann, wenn Mensch, und da stimme ich Ihnen zu, den selbstverständlichen Miss-Gebrauch an Natur und vor allem tierischem Leben einschränken würde und z. B. ganz auf Fleisch, Fisch, Nutztierhaltung usw. verzichtete und den frei lebenden Tierarten kein direkter Konkurrent beim tierischen Eiweiß wäre.

Spricht derzeit aber nichts dafür, dass dies auch nur annähernd so kommen könnte. Und versuchen Sie einmal, altgediente Naturschützer zum Artenschutz durch Fleischverzicht zu bewegen. Vergessen Sie`s. Funktioniert nicht. Ohne Not und völlig freiwillig entscheidet sich der Orni für Jägerschnitzel oder Forelle blau. Sind ja keine Vögel ...

Langjährig hoher Fleischkonsum ist nicht nur unnötig, sondern hat Suchtcharakter, darüber sind sich inzwischen viele Ernährungswissenschaftler einig. Wird aber auch nicht weiterführen, die menschliche Gier nach tierischem Eiweiß ist DER Sargnagel der Wildnis. Zwar könnte ihn, zumindest hier zu Lande, sofort ohne Einbuße von Lebensqualität abschaffen. Dazu müsste man aber sein eigenes Leben ändern, und das ist schwer. Stattdessen an allem anderen sinnlos rumzumeckern und zu -doktern ist vermutlich der bequemere Weg.

In diesem Sinne herzliche Grüße und trotzdem weiter so!

Matthias Roth


20.04.2010 - Kormoran und der Mensch

Hallo zusammen,

ich habe es satt, ehrlich. Nun rede ich unsachlich und aus dem Bauch heraus.

Seitdem der Mensch auf der Welt ist, stört er die Natur. Mittlerweile ist es in unseren Regionen so, dass der Mensch satt, vollgefressen und mit dickem Bauch vor dem Fernseher sitzt ... oder am Angelteich (nun werde ich frech, ich weiß ...)

Wir Menschen sind wahrlich nicht darauf angewiesen Fische zu angeln, um unsere Population zu erhalten, denn es gibt da noch weitaus mehr andere Nahrungsmittel.

Der Kormoran (und auch der Silberreiher, Graureiher, Fischadler ......) sind aber auf FISCHE angewiesen, um ihre Art zu erhalten.

Wieso hat der Mensch das Recht, in dieses Naturgeschehen so vehement einzugreifen?

Da wird mit Paragrafen, Texten und Erlassen nur so um sich geworfen, alles kostet immens Geld - teilweise Steuergelder - und warum?? ... nur weil der Mensch es nicht verkraften kann, dass gewisse Vögel ihnen Fische weg fressen, die der Mensch eigentlich gar nicht unbedingt benötigt.

Teichwirte leben auf keinen Fall nur von der Fischzucht, unmöglich, alle haben einen Hauptberuf.

(Sport)Angler machen dies aus Hobby, nicht aus Not heraus, weil sie und ihre Familie sonst verhungern müßten.

Warum ist der Mensch nicht in der Lage, einfach ein wenig zu verzichten in Dingen, die nicht lebensnotwendig sind??

Sorry, ich begreife es nicht, dass der Kormoran (und demnächst auch der Graureiher, der Fischadler & Co.) den Mensch so aus dem Gleichgewicht bringen kann, dass sein Kopf voller Pläne ist, wie man diese "Fischräuber" dezimiert.

Es gibt wichtigere Dinge in unserem Leben, liebe Leute. Unsere Erde gehört uns nicht, wir sind nur Gast darauf. Vergeßt das nicht. Die Natur ist stärker als wir, das beweist aktuell der Vulkanausbruch in Island, der so ziemlich ganz Europa flugtechnisch außer Gefecht gesetzt hat. Das sollte dem Mensch zu denken geben. Es gibt Grenzen, die wir nicht überschreiten sollten ... und das betrifft auch die Tierwelt.

Das war keine Polemik, das lag mir schon lange im Magen und verursachte mir Beschwerden, jetzt ist es raus und mir geht es etwas besser.

Ich habe hoffentlich niemanden beleidigt, denn ich bin ja selbst ein MENSCH.


Nachdenkliche Grüße
Karin Adolph


18.04.2010 - Kormoranverordnung in NRW

Hallo Forum,

da hier im Forum einige Male das Ende der Kormoranverordnung in NRW erwähnt und als Beispiel für andere Bundesländer empfohlen wurde, hierzu einige Auszüge aus der:

Pressemitteilung Düsseldorf, den 31. März 2010
Europaweites Kormoranmanagement bleibt dringend erforderlich
Zum heutigen Auslaufen der Kormoran-Verordnung erklärt der jagd- und
fischereipolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Rainer Deppe:
Die am 2. Mai 2006 erlassene Kormoran-Verordnung des Landes NRW war von Anfang
an bis zum 31.03.2010 befristet. Die Bejagung war ohnehin ausschließlich in der Zeit
vom 16. September bis 15. Februar zugelassen.
Von daher stellt das Auslaufen der Kormoran-Verordnung keinen neuen Sachverhalt
dar. Sie ist weder auf Grund von Auswertungen noch auf Grund äußeren Drucks, z.B.
des NABU erfolgt.
Ziel ist vielmehr, vor der Erarbeitung einer neuen Verordnung die Ergebnisse aus 4
Jahren auszuwerten, um auf Basis fundierter Erkenntnisse sachgerechte Regeln zum
Kormoran-Management zu erlassen.
….
Insbesondere sind die empfindlichen Arten der Mittelgebirge
(z.B. Äsche und Bachforelle) betroffen. Ihre Bestandsstärke und Reproduktionskraft ist
bereits in Mitleidenschaft gezogen.
...
Da es sich beim Kormoran um eine paneuropäische Art handelt, unterstützen wir
weiterhin ein europaweites Kormoran-Bestandsmanagement, wie es auch vom
Europaparlament gefordert wird. Sollte es absehbar bis zum Herbst keine europäische
Regelung geben, werden wir dafür sorgen, dass auf Grund der sorgfältigen Auswertung
unserer nordrhein-westfälischen Erfahrungen eine neue Kormoran-Verordnung erlassen
wird.

Zitat Ende.

Sind Sie sicher bei anderen Sachverhalten besser informiert zu sein?


Tom Schlegel


18.04.2010 - Halbwahrheiten

Hallo Her Beike,

eigentlich wollte ich ja nur „Herrn Beikes Petition“ schreiben, da Sie aber etwas von „mit Gruppe abstimmen“ schrieben hatte ich die andere Formulierung gewählt. Hier im Forum wurde besprochen ob es Briefe, Emails oder eine Petition werden soll, Tips zu Formulierungen gegeben - dies hatte ich gemeint. Auf "ipetitions.com" wurde diese ja dann öffentlich gemacht.

Kommen wir doch zurück zu Überspannung der Teiche das Sie dann >nebenbei< dann ja doch noch angesprochen haben.
Warum glauben Sie machen das die Teichwirte nicht? Warum wird dies in der NABU-eigenen Teichwirtschaft der Blumberger Mühle nicht gemacht?

Wenn Sie schon den Teichwirten nicht glauben lesen Sie doch mal beim LBV nach was der dazu schreibt:
Nachteile sind (a) die Sachkosten …
b) dass nur kleine Teiche bis maximal etwa 5 Hektar Fläche – also vor allem Winterungen und Hälterungen -
überspannt werden können:
„Zudem müssen auch die überspannten Teiche gelegentlich kontrolliert werden, da einzelne Kormorane lernen, durch
Punktstarts und –landungen die Überspannung zu umgehen. Bevor andere Vögel von diesen seltenen Spezialisten
lernen, müssen diese durch Einsatz anderer Vergrämungstechniken bis hin zum selektiven Abschuss dieser Individuen
ferngehalten werden (KELLER 1996, KELLER & VORDERMEIER 1994,1996, SEICHE 2003).

Die Überspannung großer Teiche Netzen ist dagegen abzulehnen: Sie ist effektiv, aber kostspielig, erschwert
die Bewirtschaftung, stört das Landschaftsbild und verdrängt auch für die Fischerei unproblematische Wasservögel.“

Das es am von Ihnen genannten Gewässer funktioniert ist schön für den dortigen Teichwirt hilft sonst aber nicht weiter.
Dort muss gefragt werden ob es als Jagdgewässer für den Kormoran in Frage kommt. Denn im Gegensatz zu einen Bach wie der Salzböde können im Teich durchaus Fische vorkommen die durch ihre Größe sicher vor Kormoranfraß sind. Mit weitmaschigen Überspannen werden Kormorane nicht ferngehalten es wird ihnen nur unbequem gemacht. Solange in der Nachbarschaft viel Ausweichgewässer vorhanden sind (bei einer Untersuchung wurden im Nachbarteich Tonnen an Weißfischen angeboten...) kann ein einzelnes Gewässer geschützt werden. Ob dies dauerhaft so bleibt ist fraglich. In Gebieten mit vielen Teichen lernen es die Kormorane eben schneller die Absperrungen zu überwinden.

Bezüglich der Halbwahrheiten dachte ich Sie können zwischen Polemik und Überspitzung in einer Diskussion und gut formulierten Veröffentlichungen oder Petitionen unterscheiden.
So lese ich in IHRER Petition:
„Wenn der Kormoran weiter auf nicht natürliche Weise an den Rand des Aussterbens gebracht wird“
und frage mich wo denn? Doch nur im HGON Universum. Die Population in Deutschland wächst seit Jahren. Die ca. 134000 Kormorane haben ihr Verbreitungsgebiet in den letzten Jahren ausgeweitet und sind Teil einer europäischen Population von über1,5 Millionen. Und Sie reden vom Aussterben? Wegen einer Schwankung in Hessen?
Dazu ein Zitat „Liest nun ein "interessierter Laie" manch unsinnige Behauptungen über den Kormoran, die nicht erwidert bzw berichtigt werden, könnte er diese für bare Münze nehmen.“


Tom Schlegel


16.04.2010 - Kormoranpetition

Sehr geehrter Herr Beike,

die Sichtweise des RP deckt sich mit der der EU-Kommission. Diese hat vor einigen Wochen den Entwurf eines Leitfades zur Auslegung von Artikel 9 der EU-Vogelschutzrichtlinie veröffentlicht. Darin begrüßt die EU-Kommission ausdrücklich die innovativen Managementansätze Dänemarks (bis zu 20 % der Gelege mit Paraffin verölt und so eine rückläufige Tendenz der Brutpaarzahlen erreicht) und Frankreichs (festgelegte Abschussquoten zur Regulierung des Winterbestandes). Daneben finden sich noch andere Klarstellungen, die zu einer deutlichen Versachlichung beim Umgang mit dem Kormoran und speziell bei den notwendigen Abweichungen von den Schutzbestimmungen des Artikel 5 der EU-Vogelschutzrichtlinie führen werden.

Den vollständigen Text des Entwurfes finden Sie hier:

http://circa.europa.eu/Public/irc/env/wild_birds/library?l=/cormorants/guidance_document&vm=detailed&sb=Title

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer
Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin

www.lfvb.org
info@lfvb.org


16.04.2010 - Kormoranpetition

Hallo zusammen,

heute habe ich die Antwort des RP Unterfranken auf die Petition erhalten.
Positiv ist erst einmal anzumerken, dass eine Antwort erfolgt ist, was für mich nicht unbedingt selbstverständlich ist.
Der Inhalt des Schreibens ist allerdings sehr allgemein gehalten und ist schnell wiedergegeben, was ich hier ohne größere Kommentare tun möchte:

Der Beschluss sei nach der Einrichtung eines "Runden Tisches" mit Natur-, Fischerei- und Jagdverbänden(!) ergangen, an dem die widerstreitenden Interessen gegeneinander abgewogen wurden. Auch der Naturschutzbeirat sei involviert gewesen.

Es sei in der Folge eine Regelung getroffen worden, welche die verschiedenen Interessen "angemessen berücksichtigt", was nicht zuletzt die ausgewiesenen Fouragierradien um die bestehenden Kolonien zeigten, in denen es beim Abschuss bis zum 14. März, "also außerhalb der Brutzeit"(!!), bleibt.

Insgesamt, so ist man sich in Würzburg sicher, habe man eine "maßvolle"(!!!) und ausgewogene Regelung unter Wahrung der Interessen aller Beteiligten getroffen.

Soweit der Inhalt - eine Kommentierung oder gar Bewertung der fachlichen Argumente im Petitionstext findet nicht statt.

Viele Grüße,
Marcus Beike


14.04.2010 - nochmal Salzböde

Hallo Herr Heller,
wenn ich Ihre Aufzählung summiere komme ich auf etwa 20 Kormorane, dies entspricht im Mittel doch der Zählung der Angler (vor Abzug der Wintergäste). Wenn man miteinander redet kommt doch schnell zu einer Übereinstimmung.
Zu Ernährung der Vögel schreibt der Herr Zedler die Kormorane würden keine Forellen (oder andere bedrohte Arten – dies habe ich herausgelesen) fressen. Da in diesen Gewässertyp nun einmal kaum Weißfische vorkommen frage ich mich was die Vögel denn nun fressen?
FishMacs, Rollmops oder hat der NABU heimlich Kaulbarsche zugefüttert?
Würde mich freuen wenn Sie diese Rätsel lösen können.

T o m S c h l e g e l


14.04.2010 - historisches

Hallo Dr. Brauneis,

unter den verkauften Soldaten war auch einer aus meinen Nachbarort. Er wurde 1781 auf dem Weg nach Paris von Soldatenwerbern ergriffen, zum Dienst in der Armee gezwungen und vom Landgrafen von Hessen-Kassel an England für den Kampf im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg verkauft. Sein Name war Johann Gottfried Seume. Diejenigen denen dies nichts sagt kennen sicher „Wo man singt, da laß' dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Dies ist zwar nur eine verkürzte volkstümliche Version, sein eigentliches Werk ist auch ein anderes...
In seine Autobiografie beschreibt er: „In der alten Welt habe ich nie gefischt, außer zuweilen als Knabe mit meinem Vater in der Rippach, welche herrliche Schmerlen enthielt; in Amerika verführte mich der Reichtum des Fischzugs nicht selten zu diesem Vergnügen, ...“
Ich kannte jenen Bach – die Rippach - große Teile meines Lebens nur als von der Kohlechemie verdrecktes Gewässer, schwarz, stinkend und ohne jegliches Leben. Die Erzählungen meines Großvaters von Forellen in diesen Bach waren ebenso märchenhaft wie die vom Kaiser oder vom Graf Zeppelin mit Luftschiff.
Nun ja die Situation hat sich verbessert seit einigen Jahren ist das Wasser wieder klar, es ist wieder Leben vorhanden. Vor einigen Jahren wurde auch testweise wieder Forellen besetzt, diese haben sich nicht nur gehalten sondern auch mehrere Jahre vermehrt und es ist Forellenbrut aufgekommen.
Diesen Winter waren die Kormorane da, bei den letzten beiden Begehungen konnte ich nur noch einen Döbel erblicken sonst nichts.
Ich weiß das dies die natürliche Sache der Welt ist und die Vögel einfach nur fressen wollen.
Was mich aufregt ist das Getue der Vogelfreunde „die Vögel können keinen Schaden machen“, „gönnt doch den Vögeln die paar Fische“, „die fressen doch nur Weißfische“ oder „in naturnahen Gewässern wäre dies nicht passiert“.


10.04.2010 - Kormorane und Graureiher

Zu hitzigen Diskussion über den Kormoran in diesem Forum erlaube ich mir eine Anmerkung in Sinne einer historischen Reminiszenz.
Wie den meisten Vogelkundlern bekannt sein dürfte, stand in der Landgrafschaft Hessen bis ins späte 18. Jahrhundert hinein die Falkenjagd (Beizjagd) in einer besonderen Blüte. Besonders unter dem Landgrafen Friedrich II. wurde die Beizjagd auf den Graureiher besonders gepflegt. Dabei wurde die Reiher vom Falken nur gebunden und zu Boden gebracht, nicht aber getöte. Vielmehr erhielten die vom Falken gebundenen Reiher einen Ring mit dem Namen des Jagdherren und wurden wieder freigelassen. Um eine möglichst gute Reiherbeize für sich und seine höfischen Gäste veranstalten zu können, hatte der Landgraf scharfe Schutzgesetze für die Reiher erlassen. Bis heute bekannt ist das Reiherwäldchen bei Wabern. Die Verfolgung der Vögel und die Zerstörung der Reiherhorste war mir härtesten Strafen bedroht. Neben dem Oberfalkenmeister mit seinen Gehilfen wachte ein Reiherwärter bei Wabern über die Reiher. Mit dem Tode des Landgrafen Friedrich II im Jahre 1785 wurde die Reiherbeize in Hessen eingestellt und schon in den kommenden Jahren häuften sich die gerechten Klagen der Untertanen über die schädlichen Reiher. Als erstes beschwerte sich der Teichmeister zu Immenhausen 1789 über die schädliche Reiherhege und forderte die Vertilgung der Vögel. Noch einmal trat der über den Tod des alten Landgrafen hinaus im Amt gebliebene Oberfalkenmeister von Spiegel "mit dem lebhaftesten Eifer" für seine Schützlinge, die Reiher, in die Schranken, konnte aber, da es ihm und den Reihern nunmehr an landesherrlicher Protektion fehlte, nicht verhindern, dass die fürstliche Oberrentkammer 1794 bereits die Reiher als die "schlimmsten Forellenfeinde" bezeichnete. Trotz wiederholten Einspruchs des Oberfalkenmeisters, der mehrfach auf die Unschädlichkeit der Reiher hinwies und darauf aufmerksam machte, dass Stürme zur Brutzeit einen Großteil der Nester in Wabern vernichtet und 105 junge Reiher getötet hätten, wurden die Reiher 1796 unter das Raubzeug eingetragen und eine Schussgeld von 8 Albus ausgesetzt. Jetzt setzte in ganz Hessen eine massive Verfolgung der Reiher ein bis kaum noch Reiher vorhanden waren und der letzte hessische Falkenmeister resigniert notieren musste: "Sogar das Reiherwäldchen bei Wabern steht jetzt leer."
Angesichts dieser hessichen Geschichte finde ich es sehr gut, dass die Gründer der HGON mit dem Graureiher einen in mehrfacher Hinsicht typisch hessischen Vogel als Symbol unserer Gesellschaft ausgewählt haben.
Wer sich für diese Dinge näher interessiert, dem sei das Buch empfohlen von GEORG LANDAU: "Die Geschichte der Jagd und der Falknerei in beiden Hessen" 1848 im Verlag von Theodor Fischer, Kassel, erschienen und 1992 nachgedruckt von Horst Hamecher, Kassel.
Landgraf Friedrich II war übrigens auch der hessische Landgraf , der 12000 hessische Soldaten unter dem Obersten Rall an die britische Krone "vermietet", damit diese gegen die Aufständischen in den nordamerikanischen Kolonien kämpften. Das Regiment Rall wurde dann zu Weihnachten 1776 bei Trenton am Delaware von den Amerikanern unter George Washington geschlagen, nachdem Washington in einem von den Engländern und Hessen nicht für möglich gehaltenen, strategischen Schachzug mitten im Winter und bei Eisgang den Delaware überquert hatte und die unvorbereiteten Hessen angriff. Viele dieser Hessen sind übrigens später dann gute amerikanische Patrioten geworden.
Ihren literarischen Niederschlag gefunden haben diese Ereignisse - von der Reiherbeize bis zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - in dem Roman von Sandra Paretti: "Der Winter, der ein Sommer war." Verfilmt wurde der Roman für die ARD 1976 von Fritz Umgelter mit Günter Strack in der Rolle des Landgrafen von Hessen.
Dr. Jörg Brauneis


05.04.2010 - Naturgenuß an der Salzböde - Herr Heller

Hallo Herr Heller,

danke für diesen netten, etwas ironischen Beitrag, Sie haben mich endlich mal wieder zum Schmunzeln gebracht, was mir seit einiger Zeit hier im Forum vergangen ist.

Wünsche einen schönen Ostermontag
Karin Adolph


04.04.2010 - Naturgenuss an der Salzböde - Kreis Gießen

Hallo Kormoranfreunde und -feinde,
ich möchte kurz meine Eindrücke von einem Osterspaziergang mit meiner Frau an der Salzböde entlang von Salzböden (Schönemühle) bis zur Schmelzmühle schildern: Ich stellte fest, dass der Vergrämungsabschuss für die Kormorane voll seinen Zweck erfüllt hat. Die Massen von Kormoranen hatten sich alle gut versteckt oder getarnt: 2 davon als Silberreiher, 1 als Graureiher, 2 als Hausenten und 3 als Cairina-Hausenten. Die anderen überwiegend als 2 Rabenkrähen, 1 Kolkrabe, 2 nestbauende Mäusebussarde, 2 Kormorane tarnten sich als Nilgänse und diverse Kormorane sangen als Mistel- und Rotdrosseln, einige waren auch als Amseln getarnt. Was mir noch aufgefallen ist, waren die vielen Hochstände, so etwa alle 50 m einer in allen möglichen Variationen von kaputt bis komfortabel, sollen die auch dem Kormoranabschuss dienen oder wofür sind sie gedacht? Vielleicht hatten sich die Kormorane darin versteckt, denn nicht getarnte Kormorane konnte ich nicht ausmachen. Offenbar hat zudem ein Zeitgenosse eine Holzbrücke über die Salzböde gebaut, ein andererer musste ausgerechnet am Ostersonntag im Wald mit Pkw und Anhänger Holz holen, sicherlich hatte er dazu auch eine Genehmigung (von wem?). In einem Graben nördlich der Salzböde befanden sich reichlich Laichballen, wohl alle vom Grasfrosch. Zudem hat man den Radweg hervorragend ausgebaut, dadurch lassen sich die vorhandenen Salamander jetzt viel besser überfahren.
Fröhliche Ostern!
Manfred Heller


03.04.2010 - Antwort Teil2

Hallo Herr Conz,

Sie schrieben: „Ich hatte gehofft, dass die Bedeutung der (seit Jahren) rückläufigen Rastbestände des Kormorans augenscheinlich ist. Für mich folgt daraus denknotwendig, dass eigentlich auch die Zahl der genehmigten Vergrämungsabschüsse sinken müsste (was sie nicht tut). Insofern hat der Winterbestand durchaus erhebliche Bedeutung.“

Danke jetzt erkenne ich Ihre Argumentation, jedoch verkennen Sie dabei aber die Bezüge: Vergrämungsabschüsse sollen die Biotope seltener Arten (…) schützen und die Kormoranschwärme an größere Gewässer vertreiben. Mit der (Winter-) Bestandshöhe haben diese nichts zu tun.

Nach Angabe von Dr. Mathias Werner (Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinlandpfalz und Saarland) liegt die Kapazitätsgrenze für Hessen bei 350 Brutpaaren Kormorane. Dies hat er in mehrjähriger wissenschaftlicher Tätigkeit festgestellt.

Ob im Winter dann ein Bestand der das zehnfache ( 2008 über 3690 K.) oder „nur“ das 7,5fache (2010 - 2630 K.) dieser Kapazitätsgrenze oder nur beim doppelten der von Werner angegebenen 1700 Wintergäste liegt ändert nichts am Druck auf die Gewässer. Da im Winter die stehenden Gewässer zugefroren sind konzentrieren sich die Kormorane an Fließgewässern. Wie schnell dies für einige Fischartren Bestands-bedrohend werden kann hatte ich ja schon einmal vorgerechnet.

Herr Conz unter : http://www.hgon.de/download/pdf-dateien/PMKormoran_NABU_HGON_2010.pdf
habe ich die Bestandszahlen nachgelesen, dabei viel mir folgende Stelle auf:
„An Fischzuchtanlagen gibt es Möglichkeiten, wirtschaftliche Schäden durch das
Überspannen mit weitmaschigen Drahtnetzen sowie durch optisches und akustisches
Vertreiben zu verhindern.“ (Der Hinweis auf die Entschädigungen habe ich nicht gefunden.)

Wichtiger ist jedoch „Die Bestandsabnahmen der Brutpaare im Sommer sind noch dramatischer“, so Conz, „bei den Zählungen der Staatlichen Vogelschutzwarte und der HGON konnten wir in 2004 noch 569 Brutpaare feststellen, im letzten Jahr dagegen nur 300. In fünf Jahren hat sich der Brutbestand damit nahezu halbiert!“

Wäre es für die Information der Öffentlichkeit nicht besser auch zu erwähnen das sich der Bestand sich in den 5 Jahren vor 2004 fast verdoppelt hatte und mit den aktuellen 300 Brutpaaren wieder die Kapazitätsgrenze von 350 Brutpaaren erreicht wird?

Letzte Frage Im obigen HGON- Dokument ist von 62 Schlafplätzen die Rede – der VHF hat 168 auf seiner Liste und der NABU erklärt daraufhin diese wurde mitgezählt. Ich würde gern erfahren ob sich der Fall aufgeklärt hat, evtl. wurden ja nur Brutplatzpaare genannt.

Schöne Ostern

Tom Schlegel


03.04.2010 - Tom Schlegels Darstellungen

Hallo Herr Schlegel,

bevor es jemand anderes tut, möchte ich Sie erneut auf etwas bzgl. Ihrer Ausführungen hinweisen:

Die Petition, die Sie erwähnen, ist DEFINTIV NICHT HIER erstellt worden, sondern auf der Seite "ipetitions.com".
Sie wurde NICHT DURCH DIE HGON initiiert, sondern von mir ins Leben gerufen, was bedeutet, dass der Inhalt des Petitionstextes nicht unbedingt der Meinung ALLER HGON-Mitglieder entspricht (nebenbei bemerkt kenne ich in meiner Nähe ein Gewässer, wo ein weitmaschiges Netz prima funktioniert).
Würden Sie beim Lesen der Beiträge etwas mehr Konzentration an den Tag legen und nicht gleich jeden Beitrag, der nicht Ihrer Meinung entspricht, als persönlichen Angriff werten, so würden diese ärgerlichen, mit Halbwahrheiten garnierten Darstellungen vielleicht nicht vorkommen.

Vielen Dank,
Marcus Beike


03.04.2010 - Öffentliche Darstellungen

Hallo Herr Conz,

da Sie erklärten Dr. Zedler beziehe sich auf das Umweltministerium habe ich dort auf der Homepage mal nachgesehen:
Hinzu kommen zunehmend die biotischen Einflüsse wie der Kormoran, der sowohl die Erwerbsfischer schädigt, als auch den Aufbau gesunder Fischbestände in den Flüssen verhindert bzw. wieder zunichte macht (z.B. Äschen) oder invasive Arten, die die hessischen Gewässer erreichen (Donaugrundel…).

Sie schreiben „Es bedeutet nur, dass sich ihr Bestand (anders als der des Kormorans) in den zurückliegenden Jahren nicht (weiter) verschlechtert hat.“ Haben Sie mal hier im Forum mitgelesen? Der Rückgang der Äsche nwird doch auch hier nicht bestritten.

Also welchen guten Grund gibt es? Auch dafür (auch für Sie) die anderen Arten nicht zu erwähnen?

Die klaren gesetzlichen Regeln zu verschleiern erscheint mir dafür die plausibelste Erklärung.

Zitat CONZ: „Ihnen sollte bei sorgfältiger Lektüre nicht entgangen sein, dass ich hinsichtlich des wirtschaftlichen Schadens in Teichwirtschaften einer finanziellen Entschädigung den Vorzug gebe vor der Tötung von Kormoranen und Sie nicht allein auf die Überspannung verweise.“

Dazu zwei Anmerkungen:
1. Die Wirkungslosigkeit dieser Methode habe ich Ihnen ja schon dargelegt, darin stimmen Sie mir ja auch zu. Wieso steht dann in der hier erstellten Petition:
„Daher muss man eventuellen kormoranbedingten Schäden anders begegnen, z.B. durch das Überspannen von entsprechenden Gewässern mit weitmaschigen Drahtnetzen.“
Ist die Ahnungslosigkeit oder Lüge?

2. Was ich Ihnen vorwerfe ist eben der Unterschied zwischen der Diskussion in der Tiefe dieses Forums und der öffentlichen Darstellung auf Ihrer Homepage oder in Pressemitteilungen. Dort propagieren Sie eben diese untaugliche Methode.

Können Sie mir bitte eine Quelle nennen in der Sie das der Öffentlichkeit – die dies ja bezahlen soll- deutlich darlegen?

Zitat: „Ich erwarte keine faire Behandlung von Seiten der Nutzerverbände.“ - Sie nennen es also unfair wenn sich jemand über Ihre „ungenauen“ Pressemeldungen beschwert. Wieder was gelernt.

TomSchlegel


02.04.2010 - Grüße an M. Roth

ich wollte es nicht so direkt rüberbringen, aber
wir sind uns da wohl einig. Seh ich auch so.

Gute Nacht
Andrea Wiegand



02.04.2010 - Grüße an Frau Wiegand

bevor ich den Rechner zuklappe.

Das "Problem im Biotop" sind wir. Homo sapiens sapiens.
Und dafür gibts keine annehmbare Lösung, außer wir änderten unser Verhalten, in der Hoffnung, es dann besser zu machen. Was dann wiederum zu beweisen wäre. Und genauso schief gehen könnte.

Grundsätzlich bin ich allerdings dagegen, dass andere Lebewesen unsere Fehler ausbaden sollen (MÜSSEN tuns sie es ja leider ohnehin, soweit sichs nicht vermeiden lässt). Auch schwarze Fisch fangende Vögel nicht.
Gruß
M. Roth


02.04.2010 - Kormoran

Hallo Herr Roth,

selbstverständlich löst man mit Psychologie noch nichts und das alleine ist auch nicht das
einzige Problem, das sehe ich genauso. Sie hilft bestimmte Verhaltenweisen zu ver-
stehen und vielleicht durch Aufklärung auch zu verändern, mehr wollte ich damit nicht
zum Ausdruck bringen.

Ein "Problem im Biotop", auch das hat seine Ursachen und sicher gibt es verschiedene
Möglichkeiten es abzuschwächen.

Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand







02.04.2010 - wieder mal Meerrabe ...

Guten Morgen,

ich rätsele mal wieder: Will man die m. M. nach durchaus notwendige Kormoran-Diskussion nicht wirklich führen?

@ Frau Wiegand: Das ist grundsätzlich alles richtig, was Sie schreiben (Farbe, Federn, Futterneid usw.), dürfte aber bei den für "Vergrämungsbescheide" zuständigen Fachbehörden - die durchaus an die Faktenlage gebunden sind! - nicht mal unter ferner liefen Beachtung finden. Zu Recht. Ich glaube auch, mit Psychologisieren kommt man beim Kormoran nicht weiter. Es ist ja nicht der einzelne Kormoran-Hasser unter den Anglern, der europaweit dafür gesorgt hätte, dass Kormorane "vergrämt" werden; so einflussreich wäre niemand. Nein, es gibt einfach ein "Problem im Biotop", und das europaweit.

@ Herrn Conz:
Herr Conz, ich rätsele auch, warum sich Naturschutz und Fischwirtschaft nicht mal in Hessen, wo es so gut wie keine ernsthafte Kormoran-Problematik gibt, so unversöhnlich gegenüberstehen? Ist es das Thema? Liegt es an den beteiligten Menschen? - Frage also: Wäre es vorstellbar, dass die HGON keinen Widerspruch einlegen würde, wollte man den Kormoran aus der EU-Liste der bedrohten Vogelarten streichen? - Damit trete ich ausdrücklich NICHT für die Bejagung des Kormorans ein! Ich sehe allerdings ein Glaubwürdigkeitsproblem für den Naturschutz, behielte der Kormoran seinen aktuellen Status; er ist nicht bedroht und war es im Grunde nie, "lediglich" die Unterart / Rasse chinensis war früher wohl selten. Und da der Vogelschutz heute weitgehend die Auffassung vertritt, dass es keinen Sinn mache, zwischen carbo und sinensis zu unterscheiden, Kormoran sei Kormoran - was ich persönlich differenzierter sehe -, wäre die logische Folge davon, den Kormoran als weit verbreitete und nicht bedrohte "Superspezies" anzuerkennen, die mit dem Zivilisationsdruck prima klar kommt.

Vielleicht wäre das ein erster und, weil ehrlich, glaubwürdiger Schritt auf dem zwingend gemeinsamen Weg mit der Fischwirtschaft hin zu naturnahen Gewässern? Und man hätte etwas mehr getan, als immer nur "Nein!" zu sagen. Das kommt draußen einfach schlecht an (und hilft dem Kormoran auch nicht). Wobei ich jetzt auch fast schon psychologisiere (!).

Grüße
M. Roth


30.03.2010 - Kormoran

Leider sind Menschen so "gestrickt", bunt und ausgefallen müssen die Tiere sein
und selten, möglichst auch nicht in Scharen auftreten (davon gibt es ja soviele).
Früher wurden die Tiere wegen der Farbenpracht getötet, das ist heute glücklicherweise unter Kontrolle, bei den unattraktiven Arten mangelt es noch an Verständnis.

Die Farbe Schwarz hat eine psychologisch negative Wirkung, das ist sicher unumstritten.
Nicht nachvollziehbar begründeter Futterneid und Aversionen sind die Folge,
aber auch ich halte aus

Grüße aus dem SEK
Andrea Wiegand
Wabern








30.03.2010 - Kormoran

Hallo Herr Schlegel,

es freut mich, dass Sie dem Austausch mit mir Erkenntnisse abgewinnen können.

Ich habe mit meinem Hinweis auf den günstigen Erhaltungszustand der Äsche lediglich deutlich machen wollen, dass Achim Zedler für seine Äußerung einen guten Grund hatte, nämlich die diesbezüglichen Feststellungen des Umweltministeriums. Dies schließt übrigens nicht aus, dass die Äsche auf der Roten Liste geführt wird. Es bedeutet nur, dass sich ihr Bestand (anders als der des Kormorans) in den zurückliegenden Jahren nicht (weiter) verschlechtert hat.

Ich hatte gehofft, dass die Bedeutung der (seit Jahren) rückläufigen Rastbestände des Kormorans augenscheinlich ist. Für mich folgt daraus denknotwendig, dass eigentlich auch die Zahl der genehmigten Vergrämungsabschüsse sinken müsste (was sie nicht tut). Insofern hat der Winterbestand durchaus erhebliche Bedeutung.

In der Tat halte ich es für richtig, bei wirtschaftlichen Schäden, die über die Sozialbindung des Eigentums hinausgehen, zu entschädigen statt den Kormoran zu töten. Das habe ich in meinem Diskussionsbeitrag hier vom 15. März deutlich gemacht, den Sie offenbar geflissentlich überlesen haben, was die Diskussion natürlich ein wenig schwierig macht. Dass sich diese Position nicht in allen unseren Veröffentlichungen wiederfindet hat den simplen Grund darin, dass in der hessischen Diskussion die wirtschaftlichen Schäden eigentlich keine Rolle spielen.

Ich erwarte keine faire Behandlung von Seiten der Nutzerverbände. Ich habe in Diskussionen wie diesen nun gute 30 Jahre Erfahrung gesammelt und fahre deutlich besser damit, meine Erwartungen an die Diskussionskultur – gerade wenn es um vermeintliche Rechtfertigungen für die Tötung von Vögeln geht - nicht zu hoch zu schrauben. Die Kormorane sind ja nicht die ersten schwarzen Vögel, die für den Untergang anderer, für bestimmte Personengruppen interessanter Arten verantwortlich gemacht werden. Insofern fühlen Sie sich frei, mich zu zitieren wie immer Sie wollen. Das halte ich aus.

Viele Grüße

Oliver Conz



30.03.2010 - Auf dem Radweg

Hallo Frau Adolph,

ich muss in der Tat meine Aussage zurück ziehen, es war keine Rede vom Auto fahren – das Rad ist jedoch auch nur Vermutung.
Da dem NABU das RECHT auf Mitsprache bei naturschutzrechtlichen Endscheidungen hat hat er auch die Verantwortung dies fundiert zu tun.
Da die festgelegten Gründe für Vergrämungsabschüsse - neben fischerreiwirtschaftlichen Schäden auch Gefährdungen geschützter Arten - im Artikel nicht genannt wurden stellt sich mir die Frage warum nicht? Hat der Mann keine Ahnung oder oder polemisiert er absichtlich? Platz für seine Ausführungen hätte er doch - wenn er denn nicht über die unwissenschaftlichen Angler zetern würde.
Die Angaben der Angler sehen so aus: „Bei den Zählungen im mittleren Abschnitt der Salzböde wurden durchschnittlich elf Vögel im Dezember 2009 gezählt, 23 waren es im Januar 2010 und
vom ersten bis zum zwölften Februar 2010 wurden 35 Vögel pro Tag gezählt.“

Nochmal Vergleich Zedler: „Wenn man den Bach entlang fährt, sieht man in der Regel nur wenige Vögel, was dieser Bach durchaus verkraften kann.“


Zu seiner Aussage: „Die Bestände von Bachforelle und Nase seien »überhaupt nicht gefährdet«, die von Barbe und Äsche »in einem guten Erhaltungszustand“ habe ich Herrn Conz ja schon einiges geschrieben.

»Nach vielen Untersuchungen mit Nahrungsanalysen werden Edelfischarten gerade nicht besonders geschädigt.« Vielmehr fresse der Kormoran als Opportunist das, was er bekomme, ohne besondere Vorlieben für bestimmte Fischarten. Ergo: Häufige Arten werden häufig erbeutet - und seltene Arten selten.

Frau Adolph was glauben Sie welche Fische denn in den oberen Bereichen der Bäche/Flüsse hauptsächlich vorkommen – kleiner Tip meinerseits die Regionen werden nach den sogenannten Leitfischarten, häufig vorkommenden Arten benannt: Beginnend mit der Forellenregion, Äschenregion und nachfolgend Barbenregion. …
Auch hier wieder meine Frage: Hat der Mann keine Ahnung oder oder polemisiert er absichtlich?

T o m S c h l e g e l


30.03.2010 - Artenschutz und Wirtschaft

Hallo Herr Conz,

leider konnte ich erst jetzt antworten, der Austausch mit Ihnen ist sehr erkenntnisreich.
Sie scheiben das „die Äsche in Hessen einen günstigen Erhaltungszustand (laut hessischem Umweltministerium) aufweist“. Wenn ich dann auf die Rote Liste der Fische und Rundmäuler Hessens (1996) schaue finde ich die Äsche unter der Position >Gefährdet< zusammen mit Barbe, Groppe, Bachneunauge, Elritze, Bachforelle, Rotfeder, und Schleie, sowie als >Stark gefährdet< die Nase.

Da diese Einstufung noch vor der „Bestandsregulierung“ (oder wie sie die Reduzierung um bis zu 90% nennen wollen) durch den Kormoran erfolgte wundert mich diese Verbesserung der Lage.
Die Bundesdeutsche Liste hatte ich schon genannt, wenn Sie selbst nachsehen wollen:
http://agrdeu.genres.de/agrdeu/details/id/20002/menueID/211/datenbereich/s

Ich weiß nicht welche der 4 genannten Arten neben ihren Vorkommen an der Salzböde auch eine natürliche Reproduktion aufweisen, (die vom Gesetzgeber festgelegten Anforderungen für Vergrämungsabschüsse) aber das hat der Dr. Zedler ja ausführlich dargelegt, oder?

Wenn Sie beklagen die Kormoranrastbestände seien um ein um ein Viertel zurückgegangen welche Bedeutung hat diese Aussage bei einen Strichvogel wie den Kormoran? Unterschied sich die Witterungslage im letzten Winter nicht auch deutlich von vorangehenden Jahren?

Wirtschaftliche Schäden:
Zitat : „Ihnen sollte bei sorgfältiger Lektüre nicht entgangen sein, dass ich hinsichtlich des wirtschaftlichen Schadens in Teichwirtschaften einer finanziellen Entschädigung den Vorzug gebe vor der Tötung von Kormoranen und Sie nicht allein auf die Überspannung verweise.“

Herr Conz dies ist mir trotz nochmaliger Lektüre einiger der HGOM – Veröffentlichungen tatsächlich entgangen. z.B.:
http://birdnet-cms.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=60&idart=1489&m=&s=

„Nach wie vor versuchen Teichwirte und Angler Politiker und Behörden mit einseitigen Argumenten wie der angeblichen Bedrohung seltener Fischarten und der wirtschaftlichen Schädigung zu überzeugen.

An Fischzuchtanlagen gibt es Möglichkeiten, wirtschaftliche Schäden durch das Überspannen mit weitmaschigen Drahtnetzen sowie durch optisches und akustisches Vertreiben zu verhindern.“

Das Wort „Entschädigung“ konnte ich auch mit maschineller Hilfe nicht finden – finden Sie es unfair wenn ich aus Dokumenten zitiere die mit „HGON: Oliver Conz, 06195-805900“ signiert sind?

Ok – was ich damit sagen möchte ehe sich Sportfischer und Naturschutzverbände gemeinsam engagieren - was m. M. n. dringend nötig ist – sollten sich auch einige Verlautbarungen der edlen , reinen Naturschutzverbände danach richten. Oder wie stellen Sie sich die Möglichkeiten für ökologischen Aufwertung von Gewässern vor die Hochwasserschutz, Energiegewinnung und Verkehr vor wenn doch „die Fischarten in einen guten Zustand“ sind und Angler nur als hirnlose mordgierige Idioten dargestellt sind?

T o m S c h l e g e l


29.03.2010 - Petition

Hallo Frau Adolph,

nein, gibt es bislang nicht. Sobald (bzw. sofern) ich eine Reaktion erhalte, melde ich es.

Viele Grüße,
Marcus Beike


28.03.2010 - Petition

Hallo Herr Beike,

gibt es eigentlich etwas Neues in Sachen Kormoran-Petition??

Neugierige Grüße
Karin Adolph


17.03.2010 - Beitrag von Herrn Schlegel vom 16.03.10 - Schäden

Hallo Herr Schlegel,

ich wollte eigentlich nichts mehr zu diesem Thema schreiben, weil diese erhitzten Diskussionen hier im Forum letztendlich keinem Betroffenen etwas bringen: weder den Fischern, Teichwirten, Sportanglern - noch den Kormoranen sowie den Vogelschutz- und Naturverbänden. Um hier wirklich eine verträgliche Lösung zu finden, gibt es nur eine Möglichkeit: Fachexperten aus allen Gruppen müssen sich zusammen setzen und die Gegebenheiten ausführlich erörtern über einen langen Zeitraum mit tief gehenden Studien in Praxis und Theorie. Das ist meine Meinung dazu als Laie.

Da Sie stets sehr genau sind und alles mit Daten und Zahlen belegen in Ihren Beiträgen, Herr Schlegel, kann ich nicht schweigen und zitiere Sie aus Ihrem Beitrag vom 16.10. (Schäden), der an Herrn Conz gerichtet ist:

>> bei der aktuellen Diskussion ging es um einen Artikel in der Giessener Allgemeinen. Der dortige NABU-Verantwortliche meinte Äsche, Nase und Barbe seien deutlich weniger gefährdet als der Kormoran und er könne die Lage beurteilen da er mal mit dem Auto dort vorbeigefahren ist. <<

In der Zeitung stand es aber so:

>> »Die Salzböde wird überhaupt nicht stark vom Kormoran frequentiert. Wenn man den Bach entlang fährt, sieht man in der Regel nur wenige Vögel, was dieser Bach durchaus verkraften kann«, so Zedler. Die Salzböde sei keineswegs »ein bevorzugtes Jagdgewässer des Kormorans. Dafür ist der Bach viel zu klein.« <<

Hier steht also NICHT, dass der Kreisvorsitzende der NABU, Herr Zedler mit dem AUTO den Bach entlang gefahren ist.

Was Sie vielleicht nicht wissen, Herr Schlegel: es gibt einen Salzböderadweg .... so kann man gemütlich mit dem Rad naturverträglich an der Salzböde entlang fahren und dort in Ruhe Beobachtungen machen.

Eigentlich bin ich nicht so "kleinlich", doch in diesem Falle wollte ich das gerne klar stellen.

Damit verabschiede ich mich erst einmal aus den Diskussionen über Kormoran & Co. Ich bin keine Expertin und werde mich ab jetzt erst einmal weiter ausgiebig ausgewogen informieren, lese jedoch hier nach wie vor mit. Wenn ich aber etwas Neues über den Kormoran weiß, melde ich mich wieder.

Es grüßt Sie
Karin Adolph




16.03.2010 - Aussagen von Herrn Schlegel

Hallo Herr Schlegel, hallo Forum,

in aller Kürze:
Weder habe ich behauptet, dass an der Salzböde Kormorane nicht jagen können noch habe ich irgendwelche Fakten ignoriert. Wie Sie auf diese falsche Darstellung kommen, ist mir ein Rätsel. Vielleicht lesen Sie besser nochmal nach...

Viele Grüße,
Marcus Beike


16.03.2010 - Abermals Kormoran

Lieber Herr Schlegel,

Zum Artikel im Giessener Anzeiger
Ich habe ihn nicht verfasst und kenne die Salzböde nicht aus vertiefter eigener Anschauung. Zutreffend ist, dass die Äsche in Hessen einen günstigen Erhaltungszustand aufweist (laut hessischem Umweltministerium) und dass die Kormoranrastbestände um ein Viertel und die Brutbestände um die Hälfte zurückgegangen sind.

Zu den wirtschaftlichen Schäden
Wenn Sie mich verkürzt zitieren, haben Sie natürlich immer einen Lacher auf Ihrer Seite. Ihnen sollte bei sorgfältiger Lektüre nicht entgangen sein, dass ich hinsichtlich des wirtschaftlichen Schadens in Teichwirtschaften einer finanziellen Entschädigung den Vorzug gebe vor der Tötung von Kormoranen und Sie nicht allein auf die Überspannung verweise. Was der NABU an der Blumberger Mühle macht, kann ich nicht beurteilen, da müssen Sie den NABU fragen.

Zu den ökologischen Schäden
Zu diesem Themenkomplex hat Ralf Ross eigentlich alles gesagt. Das könnte ich hier nur nochmal wortreich wiederholen. Zur Brutzeit resp. Laichzeit sind jedenfalls - um noch auf Herrn Dettmann einzugehen - in Hessen so gut wie keine Kormorane mehr an den Äschengewässern, da sieben der neun hessischen Brutkolonien an Rhein und Main liegen, eine weitere (mit 15 Brutpaaren) an einem ausgedehnten Stillgewässerkomplex in einem Naturschutzgebiet und eine Kolonie mit fünf (!) Brutpaaren an einem Stausee an der Eder.

Vielleicht wäre es deutlich besser, wenn Sportfischer und Naturschutzverbände sich gemeinsam auf die ökologische Aufwertung der Gewässer konzentrieren würden statt sich mit der ablenkenden Diskussion um den Kormoran unfreiwillig zum willfährigen Gehilfen all jener machen zu lassen, die die Diskussion um den Gewässerzustand scheuen.

Viele Grüße

Oliver Conz




16.03.2010 - Schäden

Hallo Herr Conz,

bei der aktuellen Diskussion ging es um einen Artikel in der Giessener Allgemeinen. Der dortige NABU-Verantwortliche meinte Äsche, Nase und Barbe seien deutlich weniger gefährdet als der Kormoran und er könne die Lage beurteilen da er mal mit dem Auto dort vorbeigefahren ist. Die Reaktion hier im Forum war die Überlegung eine Protestaktion zu starten.

Meine Kritik am Artikel wurde abgewiesen (dort könnten gar keine Kormorane jagen…), die von mir genannten Fakten ignoriert.
Ist das Corpsgeist unter Vogelschützern?

Zu Ihren Beitrag:

1. Der wirtschaftlichen Schaden, der in der Teichwirtschaft entsteht

Auf der HGON-Website schreiben Sie Herr Conz: „An Fischzuchtanlagen gibt es Möglichkeiten, wirtschaftliche Schäden durch das Überspannen mit weitmaschigen Drahtnetzen sowie durch optisches und akustisches Vertreiben zu verhindern.“

Dazu der bayr. LBV:
.. einzelne Kormorane lernen, durch Punktstarts und –landungen die Überspannung zu umgehen. Bevor andere Vögel von diesen seltenen Spezialisten lernen, müssen diese durch Einsatz anderer Vergrämungstechniken bis hin zum selektiven Abschuss dieser Individuen ferngehalten werden (KELLER 1996, KELLER & VORDERMEIER 1994).

… dass nur kleine Teiche bis maximal etwa 5 Hektar Fläche – also vor allem Winterungen und Hälterungen -
überspannt werden können.
Der Dr. Nipkow vom NABU erklärt die technisch machbare Grenze für Überspannungen für sogar nur 1,5ha.

Wenn dies so einfach möglich ist - warum zeigt dies der NABU nicht in seinen Modellprojekt Blumberger Mühle? Oder warum wird dann nicht das akustische / visuelle Vertreiben (der NABU schwärmt doch von den Anlagen Seeadler und ORCA) genutzt?

Da Sie wissenschaftlich arbeiten wie Sie betonen haben Sie doch sicherlich Angaben wie solche Anlagen zum Überspannen oder zum Vertreiben aussehen müssen. Stellen Sie diese Infos doch auf Ihre Homepage, sicherlich der HGON ist kein Fischereiförderverein aber diese kleine Mühe sollte der Schutz der Kormorane doch wert sein. Oder haben Sie auch längst eingesehen dass diese Maßnahmen wirkungslos sind? Warum erklären Sie dies nicht in ihren Pressemitteilungen?

HGON: „Zu den zeitgemäßen Strategien zählt vor allem, Ruhezonen für Wasservögel an Flüssen und Seen zu schaffen. So werden sie an Orte gelenkt, an denen sie problemlos geduldet werden können. Wenn sich Kormorane hier ungestört ernähren können, verringert sich auch der Druck auf Fischzuchtanlagen oder die Rückzugsräume seltener Fischarten.“

Dazu folgendes Beispiel (Hr. Dettmann kann Ihnen sicherlich mit Details weiterhelfen): Brandenburg hat über 100.000ha Seen und Flüsse sowie 4000ha Teichwirtschaften. Trotzdem sind die Kormorane an den Teichen und nur mit Abschüsse zu vergrämen. Was haben die Brandenburgen gemäß ihrer „zeitgemäßen Strategie“ falsch gemacht? Haben die eine 30km Sperrzone für Menschen um die Ruhegewässer vergessen?


2. - einem - behaupteten - ökologischen Schaden, für den Angler bei der Äsche den Kormoran verantwortlich machen.

Zitat: „Die Äsche kommt in einem Gewässer ohne Querbauwerke und mit einem natürlichen Totholzanteil im Flußbett sicherlich bestens mit dem Kormoran aus.“

Herr Conz welche wissenschaftliche Aussagekraft hat „ kommt … sicherlich bestens mit dem Kormoran aus“?
Für mich klingt das nach reiner Spekulation. Die Studie zum Totholz die Herr Dettmann verlinkte, zeigt Bachforellen können durch Totholz nicht geschützt werden könne. Diese Tatsache haben Sie also gekannt aber bei Ihrer Aussage (bewusst?) ignoriert. Da die Äsche sich im Freiwasser aufhält („steht“) und kaum Verstecke aufsucht ist bei dieser eine Schutzwirkung noch weniger gegeben.

Sie schreiben: „Besatzmaßnahmen in ungeeigneten Gewässern mögen zu herben Aderlassen auch durch den Kormoran führen. Aber da liegt das Problem schon beim Besatz, dem keine ökologische Gewässeraufwertung voranging.“

Herr Conz auch dies ist wieder reine Spekulation ihrerseits. Die bereits angeführten Beispiele Eder, Helme sowie die Flüsse in Thüringen wiesen selbsttragende Äschenbestände auf, ihr Argument Besatz ist somit hinfällig.

Langsam verstehe ich warum sich keiner am eingangs erwähnten Artikel Anstoß nahm…


Tom S c h l e g e l


15.03.2010 - Beitrag von Herrn Dettmann

Sehr geehrter Herr Dettmann,

zu einigen Ihrer Zeilen möchte ich mich auch äußern, wenngleich ich nicht direkt
angesprochen bin...
Wieso betiteln Sie ein Lebewesen, dass lediglich überleben möchte und nichts weiter tut als der natürlichen Nahrungssuche nachzugehen, als Schadensverursacher, wer ist auf dieser Erde der Schadensverursacher?

Doch nur weil der Mensch hier als Nahrungskonkurent
"Verluste" akzeptieren muss, was natürlich schwerfällt und unter
wirtschaftlichen Gesichtspunkten vermutlich auch unverständlich ist.

Naturschutz soll doch nicht willkürlich alles regulieren wovon der Mensch meint es wäre schützenswert, das komplexe System muss funktionieren. Dazu gehört der Kormoran ebenso wie die Äsche und die haben in den natürlichen Lebensräumen auch nicht die Not die hier vermittelt wird. Bestandsveränderungen, Schwankungen sind oftmals ein ganz natürlicher Vorgang, der sich von selbst reguliert. Wenn wir nicht mehr in der Lage sind die notwendigen Lebensräume zu erhalten oder durch Renaturierung wiederherzustellen, dann müssen wir den Rückgang verschiedener Arten akzeptieren, ob uns das gefällt oder nicht. Naturschutz soll ja nicht bedeuten das in der Natur ein zoologischer Garten entsteht.

Im übrigen sehe ich das "Kormoranproblem" genau wie Dr. Ross, Fischzuchtteiche müssen anders betrachtet werden, die Züchter sind gefordert ihre Teiche auf verträgliche Art vor Freßfeinden zu schützen.

Eine gute Nachricht habe ich auch noch für Sie ;-): Zuversicht bzgl. der Rückkehr und Besiedlung der Kormorankolonien ist angesagt, da sich der Frühling jetzt endlich durchsetzt und die auch bei Ihnen noch vereisten Gewässer endlich wieder kormoranfreundlich werden, ich hoffe es zumindest.

eisfreie Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand



15.03.2010 - Kormoran Diskussion – zu Herrn Dettmann

Lieber Herr Dettmann,

Ich habe über den Artikel gelesen, den Sie zitiert hatten. Er macht insgesamt einen guten Eindruck und es wird klar gezeigt, dass die angewandte Maßnahme der Totholz - Einbringung keine Erhöhung des lokalen Fischbestands zur Folge hatte.

Zweitens hat die Arbeit dokumentiert, dass das Gewässer keineswegs leer gefischt wurde, sondern auf niedrigem stabilen Niveau ein Fischbestand erhalten blieb.

Es ist für die Kormorane Kraft- bzw. Energieverschwendung ein Gewässer leer fischen zu wollen. Zumindest bei einem naturnahen Gewässer mit Versteckmöglichkeiten für die Fische, wie in dem hier ausgewählten Gewässer. Das dokumentiert – ja beweist - auch dieser Artikel, selbst unter den bei uns vorherrschenden Bedingungen. Die zusätzlichen Versteckmöglichkeiten haben das Niveau des Fischbestands aber offensichtlich nicht verändert.

Das Fazit des Artikels, nämlich dass Totholz Einbringung (oder gar Versteckmöglichkeiten per se) keinen Einfluss auf den Fischbestand haben, ist aber selbstverständlich nicht zulässig. Um das auch nur ansatzweise behaupten zu können, müsste man über größere Bereiche unterschiedliche Mengen an Totholz einbringen, dieses unterschiedlich strukturieren, den Einfluss umgebender Gewässer berücksichtigen, die Kormoranfütterung durch Fischbesatz und übervolle Fischzuchtteiche in der Umgebung unterlassen und das Ergebnis mit dem in ausgeräumten Gewässern (+/- Totholz Einbringung) vergleichen. Man müsste untersuchen, wie sich die Jagd des Kormorans auf die Verteilung der Fische auswirkt, ob sie z.B. in Areale ausweichen in denen kein Totholz ausgebracht wurde, nachdem dort die Fische dezimiert wurden (ein möglicher Grund für die längere Verweildauer der Kormorane) und man müsste das Abwanderungsverhalten in die größeren, ableitenden Flüsse studieren. Auf diese Weise müsste man dem Fisch- und dem Kormoranbestand über einen längeren Zeitraum (bei der Lebensspanne des Kormorans und dem von Ihnen vermuteten Einfluss von Witterungsbedingungen sicherlich 10 – 20 Jahre) beobachten und während dieser Zeit nicht regulierend eingreifen, um ein einigermaßen schlüssiges Bild zu erhalten.

Dann wird man - davon bin ich fest überzeugt - feststellen, dass es nach wie vor Kormorane und Fische geben wird, wie anderswo auch auf der Welt. Ich bin mir ebenfalls sicher, dass der Kormoranbestand niedriger sein wird als heute und der Fischbestand deutlich niedriger als ohne Fressfeinde (das ist KEIN Schaden, sondern normal), aber höher (!) als das jetzt erreichbare Niveau.

Man muss sich von der Idee verabschieden, dass ein Fischbestand in Gegenwart von Fressfeinden auch nur annähernd so hoch sein kann wie ohne sie. Setzt man ständig Fische aus, um dieses Niveau zu erreichen, wird sich nie ein Gleichgewicht einstellen. Isolierte Maßnahmen in einem einzelnen Bach haben wenig Aussicht auf Erfolg. Der Kormoran ist mobil und kann großräumig auf Veränderungen des Nahrungsangebots reagieren. Eine Fütterung durch Fischbesatz nimmt er sicherlich gerne an. Die verlängerte Verweildauer bzw. höhere Besuchsrate in dem Totholzbereich zeigt, wie schnell er auf Umwelt Veränderungen reagiert.

Ferner wird man meiner Meinung nach nicht darum herum kommen zu unterscheiden: Einerseits Fischzuchtteiche mit einem unnatürlich hohen Fischbesatz, die man vor Fressfeinden schützen muss, andererseits unsere heimischen Großgewässer, Flüsse und Bäche, die allen gehören, auch dem Kormoran.

Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Ross



15.03.2010 - ökologische Schäden durch den Kormoran

Sehr geehrter Herr Conz,

was macht Sie so sicher, dass gegenwärtig keine Kormorane mehr an den Äschengewässern sind? Die Laichzeit der Äschen startet und unsere Kormorankolonien sind derzeit noch verwaist, da der größte Teil der Gewässer noch mit Eis bedeckt ist. Vielleicht schauen Sie sich einfach mal an den Äschengewässern in Hessen um ...

Aber ganz unabhängig davon zeigt die verlinkte Arbeit sehr deutlich, wie wenig Schutz selbst in ansonsten noch recht naturbelassenen Gewässern das Einbringen von Totholz tatsächlich bringt. Es ist ein Märchen, dass sich allein durch Renaturierung der Fraßdruck der Kormorane auf die Fischfauna in Salmonidengewässern ernsthaft verringern läßt. Wir hatten jetzt den zweiten Winter in Folge, in dem den Kormoranen keine anderen Nahrungsalternativen mehr zur Verfügung standen. Deshalb müssen die Vögel in die Oberläufe der Flüsse/Bäche ausweichen, um nicht zu verhungern. Vergleicht man die Erhaltungszustände der Fischfauna dort mit dem des Kormorans, wird der Widerspruch deutlich. Den bedingungslosen Schutz des Kormorans bringen wir mit den Anforderungen der FFH-Richtlinie hinsichtlich der Fischfauna in unseren Gewässern nicht unter einen Hut.

Man kann versuchen, davon mit eher eigenwilligen Zählmethoden bei der Bestandserfassung von Schlafplätzen/Brutkolonien und Interpretationen der so gewonnen Ergebnisse abzulenken. Auch angesichts der wissenschaftlichen Nachweise des durch Kormorane angerichteten ökologischen Schadens macht man sich damit aber unglaubwürdig.

Sich den Realitäten zu verweigern, treibt den Naturschutz in Konflikte, in denen er nur verlieren kann. Es wäre deshalb höchste Zeit, ehrlich miteinander umzugehen und nach Lösungen für die bisher standhaft abgestrittenen, aber wissenschaftlich längst belegten Schäden an der Fischfauna zu suchen, die der Kormoran verursacht.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg/Berlin e.V.



15.03.2010 - Kormorandiskussion - zu Herrn Dettmann

Lieber Herr Dettmann,

vielen Dank für den Hinweis. Ich hatte als Abonnent der Vogelwarte die Arbeit gelesen, trotzdem Danke.

Was die Äsche vornehmlich zur Laichzeit treibt ("stehen über Kiesbänken"), kann ich in dem Zusammenhang hier tatsächlich getrost ignorieren, denn zur Laichzeit sind die Kormorane nicht mehr an den Äschengewässern.

Viele Grüße

Oliver Conz


15.03.2010 - ökologische Schäden durch den Kormoran

Sehr geehrter Herr Conz,

Zitat: "... Die Äsche kommt in einem Gewässer ohne Querbauwerke und mit einem natürlichen Totholzanteil im Flußbett sicherlich bestens mit dem Kormoran aus. Besatzmaßnahmen in ungeeigneten Gewässern mögen zu herben Aderlassen auch durch den Kormoran führen. Aber da liegt das Problem schon beim Besatz, dem keine ökologische Gewässeraufwertung voranging. ..."

werfen Sie bitte einen Blick in die letzte Ausgabe der "Vogelwarte" und lesen Sie aufmerksam die dort veröffentlichte Arbeit zur Wirkung von Totholzeintrag auf den Bachforellenbestand eines auch ansonsten recht naturnahen Gewässers.

Im Gegensatz zur Bachforelle sucht die Äsche insbesondere während der Laichzeit keine Unterstände auf, sondern steht in großen Gruppen über den Kiesbänken zum Laichen. Dort sind sie auch wegen des fehlenden Fluchtreflexes ein zu leichte Beute für den Kormoran. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die die entsprechenden Auswirkungen auf Äschenbestände belegen. Sie können diese Arbeiten weiterhin irgnorieren, brauchen sich dann allerdings nicht zu wundern, wenn man Sie und die von Ihnen vertretene HGON nicht mehr als ernstzunehmende Partner in Sachen (Fisch-)Artenschutz ansieht.

Für die User, die keinen Zugriff auf "Die Vogelwarte" haben, hier ein Link zu besagtem Artikel.

http://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/show/1300084_l1/lazbwffs_BaerKonrad_Vogelwarte_Totholz_2010.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer
Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin e.V.
Dorfstraße 1
14513 Teltow-Ruhlsdorf

Tel 03328/319150
Fax 03328/319155

www.lfvb.org
info@lfvb.org


15.03.2010 - Kormorandiskussion

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich habe mich lange nicht mehr zur vertieften Kormorandiskussion zu Wort gemeldet. Da in der langsam ermattenden Diskussion der Eindruck entstanden ist, hier würden auf der einen Seite irgendwie unverbesserliche Naturschützer die Realität ignorieren und auf der anderen Seite unversöhnliche Fischer auf ihrer Position beharren, möchte ich zumindest noch einmal unsere Position klarstellen:

Ich unterscheide zwischen einem wirtschaftlichen Schaden, der in der Teichwirtschaft entsteht und einem - behaupteten - ökologischen Schaden, für den Angler bei der Äsche den Kormoran verantwortlich machen.
Ich bin dagegen, den wirtschaftlichen Schaden durch Tötung der Kormorane zu verhindern. Der Schaden muss in erster Linie durch Gestaltung der Anlagen verhindert oder durch finanzielle Kompensation ausgeglichen werden, ähnlich einer Agrarumweltmaßnahme in der Landwirtschaft.
Ich bestreite, da wiederhole ich mich, dass es eine ökologische Begründung für die Tötung von Vögeln (oder für deren Bejagung gibt) gibt. Die Äsche kommt in einem Gewässer ohne Querbauwerke und mit einem natürlichen Totholzanteil im Flußbett sicherlich bestens mit dem Kormoran aus. Besatzmaßnahmen in ungeeigneten Gewässern mögen zu herben Aderlassen auch durch den Kormoran führen. Aber da liegt das Problem schon beim Besatz, dem keine ökologische Gewässeraufwertung voranging.
Diese Auseinandersetzung ist nicht nur eine Auseinandersetzung um den Kormoran. Es geht letztlich um die Frage, ob man sich bei der Entscheidung über die Tötung von Tieren von einem ökologischen Verständnis des vorvergangenen Jahrhunderts leiten lassen darf, das bereits zur Wiedereinführung der Rabenvogelbejagung geführt hat und zu Ende gedacht bedeutet, dass wir irgendwann Kohlmeisen schießen, um Schmetterlinge zu schützen.
Aus letzterem Grund sind wir gerade als Verband mit wissenschaftlichem Fundament - vielleicht sogar mehr als ein reiner Naturschutzverband - gefordert, in dieser Auseinandersetzung bedingungslos auf der Seite des Kormorans zu stehen.

Viele Grüße

Oliver Conz


15.03.2010 - Kormorandiskussion

Hallo Herr Roth,

die Diskussion führt ins Nirgendwo, wohin sonst?
Bitte nicht erschrecken, aber hier stimme ich Ihnen tatsächlich zu, wie auch bei einem Teil Ihrer restlichen Ausführungen:)
Das Ringen wird nie ein Ende haben, denn es hat schon vor Jahrhunderten angefangen.

Aber keine Sorge: Ich habe nicht mehr vor, mich zu diesem Thema zu äußern. Warum ich dies zuvor immer wieder getan habe, habe ich bereits in meinem letzten Beitrag erörtert. Das Interesse an einer Diskussion hatte ich bereits lange zuvor verloren.

Viele Grüße,
Marcus Beike




14.03.2010 - Kormoran zum x-ten

Guten Abend,

wohin, @ Herren Beike und Schlegel, soll die Diskussion führen, frage ich mich gerade. Herr Beike sagt, hier wird gar nicht diskutiert. Herr Schlegel scheint sehr gut informiert zu sein, was aber anscheinend außer Herrn Beike niemanden im Forum (mehr) interessiert.

Klar ist: Ein Naturschutzverband kann und wird sich nicht für eine Bekämpfung des Kormorans einsetzen. Das wäre widersinnig. Klar ist aber auch: Der Kormoran macht Teichwirtschaft und Fischfauna mehr Probleme, als viele Ornis wahrhaben (zugeben?) möchten, und ich wage die Prognose, dass auch in 20 Jahren noch genauso erbittert über dieses Thema gestritten wird, einfach deshalb, weil es keine eindeutige Lösung zu geben scheint, die für die jeweiligen Aktivisten annehmbar wäre.

Ein klassisches Dilemma also, das durch Diskussion tatsächlich nicht zu lösen wäre. Und durch Aufklärung auch nicht: Der Kormoran ist einer der am besten untersuchten Vogelarten überhaupt. Man weiß "fast alles" über ihn, muss aber jetzt feststellen, dass dies a) auch nicht weiterhilft und b) man sich geirrt haben könnte.

Die Lösung sollte also nur von außen, außerhalb von Naturschutz und Teichwirtschaft, kommen. Wer hat sie?

Ich persönlich wage (immer noch!) die Prognose, dass es auf eine Bestandsregulation des Kormorans per "Geburtenkontrolle" hinauslaufen wird, wie auch immer diese dann praktisch aussehen mag, möge auch mancher Orni mich dafür auf ewig hassen. Welche bessere Idee hätte er denn auf Lager!? - Nichtstun? Das, obwohl es mir persönlich auch am liebsten wäre, wird nicht funktionieren, darauf wette ich.

Grüße
M. Roth




14.03.2010 - Kormoran und Sprache

Hallo Her Beike,

mir ist bewusst hier im Forum eines VOGEL- und Naturschutzbundes zu sein, die „Pflege der Ausdrucksform in der Diskussion“ als Vereinsziel war mir glatt entgangen.
Dazu auch von mir ein Beispiel zur Analyse:
>>>Bei den Fischern erwuchs aus dem Bewußtsein einer beruflichen Randgruppe heraus das Bedürfnis, einen Machtkampf zu gewinnen, um sich selbst das Gefühl zu verschaffen, wichtiger zu sein, als man ist. Ein Feind mußte her, da kam der verhaßte Kormoran, …, als Eindringling in die Ruderbootidylle der Fischerin vom Bodensee gerade recht.
Es geht den Fischern also gar nicht um die Verhinderung oder Begleichung von Schäden durch Kormorane, sondern, wie soeben festgestellt, um das Gewinnen eines Machtkampfes. <<<

So genug gestichelt, zurück zum Thema Kormoran. Wenn Sie mit „unsinnige Behauptungen“
den Artikel in der GA meinten sind wir einer Meinung.

Den Begriff “plüdern“ habe ich gewählt da er für das Ausrauben von Nestern doch auch unter Vogelfreunden gebräuchlich ist. Scheint mir ein passender Vergleich zu sein wenn Kormorane Goldfische aus kleinen Folienteichen fressen (oder hätte ich hier essen schreiben sollen?)



T o m S c h l e g e l


13.03.2010 - Kormorane

Hallo Herr Schlegel,

das Jagen in einem 1,5 m breiten Bach habe ich nicht bezweifelt. Ebenso wenig bezweifle ich, dass sie Spuren im Schnee einem Kormoran zugeordnet haben. Eine groteske Vorstellung bleibt es trotzdem und obendrein eine ausgesprochene Seltenheit.

Das Problem an dieser Diskussion ist:
Sie ist gar keine und wird zudem in einem Forum geführt, das von einem Natur- und Vogelschutzbund betrieben wird. Liest nun ein "interessierter Laie" manch unsinnige Behauptungen über den Kormoran, die nicht erwidert bzw berichtigt werden, könnte er diese für bare Münze nehmen. Würde diese Gefahr nicht bestehen, würde wohl keiner mehr auf manchen hier geposteten Unfug reagieren. Einige Beispiele aus dem WWW:

Der Kormoran wird gerne zu etwas gemacht, was er gar nicht ist.
So wird ihm zuweilen der Status als Lebewesen abgesprochen und die Bezeichung "Fressmaschine" gegeben. (einfach mal "fressmaschine kormoran" googeln)

Dann wieder wird er vermenschlicht und des "Plünderns" bezichtigt. Aber der Kormoran "plündert" nicht. Er fängt Fische und frisst diese, um zu überleben. Wenn ein Lebewesen die Gewässer der Welt plündert, dann ist es der Mensch, denn dieser fängt die Fische meist nur, weil sie ihm schmecken. Siehe auch die Definition von "Plünderung" bei Wikipedia.

Deshalb kann ich "interessierten Laien" nur raten, sich selbst fundiert zu informieren. Am besten fängt man - ganz grundsätzlich - damit an, zu überlegen, welchen gesellschaftlichen Status der Kormoran mit einem anderen Aussehen hätte. Wenn er nicht schwarz wäre und ein "reptilienartiges" Äusseres hätte, sondern bunt und schillernd wäre wie der Eisvogel und außerdem die Eleganz eines Kranichs, die Schmuckfedern eines Paradiesvogels und den Niedlichkeitsfaktor des Sommergoldhähnchens besäße.
Dann würden aufkeimende Forderungen nach Abschüssen sofort in wütenden Protesten der Bevölkerung untergehen.
So nähert man sich vielleicht am ehesten dem wahren Kern des Problems.

Viele Grüße,
Marcus Beike


13.03.2010 - Salzböde

Hallo Herr Beike,

das Jagen der Kormorane in einen 1,5m breiten Bach habe ich selbst schon beobachtet. Auch das Aufsteigen von der Wiese konnte ich beobachten. Anhand der Spuren im frischen Schnee war gut zu verfolgen wie ein Vogel vom Bach aufs Ufer gestiegen ist, gut 10m über die Wiese, einen ca. 2m hohen Hang hinauf um dann von dort abzufliegen. Den Abflug konnte ich beobachten, die Abdrücke der Schwingen im Schnee markierten die Stelle.
Auch den umgekehrten Fall Spuren über die Wiese in den Bach konnte ich mehrfach sehen. Hätte ich gewusst was für eine Sensation das war hätte ich auch nach dem Beginn der Spuren gesucht – und 'nen Notar mitgenommen damit Sie mir glauben...
Der Bach hatte eine Tiefe von ca. 30cm evtl. war das den Vögeln zu flach zum Landen?
Auch beim beschriebenen Bach ist in 3km ein Fluss (Saale) als komfortables Jagdgewässer vorhanden, trotzdem sind die Vögel da und plündern gleichzeitig auch noch kleine Gartenteiche (Ja!, ich habe gefragt: Kormorane keine Graureiher).


Zurück zum Artikel: Dort wurde von einen Ortskundigen Naturschutzbund-Kreisvorsitzenden Dr. Achim Zedler erklärt das die Salzböde vom Kormoran frequentiert wird. Bezüglich der Vogelwelt glaube ich den NABU erst einmal , bezüglich Fischen und Heckrindern nicht .
Beim googeln habe ich dazu auch Bilder des Gewässers und der Kormorane u. das PDF gefunden:

http://www.myheimat.de/gladenbach/natur/das-hochwasser-an-der-salzboede-ist-weg-und-es-gibt-wieder-normale-zustaende-m964842,349530.html

http://www.myheimat.de/gladenbach/natur/das-hochwasser-an-der-salzboede-ist-weg-und-es-gibt-wieder-normale-zustaende-d349530.html

http://www.myheimat.de/gladenbach/salzboede-in-mornshausens-mit-eisschichten-am-ufer-d67368.html

http://www.myheimat.de/gladenbach/natur/das-hochwasser-im-salzboedetal-bei-gladenbach-war-nicht-ganz-so-schlimm-wie-erwartet-m956598,330361.html


Da die Hessen also keinen zweiten Amazonas versteckt haben habe ich meine Abschätzung für einen 2m – Bach aufgestellt.
Und zwar für den Fischbestand und kurzen Zeitraum. Nicht für die Kormorane denn diese sind nicht an ein Gewässer gebunden sondern können fliegen. (Das mit dem Fliegen ist wieder eine Annahme meinerseits – evtl. wissen Sie das besser...)
Wie war die „wissenschaftliche“ Beurteilung des Dr. Zedler gleich – er ist mit den Auto mal vorbeigefahren.

Auch wenn ich mit vielen Annahmen gerechnet habe (keine Graureiher, Silberreiher …) den Fischbestand um +/- 50% falsch eingeschätzt habe bleibt erkennbar das schon wenige Kormorane drastischen Einfluss auf den Fischbestand haben. Zum Praxistest dazu im benachbarten Thüringen:

Umweltministeriums Thüringen: Die Bestandssituation der Äsche (Thymallus thymallus) in Thüringen:
„In Gewässerabschnitten, die sehr gute Äschenbestände aufwiesen, reichte bereits eine
kurze Präsenz des Kormorans in einem Winter aus, diese Fischart bis auf Einzelexemplare
zu reduzieren oder auch vollständig auszulöschen“


Tom S c h l e g e l



13.03.2010 - Zwei Foren

Hallo Frau Adolph,

Entschuldigen Sie Bitte dass ich Ihre Postings aus zwei Foren durcheinander geworfen habe, so was kommt leider mal vor wenn ich mich nach einen langen Tag noch an den Rechner setze, mehr dazu später im Text. Sie haben die Sache dankenswerterweise ja schon aufgeklärt.

Ich hatte nach ihrem Beitrag zur Salzböde „Wo andernorts noch über Vergrämung und Störung debattiert wird, erhöht der Landkreis die Abschußquote des Kormorans im Salzbödetal.“ den Artikel in der GA gelesen und war erstaunt: Ein Gewässer mit so guten Bestand an mindestens drei geschützten Arten der roten Liste trotz Kormoraneinfluß?
Was hat der NABU-Kreisvorsitzende Dr. Zedler denn für Überlegungen angestellt um seine Aussage zu treffen - außer mit dem Auto mal dort entlang zu fahren? Was sind seine Argumente?
Nase (stark gefährdet), Barbe (gefährdet) und Äsche (gefährdet) sind in Hessen und anderen Bundesländern doch Arten der roten Liste, Dr. Zedler schreibt aber: „Die Bestände von Bachforelle und Nase seien »überhaupt nicht gefährdet«, die von Barbe und Äsche »in einem guten Erhaltungszustand«. Letzteres treffe auf den Kormoran hingegen, den Vogel des Jahres, überhaupt nicht zu.“

Sein Zitat zu den Untersuchungen des NABU „Nach vielen Untersuchungen mit Nahrungsanalysen werden Edelfischarten gerade nicht besonders geschädigt…« beziehen sich auf Bodensee / Plöner See, zeigen dass er nicht weiß von was er redet. In einen kalten Bach kommen eben kaum Weißfische vor sondern die genannten Arten der rote Liste.

Da Sie zu Protesten aufrufen haben Sie Dr. Zedler vom NABU ja auch geglaubt. Meine Kritik am Mangel an Fakten bezog sich nur zum Teil auf Sie. Welche weitergehenden Informationen hatten Sie denn zu Situation an der Salzböde?

Zu seiner Bemerkung die Fische sind in der Salzböde »in einem guten Erhaltungszustand« habe ich Ihnen die Überschlagsrechnung aufgemacht die Ihnen zeigen soll das eine Schädigung des Bestands durchaus realistisch ist. Untersuchungen zum Fischbestand nach Kormoranbesuch waren hier im Forum schon zu lesen Helme (Sachsen-Anhalt) noch 4 Äschen, Sinn (Hessen) noch 11Äschen und Thüringen „streckenweise nicht mehr nachweisbar“.

Bevor ich hier im Forum schrieb habe ich mich per google etwas zu Salzböde + Kormoran informiert, der 6. Treffer war das andere Forum. Da sich die Postings sehr ähnelten und aufeinander bezogen war für mich die Sache klar und es kam zu meiner „Zusammenfassung“. Sorry noch mal dafür.

Die Sportfischer haben eine größere Lobby als die Tier- und Naturschützer. Lesen Sie mal bei der ARGE Sinn nach, den Link habe ich ja schon gestern gepostet, wie „einfach“ es für die ist.
Wir haben eine Grüne Partei, einen BUND, 17 NABU-Landesverbände, das Komitee gegen den Vogelmord, LBV’s und von denen sitzt keiner in den Amtsstuben?


Ihr Wunsch Vogelschützer und Angler irgendwie auf einen Nenner zu bekommen kann ich verstehen.
Meine Hoffnungen gehen in die Richtung etwas Verständnis für die Sicht der Angler und Fischer zu erwecken.


Viele Grüße TOM


12.03.2010 - Kormorane an der Sinn

Hallo Frau Adolph,

hier erst einmal der Link zur Seite der Sinn - Angler.

http://www.arge-sinntal.de

.. dann Unterpunkt Kormorane
da die Seite Frames verwendet hier noch der Direktlink zum Briefwechsel mit den Behörden:

http://www.arge-sinntal.de/kormorane/kormorane.html

Zur Sache mit Forum später mehr, keine Angst war keine Schnüffelei.

T o m S c h l e g e l


12.03.2010 - Arbeitsgemeinschaft Sinn

Hallo Herr Schlegel,

Sie schrieben mir u. a. auch noch dies am 10. März:

>> lesen Sie sich doch mal die Webseite der Arbeitsgemeinschaft Sinn durch wie dort der Bestand dezimiert wird und kein weiterer Vergrämungsabschuß genehmigt wird. <<


Ich habe im Internet recherchiert und fand etwas über diese Arbeitsgemeinschaft Sinn unter folgendem LINK:

http://www.fischereiverband-unterfranken.de/aktuelles_frame.htm

Ziemlich weit unten mit dem Titel "Artenschutz contra Vogelschutz" steht einiges über das Äschenprojekt und auch über die Dezimierung des Bestandes, aber ich finde leider nichts darüber, dass kein weiterer Vergrämungsabschuss genehmigt wird. Vielleicht können Sie mir ja den direkten Link zur Webseite der Arbeitsgemeinschaft bekannt geben. Vielen Dank.

Es grüßt Sie
Karin Adolph


12.03.2010 - Salzböde - Beitrag von Herrn Schlegel vom 10. März

Hallo Herr Schlegel,

ich zitiere aus Ihrem Beitrag vom 10. März, der an mich gerichtet ist:

>> Ich konnte in ihren Beiträgen jetzt außer „Ach menno“ keine „detaillierten Fakten und nachweisbare Argumente lesen. <<

>> Sie schrieben: „Die Argumentation der Sportfischer schreit ja zum Himmel. Es ist unglaublich, was diese Leute für eine Lobby haben. Die brauchen nur einen "pieps" zu sagen und schon reagieren die Behörden zu deren Vorteil.“ <<



Diese beiden Zitate tragen zur Verwirrung der Leser des HGON-Forums bei, denn niemand wird solch eine Äußerung in einem meiner Beiträge HIER finden. Sagen Sie doch gleich, dass Sie über meinen Namen im Internet "mein" besagtes Forum herausgefunden haben, um dort als "Gast" zu lesen. Warum verschweigen Sie das denn hier? Interessieren würde mich noch, wie Sie mich "identifizieren" konnten, denn ich schreibe dort, wie die meisten, unter einem Pseudonym ( "estrella50" ), was ja wohl nicht verwerflich ist.

Im "meinem" Forum der Vogelschutzwarte Storchenhof Loburg ( http://www.storchenhof-loburg.info/forum/ ) muss keiner "detaillierte Fakten und nachweisbare Argumente" bringen, denn es ist kein "Wissenschaftsforum". Wir sind dort mehrheitlich Fördermitglieder des Storchenhofes und haben im Forum unsere eigenen Themen, überwiegend geht es um Störche, aber auch um andere Tiere, z. B. Kormorane. Und wir schreiben auch oft, wie uns der "Schnabel" gewachsen ist, denn es geht recht familiär bei uns zu.

Meine Aussage im Loburg-Forum (Zitat oben), dass die Argumentation der Sportfischer zum Himmel schreit …… und dass sie nur einen "pieps" zu sagen brauchen und schon reagieren die Behörden zu deren Vorteil …. habe ich nicht nur so dahin geschrieben, es ist so. Die Sportfischer haben eine größere Lobby als die Tier- und Naturschützer. Und warum? Weil jede Menge Bedienstete der Behörden auch Sportfischer sind. Ich betone SPORTfischer … ich rede jetzt nicht von Fischern/ Teichwirten. Und wenn ich als Tier- und Naturschützer etwas möchte, kann ich lange warten bzw. muss unendlich viel schreiben und telefonieren, das habe ich am eigenen Leibe erlebt, auch, als ich noch Mitglied in einer Vogelschutzvereinigung war.

So, und nun können Sie über mich "herfallen" oder auch nicht. Ich bin keine Expertin, das weiß auch jeder fachkundige Ornithologe hier. Ich informiere mich intensiv, lerne täglich dazu und setze mich mit Haut und Haar für Tiere ein. Meine Informationen sind nicht einseitig, ich versuche stets, objektiv an die Sache heranzugehen. Doch dazu benötige ich viel Zeit, die ich nicht immer habe.

Mein Wunsch jedenfalls ist, dass Vogelschützer und Angler irgendwie auf einen Nenner kommen, um das "Problem" Kormoran gütlich lösen zu können. Ständige verbale Angriffe untereinander bringen gar nichts. Und es gibt mit Sicherheit Fachleute auf beiden Seiten, die nach intensiven Recherchen und Exkursionen zu den Problemgebieten in absehbarer Zeit eine Lösung finden. Es muss nur der Wille da sein, ohne ihn wird es nicht gelingen.

Es grüßt Sie
Karin Adolph




12.03.2010 - Salzböde und Kormorane

Hallo Herr Beike,

da ich erst heute wieder an meinem Rechner sitze, komme ich jetzt erst dazu, Ihnen zu antworten. Ich persönlich kenne das Gebiet der Salzböde auch nicht. Da müsste ich meinen Forumsfreund fragen, ob er dort kundig ist. Zu der gesamten Sachlage kann ich nichts sagen, ich habe lediglich die Information weiter geben wollen, damit sie bekannt wird. Doch scheinbar habe ich damit erneut in das Wespennest … bzw. eher das "Kormorannest" gestochen und die Diskussionen beginnen aufs Neue.

Liebe Grüße
Karin Adolph



11.03.2010 - Salzböde und Kormorane

Hallo Herr Schlegel,

wozu die Aufregung? Das Hinterfragen öffentlicher Beschlüsse muss wohl noch erlaubt sein, egal worum es geht.
Meine Frage war doch ganz harmlos: Bevor ich blind diesen Beschluss aburteile, lasse ich mir von einem Ortskundigen doch lieber erstmal die Gegebenheiten erläutern anstatt auf Google Maps zu vertrauen, denn die wichtigsten Faktoren lassen sich dort nicht herausfinden.

Der Kormoran kann natürlich in einem 1,5 Meter breiten Bach landen, aber hierfür braucht's jede Menge Voraussetzungen:

Der Bach muss auf ausreichender Länge gerade verlaufend bzw. begradigt und tief genug sein und es darf in der Verlängerung dieses Verlaufs kein hoher Baum stehen, denn der Kormoran braucht jede Menge freie Anflug- bzw. Startstrecke.
Dass er quasi als "Option" nebenan auf einer Wiese landet, um dann in den Bach "einzusteigen", ist eine absurde Vorstellung, wenn man schon mal gesehen hat, wie sich ein Kormoran auf seinen Füssen bewegt. Zumal es in der Umgebung sicherlich genügend Gewässer gibt, die als Jagdgewässer viel komfortabler sind.
Ein Bach, der diese Voraussetzungen erfüllt, ist aber schon ohne den Kormoran eine Bedrohung für die von Ihnen genannten Fischarten, da sind wir uns sicherlich einig...
Renaturierung zum Schutz der Fische? Gerne, nur zu...#

So wie im Falle der Salzböde, zumindest was den Inhalt der von Ihnen verlinkten PDF-Datei angeht. Die hier abgebildeten Abschnitte des Baches sind übrigens nicht ansatzweise als Jagdgewässer für den Kormoran geeignet.

Sollten Sie indes mit Ihren Rechnungen recht haben, so gibt es den Kormoran ohnehin nicht, denn es leben immer noch Fische in der Salzböde und den restlichen Gewässern dieser Welt.
Im Ernst: Solche mathematischen Experimente führen zu nichts, wie sich auch in diesem Forum schon oft genug gezeigt hat, denn sie blenden viele andere - variable - Faktoren aus, die mit Zahlen gar nicht zu beschreiben sind.

Viele Grüße,
Marcus Beike


10.03.2010 - Kormorane an kleinen Bächen

Hallo Herr Beike,
Sie fragten
ob dieser Bach überhaupt die Voraussetzungen hat, dem Kormoran als Jagdgewässer zu dienen (Tiefe, Breite, genug Start- und Landefläche...).
Ich habe die Kormorane schon in Bachabschnitten mit 1,5m Breite landen + starten sehen, auch per Landgang über die Wiese sind solche Gewässer zugänglich.
Im Artikel lese ich dazu:
»Die Salzböde wird überhaupt nicht stark vom Kormoran frequentiert. Wenn man den Bach entlang fährt, sieht man in der Regel nur wenige Vögel, was dieser Bach durchaus verkraften kann«, so Zedler.
Meine Überlegungen „was der Bach verkraften kann“ habe ich schon im Beitrag für Frau Adolph geschrieben, was Naturschutzbund-Kreisvorsitzende Dr. Zedler denn für Überlegungen angestellt um seine Aussage zu treffen?
mit welcher Berechtigung die verantwortlichen Behörden hier eine Abschusserlaubnis erteilen?
Ich lese:
Die Bestände von Bachforelle und Nase seien »überhaupt nicht gefährdet«, die von Barbe und Äsche »in einem guten Erhaltungszustand«.Letzteres treffe auf den Kormoran hingegen, den Vogel des Jahres, überhaupt nicht zu.
… und staune - denn Nase (stark gefährdet), Barbe (gefährdet) und Äsche (gefährdet) sind in Hessen und anderen Bundesländern doch Arten der roten Liste?
Wie unwissenschaftlich die Angler oftmals argumentieren« erklärt der Herr Zedler: …
»Nach vielen Untersuchungen mit Nahrungsanalysen werden Edelfischarten gerade nicht besonders geschädigt.« … Vielmehr fresse der Kormoran als Opportunist das, was er bekomme, …
Welche Untersuchung zitiert der gute Man denn hier das vom Bodensee oder vom Plöner See? Könnte bitte mal jemand dem NABU erklären das es auch andere Gewässer als große Binnenseen gibt!
Herr Beike was glauben Sie den – wissenschaftlich betrachtet- was die Kormorane in einen Äschen - /Forellengewässer so fressen?
Und was glauben Sie was die Angler über die Erkenntnisse des NABU denken wenn sie solchen Unfug lesen?


10.03.2010 - Salzböde

Hallo Frau Adolph
Ich konnte in ihren Beiträgen jetzt außer „Ach menno“ keine „detaillierten Fakten und nachweisbare Argumente lesen.
Lassen Sie mich mal die Fakten aus etwas anderer Sicht darstellen:
Die Salzböde ist ein ca. 27,6 km langer rechter Zufluss der Lahn im Landkreis Marburg-Biedenkopf …
Anhand google maps und der Dokomentation:
http://www.gewerbepark-salzboedetal.de/Eingriff_Ausgleich/Renaturierung%20Salzb%F6de.pdf
schätze ich die Gewässerbreite auf gemittelte 2m macht insgesamt ca. 5,4ha Gewässerfläche.
Für die kalten und nahrungsarmen Bäche / Flüssen der Forellen- und Äschenregion wird meist ein Fischbestand von 40 bis 150kg pro ha angenommen. Für die Salzböde sind das dann (mit 100kg gerechnet) 540kg Fischbestand unter Einrechnung der Kleinfische.
(Bitte vergessen Sie den UNFUG der auf der Internetseite des Komitees Vogelmord über den Fischbestand geschrieben wird, die liegen um den Faktor 10 bis 100 daneben.)
Pro Jahr rechnet man mit einem Ertrag oder Zuwachs von 15 bis 20% den man entnehmen kann ohne den Bestand zu gefährden. Wenn dies der Mensch tut wäre es Überfischung, wie nennen Sie es beim Kormaran?
Diese 20% Ertrag sind bei den angenommen Daten 108 kg Fische dies reicht bei 500g Futterbedarf und 15 Kormoranen etwa 14Tage, bei 25 Kormoranen für 9Tage. Wie viele Kormorane wirklich am Wasser jagten wird im Artikel leider nicht angegeben. Das alle geschossen wurden ist jedoch nicht anzunehmen, meine Schätzung also niedrig angesetzt.
Wenn man den Gesamtbestand betrachtet reicht dieser bei 500g Futterbedarf und 15 Kormoranen etwa 72Tage, bei 25 Kormoranen für 43Tage - dann ist der Bach leer. .
So können in einen Winter Bestände bedrohter Fischarten dezimiert werden, im Artikel sind ja 3 Arten genannt. Ob die verbleibenden, meist kleinen Einzelfische es bis zur Laichreife schaffen oder schon im nächsten Winter geholt werden?
Sie schrieben: „Die Argumentation der Sportfischer schreit ja zum Himmel. Es ist unglaublich, was diese Leute für eine Lobby haben. Die brauchen nur einen "pieps" zu sagen und schon reagieren die Behörden zu deren Vorteil.“ - lesen Sie sich doch mal die Webseite der Arbeitsgemeinschaft Sinn durch wie dort der Bestand dezimiert wird und kein weiterer Vergrämungsabschuß genehmigt wird.

Tom S c h l e g e l


10.03.2010 - Kormorane im Salzbödetal

Hallo liebe Frau Adolph,

da ich mich im Gebiet der Salzböde nicht auskenne, würde mich mal interessieren, ob dieser Bach überhaupt die Voraussetzungen hat, dem Kormoran als Jagdgewässer zu dienen (Tiefe, Breite, genug Start- und Landefläche...).
Falls nicht würde mich dann wiederum interessieren, mit welcher Berechtigung die verantwortlichen Behörden hier eine Abschusserlaubnis erteilen, wenn laut Presseartikel noch nicht einmal Fischwirtschaft betrieben wird.

Viele gespannte Grüße,
Marcus Beike


10.03.2010 - Kormoran im Salzbödetal hat schlechte Karten

Hallo zusammen,

ich möchte eine negative Nachricht bekannt geben:

Hessen/Landkreis Giessen

Kurzen Prozess macht der Landkreis Giessen
mit dem Jahresvogel:

Wo andernorts noch über Vergrämung und Störung debattiert wird, erhöht der Landkreis die Abschußquote des Kormorans im Salzbödetal.Die Salzböde ist ein kleiner Bach, der in die Lahn fließt.

http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Lollar/Kormoran-im-Salzboedetal-hat-schlechte-Karetn-_arid,166828_regid,1_puid,1_pageid,42.html

Diese unschöne Information habe ich aus einem meiner Foren entnommen. Ein (Storchen)-Freund, den ich gut kenne, hat dies dort gepostet.

Ich habe ihm gesagt, dass ich es im HGON-Forum bekannt gebe. Er liest hier ab und zu und teilt Beobachtungen im Birdnet mit.

Traurige Grüße
Karin Adolph







10.03.2010 - Hecken

Hallo Frau Wiegand,
hallo Herr Roth,

danke schön für Ihren "Beistand". Ich weiß, dass mein Einsatz vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Aber ich gebe nicht auf. Gestern habe ich unendlich viele Aufnahmen gemacht von einem Teilbereich der Gründau. Diese werde ich auf eine CD brennen und zuerst einmal bei unserem seit erst knapp zwei Jahren amtierenden neuen Bürgermeister vorsprechen. Er ist sehr umgänglich und recht aktiv im positiven Sinne. Erst wenn dabei nichts herauskommt, werde ich die Idee von Ihnen, Herr Roth, aufgreifen und die entsprechenden Tageszeitungen kontaktieren. Zudem gibt es einige Bürger aus meinem Ort, die ebenso entsetzt sind über diese "Wüste" rund um die Gründau. Beim Fotografieren wurde ich sogar von einem Spaziergänger angesprochen darauf, er fand es sehr gut, dass ich das entsprechend bildlich festhalte.

Ich habe keine zu großen Erwartungen, dass so etwas in der Zukunft nicht mehr passiert, aber ich gebe auch die Hoffnung nicht auf. Es gibt eine afrikanische Weisheit: "Hoffnung ist der Anker der Welt"

In diesem Sinne grüßt Sie
Karin Adolph


09.03.2010 - Vogelfreundlicher Garten

Hallo Frau Adolph,

hierzu einmal ein Link, vielleicht kennen Sie die
Seiten noch nicht.

http://www.wildvogelhilfe.org/garten/garten.html

Vogelfreundliche Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand



09.03.2010 - Hecken

Hallo Frau Adolph,

bezüglich des Heckenschnitts in den Gemeinden habe ich in den letzten Jahren
leider die gleichen negativen Erfahrungen machen müssen. Aus Kostengründen wird
hier alle ca. 3 Jahre ein Kahlschnitt gemacht, bei allen Gehölzen. Für
einige Gehölze ist einer solcher Schnitt wohl angebracht, danach richtet sich aber
niemand mehr, aus Kostengründen wird alles bis ca. 15cm auf den Bodengrund zurückgeschnitten. Auch die Ansprechpartner vor Ort sind nicht mehr so qualifiziert, wir
hatten vor einigen Jahren einen ausgebildeten Natur- und Landschaftspfleger für diese Angelegenheiten, das ist Vergangenheit. Heute darf er allenfalls noch ab und an als freier Mitarbeiter tätig werden, wenn´s garnicht mehr zu vermeiden ist.

Gerne gesehen in der Gemeinde und bei den Anwohnern sind gemischte Hecken, die zu jeder Jahreszeit einige blühende Sträucher zeigen. Dafür gibt es viele Vogelnährgehölze die mit anderen Ziergehölzen zusammen eine bunte Hecke bilden können. Da muss man wenn man die Möglichkeit dazu hat versuchen ein Vorbild zu sein, sicher mit kleinem Erfolg, aber immer noch besser als keiner.

Wichtig dabei ist natürlich auch zu vermitteln, dass diese Hecken zur rechten Jahreszeit geschnitten werden, sonst nützen die Vogelschutzgehölze höchstens dem Sichtschutz. Auch das ist nicht einfach zu vermitteln, der "Ordnungssinn" ist allgegenwärtig. Auch hier heißt es Vorbild zu sein und aufzuklären.

Frühlingsgrüße aus Wabern
Andrea Wiegand






08.03.2010 - Hecken - Beitrag von Frau Adolph

Hallo Frau Adolph,

möchte Ihnen für Ihre Haltung und Ihr Engagement ganz herzlich ein dickes persönliches Lob "schicken", was leider die Hecken in Gründau nicht retten kann, aber vielleicht ihr Engagement verlängern hilft (?).

Mit Landwirten und Hecken "kenne ich mich etwas besser aus" als mit Teichwirten und Kormoranen, und ich kann Ihren Ärger sehr gut nachvollziehen. Was bleibt, ist oft nur Hilflosigkeit. Denn ändern lässt sich fast nichts.

Was hier in Nordhessen in solchen Fällen aber meist gut klappt, ist ein Artikel mit Fotos in der örtlichen Tageszeitung. Zumindest in Wolfhagen gibt es dankenswerter Weise in der betreffenden Redaktion sehr offene Ohren für derlei Anliegen. Das hilft auch erst mal nicht konkret, hält aber das Thema im Gespräch, verdeutlicht, dass es "Gegenöffentlichkeit" gibt und wirkt (hoffentlich) positiv in die Zukunft. Versuchen Sie`s doch einfach mal.

Ohne zivilen Ungehorsam geht (fast) nichts mehr bei den aktuellen Verhältnissen. Das sehe ich ähnlich wie (anscheinend auch) Ihr Bekannter. Insofern "Viel Glück und Erfolg!".

Ihre Gegend kenne ich etwas, da ich dort früher mal beruflich Biotopkartierungen gemacht habe; schön da. Möge es mindestens so schön bleiben, wie es (noch) ist!

Herzliche Grüße
M. Roth


08.03.2010 - Kormoranpetition

Hallo Frau Adolph,

die "NRW-Sache" und Ihre Anregung hatte ich mitbekommen, aber leider vergessen zu antworten.
Sie wird auf jeden Fall in das Anschreiben mit einfliessen wie auch die Tatsache, dass besonders nach dem strengen Winter darauf geachtet werden muss, inwiefern dieser sich auf den Bestand ausgewirkt hat bzw. immer noch auswirkt.
Wiegesagt werde ich die Petition möglichst in dieser Woche abschicken. Sobald (bzw. falls!) eine Reaktion kommt werde ich sie entweder sinngemäß oder im Wortlaut (falls genehmigt) hier einstellen.

Viele Grüße,
Marcus Beike


08.03.2010 - Diskussion: Hecken - ehrenamtlicher Naturschutz

Hallo Frau Wiegand,
hallo die Herren Roth und Brauneis,

ich habe die Diskussion über Hecken und Naturschutz hier sehr interessiert mitverfolgt, aber bisher nichts dazu geschrieben, da ich nicht so versiert bin wie Sie alle. Ich wollte aber dennoch mitteilen, dass in meiner Gesamtgemeinde Gründau unser gleichnamiges
Flüsschen "Gründau" umsäumt ist von unendlich vielen Hecken, Gehölzen, Weiden und Erlen. Das Wasser darf seinen Lauf nehmen in Kurven und Windungen, eigentlich ist es ein idyllischer Anblick. Jedoch der Schein trügt, und zwar immer kurz vor dem Frühling. Denn im Februar wird diesen Hecken und Gehölzen, ja sogar den kleinen Bäumen der Garaus gemacht. Es sieht danach aus wie auf einem Schlachtfeld.

Dieses Jahr ist meines Erachtens der Gipfel erreicht worden: in meinem Ort Niedergründau wurde in einigen Bereichen das Ufer der Gründau derart verwüstet, weil ganze Hecken und kleine Bäumchen mitsamt der Wurzeln herausgerissen worden sind. Vom hiesigen Vogelschutzverein wurden Bilder gemacht und dies unserer Gemeinde gemeldet. Bis heute gab es keinerlei Resonanz.

Auch hier wurden keine Fachkräfte eingesetzt, sondern es wurden Helfer auf 1-Euro-Basis heran gezogen, was ja an sich nichts Verwerfliches ist (ich bin selbst von Hartz IV betroffen im "zarten" Alter von 59 Jahren und würde solche Arbeiten sofort machen, aber dann nicht auf diese Art und Weise, da würde ich mich weigern, auch wenn mir dadurch 30 % der Grundsicherung gestrichen würde!) Leider muss an allen Ecken und Kanten gespart werden, die Gemeinden haben weniger Geld zur Verfügung, so auch weniger für den Naturschutz.

Ich bin zwar ehrenamtlich aktiv, allerdings nicht mehr im Naturschutz, sondern in der Betreuung von alten Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Dem Natur- und Tierschutz habe ich mich dennoch verschrieben, auch ohne Ehrenamt, und setze mich ein, wo es nur geht. Eine Zeitlang war ich in unserem Vogelschutzverein Mitglied, doch da habe ich mich zurückgezogen aus privaten und diversen anderen Gründen. Ich möchte mich vereinsmäßig nicht mehr binden, aber dennoch unterstützend mitarbeiten, sei es nun bei HGON, NABU etc. Und genau das mache ich im Moment. Wo ich kann, werde ich aktiv, so, wie es meine Kräfte erlauben. Aus diesem Grunde gehe ich auf eigene Faust los und mache ebenfalls Fotos von dem verwüsteten Ufer der Gründau und kontaktiere erneut unsere Gemeinde, notfalls die UNB. Wir haben den Eisvogel und die Wasseramsel hier, sie brauchen intakte Uferböschungen. Doch ohne Wurzelwerk von Hecken, Gehölzen und Bäumen ist das nicht mehr gegeben. Mit diesen Fakten werde ich aufwarten.

Leider hat hier ein großer Landwirt mit Milchkühen das Sagen, ihm gehören fast alle Wiesen und Felder rund um die Gründau, so auch die Auenwiesen. Da wird gedüngt auf Teufel komm raus … und auch überragende Hecken unbarmherzig mit dem Trecker zerstört, Flächen mit Brennnesseln abgemäht, die am Rande der Gehölze wachsen. Dagegen werde ich wohl nichts unternehmen können, der Mann ist zu groß und zu stark als Vorsitzender des Hessischen Bauernverbandes. Und dieses Jahr kommt er dann noch "groß" heraus: er baut eine Biogasanlage, was ja auch irgendwie vernünftig ist, dies kommt unserer Umwelt zugute, aber nur dann, wenn Streuobstwiesen dadurch nicht vernichtet werden. Das ist leider in geringem Umfang geschehen, und ohne Genehmigung der UNB ist so etwas eigentlich nicht möglich.

Ja, da kann einem das Blut schon kochen, doch muss man als Natur- und Umweltschützer immer klaren Kopf bewahren und sachlich bleiben. Ich hoffe, ich schaffe das, notfalls hole ich mir Hilfe. Es gibt ja genügend kompetente Leute hier im Forum …. und ich kenne auch noch einen außerordentlich guten und qualifizierten Mann, der nicht viel redet, sondern handelt, nach Möglichkeit im Rahmen der Gesetzgebung.

Offene Grüße

Karin Adolph



08.03.2010 - Kormoran-Petition

Hallo Herr Beike,

vielen Dank für die Information über den Stand der Kormoran-Petition. Habe nicht erwartet, dass mehr als 500 Unterschriften bis heute zusammen kommen. Sehr gut!

Am 24. Februar hat Herr Erlemann im Forum mitgeteilt, dass ab April d. J. in NRW kein Kormoran mehr geschossen werden darf – so die Entscheidung des dortigen Umweltministeriums. Dazu habe ich hier am 26. Februar meine Idee kundgetan, dass vielleicht das RP Unterfranken von dieser Entscheidung unterstützend zu unserer Petition informiert werden sollte. Haben Sie diese Idee aufgegriffen oder finden Sie das nicht so gut?

Übrigens: ich möchte an dieser Stelle ein DANKE SCHÖN an Sie aussprechen für Ihre Mühe in Sachen Kormoran-Petition!

Viele Grüße
Karin Adolph



07.03.2010 - halbamtlicher Naturschutz - Herr Dr. Brauneis

Hallo Herr Dr. Brauneis,

nein, nein!, da haben sie mich falsch verstanden (oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt).

Was den amtlichen Naturschutz angeht, sind wir, denke ich, einer Meinung. Kein Stück mehr davon, bitte.

Was ich mir vorstelle, ist Naturschutz abseits von Behörden und Verbänden. Im vernetzten Zeitalter muss man flexibel heute mit diesem und morgen mit jenem Allianzen eingehen, um Erfolg zu haben. Das kann, aus einleuchtenden Gründen, der Verbandsnaturschutz, so wichtig er ist und auch bleiben wird, nicht leisten.

Wie das organisatorisch aussehen könnte, ob es dazu überhaupt eine "Organisation" braucht, ob das nicht "einfach so ginge" ...: ?. Ich denke an die 1980er, als sich, je nach Zweck, Zehntausende zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort versammelten, ohne dass ein Verband, eine Partei, ein Organisationskommitee dahinter stand. Kommt alle!, hieß es , und dann kamen sie. Schaun mer mal.

Was mir, zumindest akademisch, etwas Sorge bereitet, ist, dass der Verbandsnaturschutz nicht mehr in der Fläche präsent ist, es auch nicht mehr sein kann. Der Bürger weiß oft gar nicht mehr, an wen er sich mit einem Anliegen wenden könnte. Neulich fragte mich der Geschäftsführer eines hessischen Naturparkes, wer denn die für das Gebiet zuständigen NABU und HGON-Kreisvorsitzenden seien. Mich, der ich weder im NABU noch in der HGON bin! - Das sind Dinge, die dürften nicht sein, die Verbände müssten von sich aus ein Interesse daran haben, jederzeit mit dem aktuellen Personaltableau bei solchen Institutionen präsent zu sein. Und wenn es aus Zeitgründen persönlich nicht geht, dann per "mail-update".

In Nordhessen zum Beispiel, mit seinen vielfältigen Naturschönheiten, gibt es bis heute keine Präsenzadresse, kein Naturschutzzentrum der großen Verbände, wo wenigstens ein AB liefe, der auch mal abgehört wird (von lebenden Mitarbeitern ganz zu schweigen). Alles geht am Feierabend über Ehrenamt. - Das halte ich für nicht zielführend. Ohne bezahlte Stellen bei den Verbänden wird es eng, denke ich. Von der immer höheren Arbeitsbelastung der Ehrenamtlichen ganz abgesehen.

Hoffe, jetzt ist es klarer.

Grüße
M. Roth


07.03.2010 - Amtlicher oder ehrenamtlicher Naturschutz?

Sehr geehrter Herr Roth,
Ihrer Stellungnahme entnehme ich, dass Sie sich von einer verstärkten, amtlichen Institutionalisierung des Naturschutzes Verbesserungen erhoffen. In dieser Frage bin ich ganz anderer Ansicht. Was ist in den letzten Jahrzehnten nicht alles an amtlichen und halbamtlichen Naturschutzinstitutionen (Stiftungen usw.) geschaffen worden. Und das Bewußtsein um die Bedeutung des Naturschutzes in der Bevölkerung ist dennoch immer weiter zurückgegangen. Wenn wir etwa die Unteren Naturschutzbehörden bei den Landkreisen ansehen, so werden dies doch häufig von der Kommunalpolitik entmündigt und gehemmt, wenn nicht ein persönlich engagierter Behördenleiter/-mitarbeiter hier eigenständig Akzente setzt. Die Naturschutzverwaltungen haben doch oft genug damit zu tun, sich selbst zu erhalten. Nach meiner Meinung muss der ehrenamtliche Naturschutz auf klare Distanz zum amtlichen Naturschutz gehen im Sinne einer kritischen Partnerschaft. Vor allem aber muss der ehrenamtliche Naturschutz hier die Meinungsführerschaft übernehmen, gleichsam Trendsetter sein, so wie es in den goldenen Zeiten der HGON war.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Brauneis


07.03.2010 - Kormoranpetition

Hallo zusammen,

ich habe soeben die Datensätze der Unterschriften unter der Kormoranpetition heruntergeladen und werde Sie in dieser Woche, sofern zeitlich machbar, in ein ansehnliches Format bringen, um sie nach Würzburg zu schicken.
Es haben sich bis dato 516 Personen eingetragen.

Viele Grüße,
Marcus Beike



06.03.2010 - Hecken

Hallo zusammen,

da sehe ich genauso wie Dr. Brauneis, Lobbyarbeit, Aufklärung ist hier gefragt.

Der Ansatz sollte so früh wie möglich beginnen:
Schauen wir uns doch einmal an wie unsere Kinder aufwachsen?! Wer lehrt ihnen Rücksichtnahme im Umgang mit Mensch,Tier und Natur? Da sind Eltern, Kindergarten,
Schule in der Pflicht. Die Eltern haben keine Zeit, der Kindergarten ist personell unterbesetzt, die Schule durch Reformen gebeutelt und an den Lehrplan gebunden,
der unsere Anliegen kaum berücksichtigt. Was können wir da denn erwarten?


Ich habe auich eine Tochter die sich derzeit nicht für den Naturschutz interessiert, aber mit ihm aufgewachsen ist. Ich bin zuversichtlich, dass sie sorgsam damit umgehen wird in der Zukunft, anders habe ich das uch nicht gelernt.

Ja, wird sind zuwenig, aber immer noch besser als garnicht und wer weiss...?

Viele Grüße aus dem
verschneiten Wabern
Andrea Wiegand






06.03.2010 - Was sind schon 500 oder 600 Jahre?

So wurde irgend wann in dem letzten 3 Monaten auf einer Feldholzinsel wo kein Weg noch Steg ist, aber drumherum um so mehr moderne Landwirtschaft betrieben wird, eine mehrere hundert Jahre alte Eiche gefällt. Durchschnitt ca. 1,80 m. Vor 6 Jahren zeigte sich hier und da am Baum abgestorbene Äste, dann jedes Jahr mehr, voriges Jahr mehr abgestorbene als gesunde Äste. Ein schöner Festgenagelter Jägerhochsitz wurde auch so vor ca. 6 Jahren dort angenagelt, es war schließlich ein riesiger einzelner Baum dort mit Büschen drumherum,, da konnte man weit ins Feld sehen. Es wurden wie ich jetzt erst hörte auf den Baum immer mal Schießübungen mit Kupfergeschossen von dem Jäger betrieben. Jetzt liegt er um und das Holz kann wohl nur noch als Brennholz verwendet werden. Besitzer ist die ev. Kirchgemeinde Borken - Nassenerfurth. Schriftliche Genehmigung liegt nicht vor aber die UNB im Kreis war als Gutachter dort, allerdings ohne uns ehrenamtliche. Als Naturdenkmal wurde er, warum auch immer? nicht gelistet. Ca. 500 m weiter, steht die nächste Eiche so stark wie die oben beschriebene aber gelistet als Naturdenkmal, steht aber auf Kommunen Grund. Was macht man nun als staatl. Vogelschutzbeauftragter? Bisher habe 6 Nassenerfurther Einwohner bei mir angerufen warum gegen diesen Frevel niemand etwas unternehmen will? Hat von Euch jemand einen Rat für mich? Ich nehme ihn dankend an, Hans-Jürgem Wissemann


06.03.2010 - Hecken - Herr Brauneis

Herr Brauneis,

danke für Ihre Worte. Besser kann man es glaube ich nicht sagen. Der ehremamtliche Naturschutz hat sich weitgehend in Nischen zurückgezogen. Ich befürchte, dass das nicht wirklich gewollt oder gewünscht ist, sondern eher Folge einer seit über 20 Jahren bestehenden Strukturkrise in den Verbänden. Überalterung, Männergesellschaft usw., hatten wir hier im Forum schon. Und nur mit Ehrenamt ist heute nichts mehr zu reißen. Gute Arbeit kostet. Zeit. Geld. Ressourcen ...

Ich kenne einige sehr am Naturschutz interessierte, hoch qualifizierte Menschen, die sich seit vielen Jahren lebenstechnisch mit Kurzfrist-Jobs ohne Aussicht auf Rente in Überlebensniveau, ständiger Jobsuche und Hilfstätigkeiten abseits ihrer eigentlichen Profession durchschlagen (müssen). Da bleibt nicht viel Zeit und Energie für Ehrenamt. Und wenn dann die meist gut bestallten Vereinsvorsitzenden "noch mehr Einsatz für umsonst" fordern, hat man irgendwann den Kaffee auf.

Der Fehler liegt in der Vergangenheit: Es wurde immer nur auf Ehrenamt gesetzt, und jungen engagierten Naturschützern wurden keinerlei Lebensperspektiven im Naturschutz angeboten. Für die "alte Garde" kein Problem, waren und sind sie doch verbreitet verbeamtet oder sonstwo in guter Stellung (gewesen). Da kann man auch mal "intensiv ehrenamten".

Dieser strukturelle Fehler, der schon vor 20 Jahren -samt brauchbaren Lösungsansätzen -thematisiert wurde (in Rheinland-Pfalz löste sich die GNOR wegen dieser Frage beinahe auf, die Folgen sind bis heute zu spüren), rächt sich heute.

Erneuerbare Energien: Es geht ja nicht nur um Offenland. Hier in Wolfhagen soll jetzt, sie wissen darum, vermute ich, ein interessantes Waldgebiet, vom Forst als "bedeutungslos" bezeichnet, Standort von fünf Riesenmühlen (180 m) werden. Es gibt eine BI dagegen, es gibt eine Stellungnahme der Staatlichen Vogelschutzwarte dagegen, es gibt keinerlei offizielle Stellungnahmen von NABU oder HGON dazu (manche Mitglieder outen sich als dafür, andere als dagegen).

So kann man, tut mir leid, dass sagen zu müssen und obwohl ich die betreffenden Menschen persönlich sehr schätze, heute keinen Blumentopf mehr gewinnen. Da fehlt Professionalität, da fehlt Struktur, da fehlen Zielvorgaben.

Wieder nichts Erfreuliches aus meiner Feder? - Vielleicht hat sich die bislang praktizierte Form des ehrenamtlichen Naturschutz einfach "überlebt" und man muss neue Wege gehen. Und da wäre sogar ich eventuell wieder mit an Bord.

In diesem Sinne Grüße

M. Roth


06.03.2010 - Hecken und anderes

Zunächst möchte ich mich für die Resonanz bedanken, die meine Mitteilung zum Zustand der Hecken hier ausgelöst hat. Leider aber zeigt dies, dass die Verhältnisse in vielen Teilen Hessens ähnlich zu sein scheinen. Sicher besteht auch die Gefahr, dass vorhandene Hecken überaltern und vergreisen, dennoch erscheint mir die Gefahr einer Zerstörung durch falsche Pflege oder direkte Beseitigung größer. Ich denke aber schon, dass die Natuschutzverbände hier mehr Lobbyarbeit betreiben müssen, bei der EU, im Bund und im Land. Die Verbände müssen - immer wieder - auf die zuständigen Verordnungsgeber zugehen, aber auch auf die kommunalen Verbände und Kampagnen starten z.B. in den Tageszeitungen. Nur steter Tropfen höhlt den Stein! In den nächsten Jahren wird der Druck auf die landwirtschaftliche Fläche noch stark zunehmen, auch und gerade aus Umweltschutzgründen. Dabei ist es bedauerlich, dass die Verbände die Probleme die der Biozönose der Agrarlandschaft durch die erneuerbaren Energieformen drohen, nicht klar benennen. Dies fängt an beim Flächenverbrauch für Solar- und Windkraftanlagen in der freien Landschaft. Von der direkten Gefährdung der Vogelwelt durch die Anlagen ganz zu schweigen. Dies wird doch aus weltanschaulichen Gründen häufig von den Naturschutzverbänden klein geredet - geradezu tabuisiert. Auch der Flächenverbauch für Maiswüsten an Biogasanlagen ist ein GAU für die betroffenen Gemarkungen. Hier entstehen auf riesigen Flächen lebensfeindliche Monokulturen, die nur durch massiven Pestizideinsatz oder Gentechnik überhaupt wirtschaftlich betrieben werden können. Gleichzeitig treten diese Flächen in massive Konkurrenz zur landwirschaftliche Nahrungsmittelproduktion, was den Nutzungsdruck auf wertvolle Biotope erhöht.
Mein Eindruck ist, dass der ehrenamtlich Naturschutz hier seine Pflicht versäumt und nicht rechtzeitig auf die Gefahren für Vogelwelt, Natur und Landschft hinweist. Offenbar ist man hier wie gelähmt, weil man die erneuerbaren Energien grundsätzlich für gut hält.
Andererseits ist aber der Schutz der Hecken, Feldgehölze, Auwaldstreifen bei allen Naturschutzverbänden so unumstritten, dass er sich für eine konzertierte Aktion geradezu anbietet.

Herzliche Grüße

Jörg Brauneis


06.03.2010 - Hecken - Frau Wiegand

Hallo Frau Wiegand,

Aufklärung ist natürlich wichtig, doch wer soll sie noch leisten? Hier in "meiner" Gegend gibt es bei Gesellschaften, die subventionierte Grünpflege auf öffentlichen Flächen betreiben, den Begriff "Entgeltvariante". Das ist keine exotische Art von Geldvermehrer, sondern schlicht ein ... Mitarbeiter, den man für seine Arbeitsleistung tatsächlich noch entlohnen muss. Die anderen Mitarbeiter sind Alg-2, Arbeit statt Sozialhilfe, 1-Euro-Jobber usw., die die Tätigkeit deshalb ausführen, weil sie "müssen".

Vor über 20 Jahren gab es mal eine echte Heckenoffensive im Naturschutz, nicht nur dank H. Benjes. Anpflanzungen, Patenschaften usw. Danach schlief das meiste davon wieder ein. Wer soll es auch betreuen? In der Gemarkung des Dorfes, in dem ich lebe, gibt es fast keine einzige Hecke mehr, kein Feldgehölz, nichts. Das alles zum Nutzen eines (des inzwischen einzigen) Landwirtes im Dorf, dessen Hausname seit Jahrzehnten "Rothschild" lautet. Man könnte die Gemarkungsgrenze zur Nachbargemeinde vom Flugzeug aus deutlich erkennen, denn dort fangen sofort wieder Hecken und Feldgehölze an. Ich sprach den Hauptamtsleiter der dortigen Verwaltung einmal darauf an; er meinte trocken: "Das kann nur Zufall sein". - Auf gut Deutsch: Auch dort kein offizielles Engagement für Hecken (mehr). Von Landwirten schon gar nicht, da kann man aufklären, bis man sich den Mund fusselig geredet hat. Hecken bedeuten Ertragseinbußen, mehr braucht ein Landwirt, - der es heute auch nicht leicht hat, finanziell über die Runden zu kommen -, nicht zu wissen. Es gibt Ausnahmen, aber (zu) wenige. Und die gesetzlichen Vorschriften sind gut gemeint, aber weitgehend wirkungslos. Den Metzeler vor Ort interessieren sie nicht die Bohne. "Wir haben doch genug Bäume und Grün", sagt der Dörfler, und meint den Wald (Forst). Es bleibt ein kaum zu beendendes Elend.

Verschneite Grüße

M. Roth


05.03.2010 - Hecken

Guten Abend,

die Infos von Dr. Brauneis sind zwar frustrierend, Herr Roth ich würde trotzdem besser nicht auf Gott bzw. die Evolution vertrauen, diesbezüglich nicht.

Hier hilft auf jeden Fall Aufklärung, sie muss nur von der richtigen Seite kommen damit sie auch angenommen wird. Viele Landwirte sind da sicher ansprechbar und auch einsichtig, die Naturverbundenheit ist vorhanden, Ausnahmen wird es immer geben. Mir fehlt hier das Hintergrundwissen, warum wird nicht von den Landwirtschaftlichen Verbänden diesbezüglich aufgeklärt? Das könnte man sicher ändern mit Hilfe der Naturschutzorganisationen. Die Vogelschutzbeauftragten, soweit vorhanden, sind da sicher überbeansprucht.

Auch der einfache Grundstücksbesitzer sollte hier mehr aufgeklärt werden, der Heckenschnitt während der Brutzeit hat mir persönlich in früheren Jahren schon des öfteren ganze Vogelnester beschert. Der "deutsche Ordnungssinn" gehört einfach nicht in den Garten, das muss man als Grundstücksbesitzer vorleben, ob es den ordnungsliebenden Mitmenschen nun gefällt oder nicht. Es gibt dazu ja auch klare Bestimmungen in welcher Zeit Gehölze und Hecken geschnitten werden dürfen, hier heißt es halt auch wachsam zu sein und auch einmal dem Nachbarn "auf die Füße" zu treten, falls nötig.

Die Entwicklung bei den privaten Grundstücksbesitzern geht leider in die entgegengesetzte Richtung, ein pflegeleichter Garten ist gefragt, möglichst komplett gepflastert. Umso wichtiger ist es natürlich den Naturschutz in Feld und Flur richtig umzusetzen. Da wird es nicht ohne klare Bestimmungen gehen, deren Einhaltung notfalls mit Geldbußen erzwungen werden müssen. Was sonst tut dem Menschen richtig weh....

Viele Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand


05.03.2010 - Äschen und Hecken

Guten Abend!

@ Tom Schlegel:
Danke für die ausführlichen Infos zur Äsche. Interessant, was man schon alles herausgefunden hat. Hoffe nur, dieser schönen Fisch hat in Deutschland eine Zukunft.

Stichwort Hecken:
Der Umgang mit Hecken und Feldgehölzen ist ja nicht erst seit gestern eine Art Super-Gau. Seit mindestens 20 Jahren werden, aufgrund Unfähigkeit und leeren Kassen, vor allem von kommunaler Seite aus garantiert fachfremde und an der Thematik Hecken-/Baumpflege nicht einmal rudimentär interessierte Mitarbeiter, die oft nicht einmal des Deutschen mächtig sind, in die Landschaft geschickt, die dann alles falsch machen, was man nur falsch machen kann, und damit trotzdem ihren Lebensunterhalt verdienen (müssen).

Die neuen Schlegelmäher und was es da noch alles gibt an technischen Finessen, haben nur ein Ziel: In möglichst kurzer Zeit möglichst viele laufende Meter Hecke im Sinne des Wortes zu massakrieren und zu schreddern. Inzwischen machen da leider auch Straßenbau und Landwirtschaft bestens mit.

Die einzige Lösung, die ich derzeit sehe (und die eigentlich gar keine ist): Lieber keine Hecken mehr, als solche Trümmer, an denen sich Unfähige Jahr für Jahr austoben dürfen, deren Bewohner Jahr für Jahr gemetzelt und gequält werden und das Ganze auch noch als entgeltwerte Leistung anerkannt wird. Gäbe es nix mehr zum "Schneiden", wäre - vielleicht! - ein Neuanfang möglich. Und es würden keine Heckentiere mehr von einem Teil der Menschheit sinnlos gequält, zumindest bei uns nicht. Deshalb: Dem Wirtschaftskreislauf entzogene Rückzugsräume für eine hoffentliche Wiederbesiedlung der Fläche schaffen und - auf Gott / die Evolution vertrauen (?).

Ohne umfangreiche Privatflächen in Naturschutzhand geht auch bei Hecken langfristig nichts mehr.


05.03.2010 - Noch einmal: Heckenzerstörung

Sehr ggehrter Herr Conz,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Natürlich haben Sie recht, dass die Landwirte aus Rücksicht auf die Hecken/Waldrandbäume usw. auf die Flächenprämie verzichten sollten. Aber nun sind nicht alle Menschen bereit, auf einen Teil ihres Einkommens aus Naturschutzgründen zu verzichten. Außerdem wurden die Flächen - zum Teil - auch vorher schon bewirtschaftet (etwa unter meterweit über die Ackerfläche geschobenen Traufästen von Waldrandbäumen). Dies sieht aber von oben so aus, als sei die Fläche unbewirtschaftet. Andererseits sind die Landwirte nicht mehr bereit, das Hereinwachsen von Heckenrändern - etwa in Wildäcker (für das Rebhuhn angelegt) zu dulden, da ihnen diese Flächen dann herausgerechnet werden. Nur an die Rücksichtnahme zu appellieren, ist sicher einfach blauäugig. Vernünftig wäre es gewesen, die Flächenprämie für einen Betrieb festzulegen, auch wenn Hecken, Bäume dann einwachsen. Heckenpflege ist ein ganz besonders Kapitel. Aber auch hier überwiegen die schlechten Beispiele deutlich. Handlungsbedarf besteht nach meiner Meinung sowohl bezüglich der Landwirtschaft, als auch bezüglich der Kommunen und auch der Straßenmeistereien, die sich nur zu gerne hinter der Verkehrssicherungspflicht verstecken.
Herzliche Grüße
Jörg Brauneis


05.03.2010 - "Einheimische" Arten

Hallo lieber Herr Schlegel,

leider sind meine "kleinen schwarzen Federfreunde" damit nicht gerettet.
Vielleicht haben Sie es übersehen oder einfach nur das veraltete Gesetz gelesen, aber in der Neufassung des Gesetzes (gültig ab 01.03.2010) findet sich nämlich auch die Definition für eine "invasive Art":

"...eine Art, deren Vorkommen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets für die dort natürlich vorkommenden Ökosysteme, Biotope oder Arten ein erhebliches Gefährdungspotenzial darstellt"

Und laut Plenarprotokoll 17/11 des Deutschen Bundestages vom 16.12.2009 ist die Bundesrepublik "als Vertragspartei der CBD
(dt. "Übereinkommen über die biologische Vielfalt") aufgerufen, die Einbringung solcher Arten zu verhindern, diese Arten zu kontrollieren oder zu beseitigen."
Ausserdem "sind Arten zu beobachten, bei denen Anhaltspunkte dafür bestehen, dass es sich um invasive Arten handelt....
Soweit diese Tiere natürlich vorkommende Ökosysteme, Lebensräume oder Arten beeinträchtigen, besteht ein vernünftiger Grund, diese der Natur zu entnehmen."

Es mag Zufall sein, dass ausgerechnet jetzt die Frage nach der Herkunft des Kormorans gestellt wird, das möchte ich nicht abschliessend beurteilen, aber die Auseinandersetzung mit Behauptungen wie denen von Christer Olburs muss unvermindert weitergehen, um Versuchen entgegenzuwirken, die öffentliche Meinung in eine Richtung zu lenken, die lediglich auf seinen Vermutungen wie dem "Kormoranschiff" beruht.

Viele Grüße,
Marcus Beike


05.03.2010 - Heckenzerstörung

Lieber Herr Dr. Brauneis,

natürlich haben wir Naturschutzverbände den Versuch unternommen, die Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik zu begrenzen. Ein Ergebnis ist, dass Lebensraumstrukturen, wie zum Beispiel Hecken und Lesesteinhaufen, im Rahmen der sogenannten Cross-Compliance bei der von Ihnen zutreffend beschriebenen Flächenberechnung angemessen berücksichtigt werden müssen. Dafür müssen die Länder Vorkehrungen treffen. Darüber hinaus heißt es in der Verordnung wörtlich: "Mit Blick auf besondere Umweltbelange ist eine gewisse Flexibilität innerhalb der Grenzen vorzusehen, die bei der Festsetzung der Erträge der betreffenden Regionen berücksichtigt wurden." Deswegen würde ich dem Landwirt bzw. seinem Ratgeber in der Landwirtschaftsverwaltung zunächst widersprechen. Ich finde es - nebenbei bemerkt -allerdings auch ein bisschen spitzfindig von dem zitierten Landwirt (wenn ich Sie richtig verstanden habe), für Fläche, die er nie bewirtschaftet hat, weil sie Hecke war, nun Prämien erhalten zu wollen.

Ein anderes Problem ist die Frage des Umgangs mit Hecken in der Landschaft. Sie sind Teil der Kulturlandschaft und bedürfen der Pflege wie Streuobstwiesen auch. Sonst werden sie zum Beispiel für Neuntöter unbrauchbar (für Neuntöter müsste jeweils ein Teil der Hecke regelmäßig auf den Stock gesetzt werden). Das macht niemand mehr, weil das unrentabel ist. Stattdessen werden miserable maschinelle Methoden zum Kürzen des Überwuchses verwendet, wobei die gröbsten Auswüchse nach meiner Wahrnehmung bei der Straßenunterhaltung und im kommunalen Bereich passieren.

Viele Grüße

Oliver Conz


05.03.2010 - Heckenzerstörung im Feld

Auch in diesem Spätwinter werden die Feldhecken und Feldgehölze in unserer Region von zahlreichen Landwirten wieder radikal beschnitten. Dabei werden auch Einzelbäume in den Hecken (Eichen, Eschen) massiv beschädigt. Viele Landwirte haben sich große Heckenschneidmaschinen zugelegt. Dies ist in diesem Ausmaß eine relativ neue Entwicklung. Ein mir bekannter Landwirt hat mir auf Nachfragen erklärt, dass wegen neuer EU - Vorgaben die Subventionen jetzt auf die landwirtschaftliche Nutzfläche bezogen sind. Dabei werden dann von den Behörden via Satellitenbild alle Flächen abgezogen, die mit Hecken bestanden sind oder auch nur von Baumästen überwachsen werden, denn jetzt muss die vom Satellit sichtbare, landwirtschaftliche Nutzfläche möglichst groß sein.
Mich wundert immer, dass die Naturschutzverbände solche Entwicklungen, die ja - wenn das richtig ist - auf der Hand liegen, nicht vorbeugend beeinflussen! Vielleicht können die Naturschutzverbände ja bei der EU und die HGON in Hessen die Initiative ergreifen. Am Wochenende kann die HGON vielleicht ja am Rande auch mal dieses Thema erörtern.

Dr. Jörg Brauneis


04.03.2010 - heimische Arten

Hallo Herr Beike,

„diejenigen, die versuchen, den Kormoran als "fremd" zu definieren, weil er hier in Hessen genetisch nicht bis zum Urknall zurückverfolgt werden kann.“

Es sind doch die Kormoranfreunde die ihm als schon immer heimisch erklären, 100.000 Jahre gemeinsame Entwicklung propagieren und damit jede Schädigung der Fischbestände
vehement abstreiten. (… Und auch die leidige Diskussion über die historischen Knochenfunde anzettelten, die mit 6 Knochen weniger aufweisen als des Deutschen Lieblingsvogel – der halbe Hahn.)

Zur Definition von „fremd“: Bundesnaturschutzgesetz vom 25.3.2002 (BNatSchG)
Eine gebietsfremde Art ist danach „eine wild lebende Tier oder Pflanzenart, wenn sie in dem betreffenden Gebiet in freier Natur nicht oder seit mehr als 100 Jahren nicht mehr vorkommt“.

Ihre Ängste „Mensch ist ebenfalls eingewandert, nämlich aus Afrika“ kann ich beruhigen, denn es steht weiter:

Danach ist eine heimische Art „eine wild lebende Tier- oder Pflanzenart, die ihr Verbreitungsgebiet oder regelmäßiges Wanderungsgebiet ganz oder teilweise im Inland hat oder in geschichtlicher Zeit hatte oder auf natürliche Weise in das Inland ausdehnt; als heimisch gilt eine wild lebende Tier- oder Pflanzenart auch, wenn sich verwilderte oder durch menschlichen Einfluss eingebürgerte Tiere oder Pflanzen der betreffenden Art im Inland in freier Natur und ohne menschliche Hilfe über mehrere Generationen als Population erhalten“.

Somit ist die Menschheit gerettet und auch ihre kleinen schwarzen Federfreunde...

Die eigentliche Frage ist aber wie kann den Fischen geholfen werden.
Die Strategie „Hände in den Schoß legen und abwarten“ - die beim Kormoran so gut geklappt hat - sehe ich nicht als Lösungsmodell an.

TOM



04.03.2010 - Kormoran

Hallo Herr Roth,

ich stimme Ihnen absolut zu, der Mensch sollte langsam an Selbstbegrenzung denken um andere Lebensformen zu schützen, er wird es wohl eher nicht tun, auch da sind wir uns einig.

Das der Nebeneffekt der Teichwirtschaft positive Einflüsses auf den Naturschutz hat will ich nicht bestreiten, allerdings ist das ein ungewollter Beitrag der nicht dazu führen darf, dass man der Wirtschaft hier eine Lobby einräumt. Ich vertraue da mehr auf die Naturschutzverbände die genug Kompromisse eingehen müssen.

Naturschutz hört natürlich nicht an der Wasseroberfläche auf, wieweit wollen und dürfen wir aber gehen? Was ist mit den vom Aussterben bedrohten Bodenbrütern, die einfach keinen ausreichenden Lebensraum mehr haben, dürfen wir deshalb beginnen ihre Prädatoren zu dezimieren? Wer hat denn diese "Zustände" zu verantworten?

Ich halte diesen Weg für verkehrt. Wir sollten meiner Meinung nach besser versuchen den Schaden zu begrenzen, soweit wie möglich aufzuhalten. Die künstliche Selektion wird wohl die Zukunft sein, ich möchte sie mir aber nicht vorstellen müssen, denn damit beginnt für mich das "Vogelgucking" ein Kinovorstellung zu werden und davon hatte ich eigentlich genug.

abendliche Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand




04.03.2010 - genet. Stammbaum unserer Freunde

Hallo Herr Roth,

leider bin ich gestern nicht mehr dazu gekommen Ihnen ausführlicher zu antworten. Bezüglich der historischen Genetik der Kormorane bin ich überfragt, aber zur Äsche gibt es Untersuchungen vom LFV Bayern. Das Projekt „Entwicklung von Erhaltungsstrategien für die Äsche“ beschäftigte sich u. a. auch damit:
„Zur Bestimmung übergeordneter Verwandtschaftslinien wurden die genetischen Marker so gewählt, dass die Daten mit anderen Studien aus Nord- und Südeuropa verknüpft und dadurch das Untersuchungsgebiet erweitert werden konnte. Die Synthese der phylogeographischen und populationsgenetischen Daten weist auf mindestens vier mitochondriale Hauptlinien der Äsche in Zentral- und Nordeuropa hin, die sich in geographischer Isolation während des Pleistozäns entwickelt haben. Drei dieser unterschiedlichen genetischen Linien kommen in dem intensiver untersuchten Gebiet nördlich der Alpen, entsprechend den Einzugsgebieten von Donau, Rhein/Main und Elbe vor. Die vierte Linie beschränkt sich auf Skandinavien und Nordost-Europa.
….
Die zeitliche Trennung der typischen Donau-Linie von den anderen zentral- und nordeuropäischen Linien wurde auf mindestens vor 600.000 Jahren geschätzt.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die untersuchten Äschenbestände aus Bayern innerhalb und zwischen den Einzugsgebieten genetisch stark unterscheiden. Die großen Flusssysteme Donau, Rhein/Main und Elbe bilden eine natürliche, geographische Grenze zwischen den Populationen und stimmen mit den gefundenen genetischen Unterschieden weitgehend überein. Auch innerhalb der Einzugsgebiete wurde ein starker Unterschied zwischen den Populationen festgestellt. Diese Beobachtung trifft besonders auf das Donausystem zu. Die Äschenbestände aus den kalkhaltigen Zuflüssen der Nordalpen (Inn, Isar, Iller, Lech) unterscheiden sich deutlich von den linksseitigen kalkarmen Zuflüssen aus dem Mittelgebirge (Oberfranken) und dem Bayerischen Wald (z.B. Schwarzer Regen). Innerhalb dieser Managementeinheiten bilden Äschenpopulationen genetisch eine evolutionäre Einheit ….
In einigen Populationen aus den Kontaktzonen bestimmter Flusseinzugsgebiete wie z.B. in Südskandinavien oder im Nordosten und Südwesten Bayerns (Fichtelgebirge, Bodensee-System), wurden zwei (selten auch drei) der vier unterschiedlichen Äschen-Hauptlinien festgestellt. In diesen Gebieten ist das Vorkommen unterschiedlicher mitochondrialen Linien höchstwahrscheinlich auf historische Prozesse, insbesondere auf die eiszeitlichen Veränderungen und alten Flussverbindungen aus dem Pleistozän, zurückzuführen.“

Es klingt interessant das ein Äschenbestand genannt wird der sich genetisch von den anderen unterscheidet und (in den letzten Jahren) noch nicht so stark vom Kormoran dezimiert wurde.

Ich weiß nicht wie gut sich mitochondriale DNS in archäologischen Funden hält, rein chemisch dürfte es kaum Unterschiede geben. Die Anwendung am Kormoran wäre aber (wie schon gesagt) eine rein akademische Untersuchung.

Tom S c h l e g e l



04.03.2010 - Fische und Vögel sind gleich schutzwürdig!

Fische und Vögel sind gleich schutzwürdig! Der Natur-, Tier- und Artenschutz hört nicht an der Wasseroberfläche auf! Die Erhaltung der heimischen Fischfauna in ihren Lebensräumen ist ein wichtiges Ziel des Naturschutzes.
Die seit den 90er Jahren gewachsene Kormoranpopulation hat sich das Bergische Land durch Nutzung von Staustufen und Talsperren sowie abschnittweise auch der Fließgewässer als Lebensraum erschlossen. Im Gegensatz zum Graureiher ist der Kormoran daher nicht als
ursprünglich im Oberbergischen heimische Vogelart anzusehen.
Kormorane können die heimische Fischfauna in den Fließgewässern der Mittelgebirge bestandsgefährdend dezimieren (z.B. Äsche, Bachforelle, Aal). Der dadurch bedingte Verlust des lokalen Genpools (z.B. bei der Äsche) ist nicht ohne weiteres ersetzbar.


04.03.2010 - Kormoran

Guten Abend,

@ Herr Beike: Denke, ich verstehe Sie. Was die Äpfel und Birnen angeht, meine ich, dass man, wenn überhaupt, auf der genetischen Ebene Vergleiche anstellen kann. Der genetische Code ist universell, habe ich mal gelernt. Insofern sehe ich doch einen Unterschied darin, Genome auf Verwandtschaften zu untersuchen, und der Einwanderung von Silberreiher oder Mensch als "handelnde Wesen" in einen neuen Lebensraum, denn das Handeln ist nicht mehr nur genetisch bedingt. Aber, ich bin, wie zugegeben, Gen-Laie.

Ich glaube auch nicht, dass es "fatal" wäre, wie Sie schreiben, wenn ich von meiner Meinung nicht überzeugt wäre. Mein Sendungsbewusstsein hält sich (inzwischen) in ziemlich engen Grenzen, und das tut dem Gemeinwohl glaube ich ganz gut.

@Frau Wiegand: Beim Kormoran stellt sich sicher die Frage, welches Leben wir uns noch "leisten" können (oder sollten), und ob nicht eine Selbst-Begrenzung menschlicher Möglich- und Begehrlichkeiten an der Zeit wäre, zum Schutze anderer Lebensformen. Indes, ich sehe da leider wenig Hoffnung. Schätze, dass gut 95 % der Bundesbürger Kormoran und Teichwirtschaft letztlich egal sind. So lange es nichts kostet, ist man für fast alles, sobald man selbst aktiv werden müsste (oder könnte), ist Ende der Umwelt-Diskussion. "Eigentlich müsste man ja ...", um dann doch das Billig-Fischfilet aus Afrika zu kaufen. Sie werden das kennen.

Und speziell beim Kormoran sehe ich auch Teichwirte, die einfach nur gerne von ihrer Arbeit leben können möchten, was nichts Unmoralisches ist. Insofern stehen wir wirklich vor dem Problem, dass der Naturschutz auf einmal Menschen (deutsche Teichwirte), die ganz konkret per einheimischer Fischzucht entscheidend etwas gegen weltweites Artensterben und Ausrottung von Fischarten tun können, zum Feind des Jahres erklärt. - Das macht doch wenig Sinn (?). Es muss einfach eine gemeinsame Lösung für das "Kormoran-Problem" gefunden werden, ansonsten werden die Folgen deutlich dramatischer sein als aktuell. Aber dazu muss m. A. nach der Naturschutz nicht seine Schutzbemühungen aufgeben, aber verhandlungstechnisch "elastischer" auftreten, als er das aktuell tut. Der Ton macht die Musik.

Ich stelle mir zum Ende des Jahres eine gemeinsame Erklärung von Naturschutz und Teichwirtschaft vor, die für den Kormoran Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennt und Wege in die Zukunft beschreibt. Ich halte das auch für ein realistisches Ziel, sofern die richtigen Partner sich dafür zusammensetzten, ohne Hass, ohne Häme, ohne Vorurteile. Dann könnte es gehen. Insofern prüfe jeder Naturschützer vielleicht auch im stillen Kämmerlein, ob er sich dazu in der Lage fühlt. Falls nicht, sollte er vielleicht 2010 eine Auszeit nehmen und z. B. nur Vogelgucking betreiben, was die Seele erfreut.

Entscheiden wird sowieso die Politik, dafür meint sie ja fähig zu sein. Wie sie dann entscheidet, bleibt abzuwarten. Dass aber der Kormoran in 2010 zu einem bundesweiten Sympathieträger für den Artenschutz wird werden können, sehe ich im Moment noch nicht. Dafür ist die Thematik wohl zu komplex und diffus.

Grüße

M. Roth


03.03.2010 - Beiträge von T. Schlegel und M. Roth

Liebe Herren Schlegel und Roth,

es hat doch nichts mit persönlicher Eitelkeit zu tun, wenn ich jemanden innerhalb der Diskussion bitte, seine Anonymität abzulegen, sei sie nun beabsichtigt oder nicht. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob das woanders üblich ist. Schliesslich praktizieren wir hier auch nicht die im WWW weit verbreitete Unsitte, sich unter Wildfremden wahllos zu duzen. Es ist sicher nicht zuviel verlangt, die Aufmerksamkeit und Höflichkeit zu erwarten, sich entsprechend zu verhalten.
Und es trägt sehr wohl zur Sache bei, denn im Rahmen des HGON-Forums ist es eher befremdlich, wenn man sich nur "Tom" nennt. Es wirkt einfach nicht seriös - wohlgemerkt auch dann, wenn es nicht beabsichtigt war, was ich gerne glaube.
Überhaupt sollten Sie im Umgang mit (anderen) Naturschützern nicht erwarten, dass diese sich "üblich" verhalten. Eine gewisse Nonkonformität braucht man in unserer "Branche":)

@M. Roth:
Eigentlich hatte ich Sie gar nicht gemeint, sondern diejenigen, die versuchen, den Kormoran als "fremd" zu definieren, weil er hier in Hessen genetisch nicht bis zum Urknall zurückverfolgt werden kann.
Vielmehr spielt es in meinen Augen keine Rolle, ob er "urheimisch" ist, wie Sie es nennen oder ob er gestern eingewandert ist. Beides macht ihn zu einem einheimischen Vogel.
Die Gründe für unsere Meinungsverschiedenheiten liegen im Grundsatz:
Während Sie die Vielfalt in der Natur über die Unterschiede in der Komplexität und im Habitus der Geschöpfe definieren, tue ich dies über die Gemeinsamkeiten.
Ich finde deshalb, dass ich mit Mensch, Kormoran und Silberreiher gleichwertige Lebensformen miteinander vergleiche, was in Ihrem Weltbild so nicht zu finden ist und zu Ihrem Vergleich mit dem Obst führt.
Aber gleich davon zu sprechen, das ich die NATUR nicht verstanden habe, halte ich für übertrieben. Ich habe vielleicht IHRE Natur nicht verstanden, meine verstehe ich mit all Ihren menschengemachten Problemen sehr gut.
Allerdings müssen Sie sich noch den Hinweis gefallen lassen, dass Sie mit Ihrer Frage nach dem Genom-Projekt selbst versucht haben, was Sie bei mir kritisieren (Mensch-Sibirien-Grönland => Kormoran-China-Europa).

Zum Schluss noch 2 Dinge:

1. Thema "Meinung":
Natürlich halte ich die meinige für richtig, aber ich ändere Sie auch, wenn mich jemand überzeugen kann.
Halten Sie Ihre Sichtweise der Dinge denn für falsch? Das wäre fatal!

2. Thema: Schlussfolgern der Naturschützer per "Gedankenxperiment":
Sie ignorieren hierbei ganz offensichtlich die lückenlose Verbreitung von sinensis von China bis Mitteleuropa ohne die bereits von Dr. Ross erwähnten unüberwindbaren Barrieren dazwischen.
Das ist nicht nur kein "Gedankenexperiment", sondern sogar ein Fakt, und dem gegenüber sieht der "behauptete Ansatzpunkt" des holländischen "Kormoranschiffs" ziemlich blass aus.

Viele Grüße,
Marcus Beike


03.03.2010 - Tom

Hallo Forum - Sehr geehrter Herr Beike,

mein Name ist Tom Schlegel, trägt zwar nichts zur Sache bei aber wenn es denn gewünscht ist.
Ich hatte mich schon mit zwei Leuten ausgetauscht und habe nicht geschrieben damit sich „sicher der ein oder andere, der Ihre Darstellungen mit simplen Gegenargumenten entkräftet.“ findet.
Diese Gegenargumente die hier schon (mittlerweile vor einigen Seiten) vorgebracht wurden sind mir ZU simpel und zeigen zu wenig Sachbezug. Beispiel: Umfangreiche Untersuchungen werden mit Floskeln wie „Kormorane sind Fischindikator“ gekontert.

Tom


02.03.2010 - Kormoran

Hallo zusammen,

de fakto zeigt sich doch nur, dass ein Argument gesucht wird ein Tierart verantwortlich zu machen dafür, dass wir in unserer ökonomischen Entwicklung nicht wie erwartet vorankommen.

Ich persönlich tendiere klar dazu die Ziele des Menschen in Frage zu stellen, nicht aber die Überlebensberechtigung anderer Lebewesen.

sehende Grüße
Andrea Wiegand, Wabern





02.03.2010 - Kormoran und Gentest

Guten Abend,

danke für die ausführlichen Erläuterungen, Herr Dr. Ross, ich bin erkennbar Gen-Laie. Schade, dass es beim Kormoran nicht klappt. Hatte jetzt gelesen, dass man beim Menschen (auch eine einzige Art) kürzlich per ausgegrabenen Haaren festgestellt hat, dass Grönland in der Steinzeit direkt von Sibirien aus besiedelt wurde, und nicht, wie bis dato gedacht, von "Indianern". Dachte, ähnliches wäre beim Kormoran bezgl. Europa/China vielleicht auch möglich.

"Tom", ich kann Ihre Äußerungen verstehen und vermutlich auch vollumfänglich teilen. Esse selbst auch keinen Fisch aus Irgendwo; oder Fleisch. Und habe auch kein Problem damit, dass Sie sich "Tom" nennen, derartiges ist im Internet völlig üblich. Es geht hier um Argumente, nicht um persönliche Eitelkeiten.

Herr Beike, ob Ihrer Replik bin ich weitgehend erstaunt. Sie vergleichen (immer noch) Äpfel mit Birnen (Mensch, Kormoran, Silberreiher?) und Ihre Äußerungen erwecken bei mir immer noch den Eindruck, dass Sie NATUR nicht ansatzweise "verstanden" haben. Ich mag mich irren, und ich meine es auch nicht böse. Aber wem wollen Sie mit Ihrer "eigenwilligen" Art zu diskutieren (gemäß dem Motto: Weil ich das so sehe, ist das richtig, sonst würde ich es ja nicht so sehen!) helfen? Dem Kormoran sicher nicht. Und natürlich macht es einen riesigen Unterschied, ob eine Art selbstständig einwandert oder (nur) mit menschlicher Hilfe. Nicht nur Jared Diamond weiß darüber Spannendes und auch Erschreckendes zu berichten.

Der Naturschutz kann aktuell nicht beweisen, dass der Kormoran in Mitteleuropa "urheimisch", endemisch ist, er schlussfolgert erst einmal per Gedankenexperiment. Die Teichwirtschaft kann nicht das Gegenteil beweisen, hat aber zumindest einen behaupteten Ansatzpunkt für ihre Hypothese. Sollte nicht so schwer sein, die Idee eines holländischen Schiffes zu verifizieren oder zu widerlegen. (HIV beispielsweise, ohne dass ich damit Kormoran und HIV vergleichen möchte!, kam wohl per Schiff nach USA, das ist relativ gut nachverfolgt worden, da über Schiffe und ihre Besatzungen schon immer gut Buch geführt wurde, insofern müsste ein Kormoran-Schiff, wenn es dies denn gegeben haben sollte, historisch nachweisbar sein). -Schade, dass dies sich anscheinend nicht auflösen lässt.

Vielleicht ist der Kormoran in Mitteleuropa tatsächlich endemisch. Das darf dann aber gerade nicht dazu führen, dass der Naturschutz sich selber in die Tasche lügt (s. Blumberger Mühle), denn aus bewusster (?) Täuschung Dritter und Wohlgesonnener ist langfristig noch nie etwas Gutes entstanden.

Hatte noch eine Idee, die mir "Tom" aber in gewissen Sinne schon vorbeantwortet hat: Wenn die Temperaturerhöhung in mitteleuropäischen Gewässern der Knackpunkt beim Rückgang der Äschen sein sollte, müsste man doch bloß Gewässer untersuchen, in denen die Temperatur (noch) nicht signifikant angestiegen ist (Alpen, Skandinavien), wo es zudem Ph. c. sinensis und Äschen gibt und dort kucken, wie es den Äschen geht. Ginge es den Äschen dort gut, wäre es (vermutlich) nicht der Kormoran; ginge es ihnen schlecht, wäre es (vermutlich) der Kormoran. Wurde das schon erforscht?, fragt mit herzlichen Grüßen

M. Roth


02.03.2010 - Kormorangene

Hallo zusammen,

und Danke an Herrn Dr. Ross für seine Erläuterungen.

Eines möchte ich noch zusätzlich zu bedenken geben:
Selbst wenn mit einer Genom- oder anderen Analyse herauszufinden wäre, wann und ob sinensis hier eingewandert ist, bringt uns das in der Dikussion nicht weiter.

Es ist absolut unerheblich, ob sich die Unterart sinensis hierzulande ausgebildet hat oder nicht.
Ausschlaggebend ist, dass sie, falls nicht, angesichts des zusammenhängenden Verbreitungsgebietes mit Sicherheit eingewandert ist - und zwar auf natürlichem Wege und nicht auf einem zusammenfantasierten holländischen Schiff!
Das macht P. c. sinensis d e f i n t i v zu einer einheimischen Art !
Jede abstreitende Argumentation steht im krassen Gegensatz zu natürlichen Vorgängen und dem muss entschlossen entgegengetreten werden.
Denn wie gedenken derart argumentierende Personen denn in Zukunft mit z.B. dem Silberreiher umzugehen, nachdem er vor einiger Zeit "eingewandert" ist und vermutlich bald hier zu brüten beginnt.
Ist der dann auch keine einheimische Art? Wird dann auch die Flinte geladen, weil er Fische frisst?
Noch ein kleiner Denkanstoss:
Nach momentaner wissenschaftlicher Kenntnis ist der Mensch ebenfalls eingewandert, nämlich aus Afrika!

Viele Grüße,
Marcus Beike


02.03.2010 - Kormoran heimisch

Sehr geehrter Herr Roth,

Ihr Vorschlag eines Kormoran Genomprojekts ist eine gute konstruktive Idee, die aber nicht weiter führt. Deshalb ein paar Anmerkungen:

1. Es handelt sich beim Kormoran um EINE Art, eine theoretisch denkbare aber in der Praxis NICHT nachgewiesenen Veränderung des Verbreitungsgebiets von P.c. carbo und sinensis, wenn man diese als Unterarten anerkennt, ist also für die Frage, ob es sich um eine einheimische Art handelt, belanglos.
2. Eine Genomanalyse würde wahrscheinlich eine Unterscheidung erlauben, wie z.B. auch zwischen Friesen und Bayern. Ob einer der beiden Kormorane nicht in Deutschland beheimatet war, lässt sich aber so leider nicht nachweisen. Das ist theoretisch ausgeschlossen.

Zu 1:
Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist von der Ostküste Nordamerikas über Grönland Eurasien bis nach Australien und Neuseeland verbreitet und zweifellos auch in Deutschland beheimatet. (Nebenbei: Trotz Kormoran gibt es dort überall Fische) Phalacrocorax carbo ist EINE Art. Die Tiere haben gemeinsame Vorfahren, kreuzen sich und bekommen Nachkommen, die ihrerseits fertil sind.

Zu2:
Es gibt im Genom neben Genen tandem-repetitive DNA – Elemente, die sich in Sequenz und Anzahl schnell verändern. Da diese im Allgemeinen keine Funktion für die Eigenschaften und Leistungsfähigkeit eines Lebewesens besitzen, hat ihre Veränderung keine nachteiligen Konsequenzen. Auch wir werden so von unseren Nachfahren in 10.000 oder 100.000 Jahren unterscheidbar sein.

Will man unbedingt carbo und sinensis unterscheiden, wird dies gelingen, so wie es Marker geben wird, mit denen man blonde und rothaarige Menschen unterscheiden kann. So wie Blonde und Rothaarige sich in einem Gen für die Haarfarbe unterscheiden, wird es auch ein paar solche Unterschiede in Genen geben. Trotz der Unterscheidungsmöglichkeit ist auf diese Weise aber völlig ausgeschlossen nachzuweisen, dass carbo oder sinensis in der Vergangenheit NICHT in Deutschland gelebt haben.

Warum?
Weil Fossilien sehr selten erhalten bleiben. Von allen am heutigen Tag lebenden Kormoranen wird vermutlich keiner in 5000 Jahren als Fossil erhalten sein. Selbst wenn es 10.000 solche Fossilien gäbe, ist es immer ein enormer Glücksfall, wenn man nur eines davon tatsächlich findet. Wenn man ein einziges Fossil von sinensis in Deutschland findet, ist der Nachweis erbracht, dass er zu der Zeit in Deutschland vorkam. Das Gegenteil sagt aber nichts aus. Findet man an verschiedenen Stellen in Deutschland eine größere Zahl von Fossilien von carbo, aber nicht von sinensis, legt das die Vermutung nahe, dass carbo häufiger war. Selbst das ist aber nicht gesagt. Orte an denen sich Fossilien erhalten, weisen geologische oder sonstige Besonderheiten auf, sind selten und lassen höchstens Aussagen über lokale Populationen zu.
Außerdem: Der Seeadler ist in Deutschland heimisch, auch wenn er leider selten ist. Will man eine solche Art in 2 Millionen Jahren durch Fossilien nachweisen, braucht man mehr Glück, als wollte man die nächsten 3 Wochen jeweils 6 Richtige im Lotto haben.
Da carbo und sinensis gemeinsame Vorfahren haben und in einem zusammenhängenden Verbreitungsgebiet vorkommen, das dem Kormoran keine unüberwindlichen Barrieren entgegenstellt, gibt es keinen Grund zu bezweifeln, dass sinensis in Deutschland vorgekommen ist. Entscheidend für die Einstellung gegenüber dem Kormoran ist dies aber meines Erachtens nicht.

Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Ross



02.03.2010 - anonymer Beitrag

Das sehe ich genauso wie Markus Beike und bin auch davon ausgegangen, dass
entweder der Schreiber mal langsam Farbe bekennt oder aber der Beitrag als
eben anonym gelöscht wird.


Andrea Wiegand
Wabern



02.03.2010 - Beiträge von "Tom"

Sehr geehrter Tom,

es wäre begrüßenswert, wenn Sie sich hier mit vollem Namen einbringen würden, denn für mich und viele andere hier sind anonyme Diskussionspartner und deren Meinung sinnlos und uninteressant, wie Sie vielleicht schon gemerkt haben.
Wir sind keine Psychopathen und schicken Ihnen tote Kormorane per Post, falls Sie davor Angst haben sollten. Das ist nicht unsere Handschrift.
Also keine Scheu und etwas mehr Offenheit bitte, dann findet sich sicher der ein oder andere, der Ihre Darstellungen mit simplen Gegenargumenten entkräftet.

Viele Grüße,
Marcus Beike


02.03.2010 - 4 Punkte

Hallo Herr Roth,

ich bin etwas knapp mit der Zeit deshalb nur ein paar Stichworte als Ergänzung/Zustimmung ihrer Punkte:

zu Erstens: Kormoran-Genom-Projekt

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Landesbund für Vogelschutz (LVB) und der Deutsche Rat für Vogelschutz (DRV) begrüßen, dass sich die nordwesteuropäische Population des Kormoran (Phalacrocorax carbo sinensis) ...
wieder erholt und die Art ihr Brutareal ausgebreitet hat,
- Ausbreitung klingt doch anders als wiedergekehrt, ändert aber nichts dran er ist jetzt eingebürgert/heimisch... ob es hilft einigen Leuten die Augen zu öffnen ?

Zu Zweitens: "Kormoranwacht" - den entsprechenden Versuch gibt es schon als Äschenwacht in CH, das Ergebnis blamiert das Gerede vom Klimawandel als Ursache des Äschenbestandsrückganges.

Zu Drittens: Der Mensch in Europa hat, verglichen mit unseren Kollegen in Asien, Afrika etc., ein geradezu paradiesisches Leben

--- doch nur weil wir unseren Teil dorthin delegieren? Victoriabarschfilet aus Afrika, Pangasius aus Vietnam, Schwarzer Seehecht aus der Arktis - da können wir doch auf eigene Fischerei, Teichwirtschaft etc. verzichten.

Viertens Stichwort Blumberger Mühle - "schönes Naturerlebnis" kann man auch mal mit Fischen haben: Die Entwicklung des Karpfens vom Laich auf der gefluteten Wiese, die Brutfische von 2cm die schon alle Merkmale der großen Karpfens haben und wunderschön sind bis hin zum ausgewachsenen Fisch. Auch heimische Karpfen werden zahm und lassen sich aus der Hand füttern.
Damit ließen sich sicher auch „Stadtkinder“ (allen Alters) für die Fische und ihre bedrohten Lebensräume sensibilisieren. Aber Vogelschutzbund bleibt halt ….

Viel schlimmer ist die dadurch verbreitete Botschaft >die Teichwirtschaft kann prima mit den Kormoran auskommen< >es gibt keine Schäden< die hier in Forum schon angeklungen ist und geglaubt wohl auch vom HGON verbreitet wird (s. Pkt. 4).

Tom



28.02.2010 - Illegale Greifvogelverfolgung in NRW

Hallo zusammen,

nachfolgend möchte ich den Newsletter 02/2010 vom Komitee gegen den Vogelmord e.V. vorstellen. Ich kann es nicht begreifen, dass es in Deutschland immer noch so viele illegale Greifvogelverfolgungen gibt. Ich bin total wütend über so manchen Falkner und Jäger.

WICHTIG: Es gibt darüber heute Abend zwischen 19:30 und 20:00 Uhr im WDR - Politikmagazin Westpol - ein Bericht über eine groß angelegte Aktion des Komitees gegen den Vogelmord e. V. Dies ist allerdings aus dem nachstehenden Text des Newsletters zu entnehmen:


"Liebe Natur- und Tierfreunde,

in den letzten Februartagen hat das Komitee gegen den Vogelmord eine
groß angelegte Aktion gegen die illegale Greifvogelverfolgung in
Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Mehr als 20 Komitee-Mitglider haben
überall im Land Jagdreviere durchsucht und dabei mindestens 18 tote
Greifvögel und Eulen entdeckt und zahlreiche illegale Fallen, darunter
Tellereisen, Habichtfangkörbe und verschiedene Typen von Käfigfallen
beschlagnahmt oder den Behörden gemeldet.
Nördlich von Soest (Ost-Westfalen) wurde ein Falkner in flagranti von
zwei Komiteemitgliedern beim Vogelfang erwischt - er hatte drei
Habichtfangkörbe aufgestellt und einen Bussard erschlagen.
Bei Kalkar am Niederhhein (Kreis Kleve) entdeckten zwei
Komiteemitarbeiter insgesamt 15 tote Greifvögel und drei illegale
Vogelfallen in unmittelbarer Nähe zu jagdlichen Einrichtungen.
Zu diesen beiden besonders krassen Fällen finden Sie auf unserer
Internetseite ausführliche Informationen und viele Bilder:
Fall Soest: http://www.komitee.de/online/index.php?soest
Fall Kalkar: http://www.komitee.de/online/index.php?kalkar

Das renommierte WDR-Politikmagazin Westpol berichtet am heutigen 28. Februar 2010 über die Aktion. Ein Kamerateam hatte das Komitee gegen den Vogelmord am Wochenende begleitet und dabei das immer mehr ausufernde Problem dokumentiert. Der Beitrag wird heute Abend in der Zeit zwischen 19:30 und 20:00 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt. Sollten Sie diese Mail erst später erhalten ... kein Problem: Der Beitrag wird im WDR-Archiv online abrufbar sein, spätestens Montagmorgen werden wir einen entsprechenden Link auf unserer Homepage platzieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Alexander Heyd"

Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)
Bundesgeschäftsstelle
An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Germany

Tel.: +49 228 66 55 21
Fax : +49 228 66 52 80
Email: komitee@komitee.de

Internet: http://www.komitee.de



Viele Grüße
Karin Adolph


28.02.2010 - Kormoran heimisch !?!

Guten Morgen!

Hoffentlich diesmal ohne postwendende Häme mancher Vogelfreunde (doch, ich bin auch einer), möchte ich vorschlagen:

Ertsens: Naturschutz und Teichwirtschaft starten gemeinsam ein Kormoran-Genom-Projekt; per Genanalyse sollte doch erfolgversprechend zu klären sein, ob bzw. seit wann Ph. c. chinensis denn nun wirklich sich in Mitteleuropa reproduziert. Wüsste man dies abschließend, ließe sich anders diskutieren und handeln.

Zweitens: Der Naturschutz organisiere und betreue eine bundesweite "Kormoranwacht", beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Gäbe schlechtere Zeitvertreibe für manche Arbeitssuchende, als "Spazierenzugehen", vermute ich. Gegen Aufwandsentschädigung sollte da was gehen. Und nach einem Jahr setzen sich Teichwirte und Naturschützer zusammen und schauen, was es gebracht hat.

Drittens: Möglicherweise sind Kormoran und Mensch (so, wir derzeit leben) tatsächlich nicht problemfrei "kompatibel"; seit historischer Zeit wird das Tier massiv bekämpft, weil er uns in die Quere kommt. Den Kormoran können wir nicht ändern, aber uns selbst (und unseren Lebensentwurf). Wir können es uns, denke ich, evolutionär nicht leisten, alles, was uns stört, abzuschießen oder ins Nirwana zu verbannen. Der Mensch in Europa hat, verglichen mit unseren Kollegen in Asien, Afrika etc., ein geradezu paradiesisches Leben und weitgehend friedliche Natur (weil, wie schon angemerkt, alles Bedrohliche außer dem Wetter bereits ausgerottet ist). Obwohl z. B. in Asien jährlich Hunderte Menschen vom Tiger getötet werden, tut man zu Recht alles dafür, diese Tierart zu schützen. - Also: Mit Kormoran-Konflikten anders umgehen lernen; das wird nicht einfach sein, das geht nicht von heute auf morgen, aber wir haben keine andere Wahl.

Viertens: Stichwort Blumberger Mühle: Einerseits kann ich verstehen, dass der NABU dort auf Sympathie, Konfliktfreiheit und "schönes Naturerlebnis" setzt; solche Plätze muss es geben, um Menschen (wieder) an die Natur heranzuführen, ihre Begeisterung zu wecken usw. Das Elend des wirklichen Lebens kommt dann noch früh genug. Andererseits hätte ich mir gewünscht und als selbstverständlich angesehen, dass das geschilderte dortige Vorgehen mit den Satzfischen offensiv vertreten und nicht erst auf Nachfrage von Außen hin eingeräumt wird. Professionell geht anders. Und irgendwie unredlich ist es dann doch, wirbt der NABU mit Vergrämungsmethoden, die er selbst nicht anwenden will. Das wirft reichlich Schatten auf die Vogel-des-Jahres-Kampagne 2010. Zu Recht. Und dem Kormoran schadet solche "naturschützerische Dummheit" mehr, als sie ihm nützt.

Schönen Sonntag

M. Roth






27.02.2010 - Einfl. d. Kormorans

Hallo Mot,
für Angler gelten gewisse Regeln wie Mindestmaße, Fangbegrenzung und Schonzeiten. Deren Einhaltung wird auch überwacht, nicht zuletzt von eifersüchtigen Kollegen.
Wenn vom „Ertrag“ die Rede ist so ist damit der jährliche Zuwachs gemeint, im Mittel sind dies die 20% des Fischbestandes eines Gewässers die von einen Grundbestand nachwachsen. Übrigens Kilogramm nicht Tonnen, damit klingen die Fänge auf 'zig km Flusslänge schon nicht mehr so enorm. Durch die Mindestmaße müssten auch die kleinen Fische verblieben sein.
Andere mögliche Ursachen wären
Krankheiten - würden aber kaum mehrere Arten gleichzeitig ereilen, auch würden irgendwann kranke/tote Fische auffallen
Fischsterben (Chemikalien...) würden alle Arten betreffen und meist auffallen
Verlust der Laichplätze - würde sich langfristig auswirken
Nahrungsmangel – würde man am Größe/Gewicht /Alter Verhältnis erkennen

Hingegen sind Kormoranbesuche z.B. im benachbarten Thüringen gut untersucht: Je nach Dauer des Aufenthaltes bis über 93% Verlust des Äschenbestandes, die Bereiche mit Fischverlust decken sich mit den vom Kormoran befischten Bereichen, von den verbliebenen Fischen weisen viele Verletzungen durch den Kormoran auf.
Mitunter wird der nachlassende Fangerfolg auch beobachtet wie an der Eder (Nabu Waldeck Homepage) oder er zeigt sich anhand des „Hochwanderns“ der Kormorane entlang der Flüsse oder gar der kleinen Bäche.
Der Kormoran ist sicherlich mehr als ein „Tropfen“ beim Überlaufen den Fasses, auch an weitestgehend intakten Gewässern. Und dies an vielen Gewässern und bei etlichen Fischarten.
Dies sind starke Indizien die für den Kormoran als akute Ursache des Zusammenbruchs der Fischbestände sprechen. Mit der Abschätzung des Fischbestandes, des Nahrungsbedarfs sowie der Kormorantage an den Gewässern schließt sich der Kreis.

Wie soll ein „eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis“ denn noch erbracht werden?

Zu den andren Fragen: Die sind schlicht momentan nicht relevant.

Tom


27.02.2010 - Kormoran

Sehr geehrter "Mot",

Sie scheinen nicht nur den verlinkten Beitrag zur Helme nur sehr oberflächlich gelesen zu haben. Dort geht es noch um Kilogramm, nicht um Tonnen.

Mit dem Vergleich des Kormorans und des "Tropfens", der das Fass zum Überlaufen brachte, sind Sie hingegen beim Kern des Problems. Auch wenn das viele Vogelschützer ganz anders sehen, ist die Fischerei mit Netz oder Haken eine absolut legitime Nutzung der natürlichen Ressource Fisch. Wo diese Nutzung nachhaltig betrieben wird, ist dagegen ganz sicher nichts Sinnvolles einzuwenden.

Neben dem Flüsschen Helme gibt es viele andere Beispiele, an denen sich zeigt, dass mit der Renaturierung allein das Problem der ökologischen und ökonomischen Schäden durch Kormorane nicht vom Tisch ist. Gerade weil das so ist, kommen immer mehr Menschen ins Grübeln, was die angeblich Jahrtausende währende Co-Existenz von Kormoran und heimischer Fischfauna angeht. Diese ist in den heutigen Relationen nicht nur in keiner Weise belegt. Sie ist mehr als unwahrscheinlich.

Wie hier im Forum schon festgestellt, ist das ganz sicher kein Grund, dem Kormoran deshalb das Existenzrecht abzusprechen. Ernst gemeinter Naturschutz kann aber der Frage nicht auf Dauer ausweichen, wie man die Ablehung einer Bestandsregulation für den Kormoran auf der einen Seite mit dem Fischartenschutz und der ökologisch, wie ökonomisch nachhaltigen Fischerei/Teichwirtschaft auf der anderen Seite unter einen Hut bringen will.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


27.02.2010 - Re: Naturschutz darf an der Wasseroberfläche

Es ist schon witzig, dass die Angler schon alleine 2000 von 3500 Tonnen weggefangen haben, also weit über die Hälfte des "Gesamtertrages" an Nutzfischen. Wer sagt denn, dass nicht die Angler selbst mit ihren enormen Fangmengen die Nutzfischbestände so stark dezimiert haben, dass sie sich bis heute nicht mehr erholt haben? Oder gibt es vielleicht noch weitere, unberücksichtigte Faktoren, die die Fischbestände reduziert haben könnten? Vielleicht war der Kormoran im Endeffekt nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte? Ein eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis, dass der Kormoran der Hauptverursacher für den Einbruch der Nutzfischbestände ist, wird mit dieser "wissenschaftlichen Untersuchung" jedenfalls in keiner Weise erbracht!
Wie konnten die genannten Fischarten hierzulande über tausende von Jahren mit dem Kormoran co-existieren? Wohl möglich weil es damals nur wenige Menschen bei uns gab? Andernorts kommen Nutzfische immer noch zahlreich neben zahlreichen Kormoranen vor (z. B. im Donaudelta). Warum schaffen es die Kormorane dort nicht auch, dass diese Nutzfischbestände zurückgehen /aussterben?
Fragen über Fragen...
Der Mensch hat in Deutschland übrigens gar keine natürlichen Feinde mehr, weil er sie schlichtweg alle ausgerottet hat!
In einem Punkt muss ich "Tom" aber zustimmen, das "Problem" ist ein vom Menschen "geschaffenes".


27.02.2010 - Karpfenteichwirtschaft

Teltow-Ruhlsdorf: Im Zusammenhang mit der Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 hatte der NABU die jährlich 15.000 Abschüsse von Kormoranen als beschämend bezeichnet und ein Ende der Vergrämungsabschüsse gefordert. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich interessant, wie der NABU in seiner eigenen Teichwirtschaft, der Blumberger Mühle, mit dem Problem Kormoran umgeht. Das rbb-Fernsehen hat nachgefragt und erhielt die überraschende Antwort, dass man das Problem ins Ausland delegiert hat.

Anlässlich der Bekanntgabe, dass der Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 gewählt wurde, haben NABU und LBV die nach eigenen Angaben jährlich bis zu 15.000 Vergrämungsabschüsse von Kormoranen als beschämend bezeichnet und deren Beendigung gefordert. Laut NABU und LBV gäbe es Alternativen, um zum Beispiel die Satzfischbestände in Teichwirtschaften auch ohne Abschüsse wirksam vor dem Kormoran zu schützen.

Da der NABU mit der Blumberger Mühle im Nordosten des Landes Brandenburg selbst eine Karpfenteichwirtschaft besitzt, liegt es nahe, sich dort nach den angeblichen Lösungen für das Kormoranproblem zu erkundigen. Das tat das rbb-Fernsehen und bekam die überraschende Antwort, dass man das Problem von den Teichen der Blumberger Mühle in das Teichgebiet eines tschechischen Satzfischlieferanten delegiert hat. Weil der NABU in der Blumberger Mühle keine Vergrämung der Kormorane durch Abschüsse zulässt, ist die früher dort erfolgreich praktizierte Satzfischaufzucht heute nicht mehr möglich. Um dennoch die Teiche bewirtschaften zu können, ist der Zukauf von Satzfischen in einer Größe erforderlich, die vom Kormoran nicht mehr bewältigt werden kann. Weil in Deutschland wegen der Schäden durch Kormorane ein genereller Mangel an Satzfischen herrscht, ist man auf einen tschechischen Lieferanten ausgewichen. So werden seit dem Jahr 2000 jährlich zwischen 60 und 65 Tonnen Satzkarpfen quer durch Europa in die Teiche der Blumberger Mühle kutschiert. Liefern kann der Teichwirt aus Tschechien diese Satzfische nur, weil in seinem Teichgebiet ständig mehrere Mitarbeiter mit der Waffe unterwegs sind und konsequent gegen einfliegende Kormorane vorgehen.

Im Interview mit Brandenburg aktuell verteidigte Wolfgang Mädlow, Geschäftsführer des NABU Brandenburg, die Praxis des Importes von Satzfischen aus Ländern, in denen der Kormoran angeblich einen geringeren Schutzstatus hätte. Da die Tschechische Republik Mitglied der EU ist, gilt auch dort die EU-Vogelschutzrichtlinie. Der Kormoran geniesst somit in Tschechien den gleichen Schutzstatus, wie in Deutschland und den übrigen EU-Mitgliedsstaaten.

Mitarbeiter des NABU und des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin äußerten gestern gegenüber dem Landesfischereiverband, dass ein Vorgehen gegen den Kormoran im Bereich der Blumberger Mühle nicht vorstellbar wäre. Schließlich wären Vergrämungsabschüsse auf Kormorane den Besuchern des NABU-Schulungszentrums und der zugehörigen Teichanlage nicht zu vermitteln. In der Blumberger Mühle hätte man es deshalb mit einer besonderen Situation zu tun, mit der die gegenwärtige Praxis des Importierens von Satzfischen aus dem Ausland gerechtfertigt sei. Für diese Haltung hat der Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin e.V. natürlich vollstes Verständnis. Es ist Hobbyornithologen ganz sicher nicht zuzumuten, dass man sie mit der bitteren Realität konfrontiert und ihnen erklärt, dass der Kormoran tatsächlich massive Schäden anrichtet und auch der NABU entgegen anders lautender Darstellungen keinerlei Patentrezepte für eine zufrieden stellende Lösung parat hat.

Der NABU agiert in Sachen Kormoran ganz offensichtlich nach dem Sankt-Florian-Prinzip, ist sich jedoch nicht zu schade, gleichzeitig die Vergrämungsabschüsse an deutschen Teichwirtschaften scharf zu kritisieren.


26.02.2010 - Naturschutz darf an der Wasseroberfläche nicht auf

&&http://www.sachsen-anhalt-abc.de/news/index.php?rubrik=1&news=65584&typ=1
Vogel des Jahres vernichtet Fischbestände
Kelbra (Kyffhäuser), den 03.02.2010
Vogel des Jahres 2010 vernichtet Fischbestände in der Helme. Hecht, Flussbarsch und Äsche praktisch ausgestorben.
Die Angler haben es immer geahnt, aber jetzt ist es wissenschaftlich bewiesen. Im letzten Jahr wurde wieder einmal in der Helme eine wissenschaftliche Untersuchung durch das Büro für Gewässerökologie Dr. Guntram Ebel aus Halle mittels einer Elektrobefischung durchgeführt. Dabei wurden drei Strecken in den Bereichen Kelbra, Bennungen und bei Katharinenrieth/Niederröblingen untersucht und mit den Ergebnissen der Untersuchungen von 2000 und 2004 verglichen.

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Noch nie gab es so wenig Fisch in der Helme, trotz Millioneninvestitionen für Fischaufstiegsanlagen und andere Renaturierungsmassnahmen.

Die Helme war noch vor 15 Jahren bekannt für große Äschen, Barben und Barschbestände. Verschwunden sind inzwischen Hecht und Flussbarsch. Die bereits im Jahre 2000 stark gefährdeten Äschen sind praktisch ausgestorben. Nur unter einer Straßenbrücke konnten noch vier Exemplare nachgewiesen werden.

Auch der Barbenbestand ist auf einen lächerlichen Bestand von 42 Tieren geschrumpft. Und das alles, obwohl in den letzetn 15 Jahren insgesamt 19 Großprojekte zur Renaturierung an der Helme durchjgeführt wurden. So erfolgten Aufweitungen des Flussbettes, der Bau von Fischaufstiegsanlagen und der Anschluss von Altarmen an das Helmesystem.

Inzwischen gibt es wieder Bachneunaugen, Elritzen und Moderlieschen. Der Bestand der Groppe hat sich verdreißigfacht. Alles ein Zeichen, das die Umweltbedingungen sich durch Millioneninvestitionen aus Steuermitteln verbesser haben. Aber besonders Groppen verstecken sich unter Steinen und sind dadurch für den Kormoran unsichtbar. Denn auffallend ist, das mit jeder Renaturierungs-massnahme der Kormoranbestand an der Helme stieg.

Waren es Anfang der Neunziger Jahre einzelne Kormorane, welche im Winter die Helme aufsuchten, sind es in den letzten beiden Wintern mehr als 200. Der natürliche Ertrag an der Helme liegt laut Einschätzung von Fischereibiologen bei max. 70 kg/ha und Jahr. Die gepachtete Gewässerstrecke umfasst 51,00 ha bzw. ca. 30,92 km Lauflänge. Der Ertrag liegt damit theoretisch bei insgesamt ca. 3.500 kg. Dieser Ertrag wurde laut Fangstatistik der Angler nie erreicht Höchster Ertrag war 1996 mit ca. 2.000 kg von ca. 75 % der ausgewerteten Fangbücher.

Ein Kormoran frisst ca. 0,5 kg Fisch am Tag. Zweihundert Kormorane benötigen ca. 35 Tage an der Helme, um diese 3.500 kg Fisch zu fressen. (35 Tage x 200 Kormorane x 0,5 kg Fisch). Oder ein durchschnittlicher Kormoranbestand von 19 Tieren an der Helme frisst in einem Jahr ebenfalls den gesamten natürlichen Ertrag wieder auf ! Es ist Zeit, das man das Problem endlich beim Namen nennt, die Kormoranbestände müssen wieder auf ein erträgliches Maß auch in Sachsen-Anhalt reduziert werden, wenn einheimische Fischarten wie Äsche und Barbe nicht aussterben sollen.

Naturschutz darf an der Wasseroberfläche nicht aufhören! Kormorane haben keine natürlichen Feinde, sieht man von den wenigen Seeadlern in Sachsen-Anhalt einmal ab. Der Mensch hat das Problem geschaffen und der Mensch kann das Problem auch nur wieder lösen. Übrigens: Mit diesem hohen Kormoranbestand wird man die EU-Wasserrahmenrichtlinie bis 2015 nicht erfüllen können und Sanktionen durch die EU in Millionenhöhe aus Steuermitteln werden die Folge sein.



26.02.2010 - Neues zum Kormoran von Peter Erlemann

Hallo Herr Erlemann,

herzlichen Dank für die Bekanntgabe, dass die Kormoran-Verordnung in Nordrhein-Westfalen ausläuft!! Was freue ich mich darüber, dass ab 1. April 2010 keine Kormorane mehr geschossen werden dürfen :-)

Das ist nun mal eine wirklich hoffnungsvolle Nachricht!


@Marcus Beike

Vielleicht sollte man das RP Unterfranken von der Entscheidung des Umweltministeriums in NRW unterstützend zu unserer Petition informieren, das gibt mehr Druck!

Erfreute Grüße
Karin Adolph


24.02.2010 - Neues zum Kormoran

Hallo.

Nachdem ich einige Zeit still geblieben bin, hier eine Nachricht zum Thema Kormoran - für den einen erfreulich, für manche wohl eher nicht:


Ab April darf in Nordrhein-Westfalen kein Kormoran mehr geschossen
werden

NABU begrüßt Entscheidung des Umweltministeriums als richtungsweisend

Landesvorsitzender Schultz: Auch Schleswig-Holstein muss Kormoran-Abschuss endlich stoppen

Düsseldorf / Neumünster - Der NABU Bundesverband und der NABU Nordrhein-Westfalen begrüßen die Entscheidung des Umweltministeriums, die Kormoran-Verordnung und den begleitenden Erlass in NRW auslaufen zu lassen. In einem Brief an die Vorsitzende des Umweltausschusses im Landtag von Ende Januar dieses Jahres kündigte Umweltminister Uhlenberg diese Entscheidung an. Damit dürfen ab 1. April keine Kormorane mehr geschossen werden. „Der NABU freut sich über diesen Richtungswechsel im Umweltministerium und wertet es als einen Schritt hin zu einer zukünftig verantwortungsvolleren Artenschutzpolitik“, erklärte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Schleswig-Holsteins NABU-Landesvorsitzender fordert das Land auf, dem Beispiel NRW zu folgen und die eigene Verordnung, die den Abschuss von Kormoranen vor allem im Binnenland frei gibt, endlich zurückzuziehen.


Besonders erfreulich sei aus Sicht des NABU, dass sich das Ministerium damit offensichtlich der Einschätzung des Naturschutzes angeschlossen habe, dass bei sinkenden Bestandszahlen die massiv angestiegenen Abschusszahlen nicht mehr zu verantworten seien. Mit Auslaufen der Verordnung dürften nun auch keine Ausnahmegenehmigungen zum Abschuss von Kormoranen in Naturschutzgebieten mehr erteilt werden. Gegen das Erteilen solcher Ausnahmegenehmigungen hatten die Naturschutzverbände in den vergangenen Jahren mehrfach erfolgreich geklagt.

„Nun ist es wichtig, die Erfassung der Kormoranbestände und deren Auswirkungen auf Fischerei, Aquakultur und heimische Fischbestände weiter fortzusetzen und zu qualifizieren“, so Tumbrinck weiter. Selbstverständlich werde der NABU sich hier engagiert einbringen und ein anstehendes europäisch abgestimmtes Kormoran-Management konstruktiv begleiten.

Für Schleswig-Holstein liegen dazu bereits umfangreiche Gutachten des MLUR vor, die den behaupteten Schaden an wirtschaftlich bedeutsamen Fisch und an bedrohten Fischarten widerlegen. Trotzdem hat das MLUR 2006 den Abschuss von Kormoranen erleichtert - und Schäden schlicht 'unterstellt'. Der Bestand der Kormorane ist in Schleswig-Holstein seitdem rückläufig (weitere Infos unter www.Kormoran-Fakten.de).

Ein solches Kormoran-Management fordert das Europa-Parlament für den Kormoranbestand in ganz Europa. Zudem arbeitet die Europäische Kommission zurzeit an der Erstellung von Leitlinien für Ausnahmeregelungen von den Verbotsvorschriften zu Art. 9 der EG-Vogelschutzrichtlinie, da die Mitgliedsstaaten die Ausnahmeregelung sehr unterschiedlich auslegen. Sobald die Kommission hier durch die neue Leitlinie Klarheit geschaffen hat, können - so Umweltminister Uhlenberg in seinem Schreiben weiter - die in NRW begonnenen fachlichen Überlegungen, die auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Modelle berücksichtigen werden, leitlinienkonform umgesetzt werden.

Nordrhein-Westfalen könne damit zum Vorbild für all die Bundesländer werden, in denen der Kormoran nach wie vor geschossen werden darf. „Nachdem dort Kormoran-Verordnungen in den letzten Jahren von Mal zu Mal verschärft worden sind, deutet sich in Nordrhein-Westfalen ein Umdenken an. Für den NABU, der den Kormoran zum ‚Vogel des Jahres 2010' ernannt hat, ist das eine hoffnungsvolle Nachricht“, erklärte Markus Nipkow, Vogelschutzexperte im NABU-Bundesverband.

Beste Grüße
Peter Erlemann


24.02.2010 - Relaunch

Hallo Herr Beike

und vielen Dank für den Hinweis, das freut!

Gespannte Grüße
Andrea Wiegand



24.02.2010 - Vogelbestimmung

Hallo zusammen,

es steht ein "Relaunch" des HGON-Internetauftritts nach meinen Informationen unmittelbar bevor, nach dem auch ein komfortabler gestaltetes Forum verfügbar sein wird.
Hierin werden Bestimmungen in eigenen "Threads" sicherlich möglich sein.

Viele Grüße, Marcus Beike


23.02.2010 - Bestimmung von Vogelarten

Hallo zusammen

und vielen Dank für die Antworten.

Ich kenne die meisten Seiten zur Vogelbestimmung, trotzdem meine Frage ob die HGON Interesse daran hat eine eigene Seite zur Vogelbestimmung im Netz einzustellen. Gerade bei den "schwierigen Arten" sind die Beschreibungen der Ornis hier sehr gut. Falls ja, ich kenne da durchaus jemanden der den Seitenaufbau übernehmen könnte.

Viele Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand




23.02.2010 - Re: Bestimmung von Vogelarten

Hallo zusammen!

Einen Vogelführer für immerhin 250 heimische Arten gibts auch
http://www.nabu.de/naturerleben/onlinevogelfuehrer/.
Zahlreiche interessante Fotos finden sich zudem auf http://natur-hessen.de/.
Bei "kniffligen" Arten bietet sich das Abo von "Limicola - Zeitschrift für Feldornithologie" an.
Zudem hat Stefan Stübing auf http://hgon.de/ornithologie.htm schon einmal sehr schön Bestimmungshinweise für Rauhfußbussard und Berghänfling gegeben, was zukünftig evtl. ausgebaut werden könnte.

Freundliche Grüße,

M. Sommerhage


23.02.2010 - Vorschlag Andrea Wiegand

Hallo Frau Wiegand,

im Prinzip eine nette Anregung. Es gibt bereits eine Reihe z.T. sehr umfangreicher und excellenter Fotogallerien, wie z.B.

http://www.marburger-vogelwelt.de/
http://www.club300.de/

Nichts desto trotz sind Fotoserien kombiniert mit Merkmalsbeschreibungen als Bestimmungshilfen immer willkommen, insbesondere bei den 'schwierigen' Arten.

Aller Anfang ist schwer und das Erstellen solcher Seiten sehr aufwändig. Aber wer weiß, vielleicht hat die HGON (oder jemand anders mit genügend Erfahrung bei der Seitenprogrammierung) ja noch noch Kapazitäten frei, um eine etwas andere Fotogallerie zu basteln :-)

Viele Grüße,

Dietmar Jürgens


22.02.2010 - Bestimmung von Vogelarten

Guten Abend,

die Fotos und Beschreibungen der letzten Monate im Birdnet waren zur Bestimmung von Vogelarten oftmals ausgezeichnet. Meine Frage ist, ob es nicht nützlich wäre eine eigene Seite zur Artenbestimmung zu erarbeiten damit die teilweise brillianten Fotos und natürlich auch Beschreibungen nicht verlorengehen.

Die Fotos des Rauhfussbards, der Möwen und Gänse sind mir hierbei besonders aufgefallen und haben mich auf diesen Gedanken gebracht.

Fragende Grüße
Andrea Wiegand





22.02.2010 - Raufußbussard

Hallo Herr Kühn,

das ist eindeutig ein Raufußbussard, tolle Aufnahme. Sehr gut sind die befiederten Läufe zu sehen, ein eindeutiges Merkmal gegenüber dem Mäusebussard. Auch die sehr saubere Schwanzzeichnung (ganz weiß mit einer breiteren dunklen Endbinde und davor einer schmaleren dunklen Binde) kommt so bei Mäusebussard nicht vor. Damit es hier im Forum nicht "untergeht" (vermutlich lesen nicht alle Birdnet-Teilnehmer auch regelmäßig im Forum), können sie das Bild vielleicht nochmal im Birdnet einstellen.

Viele Grüße,

Stefan Stübing


22.02.2010 - Bestimmungshilfe - Rauhfussbussard?

Hallo zusammen,
ich habe eine Bitte bezüglich einer Bestimmung; meiner Meinung nach handelt es sich auf dem beigefügten Bild um einen Rauhfussbussard - überwiegend weisser Schwanz mit dunkler Endbinde und dunkle Flecken an der Handwurzel sprechen für mich dafür, sicher bin ich allerdinsg nicht.

Deshalb meine Bitte um Hilfe, vielen Dank. Weitere Bilder sind vorhanden.
Viele Grüße
Peter


21.02.2010 - Kormoran Petition

Hallo zusammen,

gut zu erfahren, dass noch Stimmen "mobilisiert" werden.
Ich werde die Petition nach der ersten "Auswertung" (vielleicht so in 2-3 Wochen) auf unbestimmte Zeit weiterlaufen zu lassen mit dem Hinweis ans RP Unterfranken, dass von Zeit zu Zeit weitere Unterschriften folgen.

Viele Grüße,
Marcus Beike


21.02.2010 - Prokormoran

Hallo Marcus Beike,

auch ich fände es gut wenn die Petition noch einige Zeit laufen würde.
Kann man evtl. schon einmal ein Zwischenergebnis einreichen, sie ist ja
wirklich noch ziemling "jung". Ich habe im Bekanntenkreis die Adrese weitergegeben
damit man sich mit der Problematik mal auseinandersetzt und ich hoffe auf Zustimmung.

Herzliche Güße aus Wabern
Andrea Wiegand



19.02.2010 - Petition in Sachen Kormoran

Hallo zusammen,

ich war sehr aktiv und habe in zwei Foren ausführlich über den Sachverhalt berichtet, ebenso viele Mails an meine Freunde geschickt, Axel Hirschfeld vom Komitee gegen den Vogelmord angeschrieben, den NABU Braunschweig, da habe ich mal gewohnt und noch guten Kontakt, ein Mitglied der Vogelschutzvereinigung Lindheim informiert und zu guter Letzt auf "Wer-kennt-Wen" (http://www.wer-kennt-wen.de/ ) in der Gruppe "Kormoranfreunde" zur Unterstützung aufgerufen. Im WKW bin ich mit eigenem Profil vertreten, dort kann ich viele Leute auch in Sachen Natur- und Tierschutz erreichen.

Es wäre gut, wenn das Formular wirklich noch gut zwei Wochen online zur Verfügung steht, denn viele meiner Freunde geben den Aufruf zur Unterstützung weiter. Das alles kann etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, die Petition wird reichlich unterzeichnet.

In diesem Sinne
hoffnungsvolle Grüße

Karin Adolph


19.02.2010 - Diskussion Kormoran

Hallo zusammen,

als erstes möchte ich einmal erklären, dass es mir bei keiner Tierart egal ist, wenn sie ausstirbt. Es betrübt mich Herr Fischer, dass sie zu einer solchen Annahme kommen und vor allem möchte ich es niemandem schwer machen! Sicher bin ich als Vogelliebhaber den Gefiederten mehr zugetan, das heißt aber nicht, dass mir andere Tierarten gleichgültig sind. Ich gestehe allen eine Daseinsberechtigung zu. Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass wir Menschen überall regulierend eingreifen sollten. Wir sollten soweit wie möglich für die besten Lebensbedingungen sorgen wenn es um den Naturschutz geht, welche Arten dann überleben wir die Zeit zeigen. Dr. Ross sprach ja den Klimawandel schon an, gegen die sich daraus ergebenden veränderten Lebensbedingungen sind wir machtlos, das sollten wir dann auch akzeptieren. Wir kennen das ja von Wiederansiedlungsversuchen vom Aussterben bedrohter Arten, wo der geeignete Lebensraum fehlt, sind sie sinnlos.

Wenngleich die Diskussion hier zeigt, dass niemand vom Gegenteil überzeugt werden kann, finde ich das sich durchaus etwas bewegt hat. Es geht doch nicht darum andere zu überzeugen sondern eine gemeinsame Vorgehensweise zu finden. Dafür sind doch durchaus gute Ansätze vorhanden, die es gilt an der richtigen Stelle dann auch umzusetzen.


Einen schönen Abend wünscht
Andrea Wiegand
Wabern



19.02.2010 - Schlussbemerkung

Sehr geehrter Herr Beike,

meine Hochachtung an Sie mit diesen Forum eine Möglichkeit für eine Diskussion geschaffen zu haben, auch wenn diese nicht stattfindet.

Ich hatte schon bevor ich hier etwas schrieb einige Zeit mitgelesen und war erstaunt über die Paranoia gegenüber den Anglern „nur keine Kontroversen die würden den Anglern in die Hände spielen“…

Den ersten (von einem Vogelfreund glaube ich) geposteten Link zum Thema wurde kaum Beachtung geschenkt er wurde verächtlich gemacht.
Mit den von mir geposteten Auszügen dachte ich etwas Aufmerksamkeit auf die Fische lenken zu können aber diese wurden mit pauschalen Aussagen weggewischt, einige Antworten lassen keinerlei Interesse an einer Diskussion erkennen.
Meine Versuche die Schwäche der Gegenargumente haben Sie mir ja dann als Spekulationen abgetan .
Zu ihren Verweis „ spätestens wenn ich ihm ein paar Euro in die Hand drücke“ spare ich mir jeden Kommentar.



@ Dr. Ross,

viele Länder haben eine große Zahl von Kormoranen und fischreiche Gewässer –

- Haben die evtl. andere geographische Bedingungen wie längere Meeresküsten, nahrungsreiche Unterläufe von Seen oder wandern Teile deren Kormoranpopulation über Winter aus und nicht ein wie in D?
- Und weitere andere Länder haben Löwen, Elefanten, Nilpferde (sorry musste mal sein)

würde es dem Kormoranbestand schlecht bekommen, wenn er im Winter seine Nahrung in fast leer gefischten Gewässern suchen …

Wenn die anderen zugefroren sind bleibt den hiergebliebenen Kormoranen ja nichts andres übrig, es kann ja nicht allen so wie hier ergehen:

http://www.tvr-news.de/detail2.asp?tpk=3606


Und zu den leer gefischten Gewässern: Wenn die Äschen alle sind gibt es ja noch andere (Klein-) Fischarten Schmerlen, Gründlinge, Stichlinge die zwar nicht so bequem zu bekommen sind die Kormoranen aber auch am Leben erhalten können.


Das war’s für mich – Tschüß

Max Fischer



19.02.2010 - Kormoran vs. Äsche

Hallo Herr Beike,

ich kann Ihren Unmut über die verhärteten Fronten bei diesem Thema sehr gut verstehen. Mir geht es ähnlich, obwohl ich in Sachen Kormoran wahrscheinlich komplett anderer Meinung bin als Sie.

Ich denke dieses Thema ist schon lange zum Machtkampf zwischen Vogelschutz und Fischerei verkommen.

Wieviele Untersuchungen braucht es denn noch, damit von Seiten des Vogelschutzes anerkannt wird, dass der einseitige Schutz der Kormorane und das Fehlen natürlicher Feinde für bestimmte Gewässertypen und -Bereiche echte Probleme mit sich bringen?

Wieso wird jedem Kritiker dieser einseitigen Schutzmaßnahmen für einen längst nicht mehr gefährdeten Vogel ständig unterstellt man wolle diesen Ausrotten?

Ich kann Bestrebungen, wie von Frau Wiegand nur unterstützen. Gemeinsame Zählungen und Diskussion der Probleme vor Ort sind für mich der einzige Weg, der neben einer polititschen Lösung erfolgversprechend ist. Dazu gehört aber auch ein Umdenken in beiden Lagern. Wenn Vogelschutz-Vertreter gewissen Arbeitskreisen einfach fern bleiben, weil sie dort gleichberechtigt mit Jägern und Anglern diskutieren sollen, zeugt dies nicht gerade von Kompromissbereitschaft.

Das Sammeln von Unterschriften durch beide Seiten führt letztendlich doch auch nicht wirklich zu einer Lösung. Gegenseitiges Verständnis und Zusammenarbeit sind für mich der einzige Weg, der irgendwann zum Ziel führen wird.

Freundliche Grüße

Thomas Lang

PS: Hardlinern in beiden Lagern sollte man nicht den Spielraum und die Beachtung zukommen lassen, die sie heute haben...


19.02.2010 - Kormoran - Diskussion, Frau Wiegand

Liebe Frau Wiegand,

vielen Dank, das sehe ich genau so. Leider ist es nicht völlig egal, weil so versucht wird den Kormoran als Plage abzustempeln, was natürlich nicht zutrifft. Wie gesagt, viele Länder haben eine große Zahl von Kormoranen und fischreiche Gewässer. Kein Grund, warum das in Deutschland anders sein sollte.

Die Antworten auf den letzten - nein mittlerweile vorletzten - Kommentar von Herrn Fischer habe ich schon gebracht; auf den letzten übrigens auch. Beispielsweise würde es dem Kormoranbestand schlecht bekommen, wenn er im Winter seine Nahrung in fast leer gefischten Gewässern suchen würde. Das ist ähnlich selbstverständlich wie die Tatsache, dass es kein Perpetuum Mobile gibt und tatsächlich in jedem Lehrbuch zu diesem Thema nachzulesen.

Herrn Fischer werde ich nicht überzeugen und es auch nicht weiter versuchen. Da unterzeichne ich lieber die Initiative von Herrn Beike.

Mit besten Grüßen,

Ralf Ross



19.02.2010 - Kormoran-Diskussion

Hallo zusammen,

mit Bedauern stelle ich fest, dass der Raum, den ich für konstruktive Gespräche schaffen wollte, nicht entsprechend genutzt, sondern sogar mit allerhand Persönlichem und Unsachlichem vollgestopft wird.

Wie schön wäre es, wenn ich mich endlich mal ohne Verallgemeinerungen und platte Anschuldigungen zu lesen durch diese Debatte arbeiten könnte!
Oder wenn ich beweisbare Argumente vorfände statt gefällige Spekulationen eines schwedischen Biologen oder schlichte Aussagen wie "Was wir nicht g e f u n d e n haben, hat es auch nicht g e g e b e n"!
Ich bekäme irgendwo in Europa sicherlich einen Wissenschaftler an die Strippe, der die genaue Gegenthese vertritt, spätestens wenn ich ihm ein paar Euro in die Hand drücke.

Ob das alles in eine Diskussion um das Leben von Tieren gehört? Es möge sich jeder selber beantworten.
Wer findet, dass dem nicht so ist, wird in der Konsequenz bemerken, dass es in dieser Form reine Zeitverschwendung ist!

In diesem Sinne,
Marcus Beike


19.02.2010 - Koexistenz


Hallo Frau Wiegand,

die Frage ist relevant da Dr. Ross behauptet der Kormoran könnte den Äschenbeständen (Barben…) keinen Schaden zufügen da sie jahrhunderttausendelangen Koexistenz aufeinander eingespielt wären.

Er braucht deshalb keines der angeführten Beispiele zur Kenntnis zu nehmen
„Weil, so schließt er messerscharf, "nicht sein k a n n, was nicht sein d a r f."

Oder haben Sie in seinen Ausführungen je einen Bezug zu den genannten realen Untersuchungen zur Äsche gelesen?

Dies regt mich so auf da diese Parole einiger Verbände „der Kormoran gefährdet keine Fischart“ die realen Probleme schon seit Jahren ignoriert.

Ich weiß es ist Ihnen egal ist ob die eine oder andere Fischart ausstirbt, aber bitte machen Sie es den Leuten nicht schwer die sich für diese Arten einsetzen.



Mit freundlichen Grüßen
Max Fischer



18.02.2010 - Kormorandiskussion

Hallo Herr Dr. Ross, hallo Herr Fischer!

inwieweit ist es relevant, ob der Kormoran nun "Neubürger" ist oder
nicht, für mich hat er so oder so seine Lebensberechtigung ist Teil der Evolution?

Wollen wir die Zeit zurückdrehen?
Dann sollten wir sicher nicht beim Kormoran anfangen.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Wiegand







18.02.2010 - Erläuterungen meiner Vorwürfe

Sehr geehrter Dr. Ross,
mit „Lehrbuchphrasen“ meinte ich die von Ihnen aufgestellten Dogmen wie zum Beispiel: „Kein Fischjäger außer dem Menschen kann die Gewässer eines Landes leer fressen, da seine Bestandsdichte von der Nahrung abhängt.“

Dieses Theorem versagt wenn die Bestandsentwicklung (Sommer: Küste und große Seen) von der Nahrungsbasis im Winter (Oberläufe der Flüsse) entkoppelt und der Fischjäger mobil ist.

Mit „Lehrbuchphrasen“ meinte ich auch die von Ihnen vorgebrachten Argumente wie z.B. „Ein Bach, der durch eine malerische überdüngte Landschaft fließt, bietet heute möglicherweise nicht mehr die geeignete Nahrungsgrundlage für Fische, die in ihm in der Vergangenheit gelebt haben“. Verschiedene Untersuchungen zeigten einen verheerenden Einfluss des Kormorans, wenn der Fischbestand innerhalb weniger Tage bis Wochen dezimiert wird (also nicht in der Vergangenheit gelebt), verbleibende Einzelexemplare zwar gesund und gut genährt sind jedoch in hoher Zahl typische Verletzungen aufweisen.
Sie reden von „Fischarten erfolgreich ansiedeln“ und verstehen nicht dass zurzeit vorhandene (auch intakte) Populationen verschwinden.

Der Diskurs über die beiden Kormoranspezies soll Ihre Aussage der jahrhunderttausendelangen Koexistenz von Kormoran und Äsche / Barbe hinterfragen, bei der Sie auch solche Kleinigkeiten wie Eiszeiten geschickt auslassen. In historischer Zeit sind eben keine großen Brutkolonien im Binnenland nachgewiesen, prähistorisch eben auch nur an der Küste was auch der These der „Wiederkehr“ der Kormorane fragwürdig macht.
Und damit kommen wir zur Kampagne des NABU die den ANGLERN und Fischern die Ausrottung des Kormorans anlastet, jedoch zum Beispiel Einflüsse wie DDT (Dicke der Eierschalen…) nicht erwähnt. Da jeglicher ökologischer und ökonomischer Schaden verneint wird werde damit auch die von Ihnen gewünschten „aber kreativere Lösungen zum Schutze dieses Eigentums“ (hier würde ich der Fische schreiben) behindert.

Beispiele? Drahtüberspannungen über Gewässer werden entfernt um gegen den Vogelmord zu kämpfen, gegen die Plastikschwäne werden gleich die Paragraphen in Stellung gebracht, gegen die Beleuchtung der Nester wird geklagt und auch die Überspannung der Karpfenteiche wird wohl vor Gericht enden sobald sich der erste Vogel im Netz verfangen hat.

Max Fischer



18.02.2010 - Max Fischer - Verbreitungsgebiet Kormoran

Sehr geehrter Herr Fischer,

vieles findet sich einfach deshalb in Lehrbüchern, weil es schlicht wahr ist. Wenn ihnen die Argumente bekannt vorkommen, könnte es daran liegen.

Stattdessen noch einmal in einfachen Worten: Beides sind Kormorane. Das Argument ist also nicht geeignet um den Kormoran als vermeintlichen Neubürger munter auszurotten. Der Kormoran lebt ergo schon erheblich länger als wir mit Äsche und Barbe in Deutschland, also in Co-Evolution. Dies auch als Antwort an Herrn Dettmann. Bestandsschwankungen und Verhaltensänderungen sind bei wildlebenden Tieren normal.

Ich kann verstehen, dass Sie nach Argumenten gegen den Kormoran suchen. Wer lässt sich schon gern die Fische wegfressen. Sie wissen nicht welche Unterart vor 1000, 100000 oder 3 Millionen Jahren in Deutschland lebte. Fossilfunde sind seltene Glücksfälle und nicht als Ausschlusskriterium einer Besiedelung zu gebrauchen. Selbst wenn es keinen einzigen fossilen Fund gäbe, kann man daraus nicht schließen, dass der Kormoran in Deutschland nicht vorkam, vielleicht sogar sehr häufig war. Sie wissen nicht einmal ob das Verschwinden der Äsche wirklich auf den Kormoran zurückzuführen ist. Manche Arten ertragen unter sonst guten Lebensbedingungen einen erstaunlich hohen Fraßdruck, sind die Bedingungen schlecht aber nicht.

Kein Fischjäger außer dem Menschen kann die Gewässer eines Landes leer fressen, da seine Bestandsdichte von der Nahrung abhängt. Ist einfach so. Das gilt auch für den Kormoran. In intakten Ökosystemen ist der Bestand an Kormoranen, anderen Fischfressern UND Fischen hoch. Ist auch so. Wenn eine Art in Abwesenheit des Kormorans in vielen Gewässern ausgerottet wurde, gibt es offensichtlich weitere Gründe für den Rückgang der Äschen.

Natürlich möchte ich als Teichwirt nicht mein Eigentum an die schwarzen Gesellen verlieren. Ich würde mir aber kreativere Lösungen zum Schutze dieses Eigentums wünschen, als die Vogelwelt Deutschlands nach meinen Wünschen zu dezimieren. Der Kormoran kann sich selbstverständlich ohne Teichwirtschaft in Deutschland ernähren, man kann ihm aber sicher keinen Vorwurf machen, dass er das Angebot nutzt.

Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Ross



18.02.2010 - Petition gegen die unterfränkische Kormoranpolitik

Hallo zusammen,

bis dato haben über 400 Menschen die Petition gegen die Allgemeinverfügung in Unterfranken unterschrieben.
Momentan kommen täglich etwa 20-30 neue hinzu.
Sobald der "Zulauf" abebbt, werde ich dies zum Anlass nehmen, die Petition in Papierformat zu verwandeln und sie dem RP Würzburg zukommen lassen.
Deshalb noch einmal mein Aufruf, mitzumachen und auch in den anderen Foren und Mailinglisten, die Sie/Ihr informiert haben/habt, noch einmal letzte Reserven zu mobilisieren.

Viele Grüße,
Marcus Beike


18.02.2010 - Population des Kormorans

Guten Morgen meine Herren,

ja Herr Dettmann ich kann bei Ihrem Vorschlag auf ein energisches Veto verzichten, da ich einem Entasten der Bäume (vor Beginn der Brutzeit) aufgeschlossener gegenüber stehe als einem Abschuss der Kormorane. Sie sprechen das "Problem Waschbär" an, darin sehe ich allerdings auch eine Ironie des Schicksals, dies sollte aber hier nicht weiter diskutiert werden.

Herr Lang, der Verzicht auf den Fang der Äsche am Bodensee ist sicher ein großer Beitrag zum Erhalt des Äschenbestandes. Die letzten intakten Laichplätze der Äsche sollten meiner Meinung nach erst einmal mit nichtletalen Maßnahmen geschützt werden, hier darf es nicht an den Kosten scheitern um dann letale Maßnahmen zu beschliessen. Lassen Sie uns die Entwicklung des Kormorans dann über mehrere Jahre beobachten, gemeinsame Zählungen können dabei auch zu gegenseitigem Vertrauen und einem vernünftigen Miteinander führen.

Noch ein Wort zum Gänsesäger: Seine Abnahme am Bodensee würde ich nicht in Zusammenhang bringen mit dem Kormoran, sondern eher mit anderen Faktoren in Verbindung bringen wie z.B: Unsere Freizeitaktivitäten, fehlende Brutplätze, Verschmutzung der Gewässer bis hin zur illegalen Vergrämung.

Freundliche Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand



18.02.2010 - Population des Kormorans

Sehr geehrte Frau Wiegand,

kein Segen? *hmmm* Na gut ... aber schweigen? Könnten wir uns vielleicht darauf einigen, dass Sie bezüglich meines Vorschlags lediglich auf ein energisches Veto verzichten? Denn Sie zum Schweigen zu bringen, wäre so gar nicht in meinem Sinne. ;-)

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


17.02.2010 - Kormoran vs. Äsche

Hallo Frau Wiegand,

ich kann Ihre Meinung sehr gut nachvollziehen. Allerdings stehe ich den Fischen etwas näher als den Kormoranen. Hängt bei mir damit zusammen, dass ich am Bodensee aufgewachsen bin und von klein auf zum Fischen gegangen bin.

Ich habe die Veränderungen von den ersten Wintergästen (Kormorane), bis zu den heutigen Verhältnissen intensiv mitbekommen. Interessanterweise hatten wir hier im Winter viel mehr Gänsesäger bevor die Kormorane sich angesiedelt haben.

Anfangs war es immer ein riesen Ereignis als die ersten Kormorane hier rumgeflogen sind. Inzwischen stehe ich der ganzen Geschichte kritischer gegenüber. Allerdings richtet sich mein Groll nicht gegen die Vögel, sondern die einseitigen Schutzmaßnahmen, die ohne Rücksicht auf fehlende natürliche Feinde und die Gefahr für einige wirklich bedrohte Fischarten aufrecht erhalten werden.

Es muss aus meiner Sicht möglich sein, die Vögel z.B. von den letzten intakten Äschenlaichplätzen fernzuhalten. Zur Not auch mit letalen Vergrämungsmethoden.

Wir verzichten hier am See seit über 10 Jahren auf den Fang von Äschen, um jetzt mitansehen zu müssen, dass diese Bemühungen zum Erhalt dieser wundervollen Fische, durch andere Naturschutzmaßnahmen zu Nichte gemacht werden.

Sollten sich die Bestände der Kormorane irgendwann von alleine auf einem Niveau einpendeln, dass nicht zur Bedrohung anderer Tierarten führt - umso besser. Ansonsten bin ich sehr wohl der Meinung, dass ab einer bestimmten Bestandsgröße auch eine Bejagung möglich sein sollte.

Wir werden sehen, was die nächsten Jahre bringen. Ich hoffe aber intensiv, dass das Thema Kormoran nicht zu einem politischen Machtkampf verschiedener Interessengruppen kommt.

Freundliche Grüße

Thomas Lang


17.02.2010 - Population des Kormorans

Sehr geehrter Herr Dettmann,

>Auf diese Weise bleiben Stammkolonien mit geringerer Brutpaarzahl erhalten, während sich die Population insgesamt wegen der geringeren Reproduktionsrate verkleinern würde.<

Nun ja, u.U. nicht ganz unakzeptabel, wenngleich es auch nicht für meinen Segen reicht, vielleicht doch wenigstens für mein Schweigen. ;-)

Einen schönen Abend wünscht
Andrea Wiegand





17.02.2010 - Kormoran

Sehr geehrter Dr. Ross,

Sie übersehen bewußt oder unbewußt, dass diese "Verschiebung" des Verbreitungsgebietes von Ph. c. sinensis scheinbar die Folge menschlicher Kurzsichtigkeit im ökologischen Sinne war. Die Darstellungen von Christer Olburs erklären den offensichtlichen Widerspruch der absoluten Unterlegenheit der Äsche gegenüber dem Kormoran und eine unterstellten Co-Evolution beider Arten. Wenn Olburs richtig liegt, ist Ph. c. sinensis für die Fischfauna das, was der Waschbär für einen großen Teil der Avifauna in Hessen schon länger ist und in anderen Gegenden gerade wird.

Daraus würde auch ich nicht ableiten, dass der Kormoran (Ph. c. sinensis) deshalb im Binnenland sein Lebensrecht verwirkt hätte. Allerdings würde ich die Forderung nach einem absoluten Schutz energisch in Frage stellen und nach Möglichkeiten suchen, um Ph. c. sinensis die erfolgreiche Reproduktion zu erschweren bzw. erschweren zu lassen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet der Waschbär sich in vielen Gegenden zum "natürlichen" Gegenspieler von Ph. c. sinensis mausert. So zeigt die Entwicklung der Kolonien im Land Brandenburg, dass sich nur die drei Kolonien in Insellage bislang stabil halten, während Kolonien am Festland nach wenigen Jahren des Wachsens wieder abbauen und dann teilweise auch zu Gunsten neuer Koloniestandorte aufgegeben werden.

Hier könnte ein intelligentes Management ansetzen. Der Platz für "sozialen Wohnungsbau" der Kormorane schwindet durch den Kot der Tiere von selbst, sobald die Bäume absterben. Wo es sinnvoll ist, könnte man hier allein durch das Entasten bei einem Teil der Bäume vorgreifen und für eine künstliche Verknappung der Nistmöglichkeiten sorgen. Wer auf der Insel keinen Platz findet, geht ans Festland, wo sich Waschbär und Baummarder kümmern. Zumindest im Land Brandenburg könnten wir auf diese Weise auch ohne Schießen viel bewegen, wenn wir gleichzeitig darauf achten, dass nicht andere Inseln bezogen werden, die wir hier recht zahlreich haben.

Auf diese Weise bleiben Stammkolonien mit geringerer Brutpaarzahl erhalten, während sich die Population insgesamt wegen der geringeren Reproduktionsrate verkleinern würde. Unter dem Strich ein Vorgehen, für das mir mit etwas Glück auch Frau Wiegand ihren Segen gibt. :-)

@ Dr. Brauneis

Vielen Dank für den Tipp. Aber ... wenn Sie Werbung für gute Infos machen, dann doch bitte gleich einen Link zur Bezugsquelle ins Forum stellen. Erspart sicher nicht nur Nicht-Hessen wie mir das mühsame Suchen. :-)

" Das Taschenbuch „Artenschutz in Dorf und Stadt“ kann bestellt werden bei:

Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
Steinauer Straße 44
60386 Frankfurt / Main
Tel. 069 4201050, Fax: 069 420105-29, Email: info@vswffm.de "



Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


17.02.2010 - Frage von Thomas Lang

Hallo Herr Lang,

auch ich weiß von den unterschiedlichen Ergebnissen des Fortbestandes der Äsche in den verschiedensten Gebieten. Der Rückgang des Äschenbestandes hat also ganz spezielle Ursachen, das mag zum einen unsauberes Wasser, kein geeignetes Laichgebiet oder auch ein oder mehrere Prädatoren sein. Die Untersuchungen sind in jedem Fall nicht aussagekräftig, weil wir Menschen für die unnatürlichen Gegebenheiten gesorgt haben und bisher im Lebensbereich beider! Tierarten keinen ausreichenden Platz geschaffen haben. Wenn sich eine Tierart an die Gegebenheiten der Natur nicht anpassen kann, wird sie aussterben. Da sollten wir nicht aus eigenem Nutzen eingreifen und beginnen "künstlich die Bestände hochzuhalten" Was wenn Gänsesäger auch vom Äschenlaich leben, viele andere fischfressende Vogelarten sich auch davon ernähren?

Wieviele Äschen werden in der Fischerei jährlich gefangen? Welchen Nutzen hätte es für den Fortbestand der Äsche hier einmal auszusetzen?

Die Bestände des Kormorans sind doch in Hessen bereits rückläufig, das kann ursächlich schon durch den letzten Winter 2008/2009 verursacht sein. Wenn wir diesen Winter hinter uns lassen sieht es für den Kormoranbestand hier in Hessen vermutlich noch viel schlimmer aus. Das sind natürliche Entwicklungen. Abschüsse fischfressender Vogelarten um andere vom Bestandsrückgang bedrohte Tierarten zu bevorteilen, denen der ausreichende Lebensraum fehlt, das ist für mich ein Irrweg.

Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand


17.02.2010 - Frage von Max Fischer

Hallo Herr Fischer,

>Was verstehen Sie unter „Bestände künstlich hochzuhalten“? <

Darunter verstehe ich, wenn wir nach allen erforderlichen Renaturierungen, die für mich absolute Priorität haben, zum Schutz bzw. Fortbestand der Äsche, beginnen ihren Prädator an seiner natürlichen Entwicklung zu hindern oder gar ultima ratio zu töten.

>Wenn in Thüringen davon gesprochen wird „unter das Niveau von vor 1990 gesunken“ dann meint dies unter die Verhältnisse der zu DDR-Zeiten stark geschädigten Gewässer.

Ist dies ihr Ziel einer Bestandsdichte? <

Herr Fischer, ich habe kein Ziel der Bestandsdichte. Ich sorge mich um den Eingriff in die empfindliche Natur, die von uns schon mehr als ausgebeutet und geplagt ist. Ich bin Realist genug um zu wissen, dass wir nicht ganz ohne Regulierung davonkommen werden, setze mich nur für einen für Vogelschützer noch annähernd vertretbaren Konsens im Umgang mit dem Kormoran ein.

Ich empfinde das Eingreifen von uns Menschen in die Natur als sehr anmaßend, genauso anmaßend ist es wenn ich sage, dass mir das Überleben des Kormorans mehr am 'Herzen liegt als das der Äsche. Ich betrachte dabei das Sozialverhalten der Tiere, da schneidet der gewöhnliche Fisch schlecht ab. Diese Äußerung ist eine absolut subjektive Empfindung von mir, aber sie gewichtet bei meinen Entscheidungen.

Grüße aus dem Schwalm-Eder-Kreis
Andrea Wiegand





17.02.2010 - Verschiebung des Verbreitungsgebiets

Sehr geehrter Dr. Ross,

Sie halten es „im Rahmen dieser Diskussion für unerheblich, selbst wenn es in geschichtlicher Zeit zu einer Verschiebung des Verbreitungsgebiets gekommen sein sollte“ und schreiben gleichzeitig von einer "langen, gemeinsamen Co-Evolution" des Kormorans mit Äsche und Barbe.

Welche dieser beiden Aussagen stimmt den nun?

Und wenn es zu einer Verschiebung des Verbreitungsgebiets gekommen ist wieso streiten Sie dann den Einfluß des Kormorans auf die Äsche ab ?


„Unbestreitbar bleibt, dass Kormorane und andere fischfressende Vögel weltweit leben, bevorzugt in Gegenden, in denen der Mensch wenig Einfluss nimmt.“
--- So wie an den Karpfenteichen? So wie die Möwen die den Fischkuttern folgen und den Fischfang fast verlernt habe?

„Der Kormoran hat dadurch jedenfalls sicher nicht sein Lebensrecht in Deutschland verwirkt.“
Stimmt, nur ihre Lehrbuchphrasen haben dies.


Max Fischer



17.02.2010 - Beitrag von Frau Adolph vom 13.02. - Jagd

Sehr geehrte Frau Adolph,

vielen Dank für Ihre Gedanken zur Jagd. Dass sie aus Überzeugung so konsequent auf die Nutzung tierischer Produkte verzichten, finde ich sehr bewundernswert. Sie haben damit alles moralische Recht, das Töten von Tieren und damit auch die Jagd zu kritisieren.
Natürlich bin ich als Jäger davon überzeugt, dass die Jagd in unserem Land unverzichtbar ist, wie ich dargelegt habe, auch zum Schutz der Wildtiere.
Mit dem Widerspruch gelegentlich als Jäger Tiere zu töten, denen ich von Herzen zugetan bin, und für deren Schutz und Erhaltung ich mich einsetzte, muss ich leben und werde ihn wohl nie ganz auflösen können.
Bei dem berühmten Jagdschriftsteller Ludwig Benedikt von Cramer-Klett habe ich ein Zitat gefunden, das dieses Dilemma beschreibt:
"Und was sonst könnte unsere arme Jägerseele erlösen, als die Bruderliebe des heiligen Franz zum Mitgeschöpf, die sich einmal entfalten muss in jedem, dem es ernst ist und der es gut meint mit Jagd und Wild."

Herzliche Grüße

Jörg Brauneis


17.02.2010 - Artenschutz in Dorf und Stadt

Die Kormorandiskussion wird in diesem Forum insgesamt auf einem sehr hohen Niveau geführt, was mich persönlich sehr freut, denn dies nährt die Hoffnung, das ein Konsens erreicht werden könnte. Willy Bauer würde diese Art des Austauschs von Argumenten sicher als seiner Gesellschaft würdig empfunden haben. Allerdings fürchte ich, dass mancher in der HGON dieses Forum als eine Störung der gemütlichen Einheitsmeinungsruhe empfinden könnte.
Was den Kormoran angeht, so ist aber leider zu befürchten, dass der derzeitige Katastrophenwinter massiv in die Population eingreift. Es bleibt abzuwarten, wieviele Vögel überhaupt in die Brutkolonien zurückkehren. Richtig ist, dass unser Vorsitzender - vor dem Hintergrund dieser Extremwitterung - die sofortige Überprüfung/Aussetzung aller Abschussgenehmigungen in Hessen verlangt hat.
Dennoch möchte ich auf etwas ganz anderes aufmerksam machen: Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat in der sehr guten Reihe "NATURA 2000 praktisch in Hessen" das Taschenbuch "Artenschutz in Dorf und Stadt" herausgebracht. Jeder der sich für Naturschutz im besiedelten Bereich interessiert sollte das Buch haben. Auch die HGON ist mit einem Beitrag über das Fledermaushaus vertreten. Es wäre mein Wunsch, dass sich die Naturschutzverbände viel intensiver bei den Verantwortlichen in den Städten und Gemeiden, aber auch bei den Privatleuten für ein naturnahes Wohnumfeld einsetzen. Mein Eindruck ist aber eher, dass die Entwicklung hier eindeutig negativ ist. Gerade junge Leute haben die sterilsten und lebensfeindlichen Gärten und auch die jüngere Generation der Stadtgärtner stehen mehr als ihre Vorgänger für Ordnung und Sauberkeit. Unser "ungepflegter" Garten löst in der Kleinstadt Eschwege immer noch Kopfschütteln aus. Da kann auch der Gesang der Nachtigall im Frühjahr unsere Nachbarn nicht überzeugen.
Mein Respekt gilt deshalb vor allem den Naturschützern, die in den Ballungsgebieten (wie Frankfurt) etwa die Steinkäuze gegen den Moloch Stadt verteidigen.

Dr. Jörg Brauneis


17.02.2010 - Kormoran Unterarten

Sehr geehrter Herr Dettmann,

das habe ich durchaus gelesen, halte es aber im Rahmen dieser Diskussion für unerheblich, selbst wenn es in geschichtlicher Zeit zu einer Verschiebung des Verbreitungsgebiets gekommen sein sollte, was nicht ungewöhnlich wäre.

Der Kormoran Phalacrocorax carbo hat ein riesiges kontinuierliches Verbreitungsgebiet, das von der Ostküste Nordamerikas über Eurasien sogar bis nach Australien und Neuseeland reicht. Es sei ihm gestattet innerhalb dieses Bereichs Unterarten zu bilden und deren Verbreitungsgebiet über die Zeit zu verschieben. Es ist ein Hobby von uns Menschen alles in Kathegorien einzuteilen. Dem Kormoran ist das egal. Unterarten, wenn es sich denn um solche handelt, zeichnen sich dadurch aus, dass sie fertile Nachkommen bekommen. Eine klare Abtrennung ist seitens der Natur nicht gegeben. Dies sieht man z.B. auch daran, dass öfters eine Neugruppierung von Unterarten vorgenommen wird. Das Verbreitungsgebiet kann deutlich überlappen und sich im Zeitverlauf immer wieder ändern. Wer weiß, ob in den letzten hundettausend Jahren Kormorane, denen kluge Ornithologen den Status einer der beiden Unterarten zusprechen, nicht mehrfach ihr Verbreitungsgebiet geändert haben. Die Natur passt sich an geänderte Lebensbedingungen an. Im Zuge des Klimawandels, so er denn leider kommen wird, verändert sich das Verbreitungsgebiet so mancher Art. Man kann schon viele Anzeichen dafür finden.

Der Kormoran hat dadurch jedenfalls sicher nicht sein Lebensrecht in Deutschland verwirkt.

Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Ross



17.02.2010 - Kormoran vs. Äsche

Zitat Frau Wiegand:"Richtig ist, dass die Äsche in einigen Gebieten bereits starke Verluste aufwies, als der Kormoran in Deutschland sogut wie nicht vertreten war. "

Hallo Frau Wiegand,

genauso gab es aber auch Gebiete in denen sich die Äschenbestände vor dem Auftauchen der Kormorane hervorragend entwickelt haben und danach fast komplett zusammengebrochen sind.

Welche Gebiete meinen Sie denn genau? Ich habe in der Diskussion mit Vogelschützern bisher leider mehrfach die Erfahrung machen müssen, dass Kormorane immer erst als Faktor eingerechnet wurden, wenn diese am betreffenden Gewässer auch gebrütet haben. In der Realität sind die Vögel aber meistens schon über 10 Jahre davor in großen Stückzahlen als Winter- und Sommergäste dort aufgetreten.

Freundliche Grüße

Thomas Lang


17.02.2010 - Kormoran

Sehr geehrter Dr. Ross,

wenn Sie sich die Arbeit von Herrn Olburs genauer ansehen, wird Ihnen zwangsläufig seine Abgrenzung der beiden Unterarten Ph. c. carbo und Ph. c. sinensis auffallen. Olburs legt dar, dass die ursprünglich an Mittel- und Nordeuropas Küsten beheimatete Unterart Ph. c. carbo heute weitgehend aus ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet verdrängt wurde. Verdrängt von der Unterart Ph. c. sinensis, die uns heute auch im Binnenland besagtes Kopfzerbrechen bereitet. Denn im Gegensatz zu Ph. c. carbo, der sich im Normalfall an den Küstengewässern aufhält, zieht es Ph. c. sinensis ganzjährig und in sehr großen Stückzahlen ins Binnenland. Wenn Olburs richtig liegt, dann haben holländische Seefahrer Exemplare der Unterart Ph. c. sinensis im 15. Jahrhundert nach Europa gebracht, was der Ausgangspunkt für eine bis heute dann nahezu flächendeckende Besiedlung auch des europäischen Binnenlandes war.

Auch heute noch beobachtet man zwischen den zahlreichen Ph. c. sinensis gerade bei Witterungslagen, wie wir sie derzeit haben, immer wieder einzelne Exemplare von Ph. c. carbo. Ein Vergleichbares Verhalten (Ausweichen bei strengen Wintern) werden auch deren Vorfahren unter vergleichbaren Rahmenbedingungen notgedrungen gezeigt haben, was die zum Teil sehr alten Fossilien ebenfalls plausibel erklärten würde. Im Gegensatz zu Schweden hat man sich aber bei den fossilen Funden in Deutschland offenbar nicht die Mühe gemacht, zwischen beiden Unterarten zu differenzieren bzw. unterstellt, dass das nicht möglich wäre. http://www.schriften.uni-kiel.de/Band%2069/Heinrich.pdf

Mit den heutigen Möglichkeiten wäre es sicherlich das kleinste Problem, über entsprechende Analysen fossile Knochenfunde einer der beiden Unterarten zuzuordnen. Diese Zuordnung und eine Datierung der Funde dürfte sehr schnell zeigen, ob Olburs richtig liegt. Sollte er richtig liegen, schützen wir gegenwärtig die falsche Unterart ...

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


17.02.2010 - Äsche und Kormoran

Sehr geehrter Herr Dettmann,

in dem von Ihnen zitierten Artikel von C. Olburs, 2008 wird erwähnt, dass Skelettfunde von Kormoranen in Zentraleuropa auf 2000 – 4000 Jahre vor Christus datiert wurden (Zijlstra 1989). Der Kormoran ist also eine europäische Art. Spezies der Kormoran Familie sind – wie ebenfalls in diesem Artikel erwähnt wird – über alle Kontinente verbreitet. Es wäre daher auch höchst seltsam, wenn dem nicht so wäre. Sicher gab es Zeiten, z.B. die letzte Eiszeit, in denen es nur wenige oder keine Kormorane im Bereich des heutigen Deutschlands gab. Das ist der Lauf der Natur. Auch hat der Kormoran die riskante Angewohnheit in leicht zerstörbaren Brutkolonien zu leben. Dies hat, wie im selben Artikel erwähnt, in historischer Zeit zu seiner Dezimierung in Europa geführt.

Das Verhalten der Äsche, das neben dem Kormoran sicher auch Fischadler, Seeadler und diversen Tauchern gelegen kommt, hat offensichtlich ihr Überleben in der Vergangenheit nicht gefährdet. Kein Grund diese Arten auszumerzen. Andere Salmoniden zeigen auch riskante Verhaltensweisen, man denke an den Lachs. Kein Grund die Bären zu dezimieren. Arten, die bis heute überlebt haben, in der Evolution also erfolgreich waren, gleichen solche Verluste durch eine hohe Reproduktionsrate aus. Lachse sterben sogar ohne Zutun von Beutegreifern nach dem ablaichen, wie Sie wissen. Kommen allerdings weitere (Mensch gemachte) Faktoren hinzu, kann es für eine Art eng werden.

Nebenbei, wenn eine Art zu riskante Verhaltensweisen zeigt, kann dies natürlich ohne unser Zutun zu ihrem Aussterben führen. Selektion ist eine Triebkraft der Evolution.

Unbestreitbar bleibt, dass Kormorane und andere fischfressende Vögel weltweit leben, bevorzugt in Gegenden, in denen der Mensch wenig Einfluss nimmt. Die Fischbestände sind in ebendiesen Regionen trotz der Fressfeinde besonders hoch. Es führt also kein Weg daran vorbei die Schuld bei uns selbst zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Ross



17.02.2010 - „Bestände künstlich hochzuhalten“?

Hallo Frau Wiegand,


Was verstehen Sie unter „Bestände künstlich hochzuhalten“?

Wenn in Thüringen davon gesprochen wird „unter das Niveau von vor 1990 gesunken“ dann meint dies unter die Verhältnisse der zu DDR-Zeiten stark geschädigten Gewässer.

Ist dies ihr Ziel einer Bestandsdichte?

Max Fischer



17.02.2010 - Bestandsrückgänge der Äsche

Hallo zusammen,

ob der Kormoran die Mitschuld trägt an den Bestandsrückgängen in Europa, das wird ja kontrovers diskutiert. Richtig ist, dass die Äsche in einigen Gebieten bereits starke Verluste aufwies, als der Kormoran in Deutschland sogut wie nicht vertreten war.

Das die Äsche sich nicht anpassen kann, keine Versteckmöglichkeiten aufsucht, darf doch für uns kein Grund sein die Bestände künstlich hochzuhalten und dafür ein anderes Lebewesen verantwortlich zu machen. Wie weit ist unser Eingreifen hier überhaupt noch vertretbar? Das ist Sache der Natur, sie hat bisher auch überlebt und plötzlich meinen wir ihr Verhalten sei dazu nicht ausreichend entwickelt?!

Wenn die Bestände für die Fischereibetriebe überlebensnotwendig sind, so müssen sie mit geeigneten, schonenden Massnahmen geschützt werden, da sehe ich eine andere Grundlage.

Natürliche Grüße
Andrea Wiegand



17.02.2010 - Kormoran

Sehr geehrter Dr. Ross,

Sie schreiben von einer "langen, gemeinsamen Co-Evolution" des Kormorans mit Äsche und Barbe. Haben Sie dieses Argument mal hinterfragt?

Eben weil gerade die Äsche wegen ihres "blöden Benehmens", während der Laichzeit in großen Schulen (Gruppen) über Kiesbänken im Freiwasser zu stehen und kein wirkliches Fluchtverhalten zu zeigen, eine so leichte Beute für den Kormoran ist, erscheint eine lange, gemeinsame Co-Evolution eher unwahrscheinlich. Das Fatale am Benehmen der Äsche - keine Renaturierung kann ihr helfen, die Verluste auszugleichen, die für eine Population entstehen, wenn Kormorane die Ansammlungen der Laichfische entdecken und nutzen.

Eine interessante Lektüre ist in dem Zusammenhang die Arbeit von Christer Olburs, der sich für Schweden die Sache mit der Historie mal genauer angesehen hat.

http://skargardsbryggan.com/dokument/skarven_olburs_eng_version.pdf

Wenn er Recht haben sollte, müssten wir unser Bild vom Kormoran an einigen Stellen neu sortieren.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


17.02.2010 - Fische und der Kormoran

Sehr geehrter Herr Fischer,

selbstverständlich müssen wir uns um den Erhalt und die Lebensräume der Fische ebenso kümmern wir um die des Kormorans - leider ist das so. Strittig ist ja die Art und Weise, ich kann mich da den Worten von Dr. Ralf Ross nur anschliessen, ich stimme hier absolut mit ihnen überein. Wir sollten nicht versuchen Fehler aus der Vergangenheit mit neuen Fehlern zu korrigieren.

Grüße aus dem Schwalm-Eder-Kreis
Andrea Wiegand



17.02.2010 - Ausrottung von Fischbeständen durch Kormorane

Sehr geehrter Herr Lang,

es ist verständlich, dass sich Ihnen dieser Eindruck vermittelt, aber ich kann Ihnen versichern, dass er falsch ist.

Äsche, Barbe und Kormoran haben eine lange gemeinsame Co-Evolution hinter sich, in der sich die Fischarten erfolgreich behaupten konnten. Sie haben damit in hunderttausenden von Jahren BEWIESEN, dass sie dem Kormoran trotzen können. Wenn sie jetzt nach der Rückkehr des Kormorans in einigen Gewässern (... in denen sie z.T. zuvor schon ausgestorben waren wieder ...) aussterben, ist mit Sicherheit der Kormoran daran nicht schuld, sondern die von uns verursachten veränderten Lebensbedingungen (Nahrungsgrundlage nicht optimal, zu wenig Versteckmöglichkeiten, etc.).

Wenn Sie also diese Fischarten dauerhaft erfolgreich ansiedeln wollen, sind Renaturierungsmaßnahmen und Auswahl geeigneter Gewässer die Lösung. Ein Bach, der durch eine malerische überdüngte Landschaft fließt, bietet heute möglicherweise nicht mehr die geeignete Nahrungsgrundlage für Fische, die in ihm in der Vergangenheit gelebt haben.

Ein Raubtier ist in der Lage einzelne, schlecht angepaßte Tierarten auszurotten. Der Kormoran ist so gut angepaßt, dass er seinen Feinden - mit Ausnahme des Menschen - trotzen wird. Sein Bestand wird und wurde immer maßgeblich über seine Nahrung reguliert.
Sind die Lebensbedingiungen für den Kormoran nicht optimal, hat er geringeren Bruterfolg. So ist die Natur. Dem KORMORAN zuliebe muß man hier nicht eingreifen. Erwachsene Tiere, das kann ich Ihnen versichern, werden bei uns nicht verhungern. Wenn sie keine geeignete Lebensgrundlage vorfinden, wandern sie ab. Es gibt also kein Argument den Kormoran um seiner selbst abzuschießen.

Dass es Äsche und Barbe heute noch gibt, zeigt dass sie hervorragend an ihre Umwelt angepaßt sind. Wenn sie jetzt plötzlich aussterben, liegt das nicht am Kormoran. Er hat sich ebensowenig verändert wie seine Beute. Es liegt an uns. Wir sollten nicht versuchen einen Fehler zu korrigieren, indem wir einen zweiten machen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ralf Ross


17.02.2010 - Äschen

Sehr geehrte Frau Wiegand, Sehr geehrte Vogelfreunde,

Sie schrieben: „Auf jeden Fall sind die Sorgen der Teichwirtschaft ganz anders zu bewerten als das Hobby von Sportfischern, das ist keine Frage.“
Sie sehen dies jedoch etwas einseitig denn wer bemüht sich denn um den Erhalt von Äsche, Barbe, Nasen und weiteren Arten?
Haben in der Diskussion hier im Forum die Fische schon mal eine Rolle gespielt? Oder sind diese nur unbegrenzt vorhandenes Futter für die Kormorane?
Beim HGON konnte ich keine Information dazu finden, vom NABU kommt nur eine Anfeindung der Angler.
Kenne Sie die Lage der genannten Fischarten in Hessen, oder ist Ihr Wissen mit „Auch die Fische sind nicht so dumm wie man es ihnen nachsagen möchte“ erschöpft?

Schauen Sie doch mal auf der Homepage der Anglern an der Sinn vorbei. Diese haben mit viel Aufwand einen Äschenbestand erhalten. Durch die Kormorane trat dort im letzten Winter bei Äschen ein Verlust von 95% auf, die Zahlen an Äschen bewegten sich danach im zweistelligen Bereich. Ob nach diesem Winter noch Äschen vorhanden sind?

Oder die Eder:
Der nabu-waldeck-frankenberg schreibt zur dazu: Die Eder mit ihrer Gewässergüteklasse II galt bisher als eines der besten Äschengewässer in Deutschland mit einer natürlichen Population, die nicht durch Besatzmaßnahmen gestützt werden brauchte.
… nach dem Frosteinbruch im Dezember 1996 besonders der obere Teil des genannten Ederabschnittes von den Kormoraneinflügen betroffen war, "da ja auch die Äsche und Forelle sich im Laichzug befinden". Auf eine fast völlige Vernichtung des Fischbestandes in der Eder deute auch der nachlassende Einflug der Kormorane in den letzten Tagen hin“.

Die Untersuchung dazu wurde hier schon mal verlinkt, hier ein Auszug:
„Die mittlere Nachweisdichte der Fische betrug in der Unteren Eder etwa 16,0 kg/km Uferlinie. Im Vergleich zu Probestellen in benachbarten Gewässern, wo im Durchschnitt Fischdichten von 45,0 bis über 100,0 kg pro km Uferlinie registriert wurden, ist der Wert für die Untere Eder auffällig niedrig. Selbst in der stauregulierten und strukturell verödeten Bundeswasserstraße der Fulda unterhalb Kassel wurde mit 34,5 kg/km Uferlinie eine doppelt so hohe Nachweisdichte vorgefunden.“

Sie schreiben: „Die Äsche braucht als Laichplatz Kiesbänke als Lebensraum klares, frisches und sauberes Wasser. Erst dann kann sie sich wieder eigenständig und in ausreichendem Umfang vermehren. Hier fehlt es eher an Renaturierungsmaßnahmen, nicht an Dezimierung des Kormoranbestandes.“

Dass dies nicht ausreicht zeigt ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt:
„Die Helme war noch vor 15 Jahren bekannt für große Äschen, Barben und Barschbestände. Verschwunden sind inzwischen Hecht und Flussbarsch. Die bereits im Jahre 2000 stark gefährdeten Äschen sind praktisch ausgestorben. Nur unter einer Straßenbrücke konnten noch vier Exemplare nachgewiesen werden. Auch der Barbenbestand ist auf einen lächerlichen Bestand von 42 Tieren geschrumpft. Und das alles, obwohl in den letzten 15 Jahren insgesamt 19 Großprojekte zur Renaturierung an der Helme durchgeführt wurden.“



Oder die Lage in Thüringen:
Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt

„Entsprechend der Verbreitungsentwicklung war auch bei der Höhe der Äschenbestände ab Anfang der 90er Jahre eine positive Entwicklung, in vielen Gewässern sogar eine sehr starke Bestandszunahme zu verzeichnen. Es handelte sich dabei um eine überwiegend eigenständige Entwicklung der autochthonen Bestände.
1996 wurde erstmals eine negative Tendenz in einigen Gewässern erkannt, in denen keine Fischsterben registriert wurden und sonstige, anthropogene Einflüsse ausgeschlossen werden konnten.
Besonders durch den Kormoran frequentiert sind so klassische Äschengewässer wie Ulster, Felda, Werra, Unstrut, Saale und Ilm. Hier sind die Äschenbestände inzwischen nahezu vollständig zusammengebrochen.
Der Vergleich von Daten zum Fischbestand vor und nach dem Einfall des Kormorans belegt diese drastischen Auswirkungen vor allem auf die Äschenbestände. Dabei sind nicht nur begradigte, strukturarme Gewässer betroffen. Auch Äschenbestände in sehr gut strukturierten und in völlig naturnahen Bereichen werden gleichermaßen geschädigt.

In den meisten Gewässern ist die Äschenpopulation an den
Rand der Reproduktionsfähigkeit gedrängt bzw. sie muss sogar als zusammengebrochen betrachtet werden. In weiten Strecken Thüringer Fließgewässer ist die Populationsdichte der Äsche deutlich unter das Niveau von vor 1990 gesunken Mit dem Totalverlust der Art in vielen Gewässern aller drei Thüringer Flusseinzugsgebiete muss in nächster Zeit gerechnet werden. Dramatisch ist nicht nur die Ausdünnung der Individuenzahl der Teilpopulationen, sondern auch die Zerstörung der natürlichen Alterspyramide.“

http://www.thueringen.de/imperia/md/content/folder/jagdfischerei/aesche.pdf


Max Fischer


16.02.2010 - Kormoran

Sehr geehrter Herr Erlemann,

die Kollegen vom Fischereiverband in Meck-Pom waren mehr als verwundert, dass sich der zuständige Minister erst zu solchen Äußerungen hat hinreißen lassen und anschließend in der beschriebenen Form eingeknickt ist. Wäre es nach dem Wunsch des dortigen Fischereiverbandes gegangen, hätte es Beides nicht gegeben.

@ Herrn Beicke

Ich fände es schade, wenn Sie sich hier nicht weiter an der Diskussion beteiligen. Meine Zeilen nicht im Ansatz zynisch gemeint. Auch fand ich an Ihren Zeilen nichts, was mich irgendwie gestört hätte. Es liegt in der Natur dieses schon recht lange dauernden Konfliktes, dass die Positionen zum Teil recht weit auseinander liegen. Und gerade deshalb diskutiere ich auch gerne mit Menschen, die eine vergleichsweise konträre Meinung, diese aber dann wirklich ehrlich vertreten.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


16.02.2010 - Renaturierung

Hallo Herr Lang,

wie Sie meinem Zitat entnehmen können habe ich von Renaturierung zwecks ausreichender Laichplätze, also Vermehrung gesprochen. Da sehe ich einen Unterschied zwischen Schutz der Bestände und Erweiterung des fehlenden Lebensraumes. Wir haben den geeigneten Lebensraum der Fische vernichtet, nicht der Kormoran.

Eine natürliche Lösung ist sicher ein sehr guter Ansatz. Auch die "übermäßige" Vermehrung des Kormorans kann, wenn nötig, auf verhältnismäßig schonende Weise reguliert werden, da sind wir uns ja einig und gehen damit bereits neue Wege. Andere Ansätze zur schnellen Dezimierung der Kormoranbestände lehne ich strikt ab.

Nicht nur die Äsche ist ein wunderbarer Fisch, der Kormoran ist ein faszinierender Vogel.

Grüße aus dem Schwalm-Eder-Kreis
Andrea Wiegand



16.02.2010 - Kormoran

Hallo.

Nachstehende Mitteilung, sofern noch nicht bekannt.

"Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, hat auf der internationalen Grünen Woche in Berlin sowie auf dem Parlamentarischen Abend des Fischereiverbandes verkündet, dass 3.000 Kormoranpaare in Mecklenburg-Vorpommern ausreichend seien. Woraus er diese Zahl ableitet, bleibt hingegen unklar.

In Mecklenburg-Vorpommern brüten etwa 15.000 Kormoranpaare. Sie sind durch die Europäische Vogelschutzrichtlinie besonders geschützt. Ihre Kolonien befinden sich fast ausschließlich in ausgewiesenen Schutzgebieten.

„Die Vorstellungen des Ministers sind fachlich unbegründet“, stellt der Landesvorsitzende des NABU MV, Stefan Schwill, fest. „Sie widersprechen sogar den Aussagen seiner eigenen Fachbehörde.“

Der NABU steht mit dieser Meinung nicht alleine. Gemeinsam fordern die Naturschutzverbände NABU, OAMV, BUND und WWF deshalb von Minister Backhaus:

• Keine Eingriffe in Kolonien in Schutzgebieten
• Keine Eingriffe in Kolonien an der Küste
• Eingriffe im Binnenland nur bei Nachweis des konkreten wirtschaftlichen Schadens
• Beteiligung der Naturschutzverbände bei jedem Eingriff in Kolonien
• Grundlagenforschung zur Verbesserung der Datenlage zum Kormoran

Als Gast beim Pressegespräch der vier Naturschutzverbände NABU, OAMV, BUND und WWF, am Freitag 29.01.2010 in Schwerin, ruderte Minister Backhaus zurück. Eine Reduktion der Kormoranbestände auf 3.000 Brutpaare sei nicht geplant. Eingriffe in Kolonien kämen nur zu Forschungszwecken in Frage. Entsprechende Anträge lägen bislang nicht vor. Die Naturschutzverbände würden am Entscheidungsprozess beteiligt. Qualifizierte Anträge der Fischereiwirtschaft zur Bestandsreduktion seien bisher nicht gestellt worden.

Die Naturschützer und der Minister betonten, dass nur sachliche Gespräche weiterhelfen. Dazu wurde im Rahmen des Treffens am 29.01. der Anfang gemacht."


Von meiner Seite heute lediglich die Anmerkung, das da doch wohl auch der Fischereiverband beteiligt ist?!


Beste Grüße
Peter Erlemann


16.02.2010 - Renaturierung zum Schutz der Äschenbestände???

Zitat Frau Wiegand:“ Die Äsche braucht als Laichplatz Kiesbänke als Lebensraum klares, frisches und sauberes Wasser. Erst dann kann sie sich wieder eigenständig und in ausreichendem Umfang vermehren. Hier fehlt es eher an Renaturierungsmaßnahmen, nicht an Dezimierung des Kormoranbestandes.“

Hallo Frau Wiegand,

da muss ich Sie enttäuschen, wir hatten am Bodensee einen der größten Äschenlaichplätze in Mitteleuropa, bzw. haben ihn immer noch. Leider fehlen inzwischen die Äschen, die hier früher in großen Mengen gelaicht haben.

Der Grund für das Verschwinden dieser wunderbaren Fische ist definitiv, dass sie für den Kormoran gerade im Winter und Frühjahr eine zu leichte Beute darstellen.

Ich halte es nicht für vertretbar, die Kormoranbestände solange anwachsen zu lassen, bis die Tiere auf Grund von Futtermangel verenden.

Solange die Kormorane unter Schutz stehen, sollte mindestens im gleichen Maß für die Verbreitung ihrer natürlichen Feinde gesorgt werden.

Ich habe mich anfänglich wirklich über die Rückkehr dieser schönen Vögel gefreut. Inzwischen bringt der einseitige Schutz der Kormorane aber so viele Probleme mit sich, dass hier dringend andere Wege eingeschlagen werden sollten.

Freundliche Grüße

Thomas Lang





16.02.2010 - Petition

Hallo Frau Wiegand,

die Petition ist nicht zeitlich begrenzt, ich werde sie aber natürlich irgendwann beenden, wahrscheinlich so in 2 Wochen.

Viele Grüße,
Marcus Beike


16.02.2010 - Petition

Hallo,

@ Marcus Beike
Das freut mich natürlich sehr ;-)

Eine Frage zur Petition: Ist sie zeitlich begrenzt?

Meine Bitte an alle:

Wer in anderen Foren unterwegs ist, sollte wenn möglich die Adresse weitergeben, damit soviel Unterschriften wie irgend möglich zusammenkommen.

Dankende Grüße
Andrea Wiegand




16.02.2010 - Kormorane

Liebe Frau Wiegand,

ich ziehe mich nicht zurück, weil ich etwa beleidigt wäre oder einen Kompromiss scheue. Im Gegenteil, ich bin ermutigt, weil auch ich die gegenseitige Annäherung erkenne und der Kompromiss ein Stückchen näher gerückt ist.

Aber es scheint an meiner Ausdrucksweise zu liegen, dass manches einfach falsch rüberkommt, da ich meine Meinung oftmals nicht in ein diplomatisches Korsett kleide, sondern offen äussere und nichts zwischen die Zeilen schreibe. Das mag zuweilen ruppig erscheinen.
Mein Rückzug - lediglich aus dieser Diskussion - soll nur Raum schaffen für weitere konstruktive Schritte.
Beim gemeinsamen Zählen mache ich dann gerne wieder mit:)
Und es gibt ja noch die Petition!

Viele Grüße,
Marcus Beike

http://www.ipetitions.com/petition/pro-kormoran/


16.02.2010 - Kormorandisussion

Hallo Herr Beike,

sich jetzt zurückzuziehen ist sicher nicht der richtige Weg.
Den Zynismus bei Herr Dettmann sehe ich nicht, hier ist wohl
das geschriebene Wort wieder mißverstanden?!

Kompromisse schmerzen immer mehr oder weniger, ein vernünftiges Zusammenleben
der Menschen wird aber ohne sie nicht funktionieren. Wo sie nicht möglich sind, spalten wir.

Bitte den Tag nicht mit Rückzug beginnen.

morgentliche Grüße
Andrea Wiegand


16.02.2010 - Kormoran

Sehr geehrte Herren!

In den letzten Beiträgen lese ich zuversichtlich über zumindest ansatzweise vorhandenes Entgegenkommen, es klingt endlich viel versprechend. Ohne den Versuch die Diskussionsgegner zu verstehen kann es zu keinem vernünftigen Kompromiss kommen, dieser Versuch ist erkennbar, es bewegt sich etwas.

Auf jeden Fall sind die Sorgen der Teichwirtschaft ganz anders zu bewerten als das Hobby von Sportfischern, das ist keine Frage. Der ökologischen Zustand unserer Fließgewässer,
der Lebensraum unserer Fische muss ebenso geschützt werden wie der Kormoran. Die Äsche braucht als Laichplatz Kiesbänke als Lebensraum klares, frisches und sauberes Wasser. Erst dann kann sie sich wieder eigenständig und in ausreichendem Umfang vermehren. Hier fehlt es eher an Renaturierungsmaßnahmen, nicht an Dezimierung des
Kormoranbestandes. Strukturreiche und naturnahe Fließgewässer müssen wieder geschaffen werden, die Gewässerrandstreifen sind ebenfalls eine wichtige Voraussetzung, hier finden Fische Schutz.

Ein Eingreifen ultima ratio des Menschen halte ich nicht nur für unvertretbar sondern auch für fatal, da schließe ich mich den Worten von Markus Beike an. Wir haben diesbezüglich genug negative Beispiele. Ausdrücklich warnen möchte davor weiter die fischfressenden Vogelarten schuldig zu sprechen am Schwund von Fischarten. Sie haben ihre Lebensberechtigung hier bei uns, es muss unsere Aufgabe sein ihnen allen den notwendigen Lebensraum zu erhalten oder wieder zu schaffen. Mittlerweile wird auch der Gänsesäger abgeschossen um Untersuchungen bzgl. des Mageninhaltes/Fressverhaltens, sprich die Auswirkung zu bekommen. Wehret den Anfängen fällt mir dazu ein, was kommt danach?!

Bäume zu fällen die dem Kormoran als Brutplatz dienen halte ich für vertretbar, wenngleich dies Einschnitte in die Natur sind, so kann man gezielt eine verhältnismäßig große Wirkung erzielen, über viele Jahre, sofern es unumgänglich ist in die Entwicklung des Kormoranbestands überhaupt eingreifen zu müssen.

Machen wir weitere kleine Schritte um ein verträglichen Konsens zu finden.

Hoffnungsvolle Grüße
Andrea Wiegand





16.02.2010 - Kormoran-Diskussion

Hallo zusammen,

ich beobachte in dieser Diskussion zunehmend, wie mehr und mehr die Form und weniger der Inhalt der Beiträge an Gewichtung gewinnt.
Wo Gegenargumente fehlen, da wird kurz und knapp von Unsachlichkeit gesprochen. Konkrete Beispiele spare ich mir, denn ich möchte davon nicht weiter "mitgerissen" werden.
Zur Erinnerung: Es ging hier ursprünglich nicht darum, welcher Verband recht hat, wer wieviele Fremdwörter pro Satz verwerten kann oder wer wie freundlich ist. Das sollte bei Erwachsenen außen vor sein.
Es ging einzig und allein um das Wohl und das Leben eines jeden einzelnen Kormorans, der selbst am allerwenigsten dafür kann, dass er von manchen so gehasst wird und auch deshalb "in seinem Bestand kontrolliert" (euphemistisch für "ums Leben gebracht") werden soll.

Deshalb erlaube ich mir, mich an diesem Punkt vornehm aus der Diskussion zurückzuziehen, in der Hoffnung, dass zynische Konstruktionen wie "Wir fällen die Bäume, damit wir die Tiere später nicht erschiessen müssen - das müsste Ihnen doch gefallen" in Zukunft unterbleiben und eine Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Fischerei ohne jegliche Provokationen möglich wird!

Viele Grüße,
Marcus Beike


15.02.2010 - Kormoran

Sehr geehrter Herr Erlemann,

die Reaktion des Verbandes Hessischer Fischer und die von Ihnen dargelegten Zahlen zeigen den schon angesprochenen Handlungsbedarf in Sachen gemeinsame Zählung. Und damit sind dann wirklich gemeinsame Zählungen im Sinne des Wortes gemeint. Es freut mich, dass Sie das aufgreifen und verbandsintern thematisieren werden. Ich werde in der kommenden Woche Kontakt mit den Kollegen in Hessen aufnehmen und auch dort für mehr Zusammenarbeit mit dem Naturschutz werben.

Ihr Vergleich von Teichwirtschaft und Freizeitfischern ist eine weitere Baustelle. Ganz sicher muss ein Freizeitfischer von seinem Fang nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die Forderung nach effektiver Vergrämung des Kormorans bzw. einem Bestandsmanagement wird sicherlich viel mehr den Grund haben, dass Populationen bestimmter Fischarten in einer weit schwierigeren Bestandssituation als der Kormoran sind. Jeder hat sein Steckenpferd und für den klassischen Naturschützer ist die Nutzung natürlicher Ressourcen oftmals arg konfliktbehaftet. Dafür habe ich durchaus Verständnis. Aber warum ist es z.B. für viele Vogelschützer so arg schwer, sich in die Sichtweise der Leute hinein zu denken, die sich bevorzugt um den Schutz von Fischarten kümmern. Die Populationen der Äsche sind in vielen Bereichen Deutschlands alles, nur nicht in einem guten Erhaltungszustand. Gründe dafür gibt es zahlreiche und nicht erst seit dem "Zauberwort" Wasserrahmenrichtlinie arbeiten gerade die Freizeitfischer an der Beseitigung von Faktoren, die nicht nur der Äsche das Leben schwer machen. Dass erste Erfolge dabei dann in die Binsen gingen, als der Kormoranbestand sich Mitte der 90er zu neuen Höhen aufschwang, sorgt bis heute für Verdruss bei den Fischern.

Während der Kormoran unter dem Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie steht, findet sich die Äsche in den Anhängen der FFH-Richtlinie wieder. Wollen Sie es den Freizeitfischern ernsthaft zum Vorwurf machen, dass Sie sich in ihrer Freizeit um den Schutz von FFH-(Fisch)Arten machen? Ganz sicher nicht. Auch hier ist der Schlüssel zum Kompromiss, dass man miteinander, statt übereinander redet.

Zum Schluss noch zum Wöhrder See. Was Sie im Moment ärgert, ist doch im Grunde aber genau das, was auch Sie fordern?! - Andere Lösungen als das Abschießen zufinden ... ?! Welchen Sinn macht es, die Ansiedlung von Kormorankolonien im unmittelbaren Umfeld von großen Teichgebieten zuzulassen,wo dann spätestens mit dem Flüggewerden der Jungvögel ein Großteil von ihnen geschossen wird? Die Kormorane vom Wöhrder See finden sicher einen anderen Platz zum Brüten, der weniger konfliktträchtig ist. Das hilft sowohl den Teichbauern, als auch den Kormoranen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


15.02.2010 - Kormoran

Guten Abend allerseits.

Ich verzichte diesmal auf eine persönliche Anrede und möchte mich zu den zurückliegenden Forumsbeiträgen in nur stark komprimierter Form äußern.

So wie es aussieht, tauschen wir hier Meinungen in mehr oder weniger freundlichen Tönen aus, die Standpunkte stehen anscheinend unverrückbar und werden mit passenden Hinweisen untermauert. Unter dem Strich bleibt alles wie es ist, zu Bedauern ist die verbrauchte kostbare Zeit.
Wir haben in Hessen zweifellos eine andere Situation als in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern. Es sind ja vielmehr die Sportangler, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Und von denen erfährt kein Einziger Existenz bedrohende Verluste durch den Kormoran. Aber von dieser Seite wird die Tötung von Kormoranen zumindest in der gleichen Lautstärke gefordert, wie von Teichwirten.

Die Zahl der Brutvögel in Hessen ist, wie von der Staatlichen Vogelschutzwarte dokumentiert, von 569 in 2004 auf 300 in 2009 um fast 50% zurückgegangen.
Wie reagiert der Verband Hessischer Fischer? „Die 'Halbierung' der Brutpaare hat nur an einer, allerdings der bisher größten Brutkolonie von den 6 Kolonien, die HGON, NABU und die Staatliche Vogelschutzwarte bisher eingestehen, stattgefunden“.

Die Realität: NSG Lampertheimer Altrhein von 252 auf 80, NSG Rüdesheimer Aue von 164 auf 90, NSG Bongsche Kiesgrube von 144 auf 70, NSG Kühkopf-Knoblochsaue von 62 auf 36. Ich frage mich allen Ernstes, was sich diese Personen herausnehmen und wie mit solchen Leuten vernünftig zu reden sei. Trotz allem habe ich vorgeschlagen, das Thema auf der nächsten Sitzung des Gesamtvorstandes auf die Tagesordnung zu nehmen.

Passend zu dem Ganzen hat mich heute nachstehende Mail erreicht die aufzeigt, wie schnell und "legitim" oder eher illegal die Allgemeinverfügung in Unterfranken umgesetzt wird:

Hallo zusammen,
Ich möchte mitteilen, dass ich heute (eigentlich wollte ich ja die Zwergscharbe am Wöhrder See beobachten) dort feststellen musste, dass alle Nistbäume der Kormorane gefällt wurden. Es handelt sich dabei immerhin um 40-50 Nester!!! So wird also mit dem Vogel des Jahres in Franken umgegangen...
Ich habe jetzt den LBV mal mit Fotos davon versorgt und frage mich, was kann man noch gegen diesen Frevel tun? Anzeigen, Presse informieren usw...
Eure Meinung dazu würde ich mich sehr freuen.
Gruß aus Nürnberg,
T. Wunder

Da werden die aufkommenden Ansätze eines guten Willens schnell wieder zunichte gemacht!

verständnislose Grüße
Peter Erlemann


15.02.2010 - Kormoran und Teichwirtschaften

Sehr geehrter Herr Mattern,

es liest sich so, als hätte ich mich gleich mehrfach mißverständlich ausgedrückt. Weder im Land Brandenburg, noch in Mecklenburg-Vorpommern sollen die Kormoranbestände auf 10% des aktuellen Populationsniveaus reduziert werden. Diese gut 10% sind eine Aussage der verlinkte Studie, wenn es um die Untergrenze dessen geht, was an Brutpaarbestand laut Populationsmodell notwendig wäre, um den Kormoran in Meck-Pom auch in Zukunft sicher als Brutvogel zu erhalten.

Bei den im Land Brandenburg in der Vergangenheit durchgeführten und auch in diesem Jahr wieder vorgesehenen Eingriffen zur Verringerung des Bruterfolges wurde und wird nicht geschossen! In Brandenburg hat man im Jahr 2005 erstmals jene "Operation Kalt-Ei" getestet, die in 2008 am Bodensee Anlass für den medientechnischen Sturm im Wasserglas war. Dabei werden die Vögel in einer kalten Nacht von den bereits angebrüteten Eiern verscheucht, so dass diese auskühlen und absterben. Das Ganze beschränkt sich seit 2006 auf ein bis maximal zwei Nächte pro Kolonie und Jahr. Das Störungspotenzial für andere Arten ist für die unmittelbare Umgebung durchaus gegeben. Verglichen mit den Auswirkungen der ganzjährig durchgeführten Vergrämungsabschüsse an Teichen und anderen Gewässern kommt die "Operation Kalt-Ei" nicht nur vom Störungspotenzial ganz sicher besser weg.

Da diese Eingriffe von der Staatlichen Vogelschutzwarte beaufsichtigt werden und ein entsprechendes Monitoring auch andere Arten im Umfeld erfasst, wurde die Methode der Eingriffe im Laufe der Jahre angepasst. Details dazu finden sich in den Jahresberichten der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg zum Thema Kormoran:

http://www.mugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.2334.de/vsw_korm05.pdf
http://www.mugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.2334.de/vsw_korm06.pdf
http://www.mugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.2334.de/vsw_korm07.pdf

Die Jahresberichte 2008 und 2009 werden demnächst als ein zusammengefasster Bericht erscheinen. Wesentliche Infos finden sich in der bereits hier ins Forum verlinkten Präsentation von Herrn Dürr.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin




15.02.2010 - Kormorane und Teichwirtschaft / Diskussionsstil

Sehr geehrte Forumsteilnehmer,

das ist ein Problem bei Diskussionen im Internet, bei denen man sich nicht ansehen und Mimik, Gestik und Stimme des Gegenüber wahrnehmen kann: Es kommt schnell zu Missverständnissen, die auch durch mein noch etwas jugendliches Temperament begünstigt werden dürften:)
Es lag und liegt mir fern, den Ton wieder zu verschärfen.

Sollte sich jemand angegriffen fühlen oder ärgern, so tut es mir leid. Ich werde versuchen, meine Worte künftig dementsprechend mit Bedacht zu wählen.

Ich bin ebenfalls darauf aus, einen Konsens zu finden. Um allerdings mit einem solchen leben zu können, sehe ich es als notwendig an, meine Meinung im Vorfeld verdeutlichen und kontrovers diskutieren zu können. Ein Aufeinanderzugehen ist deshalb nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil! Auch bei mir sind einige Argumente der "Gegenseite" angekommen.
Die Konsensbereitschaft der Gegenseite zu bewerten sollte aber von Situation zu Situation ebenfalls erlaubt sein. Diese kann sich schliesslich in einer Diskussion ändern.
So empfinde ich Sätze wie

"die von Ihnen unterstellte Verpflichtung...geht leider ins Leere"
oder
"Dies einzuräumen, würde Naturschutzverbänden die Möglichkeit nehmen, entsprechende Gegenmaßnahmen juristisch und politisch zu blockieren"

einem möglichen Konsens nicht zuträglich.
Auch die Frage, was die Kormoranstudie aus MV mit den Absichten der Fischerei bzgl des Kormorans zu tun hat, muss erlaubt sein. Auftraggeber ist hier doch das Land? Oder steht noch jemand in zweiter Reihe dahinter? Könnte man fast vermuten, wenn man weiss, das "Auftragnehmer" Dr. Helmut M. Winkler ein Buch mit dem Titel "Verbreitungsatlas der Fische" mitverfasst hat.
Was ich damit sagen will, ist, dass wir aufhören sollten, uns gegenseitig wissenschaftliche Untersuchungen um die Ohren zu hauen, deren Ergebnisse (ich wiederhole mich) eh nur vom Geldgeber anhängig sind - und das ausdrücklich auf allen beteiligten Seiten. Stattdessen sollten wir uns auf den eigenen Verstand verlassen. Das wäre eine viel bessere Grundlage.

In diesem Sinne sollten denn auch meine Bemerkungen zur Kooperation bei Zählungen gesehen werden:
Die gemeinsame Durchführung ist dabei nicht mein Problem, sondern das dahinter erkennbare tiefe Misstrauen. Es wäre ein viel besserer Anfang, die Zählungen willkürlich unter den Angehörigen beider Seiten aufzuteilen und die Ergebnisse nicht anzuzweifeln, wobei eine "Schönung" der Zahlen bei den vergleichsweise kleinen hessischen Brutkolonien ohnehin leicht zu entlarven wäre.
Ich persönlich hätte kein Problem damit, mit Zählergebnissen der Teichwirtschaft als Grundlage zu arbeiten.

Abschliessend noch etwas zum Thema "Frohsinn":
Ich habe mich damit in keinster Weise auf irgendwelche Beiträge hier im Forum bezogen. Vielleicht hätte ich stattdessen "Narretei" schreiben sollen.
Ich wohne nämlich inmitten einer Fastnachtshochburg, hatte heute dementsprechend den ganzen Tag mit Mickie Krause und ähnlichem "Kulturgut" zu kämpfen und obendrein machten berufliche Gründe eine Flucht unmöglich...
Ich bitte weiterhin um Humor im Forum, ich wende den meinigen (zugegebenermaßen sehr speziellen) auch immer wieder mal an;P

Viele Grüße,
Marcus Beike


15.02.2010 - Kormorandiskussion

Guten Abend zusammen,

ich verfolge die Kormorandiskussion nun schon die ganze Zeit mit Interesse, auch wenn meine Zeit oft nur dazu ausreicht, die Beiträge zu überfliegen. Die Beiträge von Herrn Dettmann finde ich außerordentlich interessant, weil sie mal ausführlich und konkret über das hinaus gehen, was man sonst meist nur in der Tagespresse so aufschnappt (beispielsweise wenn Angelverein XY auf seiner Jahreshauptversammlung Kormoranabschüsse fordert, weil die Äsche gefährdet wird). Das Thema hat in meinen Augen äußerst viele Facetten (für mich jedenfalls, der sich bislang noch nicht mit dicken Gutachten und anderem befasst hat).

Gut finde ich die Idee der gemeinsamen Zählung der Schlafplätze usw. Das wäre wirklich ein guter Schritt für die Verbände sich aufeinander zuzubewegen, statt immer nur über die Presse zu "kommunizieren". Dass es soviele weitere Schlafplätze in Hessen gibt, gerade in diesem Extremwinter, war mir nicht bekannt, ist aber einleuchtend. Ich selbst fand die Schlussfolgerungen aus der Kormoranzählung von NABU und HGON bereits vor der Lektüre der Pressemitteilung des VHF bedenklich. Andererseits ist auch der Beitrag des VHF in meinen Augen nicht ganz "astrein" - Beispielsweise zur Bildunterschrift: Keiner behauptet, der Kormoran würde NUR Weißfische fressen. Er nimmt das was er viel und leicht kriegen kann, da ist der Kormran nicht als z. B. die Elster oder Rabenkrähe. Kormorane fressen auch mal dicke Brocken wie den abgebildeten Hecht, ist aber wohl eher die Ausnahme als die Regel und ein derart satter Vogel frißt am nächsten Tag erstmal weniger. Es soll kein Vorwurf sein, aber ich denke , dass beide Verbände (Naturschutz + Fischer) manchmal mehr oder weniger über "das Ziel hinausschießen" - die Wahrheit liegt halt irgendwo dazwischen. Noch ein Grund mehr, mit polemischen, über Pressemitteilungen geführte Diskussionen aufzuhören, und sich mal vorurteilsfrei an einen Tisch zu setzen. Als im Gießener Lahnbereich mal eine Kormorandiskussion in der Presse hochkochte, lud der Verein Sportangler Gießen und Umgebung den NABU Kreisverband zur Gesprächsrunde ein. In Sachen Kormoran kamen wir zwar auch nicht zu einem Konsens, entdeckten aber viele Gemeinsamkeiten bzw. größere Probleme, die man gemeinsam lösen sollte, wie den Kanutourismus. Leider ist der Kontakt etwas eingeschlafen, könnte aber sicher ohne weiteres wieder belebt werden.

Was ich noch anmerken möchte zu Eingriffen während der Brutzeit und in Schutzgebieten: Selbst wenn die Reduktion des brandenburgischen Kormoranbestands auf 10% Berechtigung haben mag (dazu habe ich mir noch keine Meinung gebildet), sehe ich hier ein sehr hohes Konfliktpotential mit dem Schutz anderer Vogel- und Tierarten. Wie viele andere Brutvögel beim Schießen in Brutkolonien beeinträchtigt werden ist da nur eine von vielen Frage. Wie man einen solchen Eingriff in einem NSG der Bevölerung vermittelt, die ansonsten nur "gelenkt" dort hinein darf eine weitere. Wie in so vielen Dingen muss man für den Einzelfall abwägen und entscheiden.

Vorläufges Fazit: Es kann keine Pauschallösungen geben, weder für Teichwirtschaften noch für bedrohte "wilde" Fischbestände. Die lokalen Gegebenheiten sind eben überall anders.

Viele Grüße
Tim Mattern


15.02.2010 - Kormorandiskussion

Sehr geehrte Herren Verbandsvertreter,

da ich rein fachlich den Kormoranstreit nicht weiter untermauern kann, möchte ich dennoch einige Gedanken loswerden:
Ich habe schon immer so meine Probleme mit Dogmen gehabt: sie bringen meist in der Sache nichts voran, verhärten nur die bekannten Positionen, die loyalen Truppen ziehen sich wieder in die Ausgangsstellungen zurück und der eigentlichen Sache hat man damit einen Bärendienst erwiesen. Ich will auch gar nicht auf Einzelargumente der beiden Seiten (oder sind's noch mehr, die Politik?) eingehen, habe jedoch beim Lesen der Beiträge so ein ungutes Gefühl.

Mir ist, als würde ein sich am Horizont als silbrig-rötlich schimmernder Streif des Verständnisses abzeichnendes Lichtband seiner Unbedarftheit bewusst, und zöge sich ob seiner Unwirklichkeit wieder aus der Wahrnehmung zurück. Man könnte auch sagen: Wolken schieben sich davor.
Ich muss sagen, anfangs hatte ich mit den Äusserungen von Herrn Dettmann auch meine Probleme, zeigte doch seine Semantik doch noch einige Begrifflichkeiten des Lagerdenkens. So geschehen auch bei entsprechenden Erwiderungen von bekannten HGON-Mitgliedern des Forums. Jedoch schien mir in Laufe der Diskussion, dass Herr Dettmann seine Position zwar mit entsprechenden, in seiner Position motivierten Argumenten untermauerte - gleichzeitig aber begann, auch ein gewisses Verständnis für die Gegenseite aufzubringen und nicht nur das: es schien mir, als sei die Teichwirtschaft welche Herr Dettmann vertritt, auch willens einen Konsens mit uns zu suchen. Und da geht es nicht darum, dass man der jeweils anderen Seite Geschichten über ausgelebte Psychosen der jeweiligen gestörten Verbandsmitglieder vorhält. Da kenne ich auch einiges, was mich stirnrunzeln lässt - und zwar auf beiden Seiten!

Ich will damit sagen: ich sorge mich insofern, dass der Ton wieder rauher zu werden scheint, und dies leider vor allem von unserer Seite (Herr Beike), und die Reaktion der Teichwirtschaft lässt sicher nicht mehr lange auf sich warten. Was ist denn an gemeinsamen Zählungen so schlimm, wenn sie dazu dienen, Vertrauen zu schaffen?
Wer war von ihnen schon mal im Aischgrund? Ich habe im Spätsommer eine Woche dort Urlaub gemacht, und war von den topographischen Gegebenheiten sehr erfreut: teilweise bis zu 8m tiefe Schilfgürtel um zusammenhängende Gewässer (sogar mit Betretungsverbot der Zonen von März bis August!), die in einem bestimmten Zyklus abgelassenen Teiche als hervorragende Schlickflächen für Limikolen sowie ein Eldorado für Amphibien und deren Verkoster (z.B. 'Unmengen' von Silberreihern, welche jedoch nach Aussage von Teichwirten noch viel mehr in den Wintermonaten werden, aber eigentlich kein Problem darstellten). Wen's interssiert, der kann sich ja mal bei 'Google Earth' einen Eindruck von der Größe des Teichanlagen im Aischgrund verschaffen. Das komplett zu Überspannen ist m.E. leicht utopisch weil eigentlich unbezahlbar, und da wären wir wieder bei grundsätzlichen Wertebewusstsein dieser Gesellschaft: bezahlbar ist einiges, es sei denn die Banker würden ihre weiterhin gezahlten Garantieboni mal zurückgeben und für einen guten Zweck spenden (oder besser: gar nicht erst bekommen). Da steht niemand gegen auf, und es wird auch noch Verständnis gezeigt für den baden-würtenbergischen Finanzminister, welcher Bedenken beim Ankauf der Steuerdiebe-CD hat - natürlich ein Herrn der Pünktchenpartei... (das war jetzt off-topic, ich weiss)
Also: schaut's euch den Aischgrund mal an, und sprecht mal mit kommunikation- und konsenswilligen Teichwirten und deren Verbandsvertreter. Festgetretene Argumente braucht man nicht mehr auszutauschen, denn damit feiert nur der Dissens wieder fröhliche Urstände.

Helau & ernstgemeinte Grüße
Manfred Gunia


15.02.2010 - Kormoran und Teichwirtschaft

Sehr geehrter Herr Beike,

Ihr Reaktion entspricht genau dem, was ich Herrn Erlemann beschrieben habe. Sobald in der Diskussion zwischen Fischerei und Naturschutz konkrete Lösungen für konkrete Probleme besprochen werden sollen, läuft es nach "Schema F":

- unsachliche Vorwürfe an die Adresse der Fischerei: "unnachgiebig", "diskussionunwürdig", "kompromisslos"
- phantasievoll ausgeschmückte Horrorszenarien: "Ausrottung ist das Ziel", "Yoyo-Effekt"
- Trotzreaktion: " ... Ich zumindest bin dafür, und deshalb ist es mir auch "wurscht", ob der RP Unterfrankens das Naturschutzgesetz auf seiner Seite hat oder nicht. Die Petiton kriegt er trotzdem vorgelegt. Ein Gesetz ist für mich kein Dogma. ..."

Das, lieber Herr Beike, waren bisher die Grundstrukturen aller Diskussionen zwischen Naturschutz und Fischerei zum Thema Kormoran. Und genau nach diesem Schema ist die gesamte Kampagne zum Vogel des Jahres 2010 angelegt. Dialog mit der Fischerei? - Nur, wenn der Naturschutz dabei nicht in die Verlegenheit gebracht wird, bisher wacker verteidigte, aber fachlich nicht haltbare Positionen aufgegeben zu müssen.

Nehmen wir nur die unsinnige Behauptung, die Fischerei wolle den Kormoran ausrotten. Lesen Sie sich doch einfach die Studie zum Zustand der Population des Kormorans in Meck-Pom wirklich durch!

http://www.lfv-brandenburg.de/media/download_gallery/Kormoranstudie-PVA-MV.pdf

Dort hat man die verschiedenen Szenarien: "nichts tun", "Eingriffe ins Brutgeschehen und Reduktionsabschüsse" und "ausschließlich Eingriffe ins Brutgeschehen" auf der Basis der heute zur Verfügung stehenden Informationen für einen Zeithorizont von 100 Jahren mathematisch berechnet und explizit entsprechend der Unsicherheiten zusätzliche Puffer in die Formeln eingebaut. Demnach würde gut ein Zehntel des aktuellen Brutpaarbestandes in Meck-Pom ausreichen, um die Art dort auch in den nächsten 100 Jahren sicher als Brutvogel zu erhalten. Das ist alles Theorie, die sich jedoch mit dem deckt, was Dänemark uns seit nunmehr fast 20 Jahren vergleichsweise geräuschlos demonstriert. Inzwischen wurden dort jährlich bis zu 19% der Kormorangelege mit Paraffin besprüht und so die Entwicklung der Embyonen gestoppt. In Kombination mit den gleichzeitig durchgeführten Vergrämungsabschüssen an Orten, wo erhebliche Schäden entstanden, führte das in der Zwischenzeit erst zu einer Stagnation und inzwischen zu einem langsamen Rückgang der Brutpaarzahlen. Auch in Dänemark gilt die EU-Vogelschutzrichtlinie. Auch in Dänemark wird man deshalb sehr genau darauf achten, dass die genannten Maßnahmen nicht zu einer erneuten Gefährdung des Kormorans führen. Wenn man sich die Populationsentwicklung speziell von Ph. c. sinensis über die letzten drei Jahrzehnte ansieht, wirkt das nicht nur von Ihnen vorgebrachte Bedrohungsszenario mehr als grotesk.

Warum also nicht weiterhin einfach durchaus kontrovers aber sachlich und auf der Basis von Fakten miteinander diskutieren und nach tatsächlichen Lösungen suchen? Warum also nicht in Deutschland mit dem gleichen Ansatz über eine gezielte und wissenschaftlich begleitete Verringerung des Bruterfolges die Notwendigkeit von Vergrämungsabschüssen drastisch reduzieren?

Noch kurz zu Ihrer Frage, warum man denn mit der Fischerei gemeinsam die Brutpaare in Hessen zählen sollte. Selbstverständlich gibt es da offenbar ein erhebliches Mißtrauen! Wie sonst käme man zu so einer Reaktion? http://www.hessenfischer.net/aktuell/akt_38.htm

Genau diese völlig unnötige Leier hatten wir in Brandenburg auch. Die gemeinsamen Zählungen waren hier der Auftakt, mit dem dann tatsächliches Vertrauen gescchaffen wurde ...

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


15.02.2010 - typographical errors

Sorry dafür, auch da braucht´s Humor nicht nur von meiner Seite. Ich würde zu gerne manchmal noch editieren können, es geht aber irgendwie nich........, verdammt!

Hellau und Allaf
Andrea Wiegand



15.02.2010 - Diskussionstil

Hallo Herr Beike,

es tut mir leid wenn ich mit meinem "Frohsinn" ihren Überdruss provoziert habe, das war sicher nicht meine Absicht. Ich verliere auch bei solch ersten Diskussionen nur ungerne meinen Humor, er macht manches erträglicher, nicht nur wenn es um den Naturschutz geht.
Ohne ihn wäre ich vermutlich sonst nicht mehr dabei.

Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand





15.02.2010 - Kormorane und Teichwirtschaften

Sehr geehrter Herr Dettmann,

Ihre Darstellungen finde ich mittlerweile trotz aller Sachlichkeit, die ich dankend anerkenne, sehr unnachgiebig und diskussionsuntauglich, sodass der Gedanke an eine von Ihnen angeregte "gemeinsame Runde" von Fischerei und Naturschutz wenig einladend wirkt. Zumindest dann, wenn Ihre hessischen Kollegen eine ähnliche Kompromisslosigkeit an den Tag legen sollten.

Ein Beispiel:
Aus welchem Grunde sollten als erster Schritt die Brutkolonien gemeinsam ausgezählt werden? Das kann doch nur durch ein- bzw. beiderseitiges tiefstes Misstrauen begründet werden.
Ein wenig erfolgversprechender Auftakt einer Kooperation!

Das Problem in unserer Diskussion ist die Frage, ob man bestehende Grundstrukturen im Umgang mit Natur und Tierwelt anerkennt oder nicht.
Wenn man ausschliesslich das Hier und Heute aus ihrer Sicht bewertet, kommt man natürlich zu dem Ergebnis, dass der Kormoran eine hohe Bestandszahl aufweist (zumindest bis zum letzten Jahr) und dadurch wirtschaftliche Schäden anrichten kann und man in die Population regulierend eingreifen sollte.

Doch was bedeutet das auf l a n g e Sicht? Kommentare und Bewertungen hierzu finde ich bei Ihnen bislang nicht wirklich.
Sicher macht es die momentanen Perspektiven für manchen Teichwirt der Gegenwart düsterer, doch es ist eine Tatsache, dass die Kormoranbestände nur deswegen "explodiert" sind, weil durch Ihre vorhergehende rigorose Verfolgung und Dezimierung die vorgefundenen Nahrungsgrundlagen geradezu paradiesisch waren. Doch mittlerweile zeichnet sich eine zumindest zum Teil natürlich ausgelöste Bestandsregulierung ab. Auf die bleihaltige Art ginge das natürlich schneller, aber das hätte bei Wiederverschärfung der Schutzmassnahmen bei erneut drohender Ausrottung des Kormorans einen "Jojo"-Effekt zur Folge - wie ich bereits wiederholt ausgeführt habe und auch in der Petition zu lesen ist. Und dadurch würden die Aussichten für a l l e Teichwirte der Gegenwart u n d Zukunft zappenduster!
Und machen wir uns nichts vor: Das eigentliche Ziel der momentanen Kormoranpolitik ist die Ausrottung.

Zum Schluss erlaube ich mir noch, sie zu zititeren und anschliessend direkt zu kommentieren:

"Nur wenn Sie darauf (durch Kormorane verursachte Fischverluste) eine in der Praxis tatsächlich umsetzbare Antwort haben, macht Ihre Petition tatsächlich Sinn."

Eine solche haben Sie doch kurz zuvor selbst abgeliefert. Gut, sie kostet 15000 Euronen pro ha, aber dann retten wir eben eine Popel-Bank weniger oder wracken ein paar Hunderttausend Schrottkarren weniger ab und schon brauchen wir über die Kormoranabschüsse nicht mehr diskutieren.
Sie sehen also, es läuft immer wieder auf die bestehenden Grundstrukturen hinaus. Solange wir uns nicht einig sind, dass diese geändert werden müssen, führt eine Diskussion geschweige denn eine Lösungsfindung ins Leere.
Ich zumindest bin dafür, und deshalb ist es mir auch "wurscht", ob der RP Unterfrankens das Naturschutzgesetz auf seiner Seite hat oder nicht. Die Petiton kriegt er trotzdem vorgelegt. Ein Gesetz ist für mich kein Dogma.

Viele des kollektiv angeordneten Frohsinns überdrüssige Grüße aus Seligenstadt,
Marcus Beike


14.02.2010 - Kormoran und Teichwirtschaften

Sehr geehrter Herr Erlemann,

die von Ihnen unterstellte Verpflichtung, dass der "amtliche Naturschutz" sich angesichts der Probleme mit Kormoranen in Teichwirtschaften zu kümmern hätte, geht leider ins Leere. Befreiungen von Vorschriften, egal ob in Schutzgebietsverordnungen oder in den Naturschutzgesetzen des Bundes bzw. der Länder hat stets der zu beantragen, der diese Befreiungen für sich in Anspruch nehmen möchte. Und wie das Beispiel der Teichwirtschaft Grambek zeigt, braucht es in der Regel neben einem Antrag auch entsprechenden Druck, bis sich etwas bewegt.

Der auch von Ihnen gewünschte Konsens zwischen Fischerei und Naturschutz setzt voraus, dass "der Naturschutz" die ökonomischen und ökologischen Schäden anerkennt, die von Kormoranen inzwischen europaweit angerichtet werden. Sobald man diesen Punkt im Detail besprechen möchte, sind die Gespräche dann regelmäßig am Ende. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Mit der Feststellung, dass die gegenwärtige Kormoranpopulation erhebliche fischereiwirtschaftliche Schäden verursacht und zur Gefahr für das Überleben heimischer Fischarten geworden ist, sind Ausnahmetatbestände nach Artikel 9 der Vogelschutzrichtlinie und nach (noch) § 43 Abs. 8 des Bundesnaturschutzgesetzes erfüllt. Dies einzuräumen, würde Naturschutzverbänden die Möglichkeit nehmen, entsprechende Gegenmaßnahmen juristisch und politisch zu blockieren. Stattdessen wird weiter munter abgestritten bzw. behauptet, es gäbe mildere Mittel als ein nachhaltiges, regulierendes Eingreifen in die Kormoranpopulation. Letzteres wäre sicher das, was Sie mit "Pauschallösungen" meinen.

Nehmen Sie die jüngsten Pressemitteilungen der HGON und die Reaktion der Hessischen Fischer. Man streitet in Hessen ernsthaft noch über Brutpaarzahlen, obwohl es nach Aussage der HGON nur 300 Brutpaare gibt? Das wäre im Land Brandenburg seit Jahren undenkbar. Hier zählen Staatliche Vogelschutzwarte und Landesfischereiverband gemeinsam. Für die drei größten Kolonien mit rund 2000 der insgesamt um die 2500 Brutpaare brauchen wir ganze zwei Tage zum Zählen. Danach liegen Daten auf dem Tisch, die von beiden Seiten akzeptiert werden. Klemmen Sie sich dahinter, dass in Hessen in diesem Frühjahr Fischerei und Naturschutz gemeinsam die Kolonien auszählen. Das wäre für Hessen schon ein großer Schritt vorwärts.

Der nächste Schritt wäre eine gemeinsame Runde, in der über die Frage der Schäden für Fischereibetriebe und Gefahren für bestimmte Fischpopulationen durch Kormorane gesprochen wird. Und spätestens in der Runde werden sie sehr schnell an meine obigen Zeilen erinnert werden ... ;-)

In Brandenburg verbessert sich seit solchen Gesprächen die Zusammenarbeit zwischen Fischereiverband und Naturschutzbehörden kontinuierlich. Was vorher nur mit massivem politischen Druck durchsetzbar war, geschieht jetzt auf der Basis von überprüfbaren Argumenten und entsprechenden Einsichten in die Notwendigkeit. So gehört es inzwischen zum guten Ton, dass im Rahmen des jährlichen Fischereitages ein Vertreter der Staatlichen Vogelschutzwarte den Jahresbericht zum Kormoran vorstellt und man anschließend gemeinsam über Erreichtes und zukünftige Ziele diskutiert.

http://www.lfv-brandenburg.de/media/download_gallery/KormoranBB2009.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer
Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin



14.02.2010 - Kormoran-Petition

Hallo zusammen,

da mein Beitrag mit der Adresse, unter der man die Petition gegen das unterfränkische „Kormoranmanagement“ digital unterschreiben kann, mittlerweile etwas nach unten "durchgereicht" wurde, erlaube ich mir, sie hier nochmals zu veröffentlichen:

http://www.ipetitions.com/petition/pro-kormoran/

Viele Grüße,
Marcus Beike


14.02.2010 - "schwach auf der Brust".

Hallo Herr Dr. Brauneis,

weil Sie es sind, es sei Ihnen verziehen!

feminine Grüße
Andrea Wiegand


14.02.2010 - Satire

Für alle Kormorandiskutanten,

anbei ein Link der zeigt wie es die Süddeutschen sehen: ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=Bx9Ew-E1Kto

Sonnig, winterliche Grüße aus Borken
Andrea Wiegand








14.02.2010 - Zu Herrn Erlemann - Jagd

Sehr geehrter Herr Erlemann,
da Sie mich direkt ansprechen. möchte ich Ihnen anworten. Es besteht natürlich etwas die Gefahr, dass meine Ausführungen sehr lang werden, da Sie ja gleich die gesamte Palette von Vorurteilen gegen die Jagd in Ihrer Stellungnahme zusammenfassen.
Zunächst zur Trophäenjagd: Die Trophäenjagd gefährdet eine Wildart nie, denn es wird fast immer nur auf Trophäenträger gejagt, dies sind in der Regel alte Männchen, die an der Dynamik der Population keinen Anteil haben (bei manchen Arten allerdings an der Sozialstruktur). Trophäenjagd rettet z.B. in Afrika dem größten Teil der außerhalb der viel zu kleinen Nationalparks lebenden Wildtiere das Überleben, bersonders dann wenn die Bevölkerung in den ökonomischen Nutzen der Jagd eingezogen wird (z.B. campfire - Projekt im südlichen Afrika). In den USA bezahlt der Verkauf von Abschüssen von Wildschafen beinahe die gesamten Erhaltungskosten (Monitoring, Schutzgebiete) der Wildschafe. Überall da, wo Bär, Wolf und Luchs im Sinne der kontrollierten Throphäenjagd bejagt werden, sind die Bestände dieser Arten ungefährdet.
Zu den Wildschäden: Es ist sicher blauäugig zu glauben, dass in Mitteleuropa auch nur eine große Wildtierart mit ökonomischem Konfliktpotential überleben könnte, wenn die Schäden nicht in Geld ausgeglichen würden. Die wohl auch von Ihnen gepflegte "Bambi" - Mentalität hat doch sofort eine Ende, wenn man selbst der Geschädigte ist. Ich wünsche auch Ihnen Diskussionen mit z.B. der Vorstand eines Modellflugvereins, wenn die Sauen die gepflegte Landebahn verwüstet haben. Dann ist aber sofort Schluss mit pietätvollen Gesprächen über "Feigen Mord". Dann sollen die Viecher möglichst umgehend liquidiert werden, der Ruf nach Hormonen und Gift wird laut. Hetzjagden mitten im Winter sollen stattfinden, führende Bachen sollen abgeknallt werden, wo immer möglich. In diesem Moment stehen nur wir Jäger zwischen unserem Wild und den Ausrottungsbegehren der Geschädigten. Ähnlich ist es, wenn mache Waldbesitzer vom wildleeren Wald träumen.
Nun aber zu Wolf, Luchs, Bär. Die Schuld an der Ausrottung dieser großen Raubwildarten haben ganz entschieden nicht die Jäger! Die Allgemeinbevölkerung hat - quasi demokratisch - die Auslöschung dieser Tiere beschlossen und betrieben. Gift, Fallen, Wolfsangeln, Fallgruben wurden immer dann aktuell, wenn es um die Schafe und Rinder der Bauern ging - beim Bär auch um die Bienenstöcke. Wenn man sich dann vor Augen hält, wieviel dichter die Menschen und ihr Vieh mit diesem Großraubwild etwa in der Zeit der Waldweide zusammengelebt haben, dann wird der Konfikt auch verständlich. Wenn man weiter bedenkt, dass der Verlust einer Schafherde oder mehrere Kühe das Überleben einer Familie gefährden konnte, dann wird die heute nicht mehr vorstellbare Gandenlosigkeit der Verfolgung nachvollziehbar, nur mit Jagd im heutigen Sinne hat das nichts zu tun, dies waren Ausrottungskampagnen aus der Bevölkerung.
Ich bin froh, dass die Jäger die Wildschäden bezahlen, denn nur dies schützt das Wild vor Ausrottung. Der Staat ist mir da ein zu unsicherer Kandidat, und er hat bei Wolf und Kormoran genügend Gelegenheit zu beweisen, dass er doch für die Schäden eintritt.
Wenn der Staat die Kormoranschäden vollständig ersetzen würde, gäbe es die Kormorandiskussion in der heutigen Art gar nicht!
Wir Naturschützer neigen dazu, das ökonomische Konfiktpotential einiger Wildtiere zu unterschätzen. Nur Kleinreden hilft da auch nicht - nicht den Tieren und nicht den Geschädigten! Wir können in diesem Zusammenhang von den Jägern viel lernen, die es seit Jahrhunderten gewohnt sind, ihr Wild gegen die unablässige Flut von Begehrlichkeiten und Ausrottungswünschen zu verteidigen. Manchmal werden die Jäger dafür respektiert und geachtet, manchmal eben nicht, aber damit müssen die Jäger leben!
Wir sehen also - nüchtern betrachtet - mag die Jagd ein Übel sein, aber eben ein notwendiges Übel, denn nur sie kann die ihr anvertrauten Geschöpfe erhalten und verteidigen. Der Naturschutz aber erscheint mir, was seine Verteidigungskräfte angeht, doch oft etwas "schwach auf der Brust". (Diese letzte, etwas herabsetzende Bemerkung bitte ich zu entschuldigen. Ich habe sie mir auch nur erlaubt, weil ich mich selbst als Naturschützer empfinde).
Freundliche Grüße aus Eschwege
Dr. Jörg Brauneis


14.02.2010 - Jagd

Lieber Herr Dr. Brauneis,

ich widerspreche Ihnen nicht, wenn Sie darauf hinweisen, „dass es die Jagd zu allen Zeiten und in fast allen Kulturen als nachhaltige Nutzung von Wildtieren gegeben hat“.
Nicht einverstanden bin ich hingegen damit, dass die Jagd ihre Ausrottung verhindert hat. Wo sind bei uns Bär, Wolf und Luchs geblieben? Doch wohl ausgerottet als ungeliebte „Fressfeinde“. Zu nutzen waren sie allerdings auch (Fell).
Dafür waren natürlich Jagdgenossen vor Ihrer Zeit verantwortlich, und sicher gab es damals wie heute auch „gute“ Jäger.

Ihre weiteren Ausführungen scheinen mit einem gewissen Stolz behaftet:
- Dass bürgerliche Jäger für den Natur- und Artenschutz wertvoll sind.
- Dass Jäger die Wildschäden durch Wildtiere den Landwirten und Waldbesitzern in Geld ersetzen.
- Dass Jäger sich wehren, wenn Waldbesitzer eine sozial lebende Wildart wie das Rotwild unter die Nachweisgrenze zurückschießen lassen wollen.
- Dass Jäger sich unermüdlich für den Schutz der Lebensräume "ihres" Wildes einsetzen und gegen die ausufernden Nutzungsbegehren anderer gesellschaftlicher Gruppen verteidigen.
- Aus dem Schutzanspruch der Jäger für "ihr" Wild ist historisch der Naturschutz entstanden.

Bei allem Respekt, aber das ist doch etwas sehr hoch gegriffen. Da werden die natürlichen Feinde „Ihres“ Wildes ausgerottet, Populationen werden künstlich hoch gehalten auch zum Zwecke der Trophäensammlung und angerichtete Schäden „Ihrer“ Wildtiere werden den Landwirten und Waldbesitzern großzügig ersetzt.

Wie dem auch sei, im Verlauf einer ähnlichen Diskussion an anderer Stelle bin ich hierauf gestoßen, wobei der Inhalt nicht meiner Meinung zum Thema entspricht:

Zitat unseres 1. Bundespräsidenten, Theodor Heuss:
»Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.«


Freundliche Grüße
Peter Erlemann


13.02.2010 - Kormoran und Teichwirtschaft

Sehr geehrter Herr Dettmann,

Ihre Auflistung zum Schutzstatus der Teiche ist zunächst etwas irritierend. Es scheinen aber etwa 60% der Gesamtfläche von 4000 ha von einer oder mehreren Schutzgebietskategorien „belegt“ zu sein. Sicher aus nachvollziehbaren Gründen, die in den jeweiligen Verordnungen zu finden sein sollten. Ich tappe da etwas im Dunkeln, aber im Vorfeld der Ausweisungen sind doch sicher alle Belange abgestimmt worden?

In diesem Fall ist der amtliche Naturschutz durchaus gefordert, in Anbetracht geänderter Situationen eine für alle Seiten akzeptable Regelung zu finden. Keine Pauschallösung, sondern explizit für jede einzelne Örtlichkeit. Möglicherweise werden die Behörden damit enorm gefordert, aber in Anbetracht der Brisanz und Notwendigkeit muss das Thema doch einmal zu einem verträglichen Ende gebracht werden. Da wäre es in der Tat sehr hilfreich, wenn Teichwirte und Naturschutzverbände im Vorfeld einen Konsens finden.

Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu, dass 21 Mill. Euro für den Bau dreier Wildbrücken absolut überzogen sind und das Geld für eine Lösung der Konflikte/Probleme von Naturschutz und Teichwirtschaft besser angelegt wäre.

Was Ihren Hinweis zur „wissenschaftsignorierenden“ Politik im Zusammenhang mit Umweltminister Till Backhaus betrifft, so frage ich mich schon, wie dieser auf Grundlage der Ausführungen der Uni Rostock (hier ist doch einiges hypothetisch und nicht nachvollziehbar)
in der bekannten Weise „Taten folgen lassen“ wollte!

Zitat: „Aus M-V sind lediglich die Daten über den jährlichen Brutbestand verfügbar. Es fehlen sämtliche anderen Inputgrößen, d.h. auch jährliche Angaben über die Zahl der
Nichtbrüter/Vagabunden, im Lande überwinternder Kormorane und alle relevanten
Populationskenngrößen! Für die Modellerstellung und Anpassung konnten also nur die
jährlichen Brutbestandszahlen genutzt werden, alle anderen Modellparameter mussten der
Literatur entnommen und durch einen numerischen Optimierungsprozess angepasst werden!
Es wurden verschiedene Managementszenarien simuliert. Ohne Eingriff in die Population ist
zunächst mit einem weiteren Anstieg des Bestandes zu rechnen. Angenommen die
Umweltkapazität (Nahrungsverfügbarkeit, Menge der Brutplätze) wird noch nicht
begrenzend, könnte die Population innerhalb von 20 Jahren cirka das Vierfache des jetzigen
Standes erreichen. Realistischer erscheint jedoch, dass die Nahrungsverfügbarkeit vorher zu
einer Abbremsung des Populationswachstums führen wird.
In einem zweiten Managementszenarium, das von einer jährlichen Reduktion der abgelegten
Eier um 38% ausgeht, ist eine Abnahme des Bestandes zu erwarten, die gemäß der
Definition der „minimum viable population“ (MVP) in 100 Jahren zu einer Brutbestandsgröße
von nahe Null führt. Aus Gründen des Vorsorgeansatzes wurde auf der Grundlage der
Daten- und Modellanpassungsunsicherheiten ein Konfidenzintervall mit 5%
Irrtumswahrscheinlichkeit erzeugt, für das die Untergrenze gegen Null geht, während rund
1500 als Erwartungswert (Sicherheitspuffer) im Bestand belassen werden. Ein sinnvolles
Management ohne Abschuss liegt zwischen einer 26%-igen Ei-Reduktion als Minimum und
einer 38%-igen als Obergrenze. Aufgrund der völlig unzureichenden Kenntnis der originären Populationsparameter für M-V und der nicht gegebenen Annahme, dass die Population nicht durch Zu- und Abwanderungen mit der Umgebung dynamisiert ist, enthalten die Modellaussagen jedoch ein hohes Maß an Unwägbarkeiten“.

Dies allein kann doch keine Grundlage dafür sein, tausende von Kormoranen abschießen zu lassen?

Wie dem auch sei. Wir tauschen hier Meinungen und Argumente aus, sicher mit sehr interessanten Erfahrungen, entscheiden können wir hingegen nichts.

Sie merken an, das Jahr des umstrittenen Jahresvogels ist noch jung. Sehen wir mal, was denn auf oberster Ebene verhandelt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Erlemann


13.02.2010 - Beiträge zur Kormorandiskussion

Hallo zusammen,

da hier schon des öfteren Lorbeeren verteilt wurden möchte ich mich da einmal anschliessen, ohne die bisher verteilte schmälern zu wollen.

Auch ich schätze und lese die Beiträge von Dr. Brauneis mit großer Aufmerksamkeit und mit Interesse. Herr Dr. Brauneis hat es insofern einfacher als er sich selber vertritt, deshalb geht mein Lob hier an den Vorsitzenden der HGON, Herrn Oliver Conz, für die bei diesem Problem notwendige Vorgehensweise der HGON genauso wie für seine persönliche Überzeugung, die mich sehr gefreut hat und die uns alle sicher hoffen läßt auf weitere Erfolge im Naturschutz.

Abendliche Grüße
Andrea Wiegand
Wabern




13.02.2010 - Kormoran - heutiger Beitrag von Dr. Brauneis

Liebe Forumsleser,

ich hatte vor, zum Thema Kormoran auf all die Diskussionsbeiträge noch einen eigenen zu schreiben, doch das hat mir Herr Brauneis "abgenommen" :-)

Ich schließe mich seinen nachfolgend zitierten Zeilen voll und ganz an:

".... Dennoch glaube ich, dass die Entscheidung des NABU, den Kormoran zum Vogel des Jahres zu erklären richtig war, denn dies hat eine Diskussion in Gang gesetzt, die vielleicht zur Lösung der offensichtlichen Probleme führen wird. Wichtig aber ist, dass auch wir Naturschützer die Sorgen der Angler und Berufsfischer ernst nehmen und sie nicht, mit Hohn und Spott überschüttet, allein lassen. Wir sollten den Fischern glauben, dass es ihnen ernst ist mit ihrer Sorge um die ihnen anvertrauten Fische, und zwar um der Fische selbst willen, und nicht nur, um mehr Fische fangen zu können. Wenn wir gegenseitig die Ernsthaftigkeit unserer Bemühungen respektieren, dann sind wir auf einem guten Weg.
Die Problematik der Teichwirtschaften ist sogar noch viel bedeutender, da hier Familien von diesen Betrieben leben müssen. Der Staat müsste hier viel großzügiger die wirtschaftlichen Schäden überbrückend ausgleichen, bis eine Lösung gefunden ist, so wie es bei anderen Tierarten mit ökonomischem Konfliktpotential (z.B. Wolf) auch geschieht..."

So gut hätte ich es niemals formulieren können. Vielen Dank, Herr Brauneis!

Hoffnungsvolle Grüße
Karin Adolph



13.02.2010 - Beitrag von Herrn Dr. Brauneis vom 11.02. ... Jagd

Hallo Herr Brauneis,

ich wusste nicht, dass Sie auch Jäger sind und war anfangs richtig "geschockt", dies nun Ihren Zeilen vom 11.02.2010 zu entnehmen, da Sie mir eigentlich sehr sympathisch sind. Das ist auch so geblieben, obwohl Sie Tiere töten. Das liegt daran, dass Sie ein "vernünftiger" und nachhaltiger Jäger sind, sachlich korrekt argumentieren und handeln. Bis jetzt ist mir solch ein Jäger nicht begegnet, und ich kenne bzw. kannte so einige, da ich seit mehr als 20 Jahren nur auf dem Land lebe.

Sie haben geschrieben: " Als Jäger empfinde ich tiefen Respekt vor jedem Menschen, der das Töten von tierischen Mitgeschöpfen grundsätzlich ablehnt. Dies muss sich aber dann auf alle Tiere - auch Haustiere - beziehen. Wer aber dann nicht auch die Nutzung von Produkten, die durch das Töten von Tieren gewonnen wurden, vollständig ablehnt, der kann gegen die Jagd grundsätzlich nichts einwenden."

Danke, Herr Brauneis für den Respekt, den Sie mir damit entgegen bringen. Denn ich lehne das Töten von tierischen Mitgeschöpfen grundsätzlich ab. Seit vielen Jahren bin ich aus diesem, und nur aus diesem Grunde, Vegetarierin. Und daher nutze ich keinerlei Produkte, die durch das Töten von Tieren gewonnen werden, d. h. ich trage keine Lederbekleidung oder –schuhe, keinen Pelz oder Felle, Daunenjacken oder Daunen- und Federbetten gibt es bei mir überhaupt nicht. Ich nehme sogar keine pflanzlichen Medikamente zu mir, die Gelatine enthalten. In all diesen Dingen bin ich konsequent und werde oftmals belächelt, wenn ich dann auch noch mit strahlendem Gesicht äußere: "Tiere sind meine Freunde, und meine Freunde esse ich nicht!" Nun können auch Sie lächeln (und vielleicht noch einige andere in diesem Forum), ich habe nichts dagegen. Dies ist meine "Offenbarung" und nun habe ich "legitim" die Freiheit, gegen jegliche Jagd von Tieren zu sein. ;-)

Sie haben weiterhin in Ihrem Beitrag vom 11.02.2010 geschrieben: "Die Jäger sind es, die die Wildschäden durch Wildtiere den Landwirten und Waldbesitzern in Geld ersetzen. Sie sind es, die durch Jagdpachten die Jagd als Landnutzungsform für die Landbesitzer wertvoll machen. Sie sind es, die sich wehren, wenn Waldbesitzer eine sozial lebende Wildart wie das Rotwild unter die Nachweisgrenze zurück schießen lassen wollen."

Dies alles müsste nicht sein, hätte der Mensch in Deutschland im Laufe der Jahrhunderte nicht die natürlichen Feinde unserer heimischen Feld-, Wald- und Wiesentiere AUSGEROTTET! Wolf, Luchs und Wildkatze gab es nicht mehr. Sie waren den Jägern ein Dorn im Auge, denn sie waren Konkurrenten. Und viele Menschen hatten fälschlicherweise Angst vor dem Wolf, dargestellt als "Bestie", Schaf- und Ziegenhalter bangten um ihre Tiere und verlangten Schadensersatz … ich könnte das noch weiter ausdehnen. Später dann wurden endlos Straßen und Autobahnen gebaut, die Städte und Dörfer wuchsen, Monokulturen entstanden, die Agrarwirtschaft orientierte sich immer mehr am Fleischkonsum des Menschen, so entstanden von Jahr zu Jahr ständig wachsende Flächen von Mais, der überwiegend Verwendung in der Schweinemast findet, die wiederum schädlich für das Klima ist. Und was bevorzugen die Wildschweine, unsere heimischen "Schwarzkittel"? Sie lieben den Mais als Nahrung. So konnten sie sich herrlich vermehren, dazu kam dann noch, dass die Winter immer wärmer wurden, die natürliche Auslese bei den in dieser Jahreszeit geborenen Frischlingen entfiel und entfällt (außer in diesem Winter!) und die natürlichen Feinde, wie z. B. der Wolf und Luchs, die wohl in der Lage sind, auch Frischlinge zu reißen trotz aggressiver Bachen, f e h l e n !
Und das alles gilt auch für Rot-, Dam- und Rehwild, was den Verbiss in unseren Wäldern angeht, die ja Gott sei Dank aufgrund Einsichtigkeit wieder zu Mischwäldern geworden sind. Auch das "Problem" mit Fuchs, Dachs, Kaninchen, Waschbär & Co. wäre weitestgehend gelöst, gäbe es die natürlichen Fressfeinde.

Alles in der Natur hätte sein Gleichgewicht, ohne dass auch nur EIN Tier vor der Ausrottung bedroht wäre, hätte der Mensch die Erde nicht mit Füßen getreten und sie knallhart ausgebeutet.

Doch Hoffnung naht: WOLF, LUCHS und WILDKATZE sind wieder da!! Das ist zum Teil auch dem Mensch zu verdanken, der endlich seine Fehler, die er gemacht hat, einsieht. Wobei ich befürchte, dass sich Wolf & Co. in den Bereichen Hessens, in denen es keine zusammen hängenden Waldgebiete mehr gibt, weil sie endlos von Straßen zerschnitten sind, nicht mehr ansiedeln können. Es sei denn ….. ja, und das ist meine Hoffnung, es werden Gelder locker gemacht für Wildwechsel-Brücken. Das wäre die Lösung. Dann gäbe es auch weniger Wildunfälle - ein zusätzlich positiver Nebeneffekt.

Die Jäger wiederum müssten keine teuren Pachten finanzieren, den Landwirten keine Entschädigungen zahlen und könnten trotzdem noch ihr "Waidmannsglück" zu fairen Konditionen suchen, d. h. die grausamen Treibjagden hätten ein Ende, das Wild eine Chance.

So, lieber Herr Brauneis, nun hat eine nicht studierte, rhetorisch auch nicht so versierte und keinesfalls umfangreiches Fachwissen besitzende vegetarische Frau ihre Meinung zur Symbiose Natur – Tier – Jagd einfach mal so dargelegt. Vielleicht gibt sie dennoch ein klein wenig Anregung zum Nachdenken.

Es grüßt herzlich
Karin Adolph



13.02.2010 - Kormorandiskussion

Sehr geehrter Herr Dettmann,

die Sorgen der Teichwirtschaft nehme ich durchaus ernst, es müssen Wege gefunden werden ihnen zu helfen. Die Petition soll dem Kormoran helfen zu überleben, sie wird letztendlich den Politikern den Disput zwischen Naturschützern und Teichwirtschaft verdeutlichen und so hoffentlich beiden gerecht werden.

Den Gedanken von Herrn Dr. Brauneis, dass hier genauso Entschädigungen großzügig gezahlt werden müßten. weil ein ökonomisches Konfliktpotential zu beseitigen ist, sollte vielleicht auch die Teichwirtschaft präferieren.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Wiegand
Wabern




13.02.2010 - Kormorane

Sehr geehrte Leserinnen und Leser dieses Forums,

nachdem ich die Beiträge über die Kormorane vefolgt habe, bin ich angenehm überrascht, wie kenntnisreich Herr Dettmann argumentiert. Dies scheint mir allerbeste Diskussionskultur.
Persönlich kann ich mich als Naturschützer und Jäger allerdings nicht mit dem Kormoranabschuss anfreunden. Zu tief haben mich die Schutzbemühungen für den Kormoran in der Außenweser vor Bremerhaven in den achtziger Jahren geprägt. Friedrich Reilmann, der seinerzeit als Assistent von Prof. Festetics am Institut für Wildbiologie und Jagdkunde an der Georg-August-Universität Göttingen tätig war, hat uns seine Schutzbemühungen für die Kormorane zu plastisch und nachhaltig geschildert. Besonders beeindruckend waren seine Wiederansiedlungsversuche mit Brut in Kartoffelkörben, die an Schiffswracks und aufgegebenen Seezeichen montiert, schließlich zum Erfolg führten. Hier brüteten dann später auch in Hessen ausgewilderte Wanderfalken in den Kormorankolonien.
Dennoch glaube ich, dass die Entscheidung des NABU, den Kormoran zum Vogel des Jahres zu erklären richtig war, denn dies hat eine Diskussion in Gang gesetzt, die vielleicht zur Lösung der offensichtlichen Probleme führen wird. Wichtig aber ist, dass auch wir Naturschützer die Sorgen der Angler und Berufsfischer ernst nehmen und sie nicht, mit Hohn und Spott überschüttet, allein lassen. Wir sollten den Fischern glauben, dass es ihnen ernst ist mit ihrer Sorge um die ihnen anvertrauten Fische, und zwar um der Fische selbst willen, und nicht nur, um mehr Fische fangen zu können. Wenn wir gegenseitig die Ernsthaftigkeit unserer Bemühungen respektieren, dann sind wir auf einem guten Weg.
Die Problematik der Teichwirtschaften ist sogar noch viel bedeutender, da hier Familien von diesen Betrieben leben müssen. Der Staat müsste hier viel großzügiger die wirtschaftlichen Schäden überbrückend ausgleichen, bis eine Lösung gefunden ist, so wie es bei anderen Tierarten mit ökonomischem Konfliktpotential (z.B. Wolf) auch geschieht.

Herzliche Grüße von der - wieder - fischreichen Werra

Jörg Brauneis


13.02.2010 - Petition pro Kormoran

Lieber Herr Beike,

ich möchte mich ganz herzlich bedanken dafür, dass Sie meine Idee der Petition so schnell umgesetzt haben. Meine elektronische Unterschrift ist bereits registriert.

Selbstverständlich informiere ich alle meine Freunde und Bekannten von dieser Petition. Ich werde dies auch in zwei Tier- und Naturschutz-Foren, in denen ich seit mehreren Jahren aktiv bin, veröffentlichen. Das Thema Kormoran ist dort seit längerer Zeit verankert.

Vielen Dank auch für die Textvorgabe, die ich in leicht abgeänderter Form gerne verwende für die Bekanntmachung der Petition.

Sinnvoll ist es auf jeden Fall, LBV und NABU davon zu informieren mit der Bitte, dass die Mitglieder zahlreich unsere Petition unterstützen.

Hoffentlich finden wir bundesweit viele Mitstreiter!


Dankende und hoffnungsvolle Grüße
Karin Adolph



13.02.2010 - Kormoran und Teichwirtschaft

Sehr geehrte Frau Wiegand, sehr geehrter Herr Beike,

vielen Dank auch für Ihre Antworten. Bezüglich der Allgemeinverfügung in Unterfranken kann ich Ihre Bedenken durchaus nachvollziehen. Wozu es allerdings die Politik braucht, um einen wirklich ehrlichen Dialog zwischen Vogelschützern und Teichwirten auf die Beine zu stellen, erschließt sich mir nicht. Es ist sehr einfach, Forderungen zu stellen und diese mit Petitionen oder Leserbriefen unters Volk zu bringen. Ungleich schwerer, aber um ein Vielfaches sinnvoller ist die Suche nach tatsächlichen Alternativen zur kritisierten Allgemeinverfügung. Der Naturschutz macht sich nicht nur bei den Betroffenen unglaubwürdig, wenn er angebliche Alternativen propagiert, die sich in der Praxis längst in die Reihe der gescheiterten Lösungsansätze eingereiht haben.

Die entscheidende Frage ist, wie sich die durch Kormorane verursachten Fischverluste in den Teichwirtschaften drastisch einschränken lassen, so dass die Teichwirte wieder eine Perspektive haben. Nur wenn Sie darauf eine in der Praxis tatasächlich umsetzbare Antwort haben, macht Ihre Petition tatsächlich Sinn. Denn der Adressat Ihrer Petition steht bezüglich der Schäden im Zugzwang und hat bezüglich der Allgemeinverfügung selbst das Naturschutzrecht auf seiner Seite. Denn die sich bereits jetzt abzeichnende Tendenz zur Aufgabe von Teichen und deren Umnutzung in Ackerland bzw. deren Aufforstung gefährden Ziele der FFH-Richtlinie, der EU-Vogelschutzrichtlinie und diverser NSG-Verordnungen. Die EU verweist beim Kormoran inzwischen routinemäßig auf die Möglichkeiten nach Artikel 9 der Vogelschutzrichtlinie. Sie wird sich deshalb gegen den Abschuss von Kormoranen an Teichen auch in Zukunft nicht verwahren. Ein ganz andere Reaktion erwarte ich, wenn man im Zuge der Installation von Netzüberspannungen tatsächlich gefährdeten Arten wie der Großen Rohrdommel die letzten Lebensräume nimmt. Diese Konflikte sind die eigentliche Krux in dem Streit rund um den Kormoran. Eine alles andere als gefährdete Vogelart bringt die Umsetzung von FFH- und Vogelschutzrichtline aus dem Tritt, weil sie den ohnehin miserablen Erhaltungszustand zahlreicher Fischarten zusätzlich verschlechtert und indirekt über die Schäden in den Satzfischbeständen der Teichwirte den Fortbestand naturschutzfachlich wichtiger Lebensräume in Frage stellt. Diese Aspekte blendet die Kampagne zum Vogel des Jahres 2010 leider völlig aus und schiebt damit im Endeffekt den Naturschutzbehörden den schwarzen Peter zu. Denn diese hat zwischen dem Schutzbedürfnis des Kormorans und den Vorgaben zum Schutz anderer Arten und Lebensräume abzuwägen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann
Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin




13.02.2010 - Herrn Erlemanns Foto "Was wird wohl aus mir?"

Vielleicht sowas, wenn der Schuss nicht richtig sitzt ....


13.02.2010 - Kormorane und Teiche / Herr Dettmanns Beitrag

Sehr geehrter Herr Dettmann,

wie festgefahren die Situation rund um den Kormoran ist, zeigt die Tatsache, dass man hier desöfteren mit Vorwürfen zu kämpfen hat, man würde alle Angler und Teichwirte als Kormoranmörder über einen Kamm scheren. Doch das habe ich bisher in keinem der Beiträge gelesen.

Ich z.B. reduziere vielmehr die unterfränkische Allgemeinverfügung auf den Kormoranmord. Um diesen Erlass geht es hier nämlich ursprünglich.

Deshalb nochmals: Ich weiss, dass es (gerade bei den Teichwirten) auch differenzierter denkende Menschen gibt und ein Miteinander befürworte ich sehr. Was auch aus der Petition ersichtlich sein müsste, in der der Wunsch nach politischer Förderung des Dialogs zwischen Teichwirtschaft und Naturschutz geäussert wird.

Zum Thema "quadratische Gewässer":
Ich gebe zu, dass das eine recht saloppe Formulierung war und eigentlich folgendes bedeuten sollte:
Auf dem von Ihnen "vorgeführten" Foto ist ein Teich zu erkennen, der wenig Lebensraum für Vögel aller Art bietet. Sicherlich gibt es auch reicher strukturierte, assymetrische Teiche...
Dass sie mit "unbewusster Naturschutzarbeit" von seiten der Teichwirte meinten, dass sie irgendwann mal Teiche angelegt haben, die dann später in ein NSG umgewandelt werden, ging bis dato nicht aus Ihren Beiträgen hervor.

Im Übrigen pflichte ich Herrn Erlemann bzgl. des Kostenfaktors bei. Deswegen noch ein weiterer Vorschlag an die Politik:
Wie wäre es, wenn man demnächst Steuervergünstigungen nicht an Parteispenden, sondern an Zuwendungen an Schutzmassnahmen für Natur und Teichwirtschaft koppelt?
Ok... das war jetzt wieder mindestens sarkastisch, aber es zeigt, dass etwas gewaltig schiefläuft. Und man sollte zumindest versuchen, es gerade zu rücken. Wieso nicht gemeinsam?

Viele Grüße,
Marcus Beike


12.02.2010 - Petition Pro Kormoran

Hallo Markus Beike!

Danke für die Arbeit, ich werde die Adresse in den mir bekannten Foren einstellen und auch per e-mail versenden.

Viele Grüße
Andrea Wiegand
Wabern


12.02.2010 - Kormoran und Teichwirtschaft

Sehr geehrter Herr Erlemann,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Auch die Erfahrungen aus Brandenburg zeigen, dass man das Problem an den Teichen mit der Flinte nicht lösen kann. Zwar lassen sich so Totalverluste in den Satzfischteichen verhindern, es bleibt allerdings bei Verlustraten, die jenseits von Gut und Böse sind.

Sie schreiben, innerhalb von NSG und SPA sei der amtliche Naturschutz gefordert. Demnach hat dieser in Brandenburg den Kopf voll.

Von den gut 4000 ha teichwirtschaftlicher Nutzfläche im Land haben:

2166 ha (53%) NSG-Status,
3126 ha (76%) LSG-Status,
2410 ha (59%) FFH-Status,
2024 ha (50%) SPA-Status,
3220 ha (79%) Natura-2000-Status.

Welche Handlungsoptionen würden Sie dem amtlichen Naturschutz empfehlen, um die Teichgebiete zu erhalten und die jeweiligen Schutzziele nicht in Frage zu stellen?

Bezüglich der Überspannung von Teichen mit Vogelschutznetzen sehe ich in den Kosten nur ein von insgesamt drei Problemen. Die anderen Hürden sind die naturschutzrechtlichen Genehmigungen vor dem Hintergrund der dargestellten Kulisse und den gerichtsfesten Schutz der Teichwirte vor juristischen Schritten, falls sich in diesen Netzen Vögel verfangen und im schlimmsten Falle verenden. Zahlreiche Gerichtsverfahren in den letzten Jahren haben gezeigt, dass manche Menschen auf derartige Vorfälle sehr emotional reagieren und völlig aus den Augen verlieren, dass die Überspannungen errichtet wurden, um nicht auf Vögel schießen zu müssen. Erst wenn diese beiden Hürden im Planungsverfahren tatsächlich ausgeräumt sind, wäre der Weg frei, um nach Fördermöglichkeiten für ein solches Vorhaben zum Schutz der Satzfische zu suchen. Angesichts knapper Kassen und jener 30 bis 40 Mio. Euro Investitionsbedarf wird auch das dann noch ein spannendes Unterfangen. Aber Brandenburg gibt in den nächsten Jahren 21 Mio. für ganze drei Wildbrücken aus. Solche Mittel wären für den Schutz von Fischen und Vögeln in den Teichgebieten sicher besser angelegt. Doch zuvor muss da sicherlich noch reichlich Überzeugungsarbeit geleistet werden. Das Ganze kann nur gelingen, wenn Naturschutz und Fischerei zur Abwechslung mal an einem Strang ziehen. Aber das Jahr des Kormorans hat ja gerade erst begonnen und ich bin zuversichtlich, dass sich in den kommenden Monaten einige Dinge in die richtige Richtung bewegen werden.

Bezüglich der Untersuchungen von Tautenhahn et al. ist es wichtig, sich das Alter der Untersuchung vor Augen zu halten. Als sie durchgeführt wurde, hatten wir knapp die Hälfte des aktuellen Kormoranbestandes. Unter der Totalüberspannung in der Blumberger Mühle konnte man zu der Zeit noch recht problemlos Satzfische produzieren. Seit 1999 ist das nicht mehr möglich, weil die Kormorane weit häufiger wurden und zudem voneinander gelernt haben, die Überspannung zu durch- , bzw. zu unterfliegen. Bei der heutigen Populationsdichte wären auch bei einer Teilüberspannung die Schäden sicherlich deutlich höher, zumal sich bei konsequenter Umsetzung der Überspannung von Teichen das Angebot an alternativen Jagdgründen drastisch reduzieren würde. Aus dem gleichen Grund ist die "weitmaschige Drahtüberspannung", welche der LBV mal an Kleinstteichen getestet hat, keine Alternative.

Die Aussage des Kollegen aus Bayern bezüglich der Überspannungen und akustischen Vergrämungen bezieht sich übrigens auf jene angeblichen Alternativen, die NABU und LBV im Zusammenhang mit der Jahresvogel-Kampagne propagieren. Beide, der "Seeadler-K1" und die "weitmaschige Drahtüberspannung" haben sich in der Praxis als unzulänglich erwiesen. Warum sie dennoch als Mittel der Wahl angepriesen wurden und werden, hat sich mir bisher noch nicht erschlossen.

Das Argument der "wissenschaftsignorierenden Politik" von Herrn Conz kann man so pauschal sicherlich nicht gegen jeden Politiker einsetzen. So hat sich z.B. Till Backhaus jüngst ausgerechnet vom Naturschutz schwere Vorwürfe machen lassen müssen, weil er es gewagt hatte, den Aussagen seiner Wissenschaftler dann auch Tatenfolgen lassen zu wollen. siehe: http://www.lfv-brandenburg.de/media/download_gallery/Kormoranstudie-PVA-MV.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


12.02.2010 - Antwort von Lars Dettmann

Sehr geehrter Herr Dettmann,

zu Ihrer Antwort möchte ich folgendes erläutern:

Den Zusammenhang zwischen Teichwirtschaft und Vogelschutz sehen die Teichwirte verständlicherweise aus ihrem persönlichen Interesse heraus, mein persönliches Interesse gilt dem Schutz der Wildvögel.

Ich lehne die Tötung von Wildtieren grundsätzlich ab, die aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sei es zur Erhaltung von Arbeitsplätzen oder zur Steigerung von Erträgen, als notwendig dargestellt und gefordert werden. Das hat nichts mit Unwissenheit in den betriebswirtschaftlichen Abläufen zu tun, es ist eine Überzeugung aus ethischen Gründen.


Das es hier nicht um den von mir verschmähten Thunfisch geht ist auch mir klar, die deutsche Teichwirtschaft ist damit eher nicht beschäftigt, will ihren Fisch aber auch verkaufen. Mit meiner Handslungsweise stehe ich keinesfalls alleine da, viele Verbraucher haben sich dazu entschlossen aufgrund der tierschutzverachtenden Fischerei bzgl. dieses "Lebensmittels". Ich beziehe damit Stellung und reagiere, egal wieviel ich damit erreiche - auch der Verbraucher hat eine Lobby, die man nicht unterschätzen sollte.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Wiegand
Wabern




12.02.2010 - Kormorankonflikt

Sehr geehrter Herr Dettmann,

besten Dank für die von Ihnen angegebenen Links, die eine interessante Lektüre zur Thematik eröffnen. Aus den verschiedenen Beiträgen ergeben sich für mich folgende Feststellungen.

Es ist nachvollziehbar und verständlich, dass sich die Teichwirte um ihre finanzielle Zukunft sorgen.
Sofern die Gewässer in Natur- und EU-Vogelschutzgebieten liegen, ist der amtliche Naturschutz gefordert. Dabei muss die Lösung des Konflikts von beiden Seiten akzeptabel sein. Was wir im aktuellen Fall anprangern, ist eine völlig einseitige und stark überzogene Verfügung, die einer massiven Tötung von Kormoranen Tür und Tor öffnet.

Dass die angegebenen Kosten für Teichüberspannungen für Teichwirte ein erhebliches Problem bedeuten, ist genauso verständlich. Zumal wenn einfache Überspannungen nicht den erhofften Erfolg zeigen und Einhausungen die einzige Alternative sind.
Mit dieser Maßnahme kommt es unbestritten zu Aussperrungen weiterer Vogelarten, von Enten und Tauchern bis zu Störchen, Reihern und Fischadler.

Aber es gibt doch offensichtlich Untersuchungsergebnisse (Trautenhahn) und praktische Beispiele (Öko-Aquakultur Grambek), die einen positiven Mittelweg aufzeigen: teilweise Überspannungen oder Einhausungen als Rückzugsorte für die Fische.

Dass solche Erkenntnisse zumindet in Teilen der Teichwirte leider nicht ernst genommen oder aufgegriffen werden, zeigen die Äußerungen der Teichgenossenschaft Aischgrund - Überspannungen und akustische Maßnahmen seien völlig ungeeignet! Eine Begründung suchte ich vergebens.

Und somit sind wir beim Geld. In Brandenburg wären für die Überspannung von 50% der Teichfläche etwa 30-40 Millionen Euro erforderlich. Ich frage mich, für was alles werden Gelder in erheblichen Summen bereitgestellt, wir haben uns sogar eine Abwrackprämie von 5 Milliarden Euro geleistet!
Soll heißen, zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Teichwirtschaft ist der demgegenüber geringe Betrag doch vertretbar. Und dem Natur- und Artenschutz wäre gleich mit Rechnung getragen.

Bedenklich stimmt mich hingegen, wenn sich ein Naturschutzverband wie im Fall Tretzendorf anscheinend in der Form erpressen lässt: Wiederherstellung der Teichanlage nur, wenn ihr Vergrämungsabschüssen zustimmt!

Der Konflikt scheint endlos, sofern die Politik, wie von Oliver Conz so treffend formuliert, ihre
wissenschaftignorierende Haltung nicht ändert.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Erlemann


12.02.2010 - Kormoran und Teiche

Sehr geehrter Herr Beike,

so so ... "quadratische Gewässer" ... :-)

Zitat: "... Das für den Naturschutz wesentlichste Landschaftselement ist eine Vielzahl von teilweise bereits im Mittelalter angelegten Teichen mit dem Vorkommen von entsprechender Teichbodenvegetation, Schwimmblattgesellschaften und Verlandungsmooren.

[...]

Als besonders wirkungsvoll und nachhaltig für den Biotop- und Artenschutz erwies sich die Wiedervernässung ehemaliger Teichstandorte und Entwicklung zu Feuchtbiotopkomplexen. Seit kurzem sind Kranich, Schwarzstorch, Fisch- und Seeadler wieder fester Bestandteil der Fauna der Waldnaabaue."

Quelle: http://www.bfn.de/0203_waldnaabaue.html

Warum setzt dann ausgerechnet der Naturschutz ausgerechnet auf diese "quadratischen Gewässer"? Weshalb kauft der NABU-Hessen sich in die Vogelsberger Weiher ein? Wäre das Geld und der Einsatz nicht in der Renaturierung von ehemaligen Auen viel besser investiert? Die Teichwirte brauchen den Naturschutz nicht, denn sie schützen eine Vielzahl von Arten schon seit Jahrhunderten völlig unbewußt aber effektiv. Und genau deshalb braucht der Naturschutz die Teichwirte. Ein ehrliches Miteinander wäre deshalb besser, als die ideologisch Einengung des Blickfeldes auf Teichwirt = Schießen auf Kormorane.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


12.02.2010 - Petition

Sehr geehrter Herr Dettmann,

ich stelle gar nicht in Abrede, dass nicht letale Schutzmassnahmen für die Teichwirtschaft teurer sind als letale. Aber das ist noch lange kein Grund, die letale Variante zu favorisieren.
Und wenn bestimmte nicht letale Schutzmassnahmen wie die auf dem Bild andere Vogelarten ebenfalls von quadratischen Gewässern fernhalten, dann ist die Frage nicht, ob man den Kormoran stattdessen lieber abschiesst.
Vielmehr wäre es eine logische Konsequenz, für diese "ausgesperrten" Vogelarten inkl. Kormoran neuen Ausgleich, sprich Naturschutz- bzw. Rückzugs- und Ruhegebiete zu schaffen.
Hierzu ist natürlich ein grundsätzliches Umdenken in Politik und den naturschutzkritischen Teilen der Gesellschaft vonnöten, was nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen ist und einen langen schwierigen Prozeß bedeutet. Aber dafür gibt es ja Petitionen:
Die Verantwortlichen zunächst einmal zum Nachdenken über ihr Handeln anregen!

Viele Grüße,
Marcus Beike


12.02.2010 - Petition

Sehr geehrter Herr Beike,

in der arg einseitigen Petition wird dargestellt, dass sich Teiche sehr leicht schützen lassen würden. Dem ist leider nicht so.

Die einzig effektive Möglichkeit sieht so aus: http://www.lfv-brandenburg.de/media/download_gallery/Grambek2.jpg

Sie kostet nach derzeitigem Stand ca. 15.000 Euro/ha und sperrt eine Vielzahl von Vogelarten aus, die sonst an den Teichen leben.

Vielleicht wäre es auch hilfreich, sich mal mit Teichwirten auf der bayerischen Seite zu unterhalten. Auch die haben Besseres zu tun, als Kormorane zu schießen.

http://www.infranken.de/nc/nachrichten/lokales/artikelansicht/article/teichwirtschaft-im-aischgrund-ist-in-gefahr-46740

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin


12.02.2010 - Online-Petition Kormoran

Hallo zusammen,

die Petition ist nun in sachlicher und versierter Form online und kann unter folgender Adresse "digital unterschrieben" werden:

http://www.ipetitions.com/petition/pro-kormoran/

Ich bitte alle Leser, uns bei unseren Bemühungen gegen die unterfränkische Kormoranpolitik zu unterstützen. Besonders freuen würde ich mich auch über diejenigen, mit denen wir durchaus kontrovers diskutiert haben.

Eine große Bitte hätte ich noch:
Da ich eigentlich nur in diesem Forum unterwegs bin, wäre ich Euch/Ihnen dankbar, wenn Sie/Ihr diese Petition auch in anderen Foren publik machen sowie eMails an mögliche Unterstützer verschicken könnten/könntet. Wichtig und erwünscht ist, dass wir dabei deutschlandweit vorgehen, da die Abschüsse von adulten Vögeln im Winter zugelassen werden. Denn zu dieser Zeit rasten und leben bekanntermaßen Kormorane aus der ganzen Republik und darüberhinaus in Unterfranken.

Man könnte hierfür folgenden Text nehmen:
"In Deutschland wurde der Kormoran zum "Vogel des Jahres" 2010 gekürt.
Viele Berufs- und Sportfischer sowie Fischzüchter sahen hierin eine Provokation und gingen in die Offensive, was durch intensive Lobbyarbeit zu Lockerungen der Abschussbestimmungen dieses einzigartigen Vogels führte.
So geschehen auch in Unterfranken - und zwar für das Winterhalbjahr, einem Zeitpunkt, zu dem sich Kormorane aus der gesamten Republik und darüberhinaus in dieser Region aufhalten. Damit erlangt dieser Erlass europaweite Bedeutung.
Hiergegen wurde von einigen Mitgliedern der "Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz" eine Online-Petition initiiert, die Sie unter folgender Adresse aufrufen und "digital unterschreiben" können:

http://www.ipetitions.com/petition/pro-kormoran/

Wir bitten jeden Natur- und Vogelfreund in Deutschland und Europa, uns bei unseren Bemühungen zu unterstützen! Vielen Dank!

Im Namen der Initiatoren
M. Beike, Seligenstadt"

Natürlich kann man den Text den Umständen entsprechend abändern oder, wer will, einen ganz anderen nehmen oder z.B. meinen Namen durch den eigenen ersetzen. Hauptsache, wir erreichen möglichst viele Helfer.
Jetzt bleibt abzuwarten...


12.02.2010 - Nochmal Jagd

Lieber Jörg Brauneis,

es lag mir fern, die Jagd und die Kormoranabschüsse leichtfertig in einen Topf zu werfen und ich hoffe, dass auch Ihnen bei nochmaligem Lesen auffällt, dass ich da sehr wohl unterschieden habe. Aber wo Sie es ansprechen, möchte ich doch darauf hinweisen, dass die Kampagne der Petrijünger zum Abschuss des Kormorans außerordentlich große Parallelen zur Kampagne der Järgerschaft zum Abschuss der Rabenvögel aufweist. Und auch durfte ich selbst Zeuge des Abschusses einer Rabenkrähenmutter vom Nest werden (wurde von der Staatsanwaltschaft verfolgt). Es gab also durchaus auch Parallelen in den Auswüchsen dieser Diskussion.

Aber es besteht dennoch kein Grund zur Sorge was die Differenziertheit des HGON-Vorsitzenden in dieser Angelegenheit angeht. Ich möchte auch noch einmal darauf aufmerksam machen, dass ich meine Äußerungen zur Jagd in weiten Teilen als meine persönliche Meinung kenntlich gemacht habe, weil mir bewusst ist, dass wir den Meinungsbildungsprozess zu vielen jagdpolitischen Fragen innerhalb der HGON nicht abgeschlossen haben.

Nun noch einmal zu den Argumenten:

Mir war wichtig festzuhalten, dass es für die Tötung von bzw. die Jagd auf Vögel keine ökologische Begründung gibt. Ich bin in der säugetierkundlichen Literatur nicht versiert genug, um das auch für das übrige jagdbare Wild zu behaupten, wenngleich ich gewisse Parallelen sehe.

Auch wenn mein Fleischkonsum sich aus rein pragmatischen Gründen in engen Grenzen hält, bin ich weit davon entfernt, das Töten von Tieren generell abzulehnen. Ich halte es allerdings für legitim, zu fragen, ob es für das Töten einen vernünftigen Grund gibt. Ich kann jedenfalls den Beitrag von Elster, Rabenkrähe, Ringeltaube, Mauswiesel, Hermelin, Waldschnepfe u. v. m. zur Volksernährung nicht erkennen.

Ich habe das Naturschutzengagement so manches Waidmanns nicht in Abrede gestellt. Es ist allerdings weit, weit überzogen zu behaupten, dass erst die Nutzung der Arten durch die Jagd zu deren Schutz geführt hätte. Was würden wohl Wolf, Luchs, Kolkrabe, viele Greifvogelarten und andere zu dieser Argumentation sagen, wenn Sie nur reden könnten? Ich glaube auch, dass die Raufußhühner in der Obhut der Naturschützer ohne Nutzungsinteressen von Anfang an besser aufgehoben gewesen wären.

Abschließend: ich habe mir keine abschließende Meinung zur Jagd gebildet. Die Fallenjagd auf Marderartige ist mir zuwider, für die Vogeljagd sehe ich keine Rechtfertigung. Darüber hinaus habe ich ganz unterschiedliche persönliche Erfahrungen mit Jägern, die bei mir einen sehr heterogenen Eindruck hinterlassen. Wogegen ich mich wehre – und das führt uns zurück auch zum Kormoran – ist, den Eindruck zu erwecken, dass die Natur des Eingriffs mit der Büchse bedürfte. Das tut sie nach meiner Überzeugung nicht. Es mag viele andere Gründe für die Bejagung (oder Tötung) einzelner Arten geben. Dann sollten die aber auch offen benannt werden und nicht der Spaß an der Jagdausübung oder die befürchtete Konkurrenz immer wieder mit vermeintlich ökologischen Notwendigkeiten begründet werden. Eine solche Diskussion fände ich spannend.

Herzliche Grüße

Ihr Oliver Conz



12.02.2010 - Kormoran & Teichwirtschaft - Antwort Frau Wiegand

Sehr geehrte Frau Wiegand,

Ihrer Antwort ist zu entnehmen, dass Sie den Zusammenhang zwischen Teichwirtschaft und Vogelschutz noch gar nicht erfasst haben. Zudem gehen Sie von völlig falschen Voraussetzungen aus. Deshalb einfach mal kommentarlos ein paar Links, um Ihnen einen Einblick zu gestatten.

http://www.lfv-brandenburg.de/media/download_gallery/Teiche-PositionNABU-LFV.pdf

http://www.lfv-brandenburg.de/media/download_gallery/Tautenhahn-Kormoran.pdf

http://www.landwirtschaft.sachsen.de/lfl/publikationen/jsp/inhalt.jsp?seite=detail&pub_id=3960&count=10&navi=88&sort=ERSCH_JAHR&anz=alle&sqla=&sqlb=&von=&suche=F

http://www.oekolandbau.de/verbraucher/demonstrationsbetriebe/demo-spezial/mit-laubfroeschen-gegen-kormorane/

http://www.lfv-brandenburg.de/media/images/Tretzendorf.jpg

http://www.lfv-brandenburg.de/pages/posts/netzueberspannungen-von-satzfischteichen---die-rettung-fuer-die-karpfenteichwirtschaft213.php

Bei Bedarf untersetze ich Ihnen die Frage der betriebswirtschaftlichen Situation der Teichwirtschaften gerne noch ausführlicher. Es geht definitiv nicht darum, ob Sie noch Thunfisch essen oder nicht. Das Thema ist vielmehr, ob es sich der Naturschutz allgemein leisten kann und will, den notwendigen Schutz tatsächlich gefährdeter Vogelarten in Frage zu stellen, um beim Kormoran weiter in polemisch gespickter Realitätsverweigerung verharren zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin
www.lfvb.org
info@lfvb.org


11.02.2010 - Beitrag des Landesfischereiverbandes Brdbg/Berlin

Hallo zusammen,

an diesem Beitrag wird klar wie unvereinbar die Wirtschaft mit der Natur zu sein scheint.
Wirtschaftskrisen tragen dann noch zu Verschlechterungen bei, noch mehr Rücksichtslosigkeit auf Kosten der Natur wird akzeptiert um Arbeitsplätze zu sichern.
Natürlich sind unsere Arbeitsplätze wichtig, aber nicht um jeden Preis!


Der Vergleich das sich jeder Vogelschützer mal den Schaden vorstellen soll und aus der eigenen Tasche bezahlen sollte, ist wohl ein vorgezogener Aprilscherz. Die Teichwirte haben in den letzten Jahrzehnten gut gewirtschaftet um geeignete, vertretbare Maßnahmen umzusetzen. Das kostet ein wenig, ja. Man kann es aber steuerlich absetzen als Investition.
Der Wildvogelschutz fehlt in der Zertifizierung der Teichwirtschaft völlig , lediglich der Tierschutz ist hier "pro Forma" kurz erwähnt. Ich finde, das ist stark verbesserungswürdig.
Maßnahmen zum Schutz der Fische sollten hier aufgenommen werden, die den Wildvogelschutz berücksichtigen.

Um einmal den Hinweis von Hern Oliver Conzh aufzunehmen, dem ich zustimmen muss:

< Und ich halte nichts davon, mit dem ausgestreckten deutschen Zeigefinger auf das Ausland zu zeigen, solange in unserem Land noch Sing- und Zugvögel ganz legal zu Hauf’ geschossen bzw. durch die Jagd bei der Rast beunruhigt werden dürfen (deswegen reagiere ich relativ zurückhaltend auf deutsche Protestaktionen im Ausland, sondern plädiere dafür, die nationalen Organisationen dort zu stärken). >

Ich esse seit vielen Jahren z.B: keinen Thunfisch mehr, beim Fang der Fische kommen etliche andere Arten ums Leben, das ist völlig unakzeptabel und ich werde dies künftig auch im eigenen Land umsetzen, notfalls auf den Fisch verzichten und trotzdem satt werden und gut schlafen können.

Ich hoffe auf Aufklärung der Verbraucher u.a. durch eine Petition und werde diese soweit ich kann unterstützen.

Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand











11.02.2010 - Zu: Oliver Conz - Kormoranabschuss; Jagd

Als Jäger möchte ich zunächst mein Unbehagen darüber ausdrücken, dass unser Vorsitzender den Abschuss von Kormoranen und die Jagd im Kontext abhandelt. Der Kormoranabschuss ist im Sinne des Jagdgesetzes keine Jagd und kann es auch gar nicht sein, da der Kormoran keine jagdbare Tierart ist. Wenn das anders wäre, dann - so bin ich sicher - hätte es Auswüchse wie das Hineinschießen in Brutkolonien nie geben können. So etwas sind staatlich verordnete Tötungsaktionen, die mit Jagd nichts zu tun haben und sind es - was den Kormoran angeht - auch in historischer Rückschau immer gewesen. Unserem Vorsitzenden sind als Jurist diese Unterscheidungen sehr wohl klar, aber ich glaube, dass nicht alle Leser dieses Formuns das wissen.
Nun aber zur Jagd selbst: Als Jäger empfinde ich tiefen Respekt vor jedem Menschen, der das Töten von tierischen Mitgeschöpfen grundsätzlich ablehnt. Dies muss sich aber dann auf alle Tiere - auch Haustiere - beziehen. Wer aber dann nicht auch die Nutzung von Produkten, die durch das Töten von Tieren gewonnen wurden, vollständig ablehnt, der kann gegen die Jagd grundsätzlich nichts einwenden. Die Jagd ist eine uralte Nutzungsform der Natur durch den Menschen. Zu allen Zeiten und in fast allen Kulturen hat es Jagd als nachhaltige Nutzung von Wildtieren gegeben. Und erst der Nutzwert der durch die Jagd gewonnen Produkte hat die Wildtiere in einem ökonomischen Sinne wertvoll gemacht und ihre Ausrottung verhindert. Später stand dann die Jagdleidenschaft zumeist der Fürsten wie ein Bollwerk vor den Ausrottungsbegehren der Bevölkerung und rettete die großen Wildtiere auch in Mitteleuropa einigermaßen durch die Jahrhunderte. Heute übernehmen bürgerliche Jäger diese Aufgabe. Und das ist genau der Punkt, an dem die Jagd für den Natur- und Artenschutz wertvoll wird. Die Jäger sind es, die die Wildschäden durch Wildtiere den Landwirten und Waldbesitzeren in Geld ersetzen. Sie sind es, die durch Jagdpachten die Jagd als Landnutzungsform für die Landbesitzer wertvoll machen. Sie sind es, die sich wehren, wenn Waldbesitzer eine sozial lebende Wildart wie das Rotwild unter die Nachweisgrenze zurückschießen lassen wollen. Die Jäger sind es auch, die sich unermüdlich für den Schutz der Lebensräume ihres Wildes einsetzen und gegen die ausufernden Nutzungsbegehren anderer gesellschaftlicher Gruppen verteidigen. Aus diesem Schutzanspruch der Jäger für ihr Wild ist übrigens historisch der Naturschutz entstanden. Der Naturschutz ist damit eigentlich das - illegitime - Kind der Jagd, auch wenn diese Verwandtschaftsbeziehung von beiden Seiten oft heftig bestritten wird.
Das Jagdgesetz und die so oft belächelte Waidgerechtigkeit sind nichts anderes als sorgfältige Regelwerke, die eine Übernutzung der Wildtierbestände ebenso verhindern sollen, wie grausame Tötungsmethoden.
Immer dann, wenn größere Wildtierpopulationen dem Einfluss der Jäger entzogen werden, wird es kritisch für die Tiere. Das naturschutzorientierte Wildtiermanagement unterteilt die Wildarten dann schnell in überlebenswerte und nicht überlebenswerte Wildtierarten und schon hängt das Damoklesschwert der Ausrottung über den Muffelschafen und Damhirschen vielleicht auch im Nationalpark am Edersee. Über den Waschbären hängt es auch, aber die klettern den Ausrottungsphilosophen behende durch die alten Eichen davon.
Die Jagd mag für viele ein Übel sein, aber sie ist ein notwendiges Übel, da nur die Jagd bisher bewiesen hat, dass sie das Überleben der ihr anvertrauten Geschöpfe über die Jahrhunderte hinweg sicheren kann - um den Preis der nachhaltigen Nutzung.
Dr. Jörg Brauneis


11.02.2010 - Antwort des LBV

Sehr geehrte Frau Adolph, sehr geehrter Herr Erlemann,

es mag auf den ersten Blick ungewöhnlich sein, wenn jemand als Teil der "Fischereilobby" ausgerechnet NABU und LBV in Schutz nimmt. Aber genau das scheint mir nötig. Weder NABU, noch LBV können im Moment wirkliche Konzepte anbieten, mit denen sich die ökonomischen und ökologischen Schäden unter Kontrolle bringen lassen, die Kormorane inzwischen anrichten. Das könnte eingefleischten Vogelschützern an sich noch völlig egal sein, wenn davon nicht auch unmittelbar der Vogelschutz selbst betroffen wäre. Schauen Sie sich einfach an, an welchen Gewässern in Bayern die Große Rohrdommel noch brütet. Gegenüber den Hobby- und Erwerbsfischern mag man sich als Vogelschützer ein gewisses Maß an Ignoranz leisten können. Aber spätestens bei den Teichwirten schneiden Sie sich gewaltig ins eigene Fleisch. Bayern hat mit ca. 20.000 ha teichwirtschaftlicher Nutzfläche in ganz Deutschland die Nase weit vorn. Ursprünglich mal als reine Produktionsanlagen in die Landschaft gebaut, sind die Weiher heute Refugium für eine Vielzahl von Arten, denen man im Bereich ehemaliger Flussauen den Lebensraum entzogen hat. Diese Arten leben nicht trotz, sondern wegen der teichwirtschaftlichen Nutzung an, auf, in diesem Ersatzlebensraum Teich. Sie halten sich einfach im ökologischen "Kielwasser" und profitieren von der Arbeit der Teichwirte. Deren Leistung für den Naturschutz gibt es eigentlich fast gratis. Desto verwunderlicher ist die halsstarrige Haltung zahlreicher Vogelschützer, wenn eben jene Teichwirte auf die Barrikaden gehen, weil ihnen Kormorane den auch für den Erhalt der Teiche notwendigen Ertrag wegfressen.

Müßten die Leute, die sich heute für den bedingungslosen Schutz des Kormorans stark machen, auch nur 50% der finanziellen Ausfälle allein von Deutschlands Teichwirten aus der eigenen Tasche zahlen, hätten wir spätestens übermorgen keine Diskussion bezüglich des Kormoranproblems mehr. Aber auch ohne selbst für die Schäden haften zu müssen, dürfte bei gründlichem Nachdenken auch beim dickschädligsten Vogelschützer die Erkenntnis reifen, dass es auch für den Vogelschutz an sich ein herber Verlust wäre, wenn sich der bereits beginnende Trend fortsetzt und mehr und mehr Weiher abgelassen und anderweitig genutzt werden.

Wem diese Zeilen hier absolut blödsinnig erscheinen, der sollte im kommenden Frühjahr z.B. einfach mal in den Aischgrund fahren, sich dort in den Teichgebieten umschauen und mit den Teichbauern das Gespräch suchen, ohne sich gleich als Vogelfreund im Sinne des Wortes zu outen. Wem dann nicht klar wird, dass Teichwirtschaft und Naturschutz gemeinsam in einem verdammt kleinen und wackligen Boot sitzen, dem ist wahrscheinlich nicht mehr zu helfen. Um dieses Boot vor dem Kentern zu bewahren, braucht es wirklich durchdachte und effektive Maßnahmen, mit denen der Fraßdruck durch Kormorane in den Teichen drastisch verringert werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dettmann

Geschäftsführer
Landesfischereiverband Brandenburg/Berlin

www.lfvb.org
info@lfvb.org


11.02.2010 - Kormoran

Hallo Frau Adolph
und alle weiteren Leserinnen und Leser.

Meine Anfrage an den LBV hinsichtlich einer Bewertung der von uns angedachten Protestmailaktion oder ggfs. Petition ist bisher leider unbeantwortet geblieben. Es bleibt jedem von uns überlassen, was davon zu halten ist.

Da Marcus Beike die Vorbereitungen für eine Mailaktion getroffen hat, kann dann jeder, sofern er mag, seinen Unmut kundtun.

Für Ihre Bemühungen, Herr Conz, möchte ich Ihnen herzlich danken! Hoffen wir, dass die positiv klingenden Ansätze zu ebensolchen Ergebnissen führen. Und machen wir uns daran, unsere Abgeordneten sachlich mit dem Thema Kormoran zu traktieren!

angriffslustige Grüße
Peter Erlemann


11.02.2010 - Kormoran-Abschuss in Hessen; Jagd

Liebe Freundinnen,
liebe Freunde,

ich habe am Montag dieser Woche den Regierungspräsidenten in Gießen, Herrn Dr. Witteck, nachdrücklich gebeten, im Rahmen der Fachaufsicht über die unteren Fischereibehörden die Erteilung von Genehmigungen zum Vergrämungsabschuss von Kormoranen zu überprüfen. Ich habe insbesondere darauf hingewiesen, dass durch die sinkenden Brut- und Rastbestände in Hessen die Voraussetzung für bereits erteilte Genehmigungen nachträglich entfallen sein könnte und die Genehmigungen daher zu widerrufen seien. Außerdem habe ich der Sorge Ausdruck verliehen, dass die unteren Fischereibehörden die Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen zum Kormoranabschuss sehr einseitig zu Lasten der Kormorane auslegen und dass diese Praxis ebenfalls überprüft werden sollte. Der Regierungspräsident hat großes Verständnis für unsere Argumentation gezeigt und zugesagt, unseren Hinweisen im Rahmen der Fachaufsicht nachzugehen. Wir werden in gleicher Weise die Regierungspräsidenten in den beiden anderen Regierungsbezirken ansprechen. Damit haben wir die leider sehr begrenzten unmittelbaren rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft und ich bin zuversichtlich, dass dies seine Wirkung auf die Genehmigungspraxis nicht verfehlen wird. Unabhängig davon gilt es, politisch auf eine Veränderung der Haltung zum Kormoranabschuss hinzuwirken, denn die politische Meinungsbildung wird ganz maßgeblich durch die Sportfischer bestimmt, die den Abgeordneten und Ministern vor Ort erheblich zusetzen. Hierzu diente bereits die Pressemitteilung, die wir gemeinsam mit dem NABU Hessen dazu abgegeben haben.

Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung zur Jagd: das Thema eignet sich in hervorragender Weise für emotionale Diskussionen (wie man unschwer erkennen kann). Die HGON steht unverändert auf dem Standpunkt, dass es keine ökologische Begründung für die Jagd (bzw. für die Tötung wie im Fall des Kormorans) auf Vögel gibt. Es gibt unterschiedliche Meinungen zur ökologischen Bedeutung der Jagd auf bestimmte Säugetiere. Neben den in meinen Augen weitgehend widerlegten ökologischen Motiven ist die Jagd natürlich ein Freizeitverhalten, über dessen Legitimität man trefflich streiten kann, und sie hat gewichtige wirtschaftliche Gründe, denkt man an Waldbesitzer oder Landwirte. Das ist eine gesellschaftspolitische Frage: welche Schäden müssen hingenommen werden, welche Schäden müssen – bevor man Tiere als ultima ratio tötet - ausgeglichen werden bis hin zur Frage, wie wir uns alle ernähren. Über all das kann man sich prima auseinandersetzen und da wird es auch nie eine wie auch immer geartete Wahrheit geben. Um nicht mißverstanden zu werden: es gibt viele Jäger, die ich sehr schätze und deren Naturschutzengagement beachtlich ist. Ich persönlich (!) wende mich aber dagegen die für manchen Zeitgenossen offenbar erfüllende Jagdausübung ökologisch zu verbrämen und die Notwendigkeit des Menschen als Superprädatoren zu überhöhen. Und ich halte nichts davon, mit dem ausgestreckten deutschen Zeigefinger auf das Ausland zu zeigen, solange in unserem Land noch Sing- und Zugvögel ganz legal zu Hauf’ geschossen bzw. durch die Jagd bei der Rast beunruhigt werden dürfen (deswegen reagiere ich relativ zurückhaltend auf deutsche Protestaktionen im Ausland, sondern plädiere dafür, die nationalen Organisationen dort zu stärken).

Herzliche Grüße

Oliver Conz



11.02.2010 - Ergänzung

Hallo nochmal,

es sollte heissen:
Ich werde mich möglichst noch heute, spätestens morgen an die Arbeit machen und eine solche (sachliche) Petition gegen Kormoranabschüsse erstellen.

Ich bitte, die Flüchtigkeitsfehler zu entschuldigen.

Wiederum viele Grüße,
Marcus Beike


11.02.2010 - Online-Petition Kormoran

Hallo liebe KollegInnen,

ich habe soeben eine Möglichkeit gefunden, eine Online-Petition einfach und kostenlos zu erstellen: www.ipetitions.com
Ich werde mich möglichst noch heute, spätestens an die Arbeit machen und eine solche (sachliche) Petition gegen Kormoranabschüsse zu erstellen. Anschliessend gebe ich hier den "Startschuss". Sollte noch jemand dahingehend Bedenken haben, bitte ich ihn, sie möglichst bald zu äussern.
Man kann ja den LBV und NABU informieren und zur Unterstützung einladen.

Viele Grüße, Marcus Beike


11.02.2010 - Frage von Jochen Müller

Hallo Herr Müller,

zu Ihrer Anfrage: Wer kann und darf schon ohne die Zustimmung des ortsansässigen Jagdausübungsberechtigten, eine Rebhuhnfütterung anlegen??

In diesem Fall darf ich das, allerdings mit vorheriger Nachfrage. ;-)
Der Futterplatz befindet sich nicht wie von mir gemeldet auf einer Brache, sondern
auf einem Gebiet mit Schutzpflanzung (Bergbau). Die Genemigung ist vom Jagdaus-
übungsberechtigten nicht zu erteilen, wenn er es auch gerne tun würde. 736949

Entspannte Grüße
Andrea Wiegand




11.02.2010 - Antworten des NABU und LBV

Hallo,

auch mir sind die Antworten des NABU und LBV zu verhalten.

Warten bis sich die Situtation verschlimmert halte ich für verkehrt. In Nordhessen gibt es schon länger von den Behörden genehmigte Abschüsse des Kormorans. Der kleine Schritt diese Zahlen zu erhöhen ist bei der jetzigen Vorgehensweise und Druck der Fischereilobby vorprogrammiert und ohne Gegenwehr aus den Vogelschutzverbänden und von Naturfreunden auch einfach umzusetzen.

Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand


Eine Petition gegen den Abschuss der Kormorane wäre eine angemessene Gegenwehr um unserem Entsetzen und unserer Ablehnung zu solchen Beschlüssen Nachdruck zu verleihen.






11.02.2010 - "Förderverein" Kranichschutz Hessen e.V.

Hallo,
an dieser Stelle möchte ich bekannt geben, das wir jetzt

1. beim Amtsgericht Bad Homburg unter der Geschäftsnummer VR 1977 - Fall 1 eingetragen sind und
2. beim Finanzamt Bad Homburg unter der Steuernummer 03 250 7803 9 - KO2 als gemeinützinger Verein geführt werden.

Weitere Informationen unter grus-grus@vogelfreund.net

Gruß
Otwin Franz
1. Vorsitzender
Kranichschutz Hessen e.V.
Alt Seulberg 5

61381 Friedrichsdorf
Telefon 06172-599389
Fax 03222 242 546 7



11.02.2010 - Antworten NABU und LBV

Hallo zusammen,

ich teile Frau Adolphs Ansicht, dass die beiden Verbände noch recht ängstlich, defensiv und dazu irritierend zu Werke gehen.
Ich glaube jedenfalls nicht, dass vor solchem Hintergrund als Ausgleich der Schutz für Rastvögel und die Rohrdommel verbessert wird. Wenn man bedenkt, dass in Bayern mittlerweile auch Gänsesäger auf der Abschussliste der bayerischen Fischereiverbandes stehen, siehe hier unter Punkte 2.5:

http://www.lfvbayern.de/arten--und-gewaesserschutz/ziele-und-aufgabenschwerpunkte/sicherung-einer-nachhaltigen-fischereilichen-nutzu/

Dort wird auch auf den "positiven" Umgang mit Gänsesägern in der Schweiz hingewiesen. Deshalb hier noch ein Link auf einen Bericht aus dem steuerlich bekannten Asuland, in dem gleich noch der Graureiher mitverteufelt wird:

http://www.petri-heil.ch/fileadmin/user_upload/downloads/pdf/praedatoren-petition.pdf

Dass sich die Situation für den Kormoran weiter verschlechtern WIRD, steht ausser Frage, denn es wird meiner Meinung nach keine Ruhe von seiten der Fischereilobby geben, bis der Kormoran ausgerottet ist. Und mit ihm am besten gleich noch Gänsesäger, Graureiher und Co.
Trotzdem könnte man glauben, dass sich manche Verbände mit Abschüssen anfreunden könnten, unter welchen Bedingungen auch immer.

Das würde bei der momentanen Vorgehensweise der politisch Verantwortlichen unweigerlich dazu führen, dass der Kormoran irgendwann wieder kurz vor dem Aussterben steht.
Und dann geht's wieder von vorne los: Unterschutzstellung - Explosionsartige Vermehrung - Forderung nach Abschüssen - Dezimierung per Flinte - Bedrohung - Unterschutzstellung - Explosionsartige Vermehrung.... sozusagen ein ökologischer "Jojo-Effekt".

Es ist eine k l a r e Position vonnöten, die ich in diesem Antworten (noch) nicht erkennen kann, um solchen Entwicklungen entgegenzusteuern.

Vielleicht kann man wie von Fr. Adolph angeregt nochmals direkt wegen einer Mailaktion bzw. einer Petition nachfragen oder gleich eine selbst auf den Weg bringen.

Viele Grüße, Marcus Beike


11.02.2010 - Kormoran - Antworten von LBV und NABU

Hallo Herr Erlemann,

vielen Dank für das Bekanntgeben der o. g. Antworten. Ich brauche noch etwas mehr Zeit, habe alles erst einmal kurz gelesen, muss die Inhalte jedoch noch "sacken" lassen. Doch irgendwie habe ich jetzt schon den Eindruck, dass LBV wie auch NABU noch recht defensiv sind und sich an eine echte Offensive nicht heran wagen. Vielleicht sollte beim LBV bezüglich unserer Idee einer gemeinsamen Mailaktion und Petition noch einmal an die "Tür geklopft" werden.

Aber als ich DAS hier las, war ich irgendwie sehr iritiert und betrübt, ich zitiere aus der Antwort von Herrn Lindeiner, LBV:

"Insofern wurde im Regelfall bestimmt, dass in diesen Gebieten ganzjährig immature Kormorane geschossen werden dürfen, aber in der Brutzeit keine adulten, sofern sich im Umkreis von 30 km eine Brutkolonie befindet. So einer Lösung kann man ggf. zustimmen, wenn im Gegenzug die Brutstätten von wesentlichen Erhaltungszielen, sprich seltenen Arten wie der Rohrdommel, gesichert werden."

Also ICH könnte SO EINER LÖSUNG N I C H T zustimmen, egal welche Gegenzüge in Form von Erhaltungszielen gesichert werden.

Viele Grüße
Karin Adolph






10.02.2010 - Allgemein

Hallo zusammen,

ich glänze zwar nicht mit sehr vielen Einträgen im Bird-,b.z.w. Faunanet, aber das was ich sehe und beobachte liegt mir doch sehr am Herzen es meinen Mitmenschen mitzuteilen.
Auch ich verurteile den Vogelmord in bestimmten Südeuropäischen Ländern auf`s Schärfste!
Nur das, was ich bis dato hier gelesen habe,da schwillt mir langsam der Kamm.Ich bin Jäger, Fliegenfischer,ehrenamtlicher Betreuer eines Naturschutzgebietes, habe auch zusammen mit Christian Gelpke viele Nistkästen für Schleiereulen und Turmfalken in unserer Heimatgemeinde angebracht.
Was ich eigentlich damit zum Ausdruck bringen möchte ist, dass wir im Prinzip doch alle in einem Boot sitzen.
Miteinander, statt gegeneinander!
Wer kann und darf schon ohne die Zustimmung des ortsansässigen Jagdausübungsberechtigten, eine Rebhuhnfütterung anlegen??
Wer informiert darüber, dass eine ziemlich große Katze mit Pinselohren, ihre Fährte im Revier hinterlässt? Wer bringt Fledermauskästen an den, ach so verhassten, weil zum Totschießen vorgesehenen Hochsitzen an?
Wer markiert alte Bäume mit natürlichen Höhlen kurz vor dem Holzeinschlag das diese nicht gefällt werden dürfen, weil sich dort Bruthöhlen von Spechten, Kauz und Hohltaube befinden, ganz abzusehen von den Sommerquartieren der Fledermäuse?
Eine Liste,die man noch erweitern könnte.
Es gibt überall schwarze Schafe, aber man sollte doch nicht alle über einen Kamm scheren... was mir bei dem Lesen in diesem Forum aufgefallen ist.
Zum Abschluss einen besonderen Dank an Herrn Dr. Brauneis.
Mit großen Interesse lese ich Ihre Beiträge...Sie schreiben mir aus der Seele!

Mit versöhnlichen Grüßen aus Nordhessen,

Jochen Müller


10.02.2010 - Kormoran, Antworten von LBV und NABU

Hallo.

nachstehende Anwort erhielt ich vom Artenschutzreferenten des LBV, Dr. Andreas von Lindeiner.

Sehr geehrter Herr Erlemann,

aus dem Blickwinkel benachbarter Bundesländer mag man den Eindruck gewinnen, dass die bayerische Kormoransituation ziemlich aus dem Ruder läuft. In der Tat tun wir uns derzeit wirklich schwer, Bastionen zu halten, die wir für wirklich wichtig halten. Dazu gehören die Schutzgebiete sowie Kolonien und Schlafplätze. Leider erlaubt der Landtagsbeschluss vom 7.5.2009 ziemlich viel, was vorher undenkbar gewesen wäre. Das ist ein Erfolg der politischen Lobbyarbeit der Fischereivereine. Mit diesem Rückenwind werden nun 2. und 3.-Bänkler des Landtags für diese Zwecke eingespannt und sind letztlich die Hauptantreiber für weitere Vergrämungsmaßnahmen. Hinzu kommen einige Fischereiaktivisten, die in Unterfranken z.B. in der Person des Bezirksfischereivorsitzenden und ehemaligen Fischereifachberaters des Bezirks zu suchen sind.

Es gibt aber auch ermutigende Anzeichen: Wir haben nun eine interdisziplinäre AG am Umweltministerium, die sich z.B. in der kommenden Sitzung mit den Ergebnissen des INTERCAFE-Projektes befassen wird, um nach Umsetzungsmöglichkeiten in Bayern zu suchen.
(Anmerkung meinerseits: INTERCAFE (“Interdisciplinary Initiative to Reduce pan-European Cormorant-Fisheries Conflicts”)
Zudem gibt es einen behördlichen AK am Landesamt für Umwelt, der kritische Fälle zu bearbeiten hat. Wir haben in Bayern natürlich das Problem, das z.B. Hessen fast gar nicht haben dürfte, nämlich die vielen haupt- und nebenerwerblich betriebenen Karpfenteiche. Dort gibt es stets Konflikte, weil der Kormoran dort massive Schäden verursachen kann. Insofern wurde im Regelfall bestimmt, dass in diesen Gebieten ganzjährig immature Kormorane geschossen werden dürfen, aber in der Brutzeit keine adulten, sofern sich im Umkreis von 30 km eine Brutkolonie befindet. So einer Lösung kann man ggf. zustimmen, wenn im Gegenzug die Brutstätten von wesentlichen Erhaltungszielen, sprich seltenen Arten wie der Rohrdommel, gesichert werden. Auch die Rastplätze von Wasservögeln müssen besser vor Störungen bewahrt werden. Insofern kommt es für mich überhaupt nicht in Frage, dass im Abschnitt des Mains zwischen Hassfurt und Volkach außerhalb der zähneknirschend zugelassenen Wasservogeljagd (Sept. – Mitte Jan.) Vergrämungsmaßnahmen stattfinden. Dazu haben wir am kommenden Donnerstag wieder eine Besprechung in Würzburg. Wir versuchen i.R. der überall stattfindenden Runden Tische unsere Standpunkte zu vertreten und wissen die Fachkräfte an den Höheren Naturschutzbehörden an unserer Seite. Der politische Druck auf das Umweltministerium ist aber sehr groß, sodass wir im Regelfall froh sein müssen, noch Schlimmeres zu verhindern.

Zu McPom: Backhaus musste nach der öffentlichen Berichterstattung über sein Kormoranessen ja zurückrudern. Ich habe ihn bei einem Symposium des Ausschuss der Regionen bei der EU in Brüssel im November 2008 erlebt. Unsäglich! Er wollte uns doch abschließend noch mitgeben, dass jeder, der von ihm als kompetenter Ansprechpartner zu solchen Fragen eingeschätzt werden will, wie er zuvor seinen Jagdschein machen müsse … Wie instinktlos muss man bei Ankündigungen wie der aus dem Schweriner Schloss eigentlich sein, wenn man auch in der Öffentlichkeit noch gut die Bilder aus Anklam 2005 im Kopf hat, die letztlich ja auch zu einem erheblichen Zurückrudern seitens Backhaus# Vorgänger geführt haben.

Mit besten Grüßen
Andreas von Lindeiner

Gern hätte ich noch erfahren, wie von dieser Seite eine Mailaktion oder eine Petition bewertet wird, aber da blieb ich bisher leider im Dunkeln stehen.


Der NABU-Bundesverband äußerte sich folgendermaßen:

Sehr geehrter Herr Erlemann,

vielen Dank für Ihre Nachricht an den NABU-Bundesverband.

Die Situation für den Kormoran hat sich tatsächlich in vielen
Bundesländern zugespitzt. Unsere Landesverbände, sowie wir als
Bundesverband reagieren auf diese Entwicklung mit einer verstärkten
Öffentlichkeitsarbeit (Pressemitteilungen, Interviews,
Veröffentlichungen etc.). Derzeitige Aktivitäten des Bundesverbandes
finden Sie unter
http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2010-kormoran/
und im Verbandsnetz
http://verbandsnetz.nabu.de/themen/vogelschutz/vogeldesjahres/kormoran/

Sollte sich die Situation noch weiter verschlechtern, so sollte
tatsächlich mit einem stärkeren Protest von Seiten des NABU reagiert
werden. Mein Kollege Herr Dr. Nipkow betreut beim Bundesverband das
Thema Vogelschutz und damit auch die Jahresvogelkampagne. Er könnten
Ihnen hierzu Einzelheiten nennen. Kontaktdaten finden Sie unter
http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2010-kormoran/infomaterial/

Mit freundlichen Grüßen
Julian Heiermann

MSc Naturschutz u. Waldökologie
Natur- u. Umweltinformationen


Somit stellt sich die Frage, ob und welche Schlüsse wir hier im Forum aus diesen Reaktionen für eventuelle Aktionen ziehen.

fragende Grüße
Peter Erlemann


10.02.2010 - Nachtrag zu meinem vorigen Beitrag

Der Filmbeitrag in Bezug auf die Greifvogelverfolgung in Nordrhein-Westfalen ist auf der WDR MEDIATHEK-Seite zu finden unter dem Datum: Samstag, 6. Februar - Titel: "Befreiter Habicht".

Hier noch einmal der LINK:

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2010/02/06/lokalzeit_duisburg.xml

Gruß
Karin Adolph




10.02.2010 - Jagdzeitenausweitung in Italien ....

Hallo zusammen,

folgenden neuen Newsletter vom 8. Februar habe ich vom Komitee gegen den Vogelmord e. V. erhalten:


"Liebe Natur- und Tierfreunde,

unsere Protestaktion gegen die Jagdzeitenausweitung in Italien läuft auf
Hochtouren - bis heute Nachmittag haben sich bereits mehr als 3.000
Menschen beteiligt! Inzwischen kam auch schon eine Antwort aus Italien:
Der stellvertretende Ministerpräsident Gianni Letta beschwert sich in
einer ungewöhnlich undiplomatischer Art und Weise über die "unzähligen
Mails" ... etwas mehr dazu hier:

http://www.komitee.de/index.php?protestitalien

Abgesehen von unfreundlichen Mails ist aus Italien zu hören, dass das
Jagdgesetz auf der Kippe steht. Die Proteste führen zu ersten Rissen in
der ohnehin bröckeligen Front der Jagdlobby. Bitte machen Sie bei der
Protestaktion mit - wir haben eine echte Chance, den Gesetzesentwurf vom Tisch zu bekommen.

Zudem gibt es einen aktuellen Fernsehbericht über einen besonders
dreisten Fall von Greifvogelverfolgung in Nordrhein-Westfalen, den das
Komitee aufgedeckt hat. Sie finden ihn in der WDR-Mediathek unter
folgendem Link:

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2010/02/06/lokalzeit_duisburg.xml

Unsere Pressemeldung dazu vom heutigen Tage lesen Sie hier:

http://www.komitee.de/index.php?duisburg_2

Beste Gerüße
Ihr
Alexander Heyd"


In Sachen Jagdzeitenausweitung ist ja ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer am Horizont zu sehen!

Dafür grummelt es schon wieder in meinem Bauch bezüglich der Greifvogelverfolgung in Nordrhein-Westfalen :-( Es ist einfach unglaublich.

Viele Grüße
Karin Adolph



08.02.2010 - Kormorandiskussion

Hallo Herr Beike,

auch von mir einen herzlichen Dank für Ihre Diskussionsanregung, ebenso für die Emotionen dazu. Mir geht es nicht anders, auch meine Meinung im Umgang mit dem
Problem hat sich nicht geändert.

Die Natur würde dieses sogenannte "Kormoranproblem" sicher besser in den Griff bekommen ohne unser Eingreifen. Ich war erstaunt, als ich am Wochende von Uhus hörte, die sich mittlerweile auf das Ergreifen der Kormorane spezialisiert haben. Auch die Fische sind nicht so dumm wie man es ihnen nachsagen möchte.

Es wird sich herausstellen wer letztendlich intelligent handelt.

Viele Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand



07.02.2010 - Kormoran

Hallo allerseits.

Infolge zweier Tage Abwesenheit von Rechner und Forum etwas verspätet der Hinweis, dass ich noch einem Kommentar des LBV als auch einer Stellungnahme des NABU-Bundesverbandes mit großem Interesse entgegensehe.

Falls da nicht bald etwas Zufriedenstellendes kommt, sollten wir Ihren Vorschlag aufgreifen, Frau Adolph, und eine Petition an den bayerischen Landtag auf den Weg bringen. Schließlich sind gerade auch "unsere" Kormorane aus dem Kreis Offenbach, der an Unterfranken grenzt, direkt betroffen.

Beste Grüße
Peter Erlemann


07.02.2010 - Zur Kormorandiskussion

Hallo zusammen,

und vielen Dank an all die Schreiber, die sich zur Diskussion, die ich ja letztendlich mit meinen - sicherlich emotionalen und auch nicht immer sachlichen - Beiträgen zumindest hier im öffentlichen Internetforum ins Rollen gebracht habe.
Ich gebe auch zu, dass es zu provokativen Aussagen meinerseits gekommen ist - nicht immer ohne Absicht, denn ansonsten würden wir hier jetzt nicht in dem Maße darüber reden, wie wir es tun und eine Standortbestimmung durchführen.
Allerdings wollte ich nicht alle Angler als "bildungsfern" oder "dumm" über einen Kamm scheren. Und die Sache mit dem paranoiden Kormoranwahn ist eine Tatsache, ich kann es leider nicht ändern.
Dass es auch andersdenkende Menschen gibt, wie die vorhergehenden Beiträge zeigen, ist mir bewusst.
Trotzdem bleibe ich bei meiner im Vorfeld geäußerten Meinung zu der Frage, wie mit dem Kormoran-"Problem" umzugehen ist.

Noch eine Ergänzung:
Der Satz „...trotzdem ist eine Lektüre lohnend...“ bezog sich auf etwas anderes, was hier nicht weiter verfolgt werden muss.

Viele Grüße,
Marcus Beike


07.02.2010 - Beitrag von Dr. Jörg Brauneis vom 05.02 - Italien

Lieber Herr Brauneis,

danke für Ihre klar strukturierten Worte! Ich bin in mich gegangen und war schon vor Ihrem Beitrag im Zweifel, ob es wirklich gut ist, z. B. die Touristikbranche Italiens anzuschreiben und mit Urlaubsboykott zu drohen, wie ich es tun wollte. Es ist in der Tat überzogen, ganz Italien zu verdammen. Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, wenn tatsächlich immer weniger Touristen nach Italien fahren (ist zwar utopisch, wie schon bereits gesagt wurde, scheren sich die meisten Urlauber nicht um die Vogeljagd dort), aber ich fantasiere mal: Leidtragende wären die Hotel- und Pensionsinhaber, Restaurantbesitzer, alle Angestellten im Zimmerservice, Köche, Reinigungskräfte, Ladenbesitzer- und Angestellte .... dies könnte endlos ausgedehnt werden. Eine große Infrastruktur nähme Schaden.

Vielleicht ist es besser, dass d i e Menschen, die Italien-Liebhaber sind, eine Art "Interventions-Urlaub" machen, d.h. bekunden, wie schön das Land ist, die Kultur, die Menschen, wie schmackhaft das kulinarische Angebot. Doch es wäre noch viel schöner, wenn es keine Vogeljagd mehr gäbe auf die Brutvögel in Deutschland, dass wir deutsche Urlauber keine Singvögel essen möchten, sondern sie lieber bei ihrem Zug nach Süden oder zurück in die deutsche Brutheimat mit dem Fernglas beobachten und fotografieren wollen, uns an ihnen erfreuen möchten. So kämen noch mehr Urlauber, auch außerhalb der Hauptreisezeit, der sanfte und Ökotourismus könnte so gefördert werden und die Infrastruktur Italiens würde somit weiter gestärkt.

Ich glaube, das wäre tatsächlich besser, da könnten wir mehr erreichen als mit Boykott und Aufklebern auf unseren Autos. Anreize geben sind besser als Drohungen.

Herr Brauneis, ich glaube, Sie sind im Moment der "Fels" in der stürmischen Brandung, die derzeit im Forum herrscht. Danke, dass Sie uns ein wenig zum Nachdenken anregen und uns zurück führen zu mehr Sachlichkeit – mich zumindest.

Viele Grüße
Karin Adolph



07.02.2010 - Vorschlag zur Kormoran-Aktion

Hallo Herr Beike,
hallo Herr Erlemann,

Ihren Vorschlag der Mailaktion finde ich sehr gut, Herr Beike. Das wäre EINE Möglichkeit. Leider bin ich nicht so versiert, ein Online-Formular zu erstellen, ich habe im Internet nach kostenlosen Tools gesucht, wurde aber nicht fündig.
Die ZWEITE Möglichkeit wäre eine Petition! Hört sich "hochtrabend" an, aber warum nicht versuchen? Dies würde aber eine zusätzliche Mailaktion keinesfalls ausschließen, je mehr wir die Verantwortlichen in der unterfränkischen Politik diesbezüglich kontaktieren, um so mehr Gehör verschaffen wir uns.

Eine Petition kann online oder schriftlich eingereicht werden an den Bayrischen Landtag unter: http://www.bayern.landtag.de/cps/rde/xchg/landtag/x/-/www1/26_2566.htm

Zum Petitionsrecht gibt es hier ausführliche Erläuterungen:

http://www.bayern.landtag.de/cps/rde/xbcr/SID-0A033D45-08504C99/landtag/dateien/090505_Petitionsrecht_BF.pdf

Auszug daraus: "…Tatsächlich gilt das Recht auf Eingaben und Beschwerden auch für Menschen, die nicht im Freistaat wohnen…"

Herr Erlemann, was halten Sie denn davon? Wäre es möglich, dass Sie den LBV erneut kontaktieren unter Bezugnahme auf Ihr Schreiben mit den neuen Vorschlägen (Mail/Petition)? Kann ja auch telefonisch sein. Wir könnten doch alle eine Länder übergreifende gemeinsame Sache machen mit der Petition und/oder Mailaktion?! Zudem wären mit einer Petition weitaus mehr Menschen erreichbar als nur innerhalb der Vogelschutzorganisationen.

Ich habe mir halt mal so meine Gedanken und Recherchen gemacht, vielleicht ist davon etwas brauchbar.

Mit erwartungsvollen Grüßen
Karin Adolph



07.02.2010 - Kormorandiskussion

Hallo zusammen,

eigentlich wollte ich zu diesem Thema nicht mehr schreiben, da die Wogen innerhalb der HGON sogar so hoch schlagen, dass sich gegenseitig mit Ironie begegnet wird, das finde ich nicht gut. Ich dachte mir noch, wenn hier Angler lesen, lachen sie sich ins Fäustchen ... das sollte nicht sein. Warum können wir uns untereinander nicht so verhalten, dass eine sachliche Diskussion möglich ist, wobei natürlich auch die Emotionen mal ein wenig empor schnellen dürfen.

Herrn Leistner stimme ich insofern zu, dass es keinen Sinn hat, die Angler mit provokativen Äußerungen zu beleidigen, das ist nicht sehr niveauvoll und lässt das Ansehen der Ornithologen in deren Augen noch mehr schrumpfen. Ich bin für Sachlichkeit, vernünftige Diskussionen und Aufklärungsarbeit, auch wenn es mit manchen Hobby- und "Sport"-Anglern, die nicht von dem Fang ihren Lebensunterhalt verdienen müssen wie z. B. die Teichwirte, sehr schwierig werden kann. Ich habe es selbst leider schon so erfahren müssen. Sie lehnen meist jede Diskussion ab, wollen nicht hinhören, wenn man versucht zu erklären, dass der Kormoran alleine gar nicht der "Übeltäter" ist, dass es immer weniger Fische gibt, sondern der Mensch sich die Natur zum Untertanen macht und sie so erbarmungslos ausbeutet. Tiere tun das nicht! Und den Teichwirten dürfte bekannt sein, dass es Schutzmaßnahmen gibt in Form von großmaschigen Netzen, sollte der Kormoran dort doch mal vorbei schauen.

Wir können die Fronten zwischen Vogelschützern und Anglern nur erweichen, wenn wir unsere Wut im Bauch ein wenig unterdrücken und mit fachlicher Kompetenz, aber dennoch nicht von "oben herab" mit den Anglern versuchen, zu kooperieren. Ich für meinen Teil werde es weiterhin versuchen, es gibt einige nette Menschen unter den "Fliegenfischern" (wie Herr Leistner so nett schreibt), die Tier- und Naturfreunde sind.

Also, packen wir es an, wir dürfen keine Zeit verlieren!

Herzliche Grüße
Karin Adolph



06.02.2010 - Kormorandiskussion

Hallo zusammen,

die geforderte Sachlichkeit will ich durchaus unterstützen, wenngleich bei einem Thema, bei dem es um das Töten von Vögeln geht die Emotionen verständlicherweise hoch schlagen. Ich finde das absolut legitim und sicher soll es niemanden verunglimpfen.

Bei der ganzen Diskussion frage ich mich, wieso einmal wieder ein Tier, in diesem Fall der Kormoran verantwortlich gemacht wird für Fehlentwicklungen, die auf unser Konto gehen. Warum den Bestand eines Vogel dezimieren, anstatt einmal darüber nachzudenken ob die Fischerei in dem Umfang wirklich Vorrang haben muss? Warum sind denn unsere Gewässer so fischarm, zum großen Teil doch weil wir sie verbauen und begradigen, vielleicht auch überfischen?

Ein "Übel" ist ein Kompromiß in jedem Fall für den Kormoran, ein großes oder ein kleineres.
Wenn es wenigstens gelingen würde das Töten von Tieren zu verhindern, wäre ich glatt kompromissbereit.

lebendige Grüße
Andrea Wiegand


06.02.2010 - Kormorandiskussion

Guten Abend zusammen,

auch ich beobachte die Diskussion hier im Birdnet. Wie Herr Leistner sagte, sollte man das zum Anlass nehmen, zur Sachlichkeit zu finden (auch wenn's manchmal schwer fallen mag). Denn nach meinem Verständnis ist es genau das, was der NABU mit der Wahl des Kormorans möchte: Über "Problem-Arten" (dazu gehören neben dem Kormoran ja auch andere mehr oder weniger schwarze Vögel, bayerische "Problem-Bären" usw.) sachlich diskutieren und konstruktive Lösungen zu finden. Dem NABU bzw. den "Vogelschützern" dabei vorzuwerfen, dass deren Naturschutz an der Wasseroberfläche aufhöre, ist dabei genauso fehl am Platz wie Verunglimpungen in die Gegenrichtung. Ich persönlich schaue auch sehr gerne nach Fischen, aber wie schon gesagt wurde: Man sieht sie hat so schlecht - es sei denn man hat mal Gelegenheit an einer Elektrobefischung teilzunehmen - man wird überrascht sein, was alles im noch so kleinen Bach herumschwimmt!

In diesem Sinne ein schönes Wochenende!


06.02.2010 - Zur Kormorandiskussion

Guten Tag allerseits!
Die Diskussion um den Kormoran beschäftigt mich sehr – allerdings oft mit geteilten Gefühlen: einerseits bin ich am Naturschutz (speziell Vogelschutz) sehr interessiert, sonst wäre ich nicht HGON-Mitglied – andererseits bin ich engagierter Fliegenfischer und kümmere mich u.a. um die Hege und Pflege der Fauna und Flora mehrerer Fliessgewässer.
Dass bezüglich der Kormoran-Frage die Fronten zwischen Vogelschützern und Fischern völlig verhärtet sind, wie es Oliver Conz in seinem Forumsbeitrag vom 24.01.2010 dargestellt hat, ist leider nicht zu leugnen.
Allerdings sollte man es m.E. nicht dabei belassen, diesen Zustand zu konstatieren und vielleicht noch zu beklagen, sondern vielmehr versuchen, ihn ungeachtet aller Schwierigkeiten zu ändern. Etwas von der Energie und Beharrlichkeit, die seinerzeit Willy Bauer in vielen Belangen aufgebracht hat, wäre auch hierzu wünschenswert!
Völlig unangebracht sind gegenseitige Verunglimpfungen, wie sie in Forumsbeiträgen der letzten Wochen vorgekommen sind:

01.01.2010: „Gott sei Dank waren keine bildungsfernen Angler zugegen“
20.01.2010: „steht man solcher Ignoranz fassungslos, mit Zorn und geballter Faust in der Tasche gegenüber“
21.01.2010: „ich teile Ihr Unverständnis und die Wut über soviel Ignoranz und Habgier“
23.01.2010: „die Dummheit und den Populismus in Bezug auf den Kormoran“
24.01.2010: „mit welch gnadenloser Ignoranz und Unkenntnis der Fakten“
02.02.2010 „Allerdings erschien der Artikel in der Zeitschrift "Fischer & Teichwirt", was berechtigte Zweifel an der Objektivität zulässt - trotzdem ist eine Lektüre lohnend...“
04-92.2010 „Aber wie soll ich mit Paranoikern umgehen, die mich aus heiterem Himmel wegen des Kormorans schon blöd "anmachen"“,

Ähnliche Zitate aus Anglerkreisen mit umgekehrter Zielrichtung liessen
sich natürlich genauso zusammenstellen.
Beide Seiten sollten umgehend zu der oft beschworenen Toleranz und Sachlichkeit zurückfinden.
Die von den Naturschützern seinerzeit initiierten Schutzmassnahmen
haben erfreulicherweise zu einer Erholung des Kormoranbestandes geführt – in der Folge dann aber zu einer auch im Forum mehrfach erwähnten explosionsartigen Bestandsvermehrung.
Niemand – auch kein Fischer – will den Kormoran ausrotten. Allerdings sollte in einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft seine Bestandsdichte zu den sonstigen Gegebenheiten passen. Es macht wenig Sinn, eine Tierart durch überzogenen Schutz auf Kosten anderer Tierarten zu bevorzugen. Leider haben dabei die Fische einen ganz gewaltigen Nachteil: Man sieht sie nicht! Vögel werden intensiv beobachtet, gezählt, kartiert – dabei verlieren auch engagierte Naturschützer leicht das Leben unter Wasser aus den Augen.
Nun beklagen HGON und NABU einen deutlichen Rückgang der Kormoranbestände. Ob das an Abschüssen und Vergrämung liegt oder gar den Beginn einer natürlichen Bestandsregulierung darstellt oder noch ganz andere Gründe hat, mag dahinstehen.
Gegenseitige Presseerklärungen lösen das Problem jedenfalls auch nicht.

Vielmehr finde ich, das könnte ein Markpunkt und Anlass sein, erneut einen Versuch zu unternehmen, auf jeweiliger Verbandsebene eine sachliche, beiderseitige Interessen umfassende gemeinsame Diskussion in die Wege zu leiten – wobei ich denke, das könnte auch die Schärfen in den Diskussionen an der Basis deutlich reduzieren!

In der Person von Rjurik Nentwig, dem Präsidenten des Verbandes Hessischer Fischer, finden Sie, Herr Conz, mit Sicherheit einen aufgeschlossenen Gesprächspartner. Der Wetteraukreis muss keine Ausnahme bleiben!
Mit freundlichen Grüssen
Ulrich Leistner
Naturfreund, Fliegenfischer und Fotograf



05.02.2010 - Kormoran-Aktion

Hallo zusammen,

bevor wir Weiteres unternehmen, sollten wir die Antwort des LBV auf Peter Erlemanns Mail abwarten. Vielleicht wird dort etwas angestrebt, bei dem wir Unterstützung leisten können.....

Viele Grüße,
Marcus


05.02.2010 - Italien

Nachdem ich zahlreiche Forumseinträge gelesen habe, die mir manchmal etwas konfus und wenig sachgerecht vorkommen, möchte ich doch etwas zu Italien sagen. Die Zugvogeljagd ist in der dort durchgführten Form ein Übel. Aber ganz Italien dann zu verdammen und auf eine schwarze Liste zu setzen, erscheint mir doch überzogen.
Deshalb möchte ich daran erinnern, dass Italien den Alpensteinbock für ganz Europa gerettet hat (übrigens durch die Jagdleidenschaft und die damit einhergehenden Hegebemühungen des italienischen Königs im Gran Paradiso). Auch hat sich Italien Wölfe in der Nähe seiner Hauptstadt geleistet, als dies in Mitteleuropa noch kein Thema war. Viele italienische Städte haben die Zugvogeljagd auf ihrem Gebiet verboten. Nationalparks gab es in Italien schon, als man in Deutschland noch nichts davon wußte.
Deshalb möchte ich um etwas mehr Differenziertheit in der Bewertung und etwas weniger transalpine, germanische Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit bitten.

Dr. Jörg Brauneis


05.02.2010 - Zitate von Hr. Roth (off-topic)

Guten Tag Herr Roth,

ich kann mit ihren Ansichten z.T. konform gehen, könnte mich auch mit Ihnen auseinandersetzen - wenn Sie konkrete Vorschläge unterbreiten würden. Darum habe ich sie mehrfach gebeten, zugegeben z.T. partiell zynisch, aber auch mehrfach ganz dezidiert. Sie sind darauf nicht eingegangen, das muss ich akzeptieren.
Jedoch nehme ich es nicht hin, mich vor einer Quasi-Öffentlichkeit einer mangelnden Zitierfähigkeit zu bezichtigen. Daher habe ich es mir erlaubt, aus ihrem Forumbeitrag vom 03.02.2010 ' Herr Gunia, Herr Beike: Fenster auf! ' die relevanten Textstellen heraus zu kopieren:

"...der letzten lebenden Naturschützer" (zu denen ich mich trotz allem sehr zähle)..."

"...mit aller Kraft, die einem vielleicht gerade noch verblieben ist..."

"...entgegenstellen, mit oftmals schmerzlich wenig Erfolg."

"Eine ganze Orni-Generation (20 -50) gibt es fast nicht."

"Wo ist im verbandlichen Naturschutz die andere, die "bessere" Hälfte der Menschheit,..."

Weiterhin beziehe ich mich noch auf ihren Forumbeitrag vom 01.02.2010 ' Kormoran ' :

"...intensives Engagement im Naturschutz zu beenden, mich nicht mehr verbandlich zu organisieren. Für derlei weitgehend ego-gesteuerten Kindergarten ist mir meine Lebenszeit schlicht zu schade."


Herr Roth, ich denke wir haben ein gemeinsames Anliegen und ich wünsche mir sehr, dass es noch viel mehr gleichermaßen engagierte Menschen gibt, wie sie es m.E. sind. Über die Wege darf man konstruktiv streiten, das gemeinsame Ziel sollte man jedoch stets im Auge behalten.
Umso unverständlicher ist mir daher ihre Negierung des von interessierter Seite leicht in ihren Beiträgen nachzulesenden Gesagten - es war noch nicht einmal inhaltlich von so grosser Brisanz, dass es ein Abstreiten wert wäre. Es gibt nun mal verschiedene Ansichten und Wahrnehmungen.

Ich hoffe dennoch, von wir von Ihnen noch Anregungen aus ihrer Erfahrungswelt und Praxis zur Thematik des angewandten Naturschutz erlangen können - immer nur nach Andeutungen den Beitrag mit 'Schweigen' oder 'Thema abgearbeitet' beenden, DAS hätte dann doch was von Kindergarten.
Und aus dem sind wir doch beide schon längst abgehauen, oder?

mit sachdienlichen Grüssen
Manfred Gunia


04.02.2010 - Kormoran-Zugvögel

Hallo zusammen,

auch ich stimme dem Vorschlag von Marcus Beike voll zu, wir sollten nicht resignieren sondern agieren. Die Erfahrung hat vielleicht gezeigt, dass es im Ergebnis nicht viel bringt, das kann und darf aber keinesfalls heißen, dass man es garnicht erst versucht.

Mir ist durchaus klar, dass viele europäische Länder auf einer solchen Liste erscheinen würden und gerade das erschreckt mich umso mehr. Herr Erlemann, Herr Roth, ich teile Ihre Erfahrungen, die Mehrzahl der Menschen ist mit anderen zum Teil "überlebensnotwendigen Dingen" beschäftigt und sieht um einmal bei den Sprichwörtern zu bleiben "Den Wald vor lauter Bäumen nicht", sie sucht aber auch eher nicht danach.
Natur ist nicht mehr vor der Haustür sondern im Park/Zoo/Naturschutzgebiet. Da sehe ich das Problem, Natur ist ein Freizeiterlebnis und es müßte doch aber Alltag sein!

Daran scheitert es meiner Meinung nach. Wie sieht denn unser aller Alltag aus?

es grüßt die "bessere Hälfte"
Andrea Wiegand
Wabern


04.02.2010 - Herr Beike, Herr Gunia, Kormoran!

Hallo die Herren,

merke, dass ich Ihnen mein Anliegen nicht klarmachen konnte bzw. dass sie mich dauerhaft missverstehen. Das betrübt mich. Wahrscheinlich denken wir komplett verschieden, haben aber trotzdem ein ähnliches Ziel. Das macht doch Mut, oder?

Herr Gunia, ich habe eigentlich nichts von dem behauptet oder gemeint, was sie "zitieren"; schade. Hoffe auch, dass ich weiterhin so fit bleibe, wie ich mit Ende 40 noch bin, hätte ganz konkret auch schon ganz anders ausgehen können, insofern bin ich da vielleicht etwas empfindlich.

Der verbandliche Naturschutz tut m. A. im Falle Kormoran das Mögliche. Mehr geben "die Ressourcen" einfach nicht her. Es brennt halt fast überall. Also bleibt nur, mit der Situation, wie sie (leider) ist, gelassener umgehen zu lernen. Die Kormoran-Problematik ist "uralt2, so etwas löst sich nicht einfach in wenigen Jahren komplett auf. Also Gelassenheit und Zuversicht einüben. Ich empfehle dafür Meditation. Im NZH Wetzlar gibt es dazu im Sommer 2010 ein schönes Seminar mit Joseph Cornell. Kann ich sehr empfehlen.

Wie man am Angelteich reagiert, Herr Beike, muss jeder, denke ich selbst entscheiden. Dafür gibts keine Patentrezepte.

Auf das gesellschaftliche Lob wegen Einsatz für den Naturschutz zu hoffen (oder zu warten), wie das Herr Erlemann so sympathisch gewünscht hat, ist, fürchte ich, Zeit- und Energieverschwendung. Das wird nicht passieren. Entweder macht man das, was man macht, gerne, aus Überzeugung und unabhängig davon, dass man dafür von wem auch immer belohnt werden könnte, oder man lässt es besser. Die Natur ist letztlich "Belohnung" genug, die Tatsache, dass man in einem reichen Land lebt und weitgehend sorgenfrei seinen Interessen nachgehen kann ist Belohnung und Verpflichtung gleichermaßen.

Mehr weiß ich nicht. Das wars von meiner Seite dazu. Keine weiteren Missverständnisse mehr. Schweigen.

Herzlich
M. Roth


04.02.2010 - Kormoran und Zugvögel

Hallo allerseits.

Dem Vorschlag von Marcus Beike kann ich durchaus zustimmen, wenngleich ich einer solchen Aktion wenig Erfolg beimesse. Ich habe mal den LBV angeschrieben, was denn der bayerische Partner des NABU und Mitbenenner des Vogel des Jahres zu dem in Unterfranken verfügten Rundumschlag gegen den Kormoran meint - oder gar dagegen unternehmen wird... Sehe der Stellungnahme mit Spannung entgegen!

Was die Zugvogeljagd in Italien betrifft, ich sehe noch heute den großen Aufkleber an den Heckscheiben meines Privat- und Firmenwagens mit der Aufschrift "Kein Urlaubsort wo Vogelmord". Mag vielleicht unsinnig klingen, aber nach Italien habe ich bis heute keinen Fuß gesetzt, und werde dies bestimmt auch in Zukunft nicht tun.
Doch wie man sieht, haben die Proteste seinerzeit wenig gefruchtet. Was interessiert die Massen von Urlaubern, ob und wieviele Vögel von was für Vogelarten wofür oder warum getötet werden.

Zur Anmerkung von Frau Wiegand hinsichtlich einer "roten" Liste der Zugvogeljagdländer - ich glaube, dass da nur wenige europäische Länder außen vor sind. Angefangen von Dänemark über Belgien und Frankreich zur Iberischen Halbinsel, Italien und Malta sowieso, Zypern. Wie es im Südosten bestellt ist, sei mal dahingestellt.

Nicht zu vergessen jedoch die massive illegale Greifvogelbejagung in Deutschland (herausragend Nordrhein-Westfalen) oder die Greifvogeljagd in Teilen Österreichs, die trotz zahlreicher Proteste auch per Mailaktion genehmigt worden ist. Sicher gibt es noch einiges mehr.

Und wir sind mittendrin, versuchen unser Bestes, aufopferungsvoll und unnachgiebig, manchmal voller Zorn und Ohnmacht. Und in der Regel ist es dann so, dass wir wieder mit leeren Händen dastehen.
Wie müssten wir doch von unseren Artgenossen ob dieser Kraft und Ausdauer bewundert und respektiert werden....

ausdauernde Grüße
Peter Erlemann


04.02.2010 - Mailaktion gg. die unterfränkische Kormoranpolitik

Hallo zusammen,

die ganze Zeit überlege ich schon, wie eine gemeinsame Mailaktion gg. die unterfr. Politik zu machen ist.
Per Formular auf der HGON-Homepage dürfte schwer werden, angesichts des bevorstehenden Relaunchs. Die Seite unseres AKs wird ebenfalls gerade überarbeitet, fällt also auch weg.

Deshalb mein Vorschlag:
Ich würde einen sachlichen:) Text erstellen und ihn hier zusammen mit dem Betreff und natürlich der eMail-Adresse einstellen, an die das Ganze geschickt werden soll. Ausserdem würde ich dafür sorgen, dass es immer auf der ersten Seite steht.
So haben Interessierte nicht mehr viel Arbeit und können die Texte und Daten nur noch in ihr Mailprogramm rüberkopieren und das Ganze absenden.

Vielleicht hat ja jemand noch eine gute Idee? Oder sogar die Kenntnisse und Möglichkeiten, ein Onlineformular zu erstellen?
Bitte um kurze Rückmeldung und Eure/Ihre Meinung.

Viele Grüße,
Marcus Beike


04.02.2010 - Roth'scher Konstruktivismus

Hallo Herr Roth,

in bin immer noch auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: was können wir tun, was Sie nicht schon getan haben - und wie stellen wir's an?
Anders formuliert, da sie die Symbolik zu lieben scheinen: Im Kindergarten brennt nicht nur noch Licht, sondern es wird auch vermehrt gelärmt. Vielleicht drängen sich deshalb Bewohner ans geöffnete Fenster, weil es draussen Dinge zu sehen und zu regeln gibt, für die man den Kindesbeinen entwachsen sein muss.

Also: bitte etwas dezidiertere Antworten als Erlebnisberichte aus dem Füllhorn des Einzelkämpfers. Wenn Sie schon der 'letzte lebende Naturschützer' sind (Zitat), und sich schon als Endvierziger ein wenig wacklig auf den Beinen fühlen, dann brauchen sie doch Mitstreiter. Oder seien sie ggf. ein Multiplikator: aber dann ist es ihre verd..... Pflicht den Interessierten auch gewisse Erfolg versprechende Strategien mitzuteilen und sich nicht elegisch über verpasste Generationen und fehlende Hälften zu artikulieren!?
Ich teile im übrigen nicht diese Ansicht, denn es gibt da schon NatSchVerbände mit ansprechender Jugendarbeit. Und die Motivation nach Entstehung der nicht vorhandenen Normalverteilung bezüglich des Alters und Geschlechts bei Tagungen naheliegender Verbände zu eruieren, überlassen wir mal sinnigerweise der Leitung des 'Kindergartens' - ich denke, da ist einiges erkannt worden und wurde auch schon auf den Weg gebracht.

Gerade deshalb bedarf es ein gerüttelt Maß an Konsruktivismus, anarchistische Einzelaktionen sind da eher destruktiv. Sie schreiben auch, dass es schon schmerzt, wenn man sich scheinbar ergebnislos dem Ausrottungswahn entgegen stemmt. Ja - sowas kommt schon vor, man kann verlieren: aber gemeinsam tut's doch weniger weh, oder?

Dann also her mit den Vorschlägen nach strukturiertem, nachhaltigem Natur- und Artenschutz: von mir aus auch mit den vegetarischen Anglern (ist ja nur 'Sport', und die Teichwirte sind m.E. nicht so paranoid), aber ohne den Victoriabarsch und anderen allgemein bekannten Gestörtheiten des Welthandels.

mit erwartungsvollen Kinderaugen grüßt
Manfred Gunia


04.02.2010 - Kormoran-Diskussion

Hallo Herr Roth,

was ist so falsch daran, wenn man sich nach Leibeskräften für ein gleichermaßen lobby- wie wehrloses Tier einsetzt? Oder bis zur fast-Selbstaufgabe, wie sie es aus Ihrer negativen Sicht bezeichnen?
Sicher ist es bequemer, sich zurückzulehnen und zu sagen: "Das Leben sucht sich seinen Weg!"
Aber das ginge nur, wenn die Gegenseite es auch so macht. Das wäre schön! Sie tut es aber nicht, sondern greift im Gegenteil zur Flinte!

Was mich zu Ihrer Forderung nach einer gemeinsamen Bewältigung des Kormoranstreits durch Teichwirte, Angelvereine und Naturschutzverbände bringt.
Die Verweigerungshaltung sehen Sie hierbei ja offensichtlich eher auf unserer Seite. Ich spare mir jetzt, meine Erfahrungen in politischen Diskussionen mit eben jenen Gruppen hier mitzuteilen, das hat Peter Erlemann schon getan.
Aber wie soll ich mit Paranoikern umgehen, die mich aus heiterem Himmel wegen des Kormorans schon blöd "anmachen", wenn ich lediglich mit Fernglas am Ufer Ihres Sees stehe und die Wasservögel beobachte, ohne vorher irgendwelche Angler belästigt zu haben? Und das ist mir nicht nur einmal passiert. Bei soviel geistigem Durchzug fällt es mir schwer, das Fenster geöffnet zu lassen.

Sicher gibt es auch andere, gemäßigtere Zeitgenossen auf der "Gegenseite" (ich benutze dieses gut in Ihre Argumentation passende Wort bewusst nochmals!), aber es sind nun mal immer die "Extremisten", die am lautesten schreien und dadurch von den Politikern gehört werden.
Und es sind in diesem speziellen Falle nicht wenige, sonst würden sich die Politiker einen feuchten Kehricht darum kümmern. So funktioniert das leider in der Politik.
Und wenn man auf dieser Ebene etwas erreichen will, muss man es den Streitgegnern eben auch mal gleich tun und "laut" werden, und zwar aus Leibeskräften, sonst hört es keiner.

Viele Grüße,
Marcus Beike


04.02.2010 - Vogeljagd

Hallo Her Erlemann,

wie Sie ganz richtig schreiben es sind Seilschaften zwischen der Jagdlobby und
der Politik. Egal um welche Vogelart es geht.

Der einzige Weg diese Länder zu treffen, wenn die Eu schläft und nicht in der Lage ist
Gesetze auch in die Praxis umzusetzen, ist für uns den Tourismus zu boykottieren.
Finanzielle Einbußen tun ihnen weh, alles andere irkt nicht. Organisiert kann man vielleicht etwas erreichen, das ist aber teilweise nicht einmal ungefährlich.

Aufrufe wie sie jetzt zu lesen sind, trotzdem die Länder zu bereisen um die Menschen dort vor Ort zu überzeugen, dass sollte nicht den Urlaubern überlassen werden und zu diesem Zweck wurden sie sicher auch nicht verbreitet.

Eine (blutrote) Liste mit der Auflistung der Länder in denen Zugvögel bejagdt werden, das könnte mir gefallen.

Grüße aus Wabern
Andrea Wiegand







03.02.2010 - Zugvogeljagd Italien - Kormorane Unterfranken

Hallo Herr Erlemann,

mittlerweile erhalte ich auch wieder den Newsletter vom Komitee gegen den Vogelmord und wollte den Text bezüglich der Zugvogeljagd in Italien gerade hier posten. Als ich die Zeilen las, war es wie ein Faustschlag in den Magen. Ich kann es nicht fassen. Es ist nun sehr wichtig, dass wir alle bei der Mailaktion mitmachen. Ich werde auch Fremdenverkehrsbüros anschreiben mit der Mitteilung, dass ich so lange nicht mehr Urlaub in Italien mache, bis die Zugvogeljagd eine Ende hat. Genauso mache ich das für Malta. Trotzdem bin ich irgendwie ohnmächtig vor Wut.

Was die Allgemeinverfügung der Regierung von Unterfranken angeht: dazu fehlen mir jegliche Worte. Was kann man denn hier jetzt tun? Könnten wir mit den Kormoranen kommunizieren (ach, wäre das schön), dann wäre es ja einfach. Wir würden ihnen sagen, bleibt ja alle in den Natur- und Vogelschutzgebieten, wagt euch nicht in die Nähe von Teichgewässern und den genannten Fließgewässern. Doch leider ist das nur ein Märchen. Das einzige was möglich wäre, in den erlaubten Jagdzeiten vor Ort zu sein mit vielen Kormoranschützern, immer und immer wieder. Die können ja nicht einfach herum ballern, wenn sich dort Menschen aufhalten. Aber auch das wird utopisch sein. Ich weiß, ich fantasiere, aber es muss doch irgendeine Hilfe möglich sein? Und so manche Fantasie wurde Wirklichkeit.

Das war nun sehr emotional von mir und nicht gerade fachkompetent, wie Sie sonst schreiben (und ebenso andere hier im Forum). Aber ich konnte nicht anders.

Es grüßt fassungslos
Karin Adolph


03.02.2010 - Noch mehr zum Kormoran

Hallo.

Beim Lesen des Artikels, auf den Marcus Beike mit einem Link verwiesen hat, stieg die Zornesröte in mir hoch! Anstatt kostenpflichtiger Einzelbescheide für den Abschuss von Kormoranen gibt es nun eine Allgemeinverfügung, die einen erweiterten Abschuss zulässt.
Auch in Naturschutzgebieten und EU-Vogelschutzgebieten wird der Abschuss zugelassen!


Regierung erweitert die Möglichkeiten zum Abschuss von Kormoranen

Würzburg (ruf) – Die anhaltend hohen Kormoranbestände auch in Unterfranken verursachen zum einen gravierende Einbrüche bei den Fischbeständen der teichwirtschaftlichen Betriebe und sie bedrohen auch zunehmend gefährdete Fischarten in den Gewässern.

Obwohl der Kormoran eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Tierart ist und als wild lebende europäische Vogelart auch europa­rechtlichen Schutz genießt, ist er auf Grund der im Jahr 2008 von der Bayerischen Staatsregierung erlassenen Artenschutzrechtlichen Ausnahmeverordnung (AAV) bereits - zeitlich und räumlich eingeschränkt - bejagbar. Ausgenommen sind danach aber wegen des Schutzes anderer, oft hochgradig gefährdeter Vogelarten, Natur- und Vogelschutzgebiete sowie aus Tierschutzgründen die Brutzeit der Kormorane. Zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der heimischen Tierwelt können die Bezirksregierungen weitere Ausnahmen zulassen. Bereits bisher hat die Regierung von Unterfranken über die artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung hinaus zahlreiche weitere Abschussgenehmigungen in beantragten Einzelfällen erteilt.

Zur Vereinfachung und Beschleunigung der bislang in kostenpflichtigen Einzel­bescheiden erteilten Ausnahmen hat die Regierung von Unterfranken jetzt eine Allgemeinverfügung erlassen, die einen erweiterten Abschuss von Einzeltieren und die Verhinderung des Entstehens neuer Brutkolonien zulässt. Die Allgemeinverfügung ist am 15. Januar 2010 in Kraft getreten.

Der Geltungsbereich der Allgemeinverfügung erfasst den gesamten Regierungs­bezirk Unterfranken. Nach der Allgemeinverfügung ist die Tötung von Kormoranen im Umkreis von 200 m um erwerbswirtschaftlich genutzte Teichanlagen sowie im Umkreis von 200 m um die Fließgewässer Aschaff, Fränkische Saale - mit den Zuflüssen Schondra, Thulba, Lauer, Brend, Streu, Bahra, Milz - sowie Sinn, Main, Tauber und Wern zulässig. Zugelassen wird nunmehr auch der ganzjährige Abschuss von Jungvögeln, die von den Altvögeln wegen der hellen Färbung des Brustgefieders deutlich zu unterscheiden sind. Weiterhin wird der Abschuss von Altvögeln bis 30.04. erlaubt. Auch innerhalb bestimmter Naturschutzgebiete („Sinngrund“, „Schachblumenwiese bei Zeitlofs“, „Spessartwiesen“ und „Unteres Schondratal“) sowie in bestimmten Europäischen Vogelschutzgebieten („Unter­fränkisches Taubertal und Laubwälder nördlich Röttingen“, „Spessart“) wird der Abschuss von Kormoranen in der Zeit vom 16.08. bis 30.04.zugelassen. Neu­gründungen von Brutkolonien dürfen durch geeignete Maßnahmen verhindert werden.

Ausgenommen von der Abschusserlaubnis sind lediglich die vorstehend nicht genannten Naturschutz- und Vogelschutzgebiete sowie der sogenannte Foura­gierradius (Jagdgebiet des Kormorans) um die Brutkolonien in Garstadt, Land­kreis Schweinfurt und "Bongsche Kiesgrube", Gemeinde Mainhausen, Hessen (soweit sich der Fouragierradius auf Bayern erstreckt). Dort ist aufgrund recht­licher Vorgaben zunächst eine intensive Prüfung erforderlich, bevor entschieden werden kann, ob und inwieweit auch dort Allgemeinverfügungen in Betracht kommen.

Die Allgemeinverfügung ist im Amtsblatt der Regierung von Unterfranken vom
14. Januar 2010 veröffentlicht und kann auch im Internet unter www.regierung.
unterfranken.bayern.de (Startseite/Amtsblatt/Ausgabe Nr.1 aus 2010) einge­sehen werden.


sprachlos grüßt
Peter Erlemann


03.02.2010 - Zugvogeljad in Italien

Hallo.

Eben noch haben wir hier über die Zugvogeljagd in Malta geschrieben, schon kommt eine neue Hiobsbotschaft!

Alexander Heyd vom Komitee gegen den Vogelmord e.V schreibt im GBN:

Die Berlusconi-Regierung plant eine drastische Ausweitung der Jagdzeiten
für Zugvögel in Italien. Anstatt wie bislang 4 Monate sollen die Jäger
auf der Apenninhalbinsel künftig 7 Monate auf die Vogelpirsch gehen
dürfen. Besonders betroffen davon sind Turteltauben, Wachteln und Drosseln.

Die Regierung in Rom hat seit 2008 bereits drei Mal versucht, das
gesamte Jagdgrecht an vielen Stellen zugunsten der Jäger zu reformieren.
Damit ist sie jedes Mal am Widerstand der Bevölkerung gescheitert - nun
setzen sie auf Salami-Taktik und bringen die Reformen "Häppchenweise" an
die Öffentlichkeit. Die Jagdzeiten machen dabei den Anfang.

Alle großen italienischen Natur- und Tierschutzverbände haben eine
gemeinsame Protestaktion gegen diesen erneuten Versuch zur Aufweichung
der Jagdbestimmungen gestartet. Das Komitee gegen den Vogelmord
beteiligt sich an der Kampagne - machen Sie mit!

Weitere Infos und vorgefertigte Mails an drei wichtige Politiker der
Berlusconi-Regierung finden Sie auf unserer Internetseite: www.komitee.de

Die Frage sei erlaubt: Für was gibt es eigentlich eine EU-Vogelschutzrichtlinie? Aber da haben wir es wieder: Seilschaften zwischen Jagdlobby und Politik.

fassungslose Grüße
Peter Erlemann


03.02.2010 - Kormoran

Hallo.

Erst heute bin ich dazu gekommen, die Beiträge zum Thema Kormoran zu lesen. Meinen Kommentar dazu verfasse ich kurz, hoffentlich klar und präzise.

Fast-Selbstausbeutung bei gesellschaftlichem und vor allem politischen Gegenwind, um nicht zu sagen, gesellschaftlicher und politischer Ignoranz, mit letztlich dem von M. Roth angesprochenen schmerzlich wenigem Erfolg für alle Bemühungen, schrecken mich nicht ab, für den Schutz und Erhalt unserer stimmlosen und über keine Lobby verfügenden Mitgeschöpfe alle Kraft aufzuwenden.
Wir als Naturschützer müssen dies tun, die Naturnutzer mit ihren politischen Kumpeln haben es da wesentlich leichter.
Schon immer haben die verschiedensten Interessensgruppen ihre „Mitbewerber“, sprich „Nahrungskonkurrenten“ verteufelt und Feindbilder aufgebaut: die Jägerschaft hat den Wolf ausgerottet, für Taubenzüchter sind Wanderfalke und Habicht noch immer die potenziellen Feinde, und für Fischer und Sportangler sind es die Kormorane. Ein Miteinander ist ausgeschlossen.
Oft genug habe ich mir in politischen Auseinandersetzungen "unumstößliche" Argumente anhören müssen wie – Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, oder, Was ist wichtiger, Frosch oder Mensch. Eine Einstellung, mit der alle Eingriffe in die Natur zu rechtfertigen sind.
Diese Einstellung macht deutlich, was Homo sapiens von seinen Mitgeschöpfen unterscheidet – eine unendliche Gier. In diesem Fall ist es die Gier die nicht zulässt, dass Kormorane „meine“ Fische fressen. Die gehören nicht in deren Mägen, die gehören in meine Pfanne. So sehe ich auch keinen Streif am Horizont, dass mit Teichwirten und Angelvereinen unvoreingenommene Erkenntnisse zum Einfluss des Kormorans auf den Fischbestand möglich sind.
Das Dilemma ist, dass Fische keine Stimme haben, die sie erheben könnten, wenn sie an einem Haken hängend aus dem Wasser gezogen werden – es gäbe wohl keinen Angel“sport“.

So müssen wir uns wahrscheinlich immer wieder mit dieser Problematik beschäftigen, denn ein Umdenken in den Köpfen der politischen Entscheidungsträger scheint unendlich entfernt.
Hier liegt das Problem.
Mich hält es nicht davon ab, gegen solche Menschen in für sie auch unbequemer
Art in der Öffentlichkeit vorzugehen.

kormoranfreundliche Grüße

Peter Erlemann


03.02.2010 - Herr Gunia, Herr Beike: Fenster auf!

Danke die Herren, das hat mir mal gefallen, insofern ich hier auch meine nicht-verweigerungs-, sondern einfach ermüdungsbedingte Zurückhaltung zumindest ansatzweise aufgebe.

Ich wollte keine Diskussionen abwürgen, mir fiel (und fällt) tatsächlich gerade nichts Neues ein. Ist zugegebenermaßen auch Ratlosigkeit ob "der letzten lebenden Naturschützer" (zu denen ich mich trotz allem sehr zähle), die sich immer noch, mit allen Widersprüchen und spärlichsten Mitteln bei verbreiteter fast-Selbstausbeutung und ausschließlichem gesellschaftlichem Gegenwind, dem Ausrottungswahn entgegenstellen, mit oftmals schmerzlich wenig Erfolg.

Gerade vor diesem Hintergrund sehe ich es, so berechtigt das Anliegen "Kormoran" auch ist, als unklug an, mit aller Kraft, die einem vielleicht gerade noch verblieben ist, auf eine Bevölkerungsgruppe (die Angler und Teichwirte) loszugehen, die zumindest noch einen Bezug zu Natur hat, wenn auch einen anderen, als ich mir ihn wünschte. Ich arbeite mit Jugendlichen. Natur oder gar Naturschutz stehen dort am absoluten Nullpunkt der Interessenskala; weniger ginge nicht mehr.

Gehe ich mal auf Orni-Tagungen, bin ich mit meinen Ende 40 regelmäßig einer der "jungen" Teilnehmer. Eine ganze Orni-Generation (20 -50) gibt es fast nicht. Gründe dafür gibts einige, manche sind m. Überzeugung nach "hausgemacht". Und um das Fass ganz aufzumachen: Wo ist im verbandlichen Naturschutz die andere, die "bessere" Hälfte der Menschheit, bzw. warum ist sie eben (fast) n i c h t da? - Ich befürchte, das hat auch ein klein bisschen mit dem zu tun, was ich in meinen vorherigen Statements angedeutet habe.

Zum Schluss noch eine Geschichte: Als die Angler vor ca. 30 Jahren an den Rest-Stromschnellen des Mittelrheins wieder die ersten Lachse fingen und stolz in der Zeitung präsentierten, kam sofort der Naturschutz mit Artenschutz, no-go usw. Die Angler antworteten: Wenn wir die Lachse nicht fingen, wüsstet ihr doch gar nicht, dass es sie hier wieder gibt - (was damals tatsächlich so war, die Lachsprogramme waren eine Folge dieser Ereignisse, nicht die Ursache dafür).

Ich sehe derzeit nicht, wie man o h n e Beteiligung der Teichwirte und Angelvereine echte (Langzeit-) Ergebnisse zum Einfluss des Kormorans auf den Fischbestand bekommen könnte. Aber vielleicht gehts ja doch ...

Herzlich
M. Roth




03.02.2010 - Unterfränkisches "Kormoranmanagement"

Hallo zusammen,

vor einiger Zeit wurde schon einmal auf den Erlass einer Allgemeinverfügung zur Bejagung des Kormorans im Bezirk Unterfranken hingewiesen, was auch die auf hessischer Seite liegende Kolonie im NSG "Bongsche Grube" betrifft. Hier ein Link auf die Seite der Regierung von Unterfranken, wo diese Kolonie sogar namentlich genannt wird:

http://www.regierung.unterfranken.bayern.de/presse/2010/00027/index.html

Es klingt zunächst mal gar nicht so schlimm, im Umkreis von 30 km darf der Kormoran nicht geschossen werden. Hierzu seien aufgrund rechtlicher Vorgaben zunächst intensive Prüfungen nötig. Das klingt fast schon bedauernd.
Wie diese "intensiven Prüfungen" einer lobbygesteuerten Kommission aussehen werden, ist wohl jedem klar. Es ist ein weiterer Schritt, um den Schutz des Kormorans Stück für Stück auszuhebeln.

Jetzt erlaube ich mir noch, meinen letzten Beitrag von gestern etwas zu detaillieren, der leider etwas knapp und daher teilweise recht unverständlich ausgefallen ist.
Meine Meinung zu "wissenschaftlichen" Untersuchungen als spitzfindig und konstruiert zu bezeichnen, wie Herr Roth es getan hat, kann ich keinster Weise nachvollziehen. Sie besitzt stattdessen Logik und ist konsequent durchdacht, sonst würde ich sie nicht äussern und man könnte ihr mit sachlichen Argumenten statt mit Polemik entgegnen.
Was mich wieder an meine gestrige Aussage anknüpfen lässt:
Man kann nicht nur meine, sondern jede Geisteshaltung des Fundamentalismus bezichtigen, die sich in einer Diskussion als starr und unflexibel erweist.

Viele Grüße, Marcus Beike


02.02.2010 - Rebhuhnfütterung

Sehr geehrter Herr Dr. Brauneis,

vielen Dank für die ausführlichen Infos, ich werde sie so schnell und gut wie möglich
umsetzen und berichten.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Wiegand


02.02.2010 - Nachhaltigkeit, Herr Roth

Hallo Herr Roth,

seien Sie doch auch mal nachhaltig:
machen Sie das Fenster noch nicht zu - im Kindergarten brennt noch Licht, vielleicht will noch jemand rausgucken! Und vielleicht finden wir ja jenseits aller semantischer Spitzfindigkeiten einige Anregungen auf Ihrem Weg zum Naturschutz - sinnlose Abzweigungen und Irrwege eingeschlossen... es menschelt nämlich.

gespannte Grüße
Manfred Gunia


02.02.2010 - Kormorane

Hallo Herr Roth,

vielen Dank für Ihre finale Stellungnahme, durch die mir ihr Standpunkt jetzt klarer wird. Das ging aus Ihrer ersten Mail so in keinster Weise hervor.
Was nichts daran ändert, dass ich es problematisch finde, die Wertigkeit einzelner Lebensformen zu beurteilen.

Ebenso ist mir durchaus bewusst, dass auch ich nicht alleine auf der Welt bin, das sehe ich jeden Morgen beim Fenster öffnen. Vielleicht täte manch anderem (nicht Sie!!!) ein bisschen Frischluft ebenfalls gut.

Ich muss aber noch anmerken, dass die Bemerkung "Das Leben sucht sich seinen Weg." im Zusammenhang mit geforderten Abschüssen reichlich zynisch wirkt.

Zuguterletzt noch zwei Dinge:
Man kann eine Geisteshaltung als fundamentalistisch bezeichnen, die sich in einer Diskussion als unflexibel erweist.
Und konstruiert habe ich bestimmt nichts, ich vertrete meine Meinung zu "wissenschaftlichen Untersuchungen" nicht erst seit heute!

Es ist schade, dass Sie sich nicht weiter äussern möchten, es kam etwas mehr Leben in die Kormorandiskussion im Forum, und das benötigen wir, um gegen die sinnlose Dezimierung dieses Tieres vorgehen zu können. Deshalb mein Vorschlag an die "Forenten": Bitte weiter drüber reden!

Viele Grüße, Marcus Beike



02.02.2010 - Marcus Beike / Kormoran / Intelligenz

Hallo Herr Beike,

die Idee mit der "Intelligenz" und dem Essen ist die, dass man zur eigenen Ernährung möglichst wenig "Bewusstsein", höher strukturiertes, fühlendes, mitfühlendes Leben in Anspruch nehmen soll, sondern vermehrt "einfache" Organismen, um den Schaden, den man immer (!) verursacht, solange man lebt, möglichst gering zu halten. Nachhaltigkeit.

Auf den Naturschutz bezogen könnte dies bedeuten, dass man mit dem regelmäßigen Verzehr von z. B. Rind und Schwein indirekt mehr Schaden in der Biospäre anrichtet, als man beim Artenschutz vor Ort jemals wieder gut machen kann. Was den Klimaschutz angeht, ist dies so gut wie bewiesen. Ganz so dumm scheint die Idee also nicht zu sein. Bsp: Wer z. B. Victoriabarsche zum Essen kauft, arbeitet in Echtzeit sehr aktiv an der Ausrottung Hunderter Kleinfischarten in Afrika mit. ("Darwins Erben"). Das ist keine "natürlich" spirituelle Spinnerei, sondern praktischer Alltag, dem man sich vielleicht stellen möge, findet man es unerträglich, dass bei uns z. B. Kormorane gejagt oder gegessen werden (ohne dadurch ausgerottet zu werden!). Oder auch nicht.

Ansonsten "üben" wir alle, und ich bin mir durchaus bewusst, dass angebrütete Kormoran-Eier auch "Leben" sind. Aber selbst beim Menschen, dem bislang vielleicht komplexesten Akteur auf der irdischen Bühne, hat man sich bei der Abtreibungsregelung aus für mich nachvollziehbaren Gründen für eine "Fristenlösung" entschieden.

Die großen Stämme des Tierreiches haben über alle Verwerfungen hinweg bis heute Bestand, und das zählt. Es kommt nicht zwingend auf einzelne Tierarten (oder den Menschen!) an, so bedauerlich jeder einzelne Verlust auch ist, sondern auf den Erhalt der größtmöglichen Variabilität in puncto "Leben" für die Zukunft. Ein Fenster aufmachen!

Fundamentalistische Spitzfindigkeiten und das Konstruieren von "doppelten Sinnlosigkeiten" helfen da letztlich nicht weiter. Der Kormoran ist da, und ich bin der Letzte, der etwas gegen ihn hat. Aber ich bin nicht alleine auf der Welt. Das Leben sucht sich seinen Weg. Jurassic park, ich weiß. Der Kormoran wird es auch tun, da bin ich mir sicher.

Bitte um Verständnis, dass das Thema für mich jetzt abgearbeitet ist. Mehr will mir dazu nicht mehr einfallen.

Herzlich
M. Roth


02.02.2010 - Wissenschaftliche Untersuchungen

Hallo zusammen,

ich bin eben beim Googeln über eine wissenschaftliche Abhandlung mit dem Titel "Zum Einfluss des Kormorans auf die Fischbestände der Unteren Eder" gefunden. Das dürfte ja genau zum geforderten Profil passen.
Allerdings erschien der Artikel in der Zeitschrift "Fischer & Teichwirt", was berechtigte Zweifel an der Objektivität zulässt - trotzdem ist eine Lektüre lohnend...

Hier der Link:
http://www.anglertreff-thueringen.de/pdf/Eder&Kormoran.pdf

Viele Grüße, Marcus Beike


02.02.2010 - Kormorane und wissenschaftl. Untersuchungen

Hallo Herr Roth,

es ging mir nicht darum, wer welche Tiere isst und warum. Es ging mir darum, klarzustellen, dass ich die Tötung von Tieren aufgrund einer optimierten Ausübung des Angelsports grundsätzlich ablehne.
Irgendwie kann ich den ersten Absatz ihrer neuen Stellungnahme nicht richtig in einen Zusammenhang mit der bisherigen Argumentation bringen.
Was bitte schön hat die Intelligenz einer Lebensform mit dem Verspeisen oder Töten derselben zu tun?
Ich habe Ken Wilber übrigens keinen Rassismus vorgeworfen, sondern nur seine Idee, die Sie möglicherweise aus dem Zusammenhang gerissen ins Feld geführt haben, zurecht damit verglichen. Seine Schriften kenne ich nicht und das war auch nicht nötig, da ich nicht wusste, ob sie sie kennen oder auch nur diese eine Idee. So, wie sie in ihrem Beitrag stand, konnte ich sie nicht unerwidert lassen.
Die Absurdität dieser Idee zeigt sich im Übrigen, wenn man sie statt zwischen Rehen und Schweinen innerhalb der menschlichen "Rasse" anwenden würde. Konkrete Beispiele spare ich mir an dieser Stelle lieber...
Hier stellt sich in der Folge die Frage, ob einem Philosophen, der sich - wie könnte es anders sein - mit Spiritualität und Religion beschäftigt, , der Umgang mit nicht-menschlichen Lebensformen zuzutrauen ist oder ob es hierfür eventuell einer etwas "praktischeren" Veranlagung bedarf.

Übrigens: Sie haben sehr wohl vom Töten von Kormoranen gesprochen. Das Unterlegen von "unfruchtbaren Eiern" würde voraussetzen, befruchtete zu entfernen. Und darin befinden sich definitiv - wenn auch noch sehr kleine und nicht geschlüpfte - Kormorane. Und diese würden sterben, richtig? Oder was haben sie mit "Familienplanung" gemeint?

Ansonsten bleibt mir nur, Dr. Brauneis' Bitte nochmals zu bekrätigen, auf persönliche Beleidigungen zu verzichten. Gleichzeitig bitte ich um Entschuldigung, falls mein Deutsch aufgrund mangelhafter intellektueller Fähigkeiten zu banal sein sollte...

Zum Thema Wissenschaft:
Ich denke nicht, dass es im Moment auch nur eine brauchbare Abhandlung zum Kormoran gibt, da dieser Vogel noch keine Möglichkeit hatte, sich frei zu entfalten. Zunächst fast ausgestorben, hat er sich wie viele Arten, denen dasselbe Schicksal drohte und deshalb unter Schutz gestellt wurden, explosionsartig vermehrt, nur um dann schon wieder dezimiert zu werden.
Solange ihm nicht die Möglichkeit gegeben wird, seine Bestände auf natürliche Weise zu regulieren, ist jede wissenschaftliche Untersuchung sinnlos.
Ausserdem wären die Ergebnisse bei einer solch speziellen Thematik ohnehin rein vom Geldgeber anhängig. Was im Ergebnis doppelte Sinnlosigkeit bedeutet.
Oder sollte ich mich doch nicht getäuscht haben, als ich hinter den Anfragen zu einer "wissenschaftlichen Arbeit" zum Thema zunächst den Willen zur Provokation und nicht zur Konstruktivität vermutet habe?

Viele Grüße,
Marcus Beike


02.02.2010 - Rebhuhnfütterung im Winter

Sehr geehrte Frau Wiegand,

die Winterfütterung der Rebhühner erfolgt (nach BEHNKE) am besten mit Bruchgetreide (Weizen), das als Abfall der Getreidereinigung entsteht und direkt beim Landwirt gekauft werden kann. Wer keine Quelle für Bruchgetreide hat, kann im Landhandel Körnerfutter für Haushühner (ohne alle Zusätze!) kaufen, derzeit etwa 10,50 €/25 kg.
Die Örtlichkeit der Fütterung muss richtig gewählt werden, am besten sind niedrige und durchsichtige Dornenhecken mitten im Feld oder eine andere niedrige Felddeckung Altgrasstreifen, Hochstaudenflur oder sogar ein Wildacker im Feld. Die Hühner wollen viel Sicht und meiden hohe Bäume bzw. den Waldrand. Hilfweise kann man mit niedrigen Wällen etwa aus Schwarzdornreisig künstliche Deckung schaffen. Da sich die Rebhuhnvölker schlecht miteinander vertragen wird man am besten für jede Kette eine eigene Fütterung anlegen. Man kann - wenn man die bevorzugten Liegeplätze der Hühner kennt - auch mitten im Feld, etwa auf verharschtem Schnee oder an Stellen, die die Hühner freigescharrt haben direkt füttern, allerdings wird dann jeder neue Schneefall das Futter zudecken. Die Errichtung von festen, überdachten Schütten ist für die Rebhuhnfütterung umstritten, und außerdem ist es jetzt dafür sowieso zu spät. Am besten sind große Kaffhaufen (auch problematisch, da so schnell kaum genügend Kaff zu bekommen ist und die Bevölkerung dies manchmal nicht akzeptiert), die durch Gärungswärme schneefrei bleiben. Die alten Jäger haben mit dem Schneepflug die Wintersaat (Gerste/Roggen) freigelegt, dafür braucht man natürlich außer einem Schneepflug auch die Genehmigung des Landwirts. Immer daran denken, dass jede länger betriebene Rebhuhnfütterung besonders die Mäusebussarde anzieht. Diese wollen natürlich nicht die Rebhühner schlagen, was sowieso nur können, wenn die Rebhühner kurz vor dem Verhungern oder Erfrieren sind, sonderen sie warten auf Mäuse, die sich an jeder Fütterung bald einfinden. Deshalb sucht auch der Fuchs die festen Futterplätze regelmäßig nachts auf (die Spuren im Schnee zeigen es). Die Präsenz der Bussarde hält aber die Hühner ab, die Fütterung anzunehmen - also die Nähe von möglichen Ansitzwarten bei der Wahl des Futterplatzes meiden. Die Hühner zeigen uns aber auch ihre bevorzugten Aufenthaltsorte jetzt überdeutlich in der Landschaft. Die Rebhühner im Winter möglichst wenig stören und möglichst nicht aufjagen, um sie nicht in ein Energiedefizit zu treiben.
Hoffentlich haben Ihnen diese Ausführungen etwas genützt.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Brauneis


02.02.2010 - Vogeljagd auf Malta

Hallo Frau Adolph,

versuchen Sie doch einmal diesen Übersetzer:

http://www.online-translator.com/Default.aspx/Text

Der Text ist zwar mit Augen- und Kopfschmerzen zu lesen bzgl. der deutschen Sprache, aber der Inhalt ist schon verständlich und traurig

Andrea Wiegand
Wabern


02.02.2010 - Frühjahrsvogeljagd in Malta

Hallo zusammen,

darf ich zaghaft an meinen Beitrag vom 1. Februar bezüglich des Artikels in der "Times of Malta" erinnern und entsprechende Hilfe erwarten? Sicherlich ist dies aufgrund der etwas erhitzten Diskussionsrunde bezüglich des Themas Kormoran in den Hintergrund gerückt. Doch auch die Jagd auf Zugvögel in Malta ist ein aktuelles und wichtiges Thema.

Herzlichen Dank
Karin Adolph


02.02.2010 - Rebhuhnfütterung

Guten Tag Herr Brauneis,

vielen Dank für ihren Aufruf zur Fütterung des Rebhuhns. Jedoch vermute ich, dass nur einem geringen Teil der Leser des Birdnet geeignete Fütterungsmethoden für Feldhühner bekannt sein dürften. Als geeigneten Ansprechpartner nennen Sie zu Recht den ortsansässigen Jagdpächter.
Für einen ersten Überblick bezüglich der Fütterung wären Erläuterung und Hinweise aus ihrer Praxis sicherlich auch schon hilfreich. Vielleicht könnten Sie auch den gefundenen Artikel aus der Zeitschrift " Wild & Hund " [ http://www.wildundhund.de/438,3405/ ] ihren Erfahrungen nach entsprechend kommentieren.

mit hilfsbedürftigen Grüßen
Manfred Gunia


01.02.2010 - Nochmals Kormoran

Nochmals meine Frage: Gibt es wissenschaftlich Arbeiten zur Auswirkung der Kormorane auf Äsche und Aal (oder andere authochtone Fischarten) in Hessen - etwa von der Eder? Die HGON müsste das doch wissen. Vielen Dank für eine Antwort!
Wer übrigens mit "Der Falke" nicht zufrieden ist, der sollte "Die Vogelwelt" lesen. Diese Zeitschrift finde ich persönlich sehr gut.

Dr. Jörg Brauneis


01.02.2010 - Autistischer Kormoran

Sehr geehrter Herr Roth,

ich liebe die Natur genauso wie Sie und möchte sie vor unnützem Menschengesindel bewahren. Leider bin ich durch ego-gestörte Autoren wie Peter Sloterdijk und Sybille Berg, sowie durch grenzdebile Periodika wie "Der Falke" oder "Sky&Telescope" kleingeistig ein wenig ins Hintertreffen geraten. Auch mein von gewissen Atavismen gesteuerter Verzehr von gastronomisch zubereiteter tierischer Muskelmasse ist sicher für eine komplexere Reflexion gewisser ökologischer Zusammenhänge nicht gerade förderlich gewesen.
Daher würde ich Sie bitten, mir als (Noch-)Mitglied eines dieser Ego-gesteuerten Verbände, ihren Weg Natur zu schützen einmal exemplarisch zu beschreiben, bevor ich motiviert durch fehlende kommunikative Kompetenz sowie infantile Regression mein originäres Engagement in Sachen Naturschutz zu reflektieren beginne.
Da auch meine Lebenszeit u.U. begrenzt sein mag, möchte ich den intellektuellen Habitus meiner Existenz mit effektivem Wirken in Sachen Natur bereichern, und bin daher für diesbezügliche Anregungen meines geistigen Potentials äusserst dankbar - negiere jedoch gewisse unflotte und rassistische Ideen.

mit ethisch akzeptablen Grüssen
Manfred Gunia


01.02.2010 - Kormoran

Hallo Herr Roth,

ich habe mich, obwohl ja eigentlich nicht angesprochen, doch entschlossen weiter zu posten und hoffe das ist okay?
Sicher darf man sogar nicht nur darüber nachdenken sondern seine Gedanken auch vermitteln. Die ethischen Vorstellungen der Menschen sind so komplex, dass man natürlich mit heftigem Widerstand und gegenteiligen Bekundungen rechnen muss, gerade wenn es um die Tötung von Lebewesen geht und dies dann auch noch aus nicht nachvollziehbaren
Beweggründen geschieht.

Tiere zu essen weil der Mensch hungrig ist, das sehe ich als natürliches Verhalten. Sie zu töten um den Profit zu erhöhen oder gar das Hobby zu pflegen, das ist für mich völlig unakzeptabel. Nicht nur der Kormoran ist unbeliebt wegen seiner Ernährungsweise sondern fast alle Fischfresser. Futterneid ist weitverbreitet, obwohl garnicht notwendig, ist das vielleicht noch einer unserer "Urinstinkte" der sich da zeigt? Das fängt bei den Erdbeeren und Kirschen im eigenen Garten an, selbst wenn der Mensch die Mengen garnicht selber essen oder verarbeiten kann, Vögel dürfen sich da meistens nicht blicken lassen.

Hier möchte ich noch ein Zitat von Ihnen einfügen:

>Man muss immer abwägen, Kormoran gegenüber Äsche und Teichwirtschaft, Mensch gegenüber Natur usw. Das ist nicht immer einfach.<

Warum dieses gegenüber, alle genannten Lebewesen sind für mich Teil der Natur, sollten also miteinander auskommen?
Wirtschaft ist dann allerdings unter einem anderen Aspekt zu betrachten, der aber sicher
nicht zwingend zu Lasten der Natur gehen sollte.

kollegiale Grüße
Andrea Wiegand






01.02.2010 - Kormoran

Liebe Kollegen,

hoffe, diesmal schaffe ich es, meinen Beitrag im "Forum" zu posten. Ansonsten wieder im birdnet.

Da habe ich ja anscheinend ein Wespennest getroffen. Um eines gleich klarzustellen: Ich bin, im Gegensatz zu sehr vielen Naturschützern, seit 25 Jahren Vegetarier. Und von außen betrachtet kann ich, lasse ich Naturschutzrecht mal außer Acht, keinen Unterschied darin sehen, Kormoranbrust oder Rehkeule zu essen. (Der NABU wirbt aktuell sogar mit dem Slogan: Wer schießt, muss auch essen; samt Rezeptvorschlag!). Rehe sind vermutlich gegenüber dem Kormoran die deutlich "intelligenteren", weil zu gewisser Reflexion fähigen Tiere. Schweine sind vermutlich noch sehr viel "schlauer", als Reh und Kormoran zusammen. Trotzdem werden sie sehr gerne von Naturschützern gegessen, ohne dass Naturschützer dies selbst reflektiert oder irgendwie merkwürdig fände.

Das ist ein Punkt, auf den einen eine Beschäftigung mit z. B. Ken Wilbers Ideen aufmerksam machen kann. Herrn Wilber Rassismus vorzuwerfen, ohne seine Schriften zu kennen (oder zu verstehen), mag der Tatsache geschuldet sein, dass er schwieriger zu lesen ist als "Der Falke" und ich, wie angemerkt, sehr kurzgefasst darauf hingewiesen habe. Insofern gehen alle Unverständlichkeiten zu meinen Lasten. Ansonsten zeigt manche Replik Ihrerseits genau das, was ich derzeit im Verhältnis Angler-Naturschützer meine feststellen zu können: Spalten statt Versöhnen. - Genau diese selbstzufriedene Haltung vieler Verbandler hat mich vor vielen Jahren bewogen, mein früher sehr intensives Engagement im Naturschutz zu beenden, mich nicht mehr verbandlich zu organisieren. Für derlei weitgehend ego-gesteuerten Kindergarten ist mir meine Lebenszeit schlicht zu schade. Ich habe andere Wege gefunden, Natur zu schützen, die sogar ziemlich gut funktionieren. Mal mit Verbänden, mal ohne. So viel dazu.

Übrigens: Ich habe mit keinem Wort davon gesprochen, dass man Kormorane (oder andere Wesen) töten sollte, da ich logischerweise gegen Töten bin. Ich wollte nur sagen, sollte es (außerhalb Hessens) echte Probleme mit dem Kormoran geben, wäre es besser, über Methoden nachzudenken, die eben gerade nicht dazu führen, Vögel abzuschießen. Kleinstmöglicher Eingriff mit größtmöglicher Wirkung. Ob es funktionieren würde, weiß ich nicht. Aber darüber nachdenken wird man schon noch dürfen?
Herzlich
M. Roth


01.02.2010 - Kurze Stellungnahme

Hallo Herr Dr. Brauneis,

sollten Sie mit "persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen" meine Ausführungen bzgl. "fehlender Kompetenz und Intelligenz" meinen, so kann ich versichern, dass ich damit definitiv nicht Herrn Roth gemeint habe, da ich mir auch sicher bin, dass ich bloß durch meine Haltung zur Kormoranthematik für ihn nicht zum Feindbild mutiere.
Auch ich lade Herrn Roth ein, seine Meinung weiterhin hier zu äussern und auf meinen Beitrag zu reagieren. Er soll bitte nicht glauben, dass ich oder jemand anderes hier nichts mehr von ihm hören will.

Viele Grüße, Marcus Beike



01.02.2010 - Diskussionsforum - Toleranz

Hallo zusammen,

den Aufruf zu Toleranz und Höflichkeit kann ich nur unterstützen, anders ist ein Zusammenleben und Erreichen gemeinsamer Ziele ´garnicht möglich. Toleranz ist die Grundlage jeder Diskussion und auch die Basis für einen effektiven Naturschutz.

Toleranz heißt für mich dulden, geltenlassen. Auf keinen Fall wollte ich den Verfasser des Beitrags mit der Äußerung meiner perönlichen Meinung angreifen, sondern lediglich meine eigene Überzeugung kundtun. Es täte mir leid, wenn dies falsch verstanden wurde, auch in den übrigen Antworten sehe ich persönlich keine Unhöflichkeit oder gar persönliche Beleidigung und denke das keiner der Schreiber dies beabsichtigt hat.

In der Hoffnung auf weitere interessante Beiträge und Antworten
gelassene und höfliche Grüße
Andrea Wiegand
Wabern


01.02.2010 - Bitte um mehr Toleranz gegenüber Andersdenkenden

Die Stellungnahme von Herrn Roth / Kassel zu den Kormoranen und die Antworten in diesem Forum habe ich gelesen. Zum Kormoran möchte ich mich hier auch gar nicht äußern. Aber ich möchte darum bitten, gegenüber den Meinungen Andersdenkernder etwas mehr Toleranz und Höflichkeit walten zu lassen. Ein so großer Naturschutzverband wie die HGON kann und muss nach meiner Meinung auch abweichende Meinungen ertragen. Toleranz war in früheren Jahren und besonders während der Zeit des von mir so verehrten Willy Bauer ein wesentliches Kennzeichen der HGON. Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen und aus allen politischen Lagern haben zusammengearbeitet mit dem Ziel den Naturschutz voranzubringen. Natürlich wurde über den Weg gestritten, aber nie mit persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen. Ich würde mir wünschen, das dies in Zukunft wieder so sein könnte. In diesem Sinne möchte ich Herrn Roth auffordern, seine Meinung weiter in diesem Forum zu vertreten, oder besser noch, in die HGON einzutreten und innerhalb der Gesellschaft zu argumentieren.

Zum Kormoran habe ich aber dann doch noch eine Frage: Gibt es eigentlich wissenschaftliche Untersuchungen über die Auswirkungen der Koromoranpopulation auf die Laichbestände der Äsche, aber auch auch den Aal in Hessen? Für einen Literaturhinweis wäre ich dankbar, denn gesichterte, wissenschaftliche Erkenntnis ist doch die beste Argumentations- und Diskussionsgrundlage.

Dr. Jörg Brauneis




01.02.2010 - Frühjahrsvogeljagd Malta

Hallo zusammen,

Themenwechsel zwischendurch:

Ich habe soeben in der Zeitung "Times of Malta" einen langen Artikel mit unzähligen Kommentaren dazu gefunden mit der Überschrift:
" 'Limited' spring hunting season". Hier der Link dazu:


http://www.timesofmalta.com/articles/view/20100131/local/limited-spring-hunting-season

Ich kann zwar Englisch, bin aber keinesfalls perfekt und kann aus diesem Grunde nicht alles verstehen, habe aber soviel erlesen können, dass die Frühjahrsjagd in Malta in eingeschränkter Form erlaubt werden soll :(( -- War ja eigentlich fast nicht anders zu erwarten, aber dennoch bin ich sehr traurig und mein Herz tut weh.

Der Artikel ist sehr lang, die Kommentare dazu sehr unterschiedlich und stark emotional geprägt.

Entnommen habe ich dem Artikel, dass eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gegen die Frühjahrsjagd ist! (abgeschlossenes Polling -- eventuell Nachfrage bei der Zeitung, welches Resultat, weiß aber nicht in welcher Abteilung unter "Contact").

Ich muss mir allerdings sehr viel "zusammen reimen", teilweise habe ich mit Hilfe von Google die Wortübersetzung angewendet, aber es fällt mir sehr schwer, den gesamten Artikel gut zu verstehen.

Vielleicht ist jemand hier im Forum, der perfekt Englisch kann und würde den Artikel für uns übersetzen, denn sicher sind einige von uns in der gleichen Lage wie ich.

Jedoch ist mir sehr bange, das was ich verstanden habe, liest sich nicht gut. Das einzige, was ein wenig positiv ist: Die Befürworter der Jagd können nicht mehr so wie sie wollen -- es passiert was, die Bevölkerung wird "wach" ... und nicht nur die von Malta, sondern auch europaweit schauen viele Augen auf dieses kleine Land. Es gibt Hoffnung für die Zugvögel, wenn auch dieses Jahr bestimmt wieder viele einen qualvollen Tod sterben müssen, Vögel, die bei uns brüten, und die nie ankommen werden :-( Wir dürfen nicht locker lassen, nicht aufgeben, JETZT ist die Chance, diese unsinnige und elende Jagd in Zukunft endgültig Geschichte werden zu lassen.

Es grüßt eine emotional aufgewühlte
Karin Adolph


01.02.2010 - Kormoran-Beiträge Marcus Beike und Matthias Roth

Hallo Herr Beike,

vielen Dank für Ihre deutlichen und klaren Aussagen in Bezug auf den Beitrag von Matthias Roth!

Sie haben sich keinesfalls zu weit aus dem Fenster gelehnt, im Gegenteil. Ich gehe mit Ihnen vollkommen konform: weder Mensch noch Tier darf jemals in mehr oder weniger "lebenswert" eingeteilt werden.

Ihre Äußerungen zur Stellungnahme von Herrn Roth sind bewundernswert kontrolliert, hätte ich mich dazu geäußert, wären meine Zeilen zensiert worden.

Solidarische Grüße
Karin Adolph


31.01.2010 - Kormoran Beiträge (Marcus Beike)

Hallo Herr Beike,

ich kopiere hier gerad mal Ihre Frage hinein:
Hmmm... Lehne ich mich da jetzt zu weit aus dem Fenster, wenn ich diese Idee mit der Idee des Rassismus vergleiche? Ich denke nicht. Soweit kommt's noch! Es ist ABSOLUT indiskutabel und inakzeptabel, Tiere oder andere Lebensformen in mehr und weniger "lebenswert" einzuteilen. PUNKT!!!


Sicher lehnen sie sich nicht zu weit aus dem Fenster, Rassismus und Wertigkeit der Lebensformen sind allgegenwärtig.
Und so stimme ich da emotional auch 100prozentig zu. Die Realität sieht leider nicht
so positiv aus für die schwächeren Lebewesen,
da sind wir Menschen ja selber nicht aussen vor.

Ich wünsche Ihnen weiterhin diesen für uns alle sehr wichtigen Idealismus.

Viele Grüße
Andrea Wiegand









31.01.2010 - Kormoran Beitrag von Matthias Roth

Hallo zusammen,

ja leider ist es so, dass der Mensch mittlerweile glaubt der Natur richtig reinpfuschen zu können, die Schöpfung nach seinen Vorstellungen zu manipulieren wird mit der Großartigkeit des Menschen als notwendig dargestellt. Gepaart mit dem uns allen mehr oder weniger angeborenem Egoismus ziehe ich es vor die noch vorhandene Natur zu erleben und wenn möglich zu schützen.

Wie wird es wohl ausehen, das Ergebnis der Umgestaltung? Darüber länger nachzudenken, das verbietet mir mein Egoismus.

einen naturliebenden Gruß
Andrea Wiegand





31.01.2010 - Kormoran - M. Beike und M. Roth

Hallo zusammen,

zu den Antworten von Marcus Beike auf die Ausführungen von Matthias Roth möchte ich nur eines anmerken: Vielen Dank für die klaren Worte!!!! Das war eine angemessene Replik.

VG,

Dietmar Jürgens




31.01.2010 - Kormoran-Beitrag von Matthias Roth

Hallo zusammen,

und hier nun meine Antworten auf den Beitrag:

M.Roth schrieb: "Was wäre so problematisch an einer sinnvollen und ethisch akzeptablen Bestandslenkung des Kormorans (Familienplanung, unfruchtbare Eier usw.), wenn dies dem Ganzen nützte?"

Weil es eine solche Lenkung nicht geben kann, weil sich die Worte "ethisch akzeptabel" und "Bestandslenkung" (man könnte es mit "Geburtenkontrolle" vergleichen) gegeneinander ausschliessen. Es ist ethisch nicht vertretbar, wenn sich Menschen herausnehmen, zu entscheiden, ob ein Vogel Fisch fressen darf oder nicht und deshalb getötet werden soll oder nicht.

M.Roth schrieb: "Sich ohne Not zum Feindbild zu mausern, wie das aktuell beim Kormoran geschieht (Vogel des Jahres!), kann ich nicht verstehen."

Verstehe ich das richtig so, dass wir Kormoranschützer uns ohne Not zum Feindbild mausern? Ohne Not in Zeiten, in denen von Anglern die Ausrottung des Kormorans gefordert wird? Anglern, deren Überleben im Gegensatz zum Kormoran nicht vom Fischfang abhängt, sondern denen es nur um die Ausübung ihres Hobbies (Jagen und Sammeln!!!) geht?
Ich persönlich werde mich sicher nicht davon abhalten lassen, den Kormoran zu schützen, nur weil ich dadurch für Menschen mit fehlender Kompetenz und Intelligenz zum Feindbild werde.

M.Roth schrieb: "Man muss immer abwägen, Kormoran gegenüber Äsche und Teichwirtschaft, Mensch gegenüber Natur usw."

In puncto Fischzucht stimme ich insofern überein, als dass den Züchtern, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, geholfen werden kann, aber nicht mit der Flinte oder Ölpinseln, sondern anderen Massnahmen, die hinlänglich bekannt sein dürften.
Dass der Kormoran Einfluss auf die Fischfauna hat, ist auch unbestritten, macht ihn aber deswegen noch lange nicht zum Schädling. Vor allem dann nicht, wenn dieser Einfluss nur gegen die Vorstellungen der Sportangler von einer ihnen genehmen Zusammensetzung der Fischwelt geht.

M.Roth schrieb: "Der "Evolutionsphilosoph" Ken Wilber hat eine nicht unflotte Idee dazu veröffentlicht: Komplexere und bewusstere Organismen sind schützenswerter als einfache. Tiergruppen, die großes geistig-evolutionäres Potential besitzen, sind wichtiger als andere."

Hmmm... Lehne ich mich da jetzt zu weit aus dem Fenster, wenn ich diese Idee mit der Idee des Rassismus vergleiche? Ich denke nicht. Soweit kommt's noch! Es ist ABSOLUT indiskutabel und inakzeptabel, Tiere oder andere Lebensformen in mehr und weniger "lebenswert" einzuteilen. PUNKT!!!

Ich hoffe, ich konnte mich einigermassen kontrolliert zu der Stellungnahme von M. Roth äussern, die schon einigen Zorn in mir aufkommen liess...

Viele Grüße, Marcus Beike


31.01.2010 - Kormorane

Hallo zusammen,

ich habe mir erlaubt, einen Beitrag von Matthias Roth aus dem birdnet hier rüber zu kopieren, da die Veröffentlichung hier bei ihm wohl nicht geklappt hat.

Viele Grüße, Marcus Beike

Matthias Roth schrieb:

"Hallo liebe KollegInnen,

wollte meinen Beitrag im "Forum" posten, ging leider nicht, deshalb jetzt hier Kormoran die Nächste: Was wäre so problematisch an einer sinnvollen und ethisch akzeptablen Bestandslenkung des Kormorans (Familienplanung, unfruchtbare Eier usw.), wenn dies dem Ganzen nützte? Macht der Mensch doch auch bei sich selbst.

Ich habe eher Probleme mit fundamentalistischen Naturschützern, die sich außerhalb ihres Biotopes ziemlich oft als, entschuldigen Sie das böse Wort, quasi-Autisten entpuppen und die Welt einfach grundsätzlich gerne anders hätten als sie halt ist. So kommt man aber nicht wirklich weit. Naturschutz geht nur m i t breiter gesellschaftlicher Unterstützung. Sich ohne Not zum Feindbild zu mausern, wie das aktuell beim Kormoran geschieht (Vogel des Jahres!), kann ich nicht verstehen. Auch wenn ich, als nicht verbandlich gebundener Naturschützer, den Vogel des Jahres demnächst vorstellen werde (vom Verband wollte keiner!). Man muss immer abwägen, Kormoran gegenüber Äsche und Teichwirtschaft, Mensch gegenüber Natur usw. Das ist nicht immer einfach.

Ein Tipp dazu: Der "Evolutionsphilosoph" Ken Wilber hat eine nicht unflotte Idee dazu veröffentlicht: Komplexere und bewusstere Organismen sind schützenswerter als einfache. Tiergruppen, die großes geistig-evolutionäres Potential besitzen, sind wichtiger als andere. Der Mensch als größter Gestalter der Erde ist am wichtigsten, egal ob Naturliebhaber und oder Angler. Die Idee beruht darauf, dass die Evolution endlos lange gebraucht hat und braucht, um komplexe Strukturen und Organismen entstehen zu lassen. Kurz gesagt.

Vielleicht mal unter diesem Gesichtspunkt die Kormoran-Teichwirtschaft-Kontroverse bekucken.

Grüße aus Nordhessen
M.Roth"


31.01.2010 - Links von Karin Adolph

Hallo Frau Adolph,

danke für die neuen Verweise auf den Artikel und die anderen Leserbriefe. Sie funktionieren bei mir alle. Der von mir vorgeschlagene Weg mit dem einzufügenden Leerzeichen verweist in der Tat mittlerweile auf ein Zeitungsarchiv ohne weiteren Verweis, welches wohl nur von Abonnenten eingesehen werden kann. Offenbar sind die Leserbriefe nur einen begrenzten Zeitraum online einsehbar. Daher vielen Dank für die Einstellung ihres Briefes ins Forum.

Das Ergebnis des Polling ist leider nicht mehr einsehbar, jedoch war mein letztes Ergebnis immer noch 2/3 gegen die Frühjahrsjagd. Ich werde die Malta-Times diesbezüglich einmal anschreiben und die Antwort hier wiedergeben.

verlinkte Grüße
Manfred Gunia


31.01.2010 - Leserbrief

Hallo Frau Adolph

und vielen Dank!
Der neue Link funktioniert bei mir einwandfrei.

Viele Grüße
Andrea Wiegand



31.01.2010 - Mein Leserbrief in der Ostseezeitung

Hallo zusammen,

tut mir leid, dass es Komplikationen gibt. Bei mir funktioniert der Link einwandfrei. Aber ich folge einmal dem Rat von Frau Wiegand und kopiere meinen Leserbrief hier ein:

"Laserpointer und gebratene Kormoranbrust


Sogar im Bundesland Hessen ist bekannt geworden, dass es in Mecklenburg-Vorpommern einen Umweltminister gibt, der diesem Amt eher unwürdig ist. Wie kann ein Minister, der für die Umwelt zuständig ist, ankündigen, dass gegen Kormorane Laserpointer eingesetzt werden und deren Eier mit Öl bestrichen werden sollen. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist der Kormoran eine besonders geschützte Art.

Es ist verboten, die Tiere in irgendeiner Art zu beeinträchtigen oder zu töten. Ebenso unterliegen sie dem Schutz durch die Europäische Vogelschutzrichtlinie. Die verwendeten Laser der frei zugänglichen Modelle verursachen erwiesenermaßen Verbrennungen der Netzhaut mit möglicher Dauerschädigung (vollkommene oder teilweise Erblindung). In Sekunden kann ein ganzer Schwarm fliegender oder eine ganze Gruppe beieinander sitzender oder schwimmender Vögel geblendet und „vergrämt“ werden – viele der in Panik und ohne Orientierung fliehenden Vögel fügen sich in Folge dieser Attacke weitere, schwere Verletzungen zu.

Statt die Kormorane mit dubiosen Waffen zu "vergrämen" oder sie bei ihrem Brutgeschäft mit Eierbemalungen durch Öl massiv zu stören, sollte der Umweltminister sich eher um die tatsächlichen Ursachen kümmern, darunter die Verluste von natürlichen Unterständen in Gewässern, die geringe Qualität von Laichgebieten, Boden- und Schadstoffeinträge sowie die gelegentlich unsachgemäße Bewirtschaftung von Gewässern. Nicht selten führen z. B. künstliche Besatzmaßnahmen innerhalb der Fischfauna zu Verschiebungen von Räuber-Beute- und Konkurrenz-Beziehungen, die das Überleben schutzbedürftiger Arten erschweren.

Lediglich an Teichwirtschaften, die als Wirtschaftsbetriebe zur Fischzucht und Fischmast angelegt wurden, entstehen bei regelmäßigen Kormoraneinflügen fischereiwirtschaftliche Schäden. Diese Anlagen können durch geeignete Maßnahmen wie z. B. dem Überspannen mit weitmaschigen Drahtnetzen geschützt werden. Solchen vorbeugenden Maßnahmen, die den Kormoranen nicht schaden, sollte generell Vorrang eingeräumt werden.

In Anbetracht meiner obigen Ausführungen hoffe ich, dass dem Herrn Umweltminister Backhaus die vom Jagd- und Angelverband im Rahmen des Parlamentarischen Abends servierte gebratene Kormoranbrust noch sehr lange im Magen liegt!

schreibt Karin Adolph aus Gründau"


Damit Sie die anderen Leserbriefe zu dem Thema noch lesen können (und so vielleicht auch meinen Leserbrief im Original finden) setze ich noch einmal den Link zum Hauptartikel in der OZ (Minister Backhaus will Kormoraneier ölen lassen) ein:

http://www.ostsee-zeitung.de/lokal/leserbriefe_artikel_komplett.phtml?param=news&id=2671356

Dort ganz zum Schluß befinden sich die Unterlinks zu den Leserbriefen, die bisher geschrieben wurden. Ich hoffe, es klappt dieses Mal mit dem Link, bei mir funktioniert er.

Viele Grüße
Karin Adolph


30.01.2010 - Kormoran-Link

Hallo zusammen,

noch einfacher wär´s ja wenn Frau Adolf den Text hier mal reinkopieren würde?!

Bei mir funktioniert es jedenfalls nicht mit:

" i n dem kompletten Link ein Leerzeichen direkt h i n t e r 'lokal' und vor dem folgenden Slash ( / ), den Rest dann stehen lassen. Es erscheint dann eine Meldung der Zeitung, dass der Text schon im Archiv steht."

Ja, das tut es, aber nicht verbunden mit dem eingeblendeten Link zum Leserbrief?

Frau Adolf kann ja vielleicht helfen...

suchende Grüße
Andrea Wiegand






29.01.2010 - Kormoran-Link

Guten Abend Herr Erlemann,

das Problem kann auch im Zeilenumbruch des 3-zeiligen Links stecken. Wenn sie den Link wirklich o h n e Leerzeichen in ihrem Browswerfenster stehen haben, und es dennoch nicht gelingt, den Brieftext zu bekommen, dann setzen sie mal i n dem kompletten Link ein Leerzeichen direkt h i n t e r 'lokal' und vor dem folgenden Slash ( / ), den Rest lassen sie so stehen. Es erscheint dann eine Meldung der Zeitung, dass der Text schon im Archiv steht, jedoch verbunden mit dem eingeblendeten Link zum Leserbrief.

verbriefte Grüße
Manfred Gunia


29.01.2010 - Kormaran-Link

Guten Abend Herr Gunia,

besten Dank für Ihren Hinweis. So war auch meine Vorgehensweise, Ostseezeitungseite erschien, unter Leserbriefe alles mögliche, nur konnte ich den Beitrag von Frau Adolph bzw. das Kormoranbrüstchen nicht finden....

erfolglose Grüße
Peter Erlemann


29.01.2010 - Kormoran-Link

Guten Tag Herr Erlemann -

der Link von Frau Adolph funktioniert mit Mozilla Firefox unter Windows XP völlig problemlos. Manchmal wird in Foren hinter http:// vom Teilnehmer noch ein Leerzeichen eingefügt, welches ggf. entfernt werden muss. Dies ist jedoch hier nicht der Fall, also: markieren, kopieren, einfügen und die Ostsee-Zeitung ist da, samt den anderen Leserbeiträgen.

(Ich habe noch einen grünen Laserpointer für Sternführungen, mittlerweile wohl nicht mehr frei verkäuflich, da P < 5mW. Hoffentlich bekommt der ortsansässige Angelverein davon keinen Wind, resp. kein Photon...)

linkische Grüße
Manfred Gunia


29.01.2010 - Kormoran


Hallo.

Frau Adolph, leider wurde unter Ihrem angegebenem Link der Hinweis eingeblendet: Suchbegriff nicht gefunden.


Bei den Hintergründen zur Presseerklärung ist mir aufgefallen:
die rund 300 Bp. in Hessen kommen "vor allem am Rhein, an der Eder, der Nidda und der Lahn vor". Dabei zählte die Brutkolonie am Main in den letzten Jahren zu den beiden größten - 2007 war sie deutlich die stärkste.

Viele Grüße
Peter Erlemann


28.01.2010 - Laserpointer und Kormoranbrust - mein Leserbrief

Hallo zusammen,

mein Leserbrief betreffend Umweltminister Backhaus und seiner absurden Ankündigung der Kormoran-"Vergrämung" durch Laserpointer etc. wurde in der Ostseezeitung veröffentlicht:

http://www.ostsee-zeitung.de/lokal/leserbriefe_artikel_komplett.phtml?SID=956bd6fb7756663a646cad85ac1309e2¶m=news&id=2675706

Viele Grüße
Karin Adolph

ps.: Und morgen geht mein Brief per Post auf den Weg zu Umweltminister Backhaus


28.01.2010 - Zum Kormoran - Pressemitteilung NABU Hessen / HGON

Dreißig Prozent weniger Kormorane - NABU Hessen und HGON fordern Ende der Kormoranverfolgung

Wetzlar/Echzell. Die Zahl überwinternder Kormorane in Hessen ist um ein Drittel gesunken. Das ergaben aktuelle Erhebungen des NABU Hessen und der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Der Brutbestand hat sich seit 2004 sogar fast halbiert. Anlässlich der Vorstellung dieser Ergebnisse fordern der Landesvorsitzende des NABU, Gerhard Eppler und Oliver Conz, der Vorsitzende der HGON, den sinnlosen Abschuss der flinken Fischjäger zu stoppen.

Nach der Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres hatte es zum Teil heftige Kritik von Sportfischern gegeben, die einen vermehrten Abschuss des flinken Fischjägers forderten. Als Begründung wurde die ungebremste Vermehrung des Ruderfüßers angegeben, die angeblich zur Ausrottung seltener Fischarten führe. „Die aktuellen Zahlen belegen, dass die Kormoran-Bestände in Hessen nicht zu-, sondern drastisch abgenommen haben“, weist der Biologe Eppler die Kritik zurück. Die Gefährdung seltener Fischarten lässt sich nach den Worten Epplers auf den völlig unzureichenden ökologischen Zustand vieler Gewässer zurückführen. „Hier wird ganz augenscheinlich der Kormoran zu Sündenbock erklärt, um vom Versagen bei der umfassenden ökologischen Aufwertung der Flüsse, Bäche und Seen abzulenken.“ so die Naturschützer einhellig.

Bei den aktuellen Winterzählungen von HGON und NABU wurden 2630 Kormorane an 62 Schlafplätzen ermittelt. 25 einstmals genutzte Schlafplätze waren bereits verwaist. In 2004 überwinterten noch 3500 und in 2008 über 3690 Kormorane an hessischen Gewässern. „Die Bestandsabnahmen der Brutpaare im Sommer sind noch dramatischer“, so Conz, „bei den Zählungen der Staatlichen Vogelschutzwarte und der HGON konnten wir in 2004 noch 569 Brutpaare feststellen, im letzten Jahr dagegen nur 300. In fünf Jahren hat sich der Brutbestand damit nahezu halbiert!“ Dabei war der Kormoran nach jahrhundertelanger Ausrottung erst Mitte der 1980er Jahre als Brutvogel nach Hessen zurückgekehrt. Nur wenig später haben Sportfischer-Verbände bereits wieder den Abschuss von Kormoranen durchgesetzt. „Seither hat sich die Zahl der von den Fischereibehörden erteilten Abschussgenehmigungen verdoppelt. Teilweise werden sogar noch zur Brutzeit Vögel erlegt. Das muss angesichts der jüngsten Bestandsentwicklung aufhören. Sofort!“ betont Oliver Conz.

Hintergrundinformationen

Jahrzehntelang war der Kormoran aus Deutschland so gut wie verschwunden – das Ergebnis intensiver Verfolgung bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dank verbesserter Gesetze zum Vogelschutz und angesichts großer Fischmengen in nährstoffreichen Gewässern stieg die Anzahl der Tiere seit Anfang der 1980er Jahre wieder an. Heute leben in Hessen rund 300 Brutpaare. Sie kommen vor allem am Rhein, an der Eder, der Nidda und der Lahn vor. „Die Rückkehr des Kormorans ist ein Erfolg für den Vogelschutz, auf den wir stolz sein können“, betont Gerhard Eppler.

Weil sich der Kormoran von Fischen ernährt, hat er nicht nur Freunde. Nach wie vor versuchen Teichwirte und Angler Politiker und Behörden mit einseitigen Argumenten wie der angeblichen Bedrohung seltener Fischarten und der wirtschaftlichen Schädigung zu überzeugen. Ihnen ist es gelungen, eine Ausnahmebestimmung zum gesetzlichen Schutz zu erwirken. Die schwarz-gelbe Landesregierung hat die Entscheidung über den Abschuss der Kormorane aus der Hand der Naturschutzbehörden genommen und auf die Fischereibehörden übertragen. Seither ist die Zahl der Abschussgenehmigungen sprunghaft angestiegen.

Der NABU und die HGON lehnen eine flächendeckende Verfolgung der Kormorane grundsätzlich ab. Kormorane vernichten keine Fischbestände und gefährden langfristig auch keine Fischarten. Allerdings können sie an Fischteichen wirtschaftliche Schäden anrichten. Doch es gibt Möglichkeiten, dies zu verhindern, ohne den natürlichen Bestand der Vogelart erneut zu gefährden. „Die Auseinandersetzung um den Kormoran ist ein Prüfstein für einen umsichtigen Artenschutz in Hessen.“, so Oliver Conz. „Sie zeige auf, ob man bereit ist, ökologische Fakten zur Kenntnis zu nehmen oder davor die Augen verschließt.“

Denn es gibt Alternativen. Zu den zeitgemäßen Strategien zählt vor allem, Ruhezonen für Wasservögel an Flüssen und Seen zu schaffen. So werden sie an Orte gelenkt, an denen sie problemlos geduldet werden können. Wenn sich Kormorane hier ungestört ernähren können, verringert sich auch der Druck auf Fischzuchtanlagen oder die Rückzugsräume seltener Fischarten. An Fischzuchtanlagen gibt es Möglichkeiten, wirtschaftliche Schäden durch das Überspannen mit weitmaschigen Drahtnetzen sowie durch optisches und akustisches Vertreiben zu verhindern.

Weitere Informationen:
NABU Hessen: Gerhard Eppler, Tel.: 06257-64371
HGON: Oliver Conz, 06195-805900


28.01.2010 - Abstimmung über die Frühjahrsvogeljagd Malta

Hallo Frau Wiegand,

bei dieser Abstimmung handelt es sich um keine Petition, sondern lediglich um eine Umfrage, die von der Zeitung "Times of Malta" initiiert wird. Mehr weiß ich im Moment auch nicht, die Information erhielt ich per Mail von einer Tier- und Naturschützerin, mit der ich sehr engen Kontakt habe. Vielleicht weiß sie mehr (wohin gelangen die Ergebnisse etc.)

In WIKIPEDIA steht auszugsweise folgendes:
"....So lautet auch der Name der größten Tageszeitung, herausgegeben von der Allied Newspapers Ltd., Bezug nehmend auf The Times, The Times of Malta. Das mitte-rechts-orientierte Blatt erscheint seit 1935, ist somit gleichzeitig die älteste Zeitung des Landes und hat mit einer Auflage von 37.000 einen Marktanteil von 27 Prozent...."

Link dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Malta
Ziemlich weit unten unter "Medien" ist dies zu finden.

Die Möglichkeit besteht, die Zeitung zu kontaktieren, es gibt auf der Online-Seite ein Kontaktformular. Ich werde dies nutzen, jedoch habe ich selbst im Moment wenig Zeit, so dass dies vor Freitagabend nicht möglich ist.

Liebe Grüße
Karin Adolph

ps.: Vielen Dank, dass Sie meinen "Rechts/Links"-Fehler bei der Bekanntgabe zur Abstimmung (Poll) entsprechend korrigiert haben :-)


27.01.2010 - Petitionen

Hallo Frau Adolph,

bei einigen Petitionen die den Wildvogelschutz oder auch den Naturschutz allgemein betrafen habe ich bereits meine Stimme abgegeben. Dies erfolgte immer unter Angabe
meiner persönlichen Daten, auch oftmals mit pers. Kommentar. Auf dieser Seite ist lediglich die Stimmabgabe erfragt, man kann anschließend noch einmal zusätzlich einen Kommentar abgeben, es werden aber keine persönlichen Daten erfragt, das erscheint mir etwas oberflächlich, interessiert vor allen bzgl. der Anerkennung. Nach dieser Abstimmung kann man sogar erneut voten... Ich hoffe mal die Umfrage wird trotzdem ernstgenommen. Falls Sie mehr dazu wissen (Wer macht die Umfrage, wohin gelangen die Ergebnisse, mit welcher Wirkung/Voraussetzung), würde mich das natürlich interessieren.

Weitere Berichte auf der Homepage dazu zu lesen, dazu fehlt mir selber leider die Zeit, deshalb diese Frage an Sie. Danke schonmal im voraus und


liebe Grüße
Andrea Wiegand


PS:Auf jeden Fall abstimmen!



27.01.2010 - Abstimmung über die Frühjahrsvogeljagd in Malta

Hallo zusammen,

meine Stimme habe ich natürlich abgegeben und hoffe auf die Worte: Steter Tropfen höhlt den Stein und das gilt dann hoffentlich irgendwann nicht nur für Malta!

Eine kleine Anmerkung noch von mir, die Abstimmung findet man auf der angegebenen Internetseite auf der " RECHTEN" Seite, ganz unten (Poll), nicht wie angegeben links.

Urlauber die den Naturschutz zu ihrer Aufgabe gemacht haben, werden sicher derartige Länder meiden und zusätzlich ihren Unmut beim Fremdenverkehrsamt bekunden. Auch das sollte sich grundsätzlich nicht nur auf Malta sondern alle Länder beziehen die Vogelmord begehen.

Viwele Grüße im Namen des Vogelschutzes
Andrea Wiegand





26.01.2010 - Online-Petition von 'BirdLife Malta'

Hallo Herr Gunia,

vielen Dank für die Bekanntmachung der Nachricht vom Komitee gegen den Vogelmord. Scheinbar bin ich versehentlich nicht mehr in dem Verteiler, denn ich bekam keine Nachricht, habe aber den aktuellen Komitee-Tätigkeitsbericht 2009 per Post erhalten. Ich werde heute noch per Mail die Wiederaufnahme in den Newsletter-Versand veranlassen.

Selbstverständlich bin ich bei der Protestaktion dabei und werde sie weitläufig bekannt geben. Wir dürfen nicht locker lassen, auch wenn der Weg hart ist, aber steter Tropfen höhlt den Stein. Die Täter werden wir nicht zum Umdenken bewegen können, aber es gibt bestimmt noch genug Menschen in den sogenannten Vogelkillerregionen, die wir erreichen. Und am bisherigen Ergebnis des Pollings läßt sich erkennen, dass ein Umdenken beginnt ( http://www.timesofmalta.com/ ).

Viele Grüße
Karin Adolph


26.01.2010 - "Times of Malta"

Momentan sieht es nach einer satten 2/3 - Mehrheit gegen (!) die Frühjahrsjagd beim Polling unter http://www.timesofmalta.com/ aus!

Ob es das maltesische Parlament dann auch so entscheidet? Das EU-Parlament sollte seine Strafgebührenverordnung mal etwas entstauben. Bei dem (geringen) Bruttosozialprodukt, welches der Inselstaat Malta sicher auch zum Großteil durch Urlauber erwirtschaftet, dürften dann empfindliche Strafen schon wehtun.
Und begründete Stornierungen oder auch Hinweise beim Fremdenverkehrsverein Malta sollten ihre Wirkung nicht verfehlen.

Grüße an das Malteserkreuz
Manfred Gunia




26.01.2010 - Online-Petition von ' BirdLife Malta '

Guten Tag,

auch ich möchte mich der Problematik der Vogeljagd auf Malta (und vielen anderen Mittelmeeranrainern, besonders Zypern) anschliessen und auf einen Nachricht verweisen, welche vom ' Komitee gegen Vogelmord e.V. ' unlängst versandt wurde. Auch hier wird zu einem Online-Protest aufgerufen.
Noch besser fand ich noch die letztjährige Aktion zur Singvogeljagd in Italien, bei der an die drei entscheidenden Vertreter des Parlamentes (in Italienisch vorgefasste) Briefe versendet werden mussten; denn oft werden eMails in Ordnern gesammelt um dann mit nur einem Mausklick entfernt zu werden. Die physische Anwesenheit (nebst Auslandsporto) eines Briefes verfehlt in der heutigen Zeit im Vergleich zum eher virtuellen Protest scheinbar nicht seine Wirkung.

Nichtsdestotrotz entscheidet die massive Teilnahme an solch einem Widerstand zumindest über dessen Wahrnehmung in entsprechenden Behörden der Vogelkillerregionen. Eine entsprechende Verhaltensänderung und Einsicht in den Köpfen der Täter wird man vermutlich nicht erreichen und erst von der folgenden (und hoffentlich einsichtigeren) Generationen in diesen Ländern erwarten dürfen.
Jedoch um dies zu erreichen ist bereits heute der Protest (und auch Aufklärung) in diesen Gebieten erforderlich.

Also machen Sie mit - die Bienenfresser (u.v.a.) danken es Ihnen!

protestantische Grüße
Manfred Gunia


Text der Nachricht vom ' Komitee gegen Vogelmord e.V. vom 25.1.2010:

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Natur- und Tierfreunde,

obwohl der Europäische Gerichtshof Malta wegen der Genehmigung der
Frühlingsjagd verurteilt hat, plant die Regierung des Inselstaates auch
in diesem Jahr die Eröffnung der Jagd auf heimkehrende Zugvögel im
Frühjahr. Die EU-Vogelschutzrichtlinie verbietet diese Praxis klipp und
klar!
Offiziell sollen Wachteln und Turteltauben bejagt werden dürfen, doch
die Jäger werden die Gelegenheit nutzen und vor allem Greifvögel,
Pirole, Bienenfresser, Segler und andere geschützte Arten wildern.
Unser Partnerverband BirdLife Malta hat eine Online-Protestaktion an den
maltesischen Premierminister Lawrence Gonzi gestartet. Den Link zu der
Petition finden Sie auf unserer Startseite: www.komitee.de
Es würde mich sehr freuen, wenn Sie sich beteiligen würden - jede Stimme zählt!

Die Zeitschrift "Der Falke" hat in seiner Januarausgabe einen großen
Artikel zu unserer Arbeit veröffentlicht - wir haben den Artikel nun auf
unserer Internetseite zum Download bereitgestellt:

http://www.komitee.de/index.php?mt_falke

Beste Grüße
Alexander Heyd "


26.01.2010 - Abstimmung über die Frühjahrsvogeljagd in Malta

Hallo zusammen,

hier zwischendurch kurz etwas anderes, bevor das Thema Kormoran weiter verfolgt wird.

Es geht darum, ob in diesem Frühjahr eine Vogeljagdsaison in Malta nötig ist oder nicht. Das Ganze stammt von der Online-Abteilung der in Malta bekannten Tageszeitung "Times of Malta".

LINK zur Online-Zeitung: http://www.timesofmalta.com/
Auf der Seite herunter scrollen und ganz links ist die Abstimmung möglich ( POLL ). Natürlich "No" anklicken.

Es wäre schön, wenn viele mitmachen, vielleicht hilft es auf dem Weg, die Vogeljagd in Malta endgültig zu stoppen.

Vielen Dank und viele Grüße
Karin Adolph


24.01.2010 - Kormoran

Hallo.

Besten Dank für die zustimmenden Beiträge und Ihre Adressenhinweise, Frau Adolph!

Alle BeobachterInnen, NaturschützerInnen etc. sollten ihre massive Kritik an den Plänen zum Ausdruck bringen!
Ich bin gespannt, was der NABU als Benenner des Jahresvogels unternehmen wird. Und selbstverständlich erwarte ich, dass die HGON den von Oliver Conz dargestellten Standpunkt mit Nachdruck vertreten wird - und wünsche mir, dass dies mit Erfolg geschieht.

Wer sich intensiv mit dem Thema Kormoran befasst, dem ist klar, mit welch gnadenloser Ignoranz und Unkenntnis der Fakten immer wieder argumentiert und oft letzten Endes auch gehandelt wird -was zu erschreckenden Auswüchsen der Kormoran-Verfolgung führt und die den Namen Management auch nicht verdient haben. Die Vogelschutzwarte in Frankfurt hat mit Unterstützung der Kormoran-Zähler in den letzten Jahren ihr Bestes gegeben, um ihren Zuständigkeitsbereich frei von Kormoran-Verordnungen zu halten. Aber im letzten Jahr ist Rheinland-Pfalz umgefallen, so dass der Druck auf das Saarland und Hessen (da alle anderen Länder Verordnungen haben) ziemlich wachsen dürfte.
Es bleibt die Hoffnung, dass die Jahresvogel-Kampagne dazu führt, dass die Öffentlichkeit und die Bevölkerung mehr über die Art, ihr Vorkommen und das verfehlte Management erfährt – viele Angler und Fischer scheinen ohnehin unbelehrbar …. Über den einen oder anderen Punktsieg kann man da froh sein.
(vgl. Hessenschau-Beitrag vom 24.10.09 falls noch nicht bekannt http://www.hronline.de/website/fernsehen/sendungen/video_archiv5300.jsp?rubrik=5300&r=9&y=2009&t=20091024 )

Wohin es mit dem Kormoran in Hessen gehen wird, zeigen bereits heute die aktuellen Brutbestandsangaben, die vor kurzem veröffentlich wurden. In den letztem 5 Jahren ein Rückgang von nahezu 50%!

1999 2000 01 02 03 04 05 06 07 08 09
368 427 419 451 457 569 543 409 428 383 300

In welchem Maße die Abschüsse dazu beigetragen haben, darüber kann nur spekulöiert werden.

Viele Grüße
Peter Erlemann


24.01.2010 - Kormoran

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Position der HGON zum Abschuss von Kormoranen ist eindeutig: wir lehnen den Abschuss von Kormoranen ab. Eine ökologische Begründung dafür gibt es nicht. Sofern der Fischartenschutz immer wieder - meist leichtfertig - ins Felde geführt wird, dann mag eine ökologische Gewässerverbesserung geboten sein, nicht aber der Waffengang gegen den Kormoran. Wir werden uns in Kürze vermutlich gemeinsam mit dem NABU öffentlich zum Kormoran äußern. Seine Brut- wie Winterbestände nehmen in Hessen ab. Gleichzeitig verdoppelt sich die Zahl der genehmigten "Vergrämungsabschüsse" nach wie vor jährlich. Diese Vergrämungsabschüsse reichen sogar noch in die Brutzeit hinein. Das muss ein Ende haben, sofort! Wer angesichts der aktuellen Bestandszahlen, den Abschuss im bisherigen Umfang aufrecht erhält, kann sich nicht mehr auf europäisches Recht stützen.

Zu unserem Verhältnis zu den organisierten Sportfischern: die Zeiten Willy Bauers sind in dieser Hinsicht vorbei. Das liegt sicher daran, dass der Kormoran seit Willy Bauers Tod eine erfreuliche Rückeroberung seines angestammten hessischen Brutgebiets erlebt hat, was den Hass der organisierten Fischer ausgelöst hat. In diesem Klima ist eine sachliche Diskussion kaum möglich (mir wurde von obersten Fischereifunktionären und Behördenvertretern zum Beispiel nahegelegt, wir sollten doch der Ausrottung aller neu entstandenen Brutkolonien jenseits von Main und Rhein zustimmen). Die Vehemenz dieser Auseinandersetzung ist regional unterschiedlich und ebenso ist der Kontakt. Auf Landesebene agieren wir gemeinsam, wo das sachlich passt, aber beim Kormoran ist eine sachliche Auseinandersetzung nicht möglich. Seltene Ausnahmen - wie etwa in der Wetterau - bestätigen die Regel.

Herzliche Grüße

Oliver Conz



23.01.2010 - Kormorane in Hessen

Nachdem ich die Diskussion über die Kormorane in diesem Forum verfolgt habe, würde es mich interessieren, ob die HGON eine offizielle Haltung zum Kormoranmanagement in Hessen hat. Insbesondere auch zu tatsächlichen Artenschutzproblemen im Zusammenhang mit den Kormoranen (Äschenlaichgewässer usw.). Ich erinnere mich, dass Willy Bauer stets engen Kontakt auch zu den Angelfischereiverbänden, insbesondere auch zu den Äschenfischern an der Eder hielt. Vielen Dank für eine Antwort!

Dr. Jörg Brauneis


23.01.2010 - Kormorane

Hallo zusammen,

es wäre eine sehr schöne Sache, wenn wir eine gemeinsame Möglichkeit fänden, gegen die Dummheit und den Populismus in Bezug auf den Kormoran vorzugehen.
Auf jeden Fall auch im Falle Backhaus, aber für mich als Betreuer des NSG Bongsche Kiesgrube mit seiner Kormorankolonie läge es auch am Herzen, die Regierung Unterfrankens in Würzburg über den Unsinn ihres Entschlusses zu informieren und dagegen zu protestieren.
Vielleicht schaffen wir ja eine ähnliche Kampagne mit Protestmails wie seinerzeit der NABU bzgl. des Maikäfers / des Käfergifts. Evtl sogar in Kooperation mit dem LBV?
Was sagt der Vorstand?

Viele Grüße, Marcus Beike


22.01.2010 - Kormoranbrust beim Empfang des Umweltministers

Hallo Herr Erlemann,

beim Lesen des Artikels ist die Wut in meinem Bauch immer höher gestiegen. Es ist unglaublich ... und so etwas nennt sich "Umweltminister".

Ich habe mir den Artikel unter Ostseezeitung.de ( http://www.ostsee-zeitung.de/ozdigital/archiv.phtml?param=news&id=2671356 ) heraus gesucht und das Thema in zwei Foren, in denen ich regelmäßig lese und schreibe, bekannt gegeben. Dort teilte ich mit, dass ich einen Brief an den Umweltminister Till Backhaus schreiben werde - selbstverständlich in sachlicher Form - und ebenso einen Leserbrief diesbezüglich an die Zeitung. Ich animierte meine Forumsfreunde, mitzumachen. Beide Foren haben den Hauptinhalt Tiere, darunter Weißstörche und alle Vogelarten.

Vielleicht ist das ja auch eine Anregung für hier? Denn wir müssen aktiv werden, auch jeder einzelne. Selbstverständlich wäre es sinnvoll, wenn von kompetenter Stelle, also hier HGON , eine Presseerklärung verfasst werden könnte.

Anschrift vom Umweltminister Backhaus gebe ich hier mal an:

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
Mecklenburg-Vorpommern
Herrn Umweltminister Till Backhaus
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin

Mailadresse:

poststelle@lu.mv-regierung.de


Viele Grüße
Karin Adolph


22.01.2010 - Hornissennest aus Nitkasten entfernen

Hallo Herr Kühn,

ich bin Revierwartin im Vogelschutzverein und betreue 21 Nistkästen. Im Jahr 2008 fand ich ebenfalls in zwei Nistkästen, die in unmittelbarer Nachbarschaft hängen, große Hornissennester. Das eine davon war eine sogenannte "Filiale". Hornissen bauen, wenn der Platz für ein Nest zu klein wird, in allernächster Nähe ein zweites Nest = Filiale.

Die alten Nester werden von Hornissen nicht mehr angenommen, sie sind unbrauchbar und können unbedenklich entfernt werden. Wenn man in Kauf nimmt, dass Hornissen den Vogelnistkasten "missbrauchen", dann sollten kleine Reste der Waben im Kasten belassen werden. Die Königin, die in dem Nest geschlüpft ist und irgendwo geschützt überwintert, fliegt oftmals in die Nähe des alten Nestes zurück, welches ihren eigenen Geruch hat. Sollte reichlich Platz sein für ein neues Nest, dann wird sie sich dort wieder einnisten.

Am sinnvollsten ist es aber, einen Hornissenkasten in die Nähe des Vogelnistkastens aufzuhängen und Reste von der alten Wabe darin auszulegen.

Viele Grüße
Karin Adolph


21.01.2010 - Vogel des Jahres 2010

Hallo Herr Erlemann,

ich teile Ihr Unverständnis und die Wut über soviel Ignoranz und Habgier.
Müssen wir das untätig hinnehmen? Die Fischzuchtverbände haben scheinbar eine große Lobby, so etwas kennen wir ja nur zu gut. Aber wir sollten uns dazu äußern, das Motiv ist leicht zu vermitteln und wird von vielen Menschen in der Bevökerung sicher nicht akzeptiert. Jeder von uns entscheidet für sich und für die Familie übe den Umgang mit der Natur, auch im Freundeskreis können wir vieles bewegen. Naturschutzverbände können in größerem Rahmen informieren nicht zuletzt über Presse/Fernsehen.

Ist es möglich die Fischzüchter namentlich zu benennen, die Kormorane bekämpfen? Bestimmt gibt es auch Fischzüchter die anders damit umgehen (Einzäunung) , hier könnte man unterstützen, fördern, werben.

Was man sich dort beim Empfang des Umweltministers herausgenommen hat war ein klarer Affront gegen den Naturschutz. Wo wollen wir enden, wenn der Naturschutz dort aufhört wo Profitgier beginnt?

Viele Grüße
Andrea Wiergand


21.01.2010 - Kormoranbrust beim Empfang des Umweltministers!

Hallo.

Zum Thema Kormoran Einzelheiten aus der Ostseezeitung von heute, 21.1.2010:

Schwerin (OZ) - Umweltminister Till Backhaus (SPD) kündigt eine Großoffensive gegen den Kormoran in Mecklenburg-Vorpommern an. In neun von insgesamt 14 Kolonien sollen die Tiere mit Laserpointern vertrieben werden. Eier des Fischräubers will der Minister mit Öl bestreichen lassen, um das Ausbrüten zu verhindern. Backhaus stellte die Pläne am Dienstagabend vor, im Schweriner Schlossrestaurant bei einem Parlamentarischen Abend des Jagd- und des Angelverbandes. Serviert wurde dazu passenderweise Kormoranbrust.

Laut Landesanglerverband soll die Vertreibung Ende Februar beginnen. „Wir wollen den Kormoran nicht ausrotten“, sagt Geschäftsführer Axel Pipping. Studien hätten aber gezeigt, dass 1500 Brutpaare für MV ausreichen würden. Derzeit brüten etwa 13 000 Tiere im Land, was die Fänge von Anglern und Fischern schmälere. Vor allem Zuchtteiche seien stark betroffen. Wie hoch der Schaden ist, kann Pipping nicht sagen.

Backhaus‘ Ankündigung sorgt für Ärger. „Ich bin stinksauer“, sagt Klaus-Dieter Feige, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Ornithologen. Er hält es für unbewiesen, dass der Kormoran hohe Schäden verursacht. Feige droht, er werde die Zusammenarbeit seines Verbandes mit dem Backhaus-Ministerium „auf den Prüfstand stellen“.

Laut BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag fehlt die rechtliche Grundlage für eine Vertreibung des Wasservogels. „Das geht nur, wenn es nachgewiesene Schäden gibt“, sagt Cwielag. Den Beweis dafür hätten die Fischer und Angler bisher nicht geliefert. Markus Nipkow, Vogelschutz-Referent beim Naturschutzverband (Nabu) in Berlin, hält die vorgesehenen Methoden für abwegig. „Mit Laserpointern können Menschen verletzt werden“, sagt Nipkow. Eier-Einölen sei in Dänemark praktikabel, aber nicht in MV, weil Kormorane hier auf Bäumen und nicht am Boden brüten. Er plädiert dafür, Teiche mit Drähten und Warntönen zu schützen.

Dass der Kormoran auf den Tellern im Schweriner Schlossrestaurant landete, findet der Vogelexperte eher komisch. Der Nabu kürte den Fischräuber zum Vogel des Jahres 2010. „So toll wird es nicht geschmeckt haben“, sagt Nipkow. Die Reaktionen sind gespalten. „Ausbaufähig“, urteilt Rüdiger Brandt, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Der Geschmack erinnere an Rind und Wild, das Fleisch sei fest. Andere Esser bemängelten Fischaroma. „Kormoran wird nicht Teil unserer Speisekarte“, stellt Christien Messerschmidt vom Schlossrestaurant klar.

G. KLEINE WÖRDEMANN

Die delikate Rache der Angler
30 Portionen Kormoranbrust wurden beim Empfang der Angler und Jäger im Schweriner Schloss verspeist — mit mehr oder weniger Genuss. Das Signal war klar: „Rache“ am Naturschutzbund, der den Fressfeind der Fische zum „Vogel des Jahres“ gekürt hat. Für Experimentierfreudige hier ein Zubereitungsvorschlag: Brüstchen säubern, in Salz, Zucker und etwas Kardamom einlegen, reichlich Kräuter der Provence und ein wenig Rosmarin hinzufügen. Fünf Tage kühl lagern. Guten Rotwein dazugießen, bis das Fleisch ganz bedeckt ist, zwei weitere Tage ruhen lassen. Danach abtropfen lassen und 75 Minuten bei 100 Grad räuchern. Dünn aufschneiden und mit Salat servieren.


Ein Kommentar erübrigt sich.

Gruß
Peter Erlemann


21.01.2010 - Zu Herrn Gunia: Aasfresser im Winter

Als Arzt drängt es mich natürlich, Ihrer Auffassung zur völlig unsinnigen Gestzgebung in Sachen Tierkörperbeseitigung zu widersprechen. Ziel dieser - im Prinzip sehr sinnvollen Gesetze - ist es ja, die Bevölkerung vor Zoonosen zu schützen. In einem Ballungraum - etwa wie dem Rhein-Main-Gebiet - kann man auch Wildtierkörper zumindest da, wo sie eine Gefährdung für Menschen (Kinder) darstellen, nicht einfach natürlichen Prozessen überlassen. Dies zeigt z.B. der Tularämie (Hasenpest) - Ausbruch im hessischen Ried vor einigen Jahren. Bei Tollwut - Verdacht aber gibt es spätestens kein Diskussion mehr.
Dennoch bin auch ich der Meinung, dass etwa bei Unfallwild etwas großzügiger verfahren werden sollte. Außderdem glaube ich, dass die meisten Wildtiere in Wald und Flur ohnehin völlig unbemerkt sterben und deshalb auch nicht entsorgt werden. Wenn Beutegreifer - wie Sie schreiben - in Südeuropa vergiftet werden, dann muss diesem - illegalem - Vorgehen natürlich mit Vehemenz begegnet werden. Ihrer Einschätzung des überzogenen Ordnungswahns in Gärten, Parks usw. stimme ich zu. Hier bietet sich für die Naturschutzverbände ein weites Feld der Betätigung.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Brauneis



21.01.2010 - Hornissennester

Hallo Herr Kühn,

vor einigen Jahren hatte ich dasselbe Problem. Ein riesiges Nest auf dem Dachboden und ich wußte nicht ob entfernen oder belassen. Erkundigungen haben ergeben, dass die alten Nester entfernt werden sollen, jedoch möglichst nicht vor Mitte April. Andere Tierarten nutzen die Nester als Winterschutz. Gut wäre natürlich ein Hornissenkasten, dann können die Meisen wieder ihr Heim aufsuchen. Hier ein Link zu einer Bauanleitung:

http://www.aid.de/downloads/muendener_hornissenkasten.pdf

Viele Grüße
Andrea Wiegand



21.01.2010 - Hornissen - Nest aus Nistkasten entfernen?

Hallo zusammen,
im letzten Jahr hat ein Hornisse ihr Reich in einem unserer Vogel-Nistkästen erbaut; und zwar in einem Meisennistkasten aus Holzbeton.

Da ich Ende Februar alle Nistkästen in unserem Garten reinigen werde, stellt sich mir die Frage, ob ich das Hornissen-Nest entfernen soll oder ob ein solches Nest erneut genutzt wird. Ich würde durchaus den Nistkasten für die Meisen "zwec